Péter Szijjártó
ungarischer Politiker und Außenminister Ungarns
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Péter Szijjártó (, Ungarisch Szijjártó Péter, * 30. Oktober 1978 in Komárom)[1] ist ein ungarischer Politiker (Fidesz). Vom 23. September 2014 bis 12. Mai 2026 war er ungarischer Außenminister.[2]

Leben
Ausbildung
Péter Szijjártó wuchs in einer wohlhabenden Familie im Norden Ungarns auf. In seiner Schulzeit lebte er ein halbes Jahr in den Vereinigten Staaten. Danach studierte Szijjártó an der Universität Budapest Internationale Beziehungen und Sportmanagement.[3]
Politische Karriere
Szijjártó begann seine politische Karriere in Győr, als er sich dort 1998 für die Partei Fidesz in die Stadtversammlung wählen ließ und das Amt des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden im Komitee für Ausbildung, Kultur und Sport übernahm. Zudem gehörte er zu den Gründern des örtlichen Ablegers der Fidesz-Jugendorganisation Fidelitas und wurde zum Vizepräsidenten der Organisation für ganz Ungarn gewählt. Von 2005 bis 2009 war er deren Präsident.
Von 2002 bis 2026 war Szijjártó Abgeordneter im Országgyűlés, dem ungarischen Parlament (in seiner ersten Legislaturperiode war er der jüngste Abgeordnete). 2004 wurde er dort zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Jugend und Sport ernannt.
Szijjártó übernahm zudem das Amt des Sprechers der Fidesz und wurde nach deren Wahlerfolg im Mai 2010 Sprecher von Regierungschef Viktor Orbán; das Amt hatte er bis 2012 inne.[4] Dann übertrug ihm Orbán den Vorsitz über mehrere Komitees, die sich mit den Handelsbeziehungen Ungarns beschäftigten. Nachdem der bisherige Außenminister Tibor Navracsics als Kommissar für Bildung und Kultur in der europäischen Kommission nominiert und vom Europäischen Parlament bestätigt worden war, ernannte Orbán Szijjártó zum Außenminister. Er trat das Amt am 23. September 2014 an.[1]
In die Kritik geriet er wegen eines Familienurlaubs im Sommer 2020, den er auf einem Schiff des Geschäftsmanns László Szijj verbrachte. Parallel hatte er Fotos verbreitet, die ihn bei der Büroarbeit in Budapest zeigten.[5]
Nach der Wahlniederlage von Fidesz schied er im Mai 2026 aus dem Amt des Außenministers aus.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Außenministers nahm Szijjártó im Sommer 2026 eine Tätigkeit beim chinesischen Autobauer BYD auf. Er ist dort für die externen Beziehungen und die Entwicklung neuer Geschäftsbereiche zuständig.[6]
Russlandfreundliche Außenpolitik
Szijjártó ist bekannt für seine russlandfreundliche Außenpolitik. 2021 erhielt er daher vom russischen Außenminister Sergej Lawrow den russischen Orden der Freundschaft verliehen.[7] Die guten Beziehungen zur russischen Regierung pflegte er auch nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022. Am 21. Juli 2022 reiste er überraschend nach Moskau, um eine Erhöhung der russischen Gaslieferungen an Ungarn zu verhandeln. Damit konterkarierte er die Bemühungen der EU, die Gaslieferungen in Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine zu reduzieren.[8]
Ende August 2024 versuchte Szijjártó, im Streit zwischen Ungarn und der Slowakei mit der Ukraine über Öllieferungen des russischen Ölproduzenten Lukoil (Druschba-Pipeline) die EU-Kommission in die Verantwortung zu nehmen.[9]
Im März 2026 wurde bekannt, dass Szijjártó über Jahre hinweg vertrauliche EU‑Sitzungsinterna – zuweilen sogar in Sitzungspausen tagender EU-Gremien[10] – in Echtzeit an seinen russischen Amtskollegen Sergei Lawrow weitergegeben haben soll. Zunächst als „Fake News“ zurückgewiesen, räumte er Kontakte später ein. Ein abgehörtes Gespräch von Februar 2020 zeigte, wie er Lawrow bat, einem slowakischen Politiker vor dessen Wahl einen Moskau‑Besuch zu ermöglichen; dieser Besuch fand schließlich statt. EU‑Institutionen und Oppositionspolitiker sprachen von schwerwiegenden Verstößen; die Regierung bestritt die Vorwürfe und nannte sie Teil einer koordinierten Kampagne.[11][12] Seit Russland im Februar 2022 mit dem großangelegten Einmarsch in die Ukraine begann, hat Szijjártó Moskau bis März 2026 insgesamt 16 Mal besucht. Seine bis dahin letzte Reise fand am 4. März statt, als er den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml traf.[13]
Kontakt zu Iran
Nach der Sprengstoffattacke Israels auf die Führungsebene der Hisbollah vom 17. September 2024 sicherte Szijjártó dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi am 30. September 2024 mit den Worten „Unser Geheimdienst hat bereits Kontakt zu Ihren Diensten aufgenommen, und wir werden Ihnen alle im Zuge der Ermittlungen gesammelten Informationen zukommen lassen“ telefonisch weitere Unterstützung zu.[14][15]
Weblinks
- "Störenfried der EU" Ungarn setzt im Ukraine-Krieg auf Trump, n-tv.de, 25. Juni 2023