Polaris Pro Grappling

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Polaris Pro Grappling (oft nur Polaris genannt) ist eine europäische Organisation für professionelles Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) und Submission Wrestling mit Sitz im Vereinigten Königreich. Seit der Gründung im Jahr 2015 hat sich Polaris zu einer der weltweit größten und prestigeträchtigsten Grappling-Veranstaltungen entwickelt. Die Events werden international über den Streaming-Dienst UFC Fight Pass übertragen.

Geschichte

Polaris wurde 2015 als Joint Venture zwischen den beiden führenden britischen Kampfsportmarken Scramble und Tatami Fightwear gegründet. Das Ziel war es, eine professionelle Plattform in Europa zu schaffen, die es Elite-Grapplern ermöglicht, unter einem zuschauerfreundlichen, auf Aufgabe (Submission) fokussierten Regelwerk gegeneinander anzutreten und dafür angemessen bezahlt zu werden.

Die erste Veranstaltung, Polaris 1, fand im Januar 2015 im walisischen Cardiff statt und bot direkt hochkarätige Superfights mit internationalen Stars wie Garry Tonon und Marcos Souza.[1]

Regelwerk

Polaris hat sich von traditionellen Punktesystemen (wie etwa bei der IBJJF) distanziert und setzt auf ein Regelwerk, das aggressive Vorwärtsbewegung und Submission-Versuche belohnt.

  • Kampfzeit: Superfights und Titelkämpfe dauern in der Regel 10 bis 15 Minuten.
  • Wertung: Es gibt keine traditionellen Punkte für Positionen (wie Sweeps oder Guard Passes). Das primäre Ziel ist es, den Gegner zur Aufgabe (Submission) zu zwingen.
  • Kampfrichter-Entscheid (Judges' Decision): Endet der Kampf nach Ablauf der regulären Kampfzeit ohne Submission, entscheiden drei Punktrichter am Mattenrand über den Sieger. Dabei wird bewertet, welcher Athlet dominanter war und mehr gefährliche Submission-Versuche initiiert hat (ähnlich dem System der ADCC, jedoch ohne das restriktive Punktezählen).[2]

Kämpfe bei Polaris werden sowohl im traditionellen Gi (Kimono) als auch im No-Gi (Submission Wrestling) ausgetragen. Erlaubt sind sämtliche Aufgabegriffe, einschließlich Heel Hooks und Kniehebeln.

Formate

Neben den klassischen Superfights und Titelkämpfen in festen Gewichtsklassen (z. B. Leichtgewicht, Weltergewicht, Mittelgewicht) hat Polaris im Laufe der Jahre weitere innovative Formate etabliert:

  • Grand Prix: Turniere mit acht Athleten an einem Abend (One-Night-Tournaments), bei denen ein Gesamtsieger in einer bestimmten Gewichtsklasse oder der absoluten Klasse (ohne Gewichtslimit) gekürt wird.
  • Polaris Squads: Ein 2020 eingeführtes Team-Format. Dabei treten zwei Teams (oft nach Nationalitäten oder Kontinenten getrennt, z. B. Team Europe vs. Team USA) gegeneinander an. Die Athleten kämpfen nacheinander in kurzen Runden; Ziel ist es, als Team die meisten Submissions zu erzielen.[3]

Bekannte Athleten

Zahlreiche Weltmeister und Legenden des Sports haben bei Polaris gekämpft. Die Organisation diente auch als wichtiges Sprungbrett für Athleten aus dem europäischen Raum (insbesondere dem Vereinigten Königreich), um sich auf der Weltbühne zu etablieren. Zu den bekanntesten Athleten, die Polaris-Titel hielten oder dort antraten, gehören:

Einzelnachweise

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