Paris FC
französischer Fußballverein
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Paris Football Club (kurz: PFC) ist ein französischer Fußballverein aus Paris. Er ist seit Ende 2024 mehrheitlich im Besitz der Familie Arnault (LVMH). Minderheiteneigner sind der Vereinspräsident Pierre Ferracci und die Red Bull GmbH. Die Vereinsfarben sind Hell- und Dunkelblau. Die Ligamannschaft der Männer spielt, nach langer Abstinenz, seit der Saison 2025/26 wieder in der höchsten Spielklasse Frankreichs (Ligue 1).[1]
| Paris FC | ||||
| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Name | Paris Football Club | |||
| Sitz | Paris, Frankreich | |||
| Gründung | 1969 | |||
| Eigentümer | LVMH, Red Bull GmbH, Pierre Ferracci | |||
| Präsident | Pierre Ferracci | |||
| Website | parisfc.fr | |||
| Erste Fußballmannschaft | ||||
| Cheftrainer | Stéphane Gilli | |||
| Spielstätte | Stade Jean-Bouin | |||
| Plätze | 19.607 | |||
| Liga | Ligue 1 | |||
| 2024/25 | 2. Platz (Ligue 2) | |||
| ||||
Geschichte

Gründungsjahre (1969–1972)
Gegründet wurde Paris FC im Jahr 1969. Dahinter stand die Absicht, in der Hauptstadt wieder Spitzenfußball anzusiedeln, nachdem die Traditionsvereine Racing Club und Stade Français 1964 bzw. 1967 aus der Division 1 abgestiegen waren und mit Red Star lediglich eine Mannschaft aus dem Pariser Umland in Frankreichs höchster Spielklasse vertreten war. Dieser neue FC war im ersten Jahr ein Verein ohne Mitglieder und ohne Mannschaft; deshalb fusionierte er am 17. Juni 1970 mit dem Zweitligisten Stade Saint-Germain und hieß für zwei Spielzeiten Paris-Saint-Germain FC. Offiziell eingetragen wurde der neue Verein am 12. August 1970. Im ersten Jahr gelang direkt der anvisierte Aufstieg in die Division 1. Aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten und Streitigkeiten über den Vereinsnamen, trennten sich die Vereine jedoch am 20. Juni 1972 wieder: Paris FC verblieb unter diesem Namen in der Division 1, wohingegen das heutige Paris Saint-Germain in der dritten Liga antreten musste.
Abstieg & Suche nach Identität (1972–2015)
Nach zwei weiteren Saisons stieg Paris FC in die Division 2 ab und konnte nur in der Saison 1978/79 bis auf Weiteres nochmals erstklassig spielen. In dieser Saison benannte der Verein sich nach seinem Sponsor, dem Radiosender Europe 1, in Paris 1 um - dieser Name hatte jedoch nur für ein Jahr Bestand.
Dies war die bis 2025 letzte Erstligasaison des Klubs, der im Rennen um Erfolge und Publikumsgunst gegen seinen „jüngeren Stiefbruder“ PSG das Nachsehen hatte. Dazu trug auch bei, dass der PFC nur in seinen drei Erstligajahren im seinerzeit komplett umgebauten Prinzenparkstadion antreten durfte, ansonsten aber mit dem baufälligen Stade de la Porte de Montreuil vorliebnehmen musste. Wegen dessen zeitweiliger Sperrung vagabundierte der PFC phasenweise regelrecht durch den Großraum Paris; 1981/82 trug die Ligaelf sogar einen Teil ihrer Heimspiele im 170 km entfernten Troyes aus.
1982/83 fusionierte der Verein mit dem Racing Club zu Racing Paris I. 1983 erfolgte seine eigenständige Neugründung als Paris FC 83 in der vierten Liga. Über die Jahre wanderte der Verein zwischen dritter und fünfter Liga hin und her, mit weiteren Namensänderungen in den Jahren 1997 (Paris FC 98) und 1998 (Paris FC 2000). Seit 2005 trägt der Verein wieder seinen ursprünglichen Namen.
Die Ligamannschaft der Männer spielte normalerweise im Stade Déjerine, das eine Kapazität von 2.500 Plätzen aufweist; wegen des unzureichenden Zustandes der Spielfläche hat der französische Verband 2006 einen Umzug ins Stade Marville von La Courneuve und 2007 ins Stade Charléty (ca. 19.000 Zuschauer) verfügt, einem Sportkomplex am südlichen Rand von Paris.
Rückkehr & Etablierung in Ligue 2 (2015–2020)
In der Saison 2015/16 spielte PFC erstmals wieder zweitklassig - jedoch zunächst nur für eine Saison. Nach dem sportlich knapp verpassten direkten Wiederaufstieg, rückte PFC nach dem Zwangsabstieg des SC Bastia nach und spielte ab der Saison 2017/18 dauerhaft in der Ligue 2.[2]
Seit Mitte 2016 fanden Gespräche und Verhandlungen zwischen dem PFC und dem erfolgreichen Frauenfußballverein Juvisy FCF statt, in denen die Möglichkeiten einer sehr engen Kooperation bis hin zu einer Fusion der Klubs ausgelotet werden sollten. Im Sommer 2017 wurde die Fusion der beiden Vereine vollzogen (siehe das Frauenfußball-Kapitel weiter unten). In die Verhandlungen waren zeitweise auch noch die Fußballer des traditionsreichen Racing Club Paris eingebunden; dies sollte die seit vielen Jahren bestehenden Überlegungen, in der Hauptstadt neben PSG dauerhaft einen starken zweiten Profiklub bei Männern und Frauen zu installieren, der Realisierung näherbringen.[3]
Einstieg Investoren & Aufstieg Ligue 1 (2020–2025)
Im Juni 2020 stieg das Königreich Bahrain als strategischer Partner (und auch als Hauptsponsor) ein und erwarb 20 % der Anteile. Im November 2024 erwarb Bernard Arnault, zu diesem Zeitpunkt laut Forbes einer der reichsten Menschen der Welt, über seine Holding LVMH 52 % der Anteile an dem Club, nach zwei Jahren sollen die 30 % des Vereinspräsidenten dazukommen. Der Konzern Red Bull übernahm weitere 11 %. Daran knüpfte sich auch die Erwartung, dass ein Verein etabliert wird, der mit PSG konkurrieren kann.[4][5]
Im Februar 2025 einigte sich der Paris FC mit dem Rugby-Union-Club Stade Français auf den Umzug des Fußballclubs in das Stade Jean-Bouin zur Saison 2025/26. Die Vereinbarung läuft zunächst bis 2029.[6] Am 2. Mai 2025 gelang dem Paris FC der Aufstieg in die Ligue 1 und damit nach 46 Jahren die Rückkehr in die höchste französische Spielklasse.
Kader 2025/26
Stand: 2. Februar 2026[7]
|
|
Erfolge
- Französische Fußballmeisterschaft: Bisher beste Platzierung war Tabellenrang 12 (1972/73)
- Französischer Fußballpokal: Halbfinalist 1979/80
Bekannte Personen
Die Zahl der Länderspiele für Paris FC und der Zeitraum dieser internationalen Einsätze sind in Klammern angegeben
- Jean Djorkaeff (1, 1972) vorher 47 weitere Länderspiele für drei andere Vereine
- Louis Floch (3, 1973) vorher 13 weitere Länderspiele für einen anderen Verein; 1972/73 auch zehntbester Torjäger der D1
- Jean-Paul Rostagni (5, 1972–1973) vorher 20 weitere Länderspiele für drei andere Vereine
- Weitere
- Carlos Bianchi, Sportdirektor 1998
- Pierre-Albert Chapuisat, 1972/73, Schweizer Nationalspieler
- François Félix, 1973/74, achtbester Torjäger der D1
- Louis Hon, Trainer 1972–1974
- Roger Lemerre, Trainer 1979–1981
- Erich Maas, 1976/77, vormaliger deutscher Nationalspieler
- Delio Onnis, Trainer 1992–1994
- Mordechai Spiegler, 1972/73, israelischer Nationalspieler
- Jean-Christophe Thouvenel, 1978/79, später Nationalspieler
Frauenfußball
Die Mitte 2016 begonnenen Gespräche und Verhandlungen zwischen PFC und Juvisy FCF führten im Sommer 2017 zur Fusion des reinen Frauenklubs mit dem PFC – unter dessen Namen. Juvisys letzte Präsidentin Marie-Christine Terroni wurde Leiterin der neuen PFC-Frauenabteilung, sämtliche bisherigen Juvisy-Frauschaften und die Nachwuchsschule bleiben im Département Essonne ansässig, wo sie auch ihre Spiele austragen, wenngleich die Erstligaelf einzelne Matches im Stade Charléty von Paris bestreitet. Die bisherigen Jugendteams des PFC hingegen verbleiben im 20. Arrondissement der Hauptstadt. Dadurch ist Frankreichs größte Frauenfußballabteilung mit rund 400 aktiven Frauen und Mädchen entstanden.[8] Die Frauen des PFC spielen somit seit der Spielzeit 2017/18 in der D1F, der höchsten Liga Frankreichs.
Dieses Team wird seit Oktober 2018 von der französischen Rekordnationalspielerin Sandrine Soubeyrand trainiert. Unter ihr und ihrem „verlängerten Arm auf dem Feld“, der Spielführerin Gaëtane Thiney, schlossen die Frauen die Saisons 2021/22, 2022/23 und 2023/24 jeweils als Tabellendritte ab; damit nahm der PFC anschließend auch am europäischen Pokalwettbewerb teil, in dem er 2023/24 sogar die Gruppenphase erreichte, nachdem er in der Qualifikation die favorisierten Arsenal Ladies und den VfL Wolfsburg bezwungen hatte. Mit dem Sieg im Endspiel des Vereinspokals gegen den Lokalrivalen Paris Saint-Germain gewannen die Frauen 2025 den ersten nationalen Titel in der Vereinsgeschichte.
Literatur
- Thierry Berthou u. a.: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999, ISBN 2-913146-01-5 (Band 1, A-Mo) bzw. ISBN 2-913146-02-3 (Band 2, Mu-W).
Weblinks
- parisfc.fr: Website (französisch, englisch)