Pierre Mahé

französischer Philatelist (1833–1913) From Wikipedia, the free encyclopedia

Pierre Marie Mahé (* 6. Januar 1833 in Paris; † 2. Februar 1913 ebenda) war ein französischer Philatelist, Briefmarkenhändler, Autor philatelistischer Literatur und Herausgeber philatelistischer Zeitschriften. Er veröffentlichte 1863 den Guide-manuel du collectionneur de timbres-poste, gab später philatelistische Periodika heraus und wurde Berater sowie Sekretär von Philipp von Ferrary, dessen Briefmarkensammlung er verwaltete. 1910 erhielt Mahé die Lindenberg-Medaille; postum wurde er zu den sogenannten „Fathers of Philately“ der Roll of Distinguished Philatelists gezählt.[1][2][3]

Pierre Mahé, um 1890

Leben

Mahé wurde am 6. Januar 1833 in Paris geboren und starb dort am 2. Februar 1913.[1] In einer zeitgenössischen Übersicht wurde er als Officier de l’Instruction publique bezeichnet.[2] Sein berufliches und philatelistisches Wirken war eng mit Paris verbunden, wo er als Händler, Herausgeber und Fachautor tätig war.

Nach einem Nachruf in The London Philatelist starb Mahé in seiner Wohnung in der Rue de Varennes 24 in Paris. Der Nachruf nennt außerdem einen Sohn, Édouard M. Mahé, der nach dem Tod seines Vaters dessen Tätigkeit fortführte, sowie eine Tochter.[4]

Philatelistische Tätigkeit

Mahé gehörte zu den frühen professionellen Briefmarkenhändlern und Fachautoren der Philatelie in Frankreich. 1863 veröffentlichte er den Guide-manuel du collectionneur de timbres-poste. Eine bibliographische Beschreibung des Werkes nennt 1483 verzeichnete Arten oder Varietäten von Briefmarken und datiert die Ausgabe auf Paris 1863.[5] In The Stamp Collectors’ Annual wurde der Guide-manuel als eine besonders umfassende Liste seiner Zeit bezeichnet; dieselbe Quelle nennt Mahé einen produktiven Autor zu philatelistischen Themen in französischer und englischer Sprache.[2]

Neben seiner Tätigkeit als Händler und Autor wirkte Mahé auch als Herausgeber. Zu den mit ihm verbundenen Periodika gehörte Le Timbrophile.[2] Im Umfeld dieser Zeitschrift arbeitete auch Jacques Legrand, der unter dem Pseudonym Dr. Magnus veröffentlichte. Legrands Schrift Essai sur les filigranes et les papiers employés à la fabrication des timbres-postes erschien 1867 in Paris bei Pierre Mahé.[5]

Erste Seite eines autographen Schreibens Mahés an Charles Nuitter vom 8. April 1886

Auch philatelistische Geschäftsunterlagen Mahés sind überliefert. Ein in Le Philatéliste Belge – De Belgische Filatelist abgebildeter Umschlag von 1863 trägt die Aufschrift „Timbres-poste étrangers pour collections. P. Mahé & Cie“ und nennt als Adresse die Rue des Canettes 18 in Paris.[1] Ein erhaltenes autographes Schreiben Mahés an Charles Nuitter vom 8. April 1886 belegt außerdem die Adresse „Librairie ancienne Pierre Mahé, 57 rue de Châteaudun, Paris“. Inhaltlich betrifft der Brief den Verkauf eines Manuskripts und dessen mögliche Vermittlung an Nuitter.[6]

Besondere Bedeutung erlangte Mahé durch seine Verbindung zu Philipp von Ferrary. Mahé wurde dessen Berater und Sekretär und verwaltete Ferrarys umfangreiche Briefmarkensammlung. Le Philatéliste Belge – De Belgische Filatelist bezeichnet ihn in diesem Zusammenhang als eine der anerkannten Autoritäten der philatelistischen Welt.[1] Der Nachruf in The London Philatelist stellte Mahés langjährige Verbindung zu Ferrary als einen wesentlichen Teil seines philatelistischen Lebenswerks heraus.[4]

Auszeichnungen und Nachwirkung

Mahé wurde als Officier de l’Instruction publique geführt.[2] 1910 erhielt er die Lindenberg-Medaille.[2][4]

Nach seinem Tod wurde Mahé in die Gruppe der sogenannten „Fathers of Philately“ aufgenommen, deren Namen mit der Roll of Distinguished Philatelists verbunden sind. Die Royal Philatelic Society London führt ihn in dieser Gruppe als Pierre Marie Mahé, Frankreich, mit den Lebensdaten 1833 bis 1913.[3]

Schriften und Herausgaben

  • Guide-manuel du collectionneur de timbres-poste. Mahé et Cie, Paris 1863.[5]
  • Le Timbrophile. Paris, als Herausgeber.[2]
  • Les Marchands de timbres-poste d’autrefois et leurs catalogues. Yvert et Tellier, Amiens 1908.[5]
  • Reminiscences of a Veteran. In: Monthly Journal, 1907–1908.[2]

Literatur

  • Death of M. Pierre Mahe. In: The London Philatelist. Band 22, 1913, S. 39–40 (englisch, archive.org [PDF; abgerufen am 8. Juni 2026]).
  • Pierre Mahé. In: Le Philatéliste Belge – De Belgische Filatelist. Nr. 25, 2018, S. 1 (französisch, academiebelgium.be [PDF; abgerufen am 8. Juni 2026]).
  • The Stamp Collectors’ Annual 1911. A year-book of philately. 1910, S. 85 (englisch, org.uk [PDF; abgerufen am 8. Juni 2026]).
  • Specimens of Philatelic Literature. 1911, S. 18 (englisch, org.uk [PDF; abgerufen am 8. Juni 2026]).
Commons: Pierre Mahé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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