Proud Prophet
militärisches Planspiel eines Atomkriegs
From Wikipedia, the free encyclopedia
Proud Prophet (PP), auch Proud Phrophet – 83, war der Codename für ein 1983 durchgeführtes militärisches Planspiel bzw. einer sehr realitätsnahen Kriegssimulation, die US-Spitzenpolitikern und hohen Militärs die Ursachen, Ablauf und die globalen Folgen eines Atomkrieges zwischen den USA und der Sowjetunion veranschaulichen und die Schwächen der Nuklearstrategie der Vereinigten Staaten offenlegen sollte. Diese Simulation eines NATO versus Warschauer-Pakt-Konflikts eskalierte innerhalb kürzester Zeit von einem konventionellen zu einem atomaren Krieg, wobei taktische Atomwaffen eine entscheidende Rolle spielten.







Es gilt als eine der bedeutendsten Simulationen die während des Kalten Krieges durchgeführt wurde, da es die damaligen US-Nuklearstrategien auch auf ihre Praxistauglichkeit testete. Das primäre Ziel von Proud Prophet war, verschiedene strategische Szenarien zu testen, die eine mögliche Konfrontation mit der Sowjetunion beinhalteten. Man wollte untersuchen, wie die unterschiedlichen militärischen und politischen Strategien eine Krisensituation eskalieren oder deeskalieren könnten. PP sollte auch helfen, die Wirksamkeit der US-amerikanischen Nuklearpolitik zu bewerten, einschließlich der Optionen für Erstschläge, begrenzte Nuklearwaffeneinsätze und Vergeltungsmaßnahmen. Die Übung bot damit eine Plattform, um den Entscheidungsprozess hochrangiger Beamter unter dem Druck einer globalen Kriegssituation zu bewerten. Das wichtigste Ergebnis daraus war die Einsicht, dass auch ein „begrenzter Atomkrieg“ unweigerlich in einer finalen Katastrophe für die gesamte Menschheit endete. Jede Variante des atomaren Schlagabtausches zwischen den Supermächten führte zur fast vollständigen Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. PP initierte maßgeblich die Kehrtwende in der Außenpolitik der USA gegenüber der UdSSR und leitete die nukleare Abrüstung zwischen den damaligen Supermächten ein.
Vorgeschichte
Seit den 1950er Jahren war man in US-Führungskreisen der Meinung, dass ein Atomkrieg nicht nur geführt, sondern auch militärisch entschieden werden könnte. Herman Kahn, ein Analyst der Rand Corporation,[1] führte diese Ansicht in seinem 1960 erschienenen Buch „On Thermonuklear War“, näher aus, was jedoch in der Öffentlichkeit große Bestürzung auslöste. Grund dafür war seine kühl kalkulierte Einschätzung der tolerierbaren zivilen Opferzahlen, gemessen an der flächendeckenden Zerstörung amerikanischer und europäischer Städte und dem Tod von mehreren Millionen Menschen allein in den Vereinigten Staaten. Die zentrale These dieses Buches war, dass ein Land, das bereit ist, solche Verluste in Kauf zu nehmen, auch einen Atomkrieg gewinnen kann.
Diese Option wurde zu Beginn der 1980er Jahre zunehmend in Zweifel gezogen.[2] Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges war man im Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion davon überzeugt, dass die USA den Dritten Weltkrieg vom Zaun brechen würde, um seinen - damals einzigen - militärischen Konkurrenten endgültig zu vernichten. Aus diesem Grund war damals die Gefahr eines Atomkriegs – vor allem sein Ausbruch durch eine gravierende Fehleinschätzung – sehr groß. Hinzu kam, dass die Paranoia der sowjetischen Führung durch einige Schlüsselereignisse (NATO-Doppelbeschluss, RJaN, Able Archer 83, Flug KAL-007) noch bestärkt wurde. Auch in Washington machte man sich ernsthafte Sorgen um die Wirksamkeit seiner atomaren Abschreckung, obwohl UdSSR und USA im Jahr 1983 zusammengenommen schon über 60.000 einsatzbereite Atomsprengköpfe verfügten.[3] Die Reagan-Administration stand damit vor zwei Problemen:
1. Wie sollte man auf die atomare Aufrüstung der Sowjetunion reagieren?
2. Welche Maßnahmen waren für die Aufrechterhaltung des „Gleichgewicht des Schreckens“ am effektivsten?
Die Vereinigten Stabschefs konnten sich nicht für eine der Strategien entscheiden, wofür der damalige Verteidigungsminister, Caspar Weinberger, scharf kritisiert wurde.
In weiterer Folge wurden Pläne für die Aufrechterhaltung der Funktion der Staatsführung während einer nationalen Krise ausgearbeitet – vor allem der Regierungsapparat sollte handlungsfähig bleiben.[4] Man entschloss sich zur Gründung eines Thinktanks, des Strategic Concepts Development Center (SCDC). Das Pentagon berief den ehemaligen Marineinfanteristen Dr. Phillip A. Karber zum Direktor dieser neuen Institution. Er sollte für sie namhafte Strategieexperten engagieren, die nicht ideologisch festgefahren waren und ein breiteres Spektrum an Ansichten zu diesem Thema vertraten. 1981 wurde Karber zum Strategieberater des US-Secretary of Defense und des Vorsitzenden des Joint Chiefs of Staff ernannt, wo er unter anderem die Übung und den Test der „Flexible Response Strategy“ der NATO organisieren und leiten sollte. Schon bald darauf wurde vom Gremium des SCDC die Abhaltung eines Kriegsspiels vorgeschlagen.[5] Es sollte simulieren, was passieren würde, wenn die internationale Diplomatie versagt und wie sich ein daran anschließender atomarer Schlagabtausch auf den Planeten auswirken würde. PP wurde zwischen dem 2. und 6. Mai und zwischen dem 13. und 24. Juni 1983, auf Anordnung von Präsident Ronald Reagan, in Washington D.C. abgehalten. Seine unterschiedlichen Szenarien wurden von Thomas Schelling ausgearbeitet, einem Absolventen der Universitäten Harvard und Berkeley, Experten für Wirtschaftsfragen und profundem Analysten des Kalten Krieges. Schelling hatte bei der Rand Corporation mit Herman Kahn und Daniel Ellsberg zusammengearbeitet, wo er unter anderem eine Reihe von Planspielen zum Thema Krisen geleitet hatte. Er war ferner Gründungsmitglied des New England Complex Systems Institute, das sich die Erforschung komplexer Systeme und deren Zusammenhänge zum Ziel gesetzt hat. Schellings Fachgebiet war der Einfluss der Spieltheorie auf solche Systeme. Er entwickelte dafür verschiedene mathematische Modelle, um Entscheidungsprozesse und deren Folgen präziser vorhersagen zu können.[6]
Teilnehmer
Bemerkenswert war, dass zum ersten Mal hochrangige Beamte wie der Verteidigungsminister und der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs daran beteiligt wurden, obwohl dieser Umstand geheim gehalten wurde, um ein unvoreingenommenes Ergebnis zu gewährleisten. Zur Teilnahme an Proud Prophet wurden 200 hochrangige Mitglieder aus den wichtigsten politischen und militärischen Führungsstäben der USA eingeladen:[7]
Projektziele
PP spiegelte den damaligen Stand der Vorbereitung auf den Kriegsfall und die Notfallplanung wider, einschließlich deren Defizite. Eines seiner wichtigsten Merkmale war, dass man damit organisatorisches Verhalten sehr anschaulich simulieren konnte, da es bewusst weitgehend unstrukturiert ablief, die höchsten Ränge des US-Militärs und seine globalen Kampfkommandos einbezog und tatsächliche existierende Kommunikationskanäle, Doktrinen und Kriegspläne nutzte.[8]
Während in den vorangegangenen Kriegsspielen Mitarbeiter von Denkfabriken, ehemalige Regierungsbeamte und Pentagon-Mitarbeiter in die Rollen von US-Präsidenten und sowjetischen Kommandeuren schlüpften, kamen bei PP die damaligen Verantwortlichen für die nationale Sicherheit zum Einsatz, darunter auch Verteidigungsminister Weinberger und der Vorsitzende der Generalstabschefs (Joint Chiefs of Staff), General John Vessey. Zu diesem Planspiel wurden aber auch zivile Experten hinzugezogen, darunter Paul Bracken, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Yale.[9]
PP lieferte in weiterer Folge Fallstudien für die Entwicklung von Entscheidungsprozessen der National Command Authority und deren globalen Auswirkungen, die oft unter großen Stress – wegen der gleichzeitigen Bewältigung unterschiedlicher Gefahrensituationen – und in einem Zustand großer Unsicherheit getroffen werden mussten. Weiters sollten die Auswirkungen konventioneller und atomarer Kriegsführung in verschiedenen Situationen, in denen der Feind entweder besonders verwundbar oder auch darauf vorbereitet sein konnte, studiert werden. Außerdem sollten die Möglichkeiten zur Beendigung der Feindseligkeiten sondiert werden. Das Spiel bot den Teilnehmern auch ein inoffizielles Forum, um neue Ansätze zur Bekämpfung destabilisierender globaler Krisen auszutesten und dafür Gegenmaßnahmen zu entwickeln.[7] Dazu zählten ein nuklearer Demonstrationsangriff und der sog. Enthauptungsschlag (basierend auf der Theorie des „begrenzten Atomkrieges“) der den Gegner schon zu Beginn der heißen Phase eines Krieges kampfunfähig machen sollte. Es war damit den maßgeblichen Entscheidungsträgern der USA, allen voran der National Command Authority, möglich, alle diese Theorien in allen Phasen ihrer Entwicklung, gefahrlos, auszutesten.
Organisation
Das Planspiel diente in erster Linie dazu, den Verteidigungsminister und die ranghöchsten Entscheidungsträger der Vereinigten Staaten in Sachen moderner Kriegsführung auf den neuesten Stand zu bringen. Es sollte in den Räumlichkeiten von Fort McNair und des National War College (National Defense University) stattfinden, innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen rund um die Uhr laufen und bei Bedarf auch verlängert werden können. Zudem sollte man über geheime Kommunikationskanäle – weltweit – mit den ranghöchsten US-Kommandeuren interagieren können, zahlreiche aktive Offiziere und zivile Beamte einbeziehen und die aktuellen Top Secret Kriegspläne sowie die jüngsten Schwachstellenanalysen nutzen, um die konkurrierenden Abwehrstrategien so realistisch wie nur möglich analysieren zu können. Die meisten Teilnehmer wussten nicht, dass Team Blue vom Verteidigungsminister persönlich angeführt wurde. Er wurde während des Spielverlaufs von Phillip Karber abgeschirmt – der Weinbergers Anwesenheit verschleierte, indem er vorgab, sich zuerst mit rangniedrigeren Beratern zu beraten, bevor er auf die aktuellen Ereignisse in PP reagierte. Auch General Vessey nahm – gedeckt von einem Stellvertreter, unter Wahrung der größtmöglichen Diskretion, an PP teil.
In PP trat Team Blue (für USA/NATO) gegen Team Read (für UdSSR/WAPA) an, das sich hauptsächlich aus hochrangigen Beamten des Pentagons, Ostblock-Experten der Central Intelligence Agency und Mitgliedern von bedeutenden Wissenschaftsinstitutionen zusammensetzte. Mit Team Red sollte getestet werden, wie die Sowjets, Schellings Meinung nach, auf die verschiedenen Szenarien reagieren könnten. Die (insgesamt vier) Handlungsparagraphen wurden in der Simulation akribisch befolgt und sind in Abschnitt V des freigegebenen Regierungsdokuments nachzulesen. Theoretische Grundlage dafür war der Marxismus-Leninismus. Der dritte Akteur in PP war das Kontrollteam (Controll). Blue und Red kommunizierten über vernetzte Computerterminals, schriftliche Notizen oder persönliche Treffen. Zwischen beiden Teams war zudem eine direkte Fernschreibleitung eingerichtet worden, angelehnt an die Washington-Moskau-Verbindung, deren Einrichtung auf einen Vorschlag Schellings zurückging. Die sog. „Proud Prophet-Hotline“ wurde während des Spiels täglich genutzt. Damit konnten beide Teams alle Aktionen ihres Gegners mitverfolgen bzw. darauf reagieren, aber nur Controll hatte den vollständigen Überblick auf die Aktivitäten beider Seiten. Wenn Team Read beispielsweise einen Angriff startete, war es die Aufgabe von Controll, diesen im nachhinein zu analysieren, die dabei angerichteten Schäden und Konsequenzen zu bewerten und beide Seiten davon in Kenntnis zu setzen. Erst danach durfte PP wieder fortgesetzt werden. Paul Bracken wurde als Chronist engagiert und hatte ebenfalls uneingeschränkten Zugang zu allen Spieldaten, um seine Beobachtungen zu dokumentieren.[10]
Spielverlauf

Die Teilnehmer absolvierten in der Folge zwölf ganztägige Sitzungen (jede im Abstand von etwa einer Woche, um ihnen auch genügend Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit zu lassen). Die Entscheidungsträger mussten in dieser relativ kurzen Zeit komplizierte strategische und diplomatische Probleme lösen. Die Simulation lief an den Sitzungstagen rund um die Uhr, wobei man über streng abgeschirmte Verbindungen mit seinen Kommandostäben kommunizieren konnte. Dies war eine sehr wichtige Komponente des Planspiels. Einer der wichtigsten Aspekte von Proud Prophet war die Erforschung nuklearer Strategien. Im Rahmen der Übung wurden mehrere Ansätze getestet, darunter den Einsatz taktischer Atomwaffen (mit denen der begrenzte Atomkrieg geführt werden sollte) bis zu Großangriffen mit Interkontinentalraketen. Dabei wurden teilweise auch die nuklearen Kapazitäten der NATO, Chinas und Großbritanniens berücksichtigt.
Proud Prophet präsentierte den Teilnehmern eine Reihe von herausfordernden Szenarien, bei denen sie militärische, politische und ethische Überlegungen gegeneinander abwägen mussten. Es startete am 2. Mai 1983. Simulationsschwerpunkt war die Mobilisierung aller Teilstreitkräfte und die logistische Vorbereitung auf eine globale Krise, die schließlich in den dritten Weltkrieg münden (ausgehend von Europa) und dies alles im Zeitraum vom 30. August 1986 bis zum 8. September 1986. Die Ereignisse fanden in mehreren Regionen statt: Europa, im Nahe Osten, Ostasien und dem Mittelmeer. Sie wurden aufgrund ihrer strategischen Bedeutung und ihres Potenzials als Brennpunkte für Konflikte zwischen den USA und der Sowjetunion ausgewählt. Die Teilnehmer wurden dabei mit Szenarien konfrontiert, die konventionelle Kriegsführung, diplomatische Krisen und nukleare Eskalation beinhalteten, was sie dazu zwang, kritische Entscheidungen unter realistischen Bedingungen zu treffen, die die Spannungen entweder eskalieren oder deeskalieren könnten, oft mit unvollständigen Informationen und unter hohem Zeitdruck.
Szenario
Ausgangspunkt sind Krisen in Pakistan und Jugoslawien, die 1985 die Verlegung großer US-Truppenkontingente in den Südosten Europas erforderlich machen, was in weiterer Folge zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den NATO-Partnern über eine angemessene Reaktion darauf führt. 1986 zieht der Warschauer Pakt (WAPA) seine Truppen in der Deutschen Demokratischen Republik für sein jährliches Sommermanöver zusammen, was im Westen allerdings noch nicht als Bedrohung aufgefasst wird. Sie bewegen sich aber zunehmend westwärts in Richtung der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland. Verdächtigerweise erkranken auch die Einwohner Bonns, dem Sitz der westdeutschen Regierung, auf mysteriöse Weise. Es stellt sich auch bald heraus, dass die Provokationen in Pakistan und Jugoslawien nur zur Ablenkung gedient haben, da die WAPA-Panzerarmeen im August 1986 plötzlich in der BRD einfallen. Der Krieg hat damit auch Europa erreicht.[11]
Team Blue verlegt rasch NATO-Truppen in Verteidigungsstellungen entlang einer über 708 Kilometer langen Front, die sich von der Ostsee bis zur österreichischen Grenze und noch darüber hinaus erstreckt. Die Kämpfe intensivieren sich zusehends. Controll stellt fest, dass die deutschen und amerikanischen Verbände im Zentrum und Süden der Front ihre Stellungen halten können. Doch dann startet Team Red einen Chemiewaffenangriff auf die Airbase Ramstein und andere nahegelegene NATO-Luftwaffenstützpunkte westlich des Rheins, was die Luftnahunterstützung gegen die rasch vorrückenden sowjetischen Panzerverbände erheblich beeinträchtigt. Im Norden müssen sich die schwer bedrängten belgischen und niederländischen Kontingente daraufhin zurückziehen.[12] Bis dahin hat Team Red auf den Einsatz taktischer Atomwaffen verzichtet und darauf spekuliert, dass Team Blue dies ebenfalls tun würde.
Am Tag vier bestätigt Controll die Vermutung von Team Blue, dass Team Read biologische Kampfstoffe gegen Bonns Bevölkerung eingesetzt hat. Am fünften Tag, als sich die sowjetischen Truppen schon Hamburg nähern und die Reste der Armeen von Belgiern und Niederländern kurz vor der Einkesselung stehen, nutzt Weinberger das letzte Mittel, das ihm noch zur Verfügung steht, um die drohende Niederlage im Norden abzuwenden. Er befiehlt den begrenzten Einsatz von taktischen Atomwaffen, in diesem Fall den Abschuss von elf nuklearen Artilleriegranaten mit einer Sprengkraft von weniger als einer Kilotonne, deutlich geringer als die 15 bis 25 Kilotonnenbomben, die 1945 Hiroshima und Nagasaki zerstörten. Als Team Red mit Atomwaffen angriffen wird, kann man dort nicht einschätzen wie weit Team Blue damit noch gehen wird. Es liegen nur die Berichte über eine Reihe von Atomexplosionen an der Frontlinie vor, daher erfolgt ein massiver Gegenschlag mit taktischen Atomwaffen. Das Schlachtgeschehen wird daraufhin immer undurchsichtiger, im besten Fall operiert man mit etwa 50 Prozent Kenntnis dessen, was tatsächlich vor sich geht. Die verheerenden Atomschläge verwandeln zudem den Blitzkrieg in einen Stellungskrieg. Während sich die Artillerieduelle mit nuklearer Munition entlang der westdeutschen Frontlinie weiter ausbreiten, beginnen beide Seiten nun auch Raketen und Marschflugkörper einzusetzen, um mit ihnen Atomsprengköpfe mit dreimal höherer Zerstörungskraft weit in das Hinterland des Gegners zu tragen. Flughäfen, Häfen, Depots, Nachschubwege, Kommandobasen und die gesamte Kommunikationsinfrastruktur erweisen sich als äußerst verwundbar. Nur die Brücken zeigen sich bei einem Angriff aus der Luft als relativ widerstandsfähig[13]. Viele befinden sich in den Städten, sodass bei den Angriffen zahlreiche Zivilisten getötet werden.[14]
Die Häfen in Hamburg und Rotterdam sind bald ausgelöscht, ebenso alle regionalen NATO- und Warschauer-Pakt-Luftwaffenstützpunkte, Bonn, Hamburg und dutzende Brücken über die Oder an der ostdeutschen Grenze. Es gibt Phasen, in denen beide Seiten glauben, noch zu gewinnen, und solche, in denen sie glauben, zu verlieren – aber nur Paul Bracken und Controll haben den Überblick über die Gesamtlage. Beide Mächte versuchen anfangs zwar noch, die Zahl der zivilen Opfer so gering wie möglich zu halten, nehmen es aber letztendlich hin, dass es durch ihre Entscheidungen zu beispiellosen Massakern an der Zivilbevölkerung kommt. Ursprünglich war geplant, dass alle Angriffe ausschließlich militärischen Anlagen oder sogenannten „Gegenkräftezielen“ gelten sollten. Doch am siebten Spieltag wächst der Druck an, die Definition von „Gegenkräftezielen“ auch auf die Zerstörung anderer Zieltypen, der sogenannten „Gegenwertziele“ – d. h. die großen Städte – auszuweiten. Laut Phillip Karber legte an diesen Tag niemand mehr viel Wert auf diese Unterscheidung.[15]
PP neigt sich jetzt dem Ende zu. Die Bilanz dieses Szenarios des Planspiels ist verheerend: Paris, London, Amsterdam, Rotterdam und Brüssel sind zerstört, mit ihnen auch alle großen deutschen und polnischen Städte. Zusätzlich sind auch Ziele im neutralen Schweden, Belarus, den baltischen Staaten, Japan, Südkorea, den Philippinen, Singapur und amerikanisches Territorium wie Hawaii und Alaska von atomaren Sprengköpfen getroffen worden. Man hat zwar darauf geachtet, weder das amerikanische Festland noch das europäische Russland anzugreifen, doch die Opferzahlen haben die des Zweiten Weltkriegs trotzdem längst übertroffen, obwohl die Angriffe primär mit taktischen Atomwaffen geführt worden waren. Laut Paul Brackens Beobachtungen waren die Spieler von Team Blue zu diesem Zeitpunkt emotional sehr aufgewühlt. Kapitulation ist für beide Seiten trotzdem – während des gesamten Spielverlaufs – keine ernsthafte Option. Der Einsatz von Atomwaffen entspricht zudem der geltenden NATO-Doktrin, indem die ersten beiden Abwehrphasen, direkte Verteidigung und gezielte Eskalation, planmäßig durchlaufen werden. Damit sind auch die Voraussetzungen für die dritte und letzte Phase erfüllt, einen umfassenden Angriff mit strategischen Atomwaffen (Interkontinentalraketen), definiert als „massive Atomschläge gegen die gesamte nukleare Bedrohung, andere militärische Ziele und gegebenenfalls urban-industrielle Ziele“. Die Kommunikation ist mittlerweile fast völlig zusammengebrochen. Die letzte Nachricht von Weinberger ist an Team Red gerichtet und lautet: „Sollen sie doch in der Hölle brennen, wie sie hier brennen werden.“ Proud Prophet endet erst, als nichts mehr übrig ist, wofür es sich noch zu kämpfen lohnt.[16]
Abwehrstrategien
Die nachfolgend angeführten Strategien wurden auf ihre Wirksamkeit bei der Erreichung der US-Ziele bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos einer unkontrollierbaren Eskalation geprüft. Bei den Entscheidungsprozessen mussten zudem die politischen und humanitären Folgen eines atomaren Schlagabtausches berücksichtigt werden. Sie erwiesen sich entweder als unverantwortlich oder mit den damaligen militärischen Mitteln gar nicht durchführbar:
- „Early-use-Prinzip“: Ein direkter atomarer Angriff auf die zentralen Kommandostrukturen der Roten Armee in Moskau reichte nicht aus, um Team Red zu einem Waffenstillstand zu zwingen, da dessen Raketenarsenal viel zu groß, teils auf nur schwer aufspürbaren mobilen Abschussrampen überall im Land verstreut war und deshalb ein massiver Gegenschlag nicht verhindert werden konnte.
- „Horizontal escalation“: Ein Angriff auf sowjetische Außenposten, der die Zahl der Atomwaffen verringern sollte. Der Plan wurde verworfen, weil es Team Red in Kauf nahm, dass diese Basen vernichtet wurden.
- „Tit-for-Tat-Prinzip“ (Eskalation zur Deeskalation): Man setzte zuerst eine begrenzte Anzahl taktischer Atomwaffen ein, um die sowjetische Offensive zu stoppen. Das Kalkül dahinter war, dass die Sowjets, aus Angst vor der drohenden Vernichtung, umgehend um einen Waffenstillstand bitten würden. Team Red hielt sich jedoch streng an Schellings politische und psychologische Vorgaben und setzte damit einen fatalen Handlungsautomatismus in Gang. Der Angriff mit Atomwaffen wurde als Versuch eines finalen Schlages gegen die KPdSU (deren Machterhalt oberste Priorität hatte), die Nation und die russische Lebensweise interpretiert und als Drohung mit dem Verlust der Ehre auf dem Schlachtfeld empfunden. Also antwortete man darauf mit einem atomaren Gegenschlag auf die Vereinigten Staaten, woraufhin sich diese dafür in gleicher Weise revanchierten.
- „Launch-on-Warning-Prinzip“: Das bedeutet, dass die USA und Russland sofort ihre Interkontinentalraketen starten, sobald ihre Frühwarnsysteme Alarm schlagen, selbst wenn eine Rakete aus Versehen abgefeuert werden würde. D. h. im Grunde, man wartet nicht erst ab, bis die feindliche Rakete auf dem eigenen Territorium einschlägt, und will so verhindern, dass der Gegner sein gesamtes atomares Potenzial einsetzen kann.[17] Der sofortige Einsatz von Atomwaffen, falls die USA mit ballistischen Raketen angegriffen wird (ohne vorherige Prüfung der näheren Umstände), wurde beibehalten und ist bis heute in Kraft geblieben. Dazu wird ein Teil der amerikanischen Nuklearwaffen ständig im Zustand des „Hair-Trigger Alert“ gehalten. Sie werden also rund um die Uhr einsatzbereit gehalten. Verworfen wurde aber die Überlegung, den Abschuss der Interkontinentalraketen einem radargestützten Computerprogramm zu überlassen.[18]
Auch eine Intervention der NATO in Osteuropa schien vor PP eine reelle Option zu sein, bis man sich darüber klar wurde, dass man sich mit der Besetzung von Feindesland – und der unvermeidlichen Konfrontation mit den damals zahlenmäßig überlegenen WAPA-Streitkräften – nur noch mehr Probleme einhandeln würde. Deeskalationstaktiken wurden nur zögerlich angewendet. Die Teilnehmer von Proud Prophet hatten sich mehrheitlich für den Einsatz der nuklearen Triade[19] entschieden.[20][7]
Auswertung
Das Kriegsspiel lieferte Ergebnisse, die die US-Militärdoktrin nachhaltig verändern sollten:
- Die Führung eines „begrenzten Atomkriegs“ ist eine Illusion.
- Der Einsatz von Nuklearwaffen führt unweigerlich zu einem sich global verheerend auswirkenden Schlagabtausch zwischen den Supermächten.
- Die Sowjetunion würde selbst auf kleine, präzis durchgeführten Atomschläge mit einem massiven Gegenschlag reagieren („Wie du mir, so ich dir“).
- Alle Spielszenarien endeten mit katastrophalen Verwüstungen und rund einer halben Milliarde Todesopfern.
Jede Art von nuklearen Schlagabtausch barg ein inakzeptabel hohes Risiko, sich zu einem uneingeschränkten Atomkrieg zu entwickeln. Dies legte die Instabilität der bislang gültigen nuklearen Abschreckungsdoktrin offen und die Gefahren, die mit einer rein militärischen Eskalation als Mittel zur Konfliktlösung verbunden sind. Es unterstrich einmal mehr die Bedeutung von Deeskalation und Krisenmanagement. Diplomatische Lösungen und vertrauensbildende Maßnahmen wären oft viel wirksamer gewesen als der Einsatz von Waffengewalt, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Proud Prophet bewies zudem, dass die Fähigkeit, das Kriegsgeschehen zu kontrollieren, rasch nachließ, sobald Atomwaffen (wenn auch nur in begrenztem Umfang) zum Einsatz kamen. Vor allem war es wichtig, politische und militärische Erwägungen in die strategische Planung zu integrieren. Militärische Aktionen dieses Ausmaßes waren nicht von ihren politischen und humanitären Folgen zu trennen, was dazu beitrug, einen ganzheitlicheren Ansatz für die nationale Sicherheit zu entwickeln und die Notwendigkeit eine bessere Koordinierung zwischen dem Verteidigungsministerium, dem Außenministerium und den Behörden zu schaffen.
Für die Teilnehmer besonders ernüchternd war die Tatsache, dass es vollkommen egal war, ob eine Interkontinentalrakete mit Absicht oder aus Versehen abgefeuert worden war, auch ob diese einen Nuklearsprengkopf trug oder nicht. Aufgrund der Logik der nuklearen Abschreckung konnte jede anfliegende Rakete folgenschwere Automatismen in Gang setzen.[21] Laut Paul Bracken endeten alle durchgespielten Szenarien in der nuklearen Apokalypse, mit horrenden Opferzahlen und der fast vollständigen Vernichtung der menschlichen Lebensgrundlagen. Beide Teams gingen den Weg bis zum Ende und feuerten am Schluss ihr gesamtes Atomwaffenarsenal aufeinander ab. Die dafür vorgesehenen Handlungsprotokolle wurden nicht hinterfragt und Schritt für Schritt ausgeführt, ohne vorher auch nur zu versuchen, den Konflikt mit anderen Mitteln zu entschärfen.[22] In einem der Szenarien wurde z. B. der Erstschlag vom Pentagon angeordnet, d. h. die maßgeblichen Entscheidungsträger handelten dabei noch relativ besonnen und konzentriert. In einem anderen wurde der Atomkrieg durch einen unprovozierten Enthauptungsschlag gegen die USA bzw. durch die darauffolgenden Panikreaktionen ausgelöst.[23]
Eine weitere wichtige Erkenntnis war die Führung und Entscheidungsfindung unter großem Stress. Selbst erfahrene Führungskräfte hatten angesichts des hohen Drucks und großer Unsicherheit Schwierigkeiten, rationale Entscheidungen zu treffen. Es unterstrich die Notwendigkeit zur Schaffung robuster Kommunikationssysteme, klarer Protokolle und präziser Schulungen, um Führungskräfte auf Krisensituationen vorzubereiten. Die Spielereignisse und Spielerverhalten bildeten jedoch nur einige von vielen möglichen Reaktionen auf ein sich rasch entwickelndes Weltuntergangsszenario ab. Die Akteure konnten auch nicht mit der vollen Unterstützung und dem Fachwissen ihrer Behörden und Kriseninterventionsteams arbeiten. Im abschließenden Bericht wurden die Beobachtungen und Schlussfolgerungen zusammengefasst, um sie für weitere Untersuchungen und Tests in anderen innerhalb der Verteidigungsorganisationen durchgeführten Übungen zu verwenden, bevor daraus konkrete Lehren gezogen werden konnten.[7] Paul Bracken berichtete später, dass den Politikern und Militärs der obersten Führungsebene die (global) tödlichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen gar nicht bewusst waren. Die Auswertungsergebnisse des Kriegsspiels sorgten bei allen Beteiligten am Ende für eine große Ernüchterung. Die wichtigste Lektion, die Minister Weinberger aus Proud Prophet lernte, war, dass „... wir beklagenswert unvorbereitet darauf waren, mit einer solchen Krise umzugehen, weil wir ihre Dynamik – zum Teil – gar nicht verstanden“.[24] Ronald Reagan gestand in seinen Memoiren, wie bedrückend er eine solche Situation empfand: „Nur sechs Minuten, um zu entscheiden, wie man auf einem Punkt auf einem Radarschirm reagiert; um zu entscheiden, ob man Armageddon einleitet.“[25]
Globale Folgen
War ein Atomkrieg erst einmal in Gang gesetzt worden, eskalierte er in atemberaubender Geschwindigkeit und ließ sich nicht mehr stoppen. Mutually Assured Destruction sorgte dafür, dass er am Ende von keinem der Kontrahenten „gewonnen“ werden konnte. Auch die Anwendung der am wenigsten tödlichen Strategie hatte zur Folge, dass die NATO, ein Großteil der europäischen Streitkräfte, plus die der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, danach nicht mehr einsatzfähig waren. Die Infrastruktur auf den Territorien der USA, Europas und der Sowjetunion wurde dabei trotzdem fast vollkommen zerstört. Nahezu überall auf der Erde brach Anarchie und Chaos aus, 500 Millionen Menschen kamen sofort ums Leben, die meisten Überlebenden der Atomschläge starben wenig später entweder an ihren Verletzungen, den Folgen der Strahlenkrankheit oder verhungerten. Der Großteil der nördlichen Hemisphäre wurde durch die Rauchgase zahlloser Großbrände, den radioaktiven Niederschlag (Fallout) und einen darauffolgenden, langanhaltenden nuklearen Winter auf Jahrzehnte hinaus für den Menschen und die meisten Tierarten unbewohnbar gemacht. Zusätzlich hatte die Kontaminierung der Atmosphäre auch für die südliche Halbkugel gravierende Auswirkungen, selbst dann, wenn sich die dort befindlichen Staaten gar nicht an den Auseinandersetzungen beteiligt hatten. Dies alles ließ davor selbst die verheerendsten Kriege der vorangegangenen fünfhundert Jahre verblassen.[26][27]
Geheimhaltung
Da die Sicherheit oberste Priorität hatte, wusste nur ein sehr kleiner Personenkreis, wer an PP beteiligt war, was vor allem Durchstechereien an die Medien verhindern sollte. Die Erkenntnisse, die aus Proud Prophet – 83 gezogen werden konnten, unterlagen über 30 Jahre lang einer Nachrichtensperre der Klassifizierung NOFORN (englisch: not releasable to foreign nationals, keine Weitergabe an ausländische Staatsbürger).[28] Die Kopie des Abschlussberichts (vermutlich von Schelling verfasst) wurde am 20. Dezember 2012 zur Einsicht freigegeben, er war aber immer noch zu 95 Prozent geschwärzt. Auch Paul Bracken und andere Teilnehmer konnten sich nun dazu äußern, ohne damit gegen das Spionagegesetz von 1917 zu verstoßen. Nähere Details des Planspiels dürfen aber nach wie vor nicht veröffentlicht werden.[29]
Nachwirkungen
In seinem Buch behauptet Paul Bracken, dass Proud Prophet großen Einfluss auf die Außen- und Rüstungspolitik der Reagan-Administration hatte. Die Auswertungsergebnisse hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf die Verteidigungspolitik und das militärische Denken der USA. Man erkannte, dass ein Atomkrieg keine praktikable Option sei und dass sich die Bemühungen auf die Verhütung von Konflikten konzentrieren sollten, anstatt sich auf sie nur vorzubereiten. Dieser Perspektivwechsel beeinflusste spätere Rüstungskontrollverhandlungen, wie z. B. den Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen (INF), und trug auch zu einem breiteren Verständnis der mit einem Kernwaffeneinsatz verbundenen Risiken bei. Das Planspiel veranlasste den Präsidenten, seine scharfe Rhetorik (Reich des Bösen, Russland wird in fünf Minuten bombardiert etc.) gegenüber den Sowjets erheblich abzumildern. PP legte unmissverständlich dar, dass es vollkommen irrelevant war, wie und warum ein Atomkrieg ausbrach. Er durfte niemals und unter keinen Umständen geführt werden, wie der Präsident in seiner daran anschließenden Rede zur Lage der Nation betonte. Im Bewusstsein der globalen Katastrophe, die ein Atomkrieg zwischen den damaligen Supermächten auslösen würde, änderte man die Strategie der Härte gegenüber der UdSSR unter Generalsekretär Gorbatschow und setzte von da an mehr auf Deeskalation und Abrüstung anstatt auf einen weiteren Ausbau seines nuklearen Waffenarsenals. Man konzentrierte sich stattdessen auf die konventionelle Stärke der Vereinigten Staaten und zwang die Sowjetunion damit in einen ruinösen Rüstungswettbewerb, der 1991 mit der Auflösung von UdSSR und WAPA endete. General Vessey verbrachte die nachfolgenden Jahre damit, den Single Integrated Operational Plan der Vereinigten Staaten noch einmal gründlich zu überarbeiten.[30][31][32] Präsident Barack Obama forderte im April 2009 in einer Grundsatzrede in Prag, im Rahmen der „Global Zero“ Initiative, die vollständige Abschaffung der Atomwaffen. Einige Monate nach Obamas Rede veröffentlichte Thomas Schelling einen Artikel im Dædalus, Journal of American Academy of Arts and Sciences, in dem er davor warnte, alle Atomwaffen mit einem Schlag zu verschrotten, ohne die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu bedenken. Er wies darauf hin, dass in einer atomwaffenfreien Welt die „alten“ Atommächte nur „ruhend gestellt würden“ und sie jederzeit in der Lage wären, ihr Atomwaffenarsenal im Krisenfall rasch wieder aufzubauen. In diesem Wettlauf hätte derjenige, der sich im Zuge einer Krise als einziger Atomwaffenbesitzer daraus einen (wenn auch nur kurzen kurzzeitigen) Vorsprung herausholen könnte, ein starkes Interesse daran hätte die Gunst der Stunde auszunutzen und diese gegen seine Gegner einzusetzen.[33]
Literatur
- Annie Jacobsen: 72 Minuten bis zur Vernichtung. Atomkrieg. Ein Szenario. Verlag Wilhelm Heyne, München 2024.
- Paul Bracken: The Second Nuclear Age: Strategy, Danger, and the New Power Politics. Henry Holt and Company, New York 2012, ISBN 978-0-8050-9430-5.
- William Langewiesche: The Secret Pentagon War Game That Offers a Stark Warning for Our Times. The devastating outcome of the 1983 game reveals that nuclear escalation inevitably spirals out of control. New York Times Magazine, 2024. digitalsat
- Herman Kahn: On Thermonuclear War. Princeton University Press, 1960, ISBN 0-313-20060-2.