Pädagogische Hochschule Freiburg (Schweiz)

Pädagogische Hochschule in Freiburg, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Pädagogische Hochschule Freiburg (PH FR) (fr. Haute École pédagogique Fribourg, HEP FR) war eine zweisprachige Pädagogische Hochschule auf Tertiärstufe mit Sitz in Freiburg im Üechtland im Schweizer Kanton Freiburg. Sie bestand von 2001 bis 2025. Sie wurde im August 2025 in die Universität Freiburg integriert.

Aktivität1996/2001 bis 1. August 2025
TrägerschaftKanton Freiburg
Schnelle Fakten Pädagogische Hochschule Freiburg Haute École pédagogique Fribourg, Aktivität ...
Pädagogische Hochschule Freiburg
Haute École pédagogique Fribourg
Aktivität 1996/2001 bis 1. August 2025
Trägerschaft Kanton Freiburg
Ort Freiburg im Üechtland
Land Schweiz
Rektorin Delphine Etienne-Tomasini (Letzte Rektorin von 2022 bis 2025)[1]
Studierende rund 500 (Studienjahr 2020/21)
Website www.phfr.ch deutsch
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PH Freiburg/HEP Fribourg
Pädagogische Hochschule Freiburg / Haute École pédagogique Fribourg
PH Freiburg/HEP Fribourg
Neben der sogenannten Villa befindet sich ein Pausenplatz der PH Freiburg/HEP Fribourg
Neuer Pavillon der PH Freiburg/HEP Fribourg
Blick vom Stadtberg auf die Pädagogische Hochschule an der Murtengasse 24

Geschichte

Die Hochschule entstand 2001 aus dem ehemaligen Kantonalen Lehrerseminar. Die Administration befand sich in der um die Mitte des 19. Jahrhunderts für den Grafen Amédée de Diesbach-Belleroche erbauten Villa in einem prächtigen Park an der Murtengasse[2][3]. Die Hochschule bot Ausbildung für Lehrpersonal der Vorschulstufe und der Primarschule sowie für die Sekundarstufe und die Weiterbildung für Lehrpersonen aller Schulstufen. Die Hochschule arbeitete mit der Universität Freiburg zusammen. Zusammen mit dem Kanton Freiburg und der Stiftung Adolphe Merkle wurde das Institut für Mehrsprachigkeit gegründet, seit 2010 durch den Bund zum nationalen Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit ernannt. Daneben wurde das Kompetenzzentrum für Aspekte im Zusammenhang mit Medien und Informationstechnologien sowie Kommunikationstechnologien (IKT) aufgebaut.

Die Pädagogische Hochschule Freiburg war seit 2005 durch die Schweizerische Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) akkreditiert.

Am 8. Juni 2021 entschied der Staatsrat Freiburg, dass die Lehrpersonenausbildung aller Stufen, das heißt Primarlehrpersonen, Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 (9H–11H) und der Sekundarstufe 2 (Gymnasien, Fachmittelschule) sowie Lehrpersonen für den Sonderschulunterricht, in einer neuen Organisationseinheit an der Universität Freiburg zusammengelegt werden soll. Die bisher getrennte Ausbildung der Primarlehrpersonen an der pädagogischen Hochschule sollte hier integriert werden. Der Grosse Rat beschloss am 29. Juni 2023 die Änderung des Gesetzes über die Universität sowie die Aufhebung des Gesetzes über die Pädagogische Hochschule Freiburg. Zum 1. August 2025 wurde die Pädagogische Hochschule Freiburg in die Universität Freiburg integriert. Dort wurde die neue Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften gegründet, mit dem Departement für Lehrerinnen- und Lehrerbildung, dem Departement für Sonderpädagogik und dem Departement für Erziehungswissenschaften. Dieses einheitliche Modell ist einzigartig in der Schweiz.[4][5][6]

Aufgaben

Die Pädagogische Hochschule Freiburg nahm folgende fünf Kernaufgaben wahr[7]:

  • Ausbildung der Lehrpersonen der Primarstufe und Einführung in den Beruf
  • Weiterbildung des Lehrpersonals
  • Forschung und Entwicklung in Erziehung und Bildung
  • Bereitstellung von Lehr- und Lernmaterialien für die beruflichen Tätigkeiten und die Ausbildung
  • Gleichgewicht zwischen dem Gebrauch der französischen und der deutschen Sprache in der eigenen Institution

Organisation

Die Pädagogische Hochschule Freiburg war eine Institution der Tertiärstufe. Sie hatte den Status einer autonomen öffentlich-rechtlichen Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit, die unter der Oberaufsicht des Staatsrats (Kantonsregierung) steht. Er genehmigt deren Reglemente.

Die Kommission der PH kontrollierte, steuerte und beriet die Institution. Sie nahm zuhanden der Bildungsdirektion des Kantons und des Grossen Rats Stellung zum ausgearbeiteten Budget, stellte Anträge bezüglich Verwaltung, Reglemente, Auswahl der Abteilungsleiter/-leiterinnen oder des Rektors/der Rektorin. Sie bestand aus 12 Mitgliedern, darunter auch Vertreterinnen und Vertretern der Studierenden und des Personals.

Der Direktionsrat setzte sich zusammen aus der Rektorin/dem Rektor, den Abteilungsleitenden der Grundausbildung, der Weiterbildung sowie des Bereichs Forschung und Dienstleistungen für Dritte.

Vier Abteilungsleiter/-leiterinnen standen den jeweiligen Abteilungen vor. Diese waren:

  • die französischsprachige und die deutschsprachige Abteilung der Grundausbildung
  • die Weiterbildung und Berufseinführung
  • die Forschung und Dienstleistungen für Dritte

Letzte Rektorin war seit dem 1. Juli 2022 Delphine Etienne-Tomasini, Professorin für integrierte Sprachendidaktik in Französisch als Erst- und Zweitsprache.[8] Sie war ab 2024 auch Gründungsvizedekanin der neuen Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität Freiburg.[9]

Studiengänge

Die Pädagogische Hochschule Freiburg bot ihre Studiengänge in französischer und deutscher Sprache an.

  • Ausbildung zur Lehrperson der Primarschulstufe (Zyklus 1 + 2)[10]: Diese Ausbildung führte bei Vollzeitstudium in 6 Semestern zur Unterrichtsbefähigung für die gesamte Primarschulstufe und für alle Fächer und zum akademischen Titel Bachelor of Art in Pre-primary and Primary Education. Dieses Lehrdiplom war gesamtschweizerisch anerkannt. Der Studiengang der Grundausbildung umfasste rund 15 % in der jeweils anderen Sprache. Die Ausbildung konnte auch zweisprachig erfolgen und führte zum zweisprachigen Diplom (Lehrbefähigung für beide Sprachregionen und Vermittlung von Kompetenzen für den zweisprachigen/immersiven Unterricht).
  • Ausbildung zur Lehrperson der Sekundarstufe I (Bildnerisches Gestalten/Technisches Gestalten / Hauswirtschaft). Dem Studiengang für die Sekundarstufe I lag eine Vereinbarung mit der Universität Freiburg zugrunde. Der Unterricht fand in den Sprachen Deutsch und Französisch statt. Die Studienfächer konnten sowohl im Rahmen eines Bachelor of Arts (Ba_SI) als auch eines Bachelor of Science (BSc_SI) mit 50 oder 30 ECTS (Hauswirtschaft oder Technisches Gestalten) resp. 35 ECTS (Bildnerisches Gestalten) studiert werden.

Einzelnachweise

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