Radawka (Kamień Pomorski)

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Radawka (deutsch Raddack) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Kamień Pomorski (Cammin) im Powiat Kamieński (Camminer Kreis).

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Radawka
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Radawka (Polen)
Radawka (Polen)
Radawka
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Kamień Pomorski
Gmina: Kamień Pomorski
Fläche: 2011'"`UNIQ−−ref−00000008−QINU`"' km²
Geographische Lage: 54° 2′ N, 14° 50′ O
Einwohner: 62
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Geographische Lage

Das Kirchdorf liegt in Hinterpommern, östlich des Jezorio Wrzosowo, der mit dem Zalew Kamieński zusammenhängt, etwa acht Kilometer nordnordöstlich der Stadt Kamień Pomorski (Cammin in Pommern) und zwei Kilometer nordöstlich des Dorfs Wrzosowo (Fritzow).[1]

Zwei Kilometer nördlich des Dorfkerns befindet sich der Ostseestrand mit zwanzig Meter hohen Dünen und einem Kiefernwald.

Geschichte

Höhenaussicht auf Dorf und Umgebung (2021)

Die pommerschen Herzöge sollen die zusammengehörigen Rittergüter Fritzow und Raddack schon im 12. Jahrhundert dem Domstifts Cammin geschenkt haben.[2] Im Jahr 1308 befand sich das Domkapitel Cammin im Besitz von undecim mansi (elf Hofstellen) in villa Radauke, und im Jahr 1321 wurden Vritsowe und Radauke unter den Besitzungen des Domstifts Cammin aufgelistet.[3] Zu einem unbekannten Zeitpunkt (möglicherweise schon vor 1321) waren die Güter (zwei in Fritzow, eines in Raddack) vom Domstift Cammin an die Familie Vemern als Lehen gegeben worden, die sie dreihundert Jahre lang in Besitz hatte und 1593 mit Lucas v. Vemern als Letztem des Mannesstammes erlosch.[2][4] Laut der Vasallen-Tabelle des Stifts Cammin vom 8. April 1565 war der verstorbene Lorentz v. Vemern (ein Vetter des Lucas) bis zu seinem Tod im Besitz von Radauke gewesen und anschließend Jacob von Puttkamer dessen Lehnsnachfolger geworden, der gewählter Dekan der Kirchen zu Cammin und Landvogt zu Greifenberg war.[5][6] Als nach ihm George Christian von Puttkammer in den Besitz von Fritzow und des adligen Ackerwerks Raddack gekommen war, verteilte dieser den Zubehör des Ackerwerks an die hiesigen Landwirte, so dass Raddack um 1780 nunmehr aus einem Freischulzenhof, neun Vollbauern, drei Halbbauern, acht Kossäten und einem Pfarrbauern bestand.[7]

In der Vasallen-Tabelle von 1804 wird Heinrich Gottlob Wenzislaw v. d. Gablentz als Besitzer von Fritzow und Raddack genannt.[8] Nachdem das Domstift Cammin durch das Edikt vom 10. Oktober 1811 des Königs von Preußen aufgehoben worden war, wurden dessen Liegenschaften vom königlichen Domänenfiskus eingezogen. 1823 wurde ein Teil des Bezirks des Freischulzenguts in Raddack parzelliert und für 1547 Taler an zehn Parzellisten veräußert.[9] 1870, nach 1819 erfolgter Gemeinheitsteilung, hatte das Dorf Raddack vierzig Grundbesitzer und eine 558 Hektar umfassende Gemarkungsfläche.[10]

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 570,1 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Raddack 39 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 50 Pderde, 236 Stück Rindvieh, 173 Schafe und 418 Stück Borstenvieh hielten; die Imker des Dorfs betrieben 33 Bienenstöcke.[11]

Die Gemarkung der Landgemeinde Raddack hatte um 1930 eine Fläche von 5,7 km². Im Gemeindegebiet, in dem Raddack die einzige Wohnstätte war, standen insgesamt vierzig bewohnte Wohnhäuser.[12] Um 1935 hatte Raddack u. a. einen Gemischtwarenladen, eine Mühle und eine Schmiede.[13]

Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Raddack zum Kreis Cammin i. Pom. im Regierungsbezirk Stettin in der Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Raddack war Sitz des Amtsbezirks Raddack.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Infolge des Krieges kam der Ort an Polen und wurde in Radawka umbenannt.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782zum Gutsbezirk Fritzow, einem Puttkamersches Afterlehen des Camminer Domkapitels, gehöriges Dorf, mit einer Windmühle, einem unter der Gerichtsbarkeit des Camminer Domkapitels stehenden Freischulzenhof, neun Vollbauern, drei Halbbauern, acht Kossäten, einem Pfarrbauern und 35 Feuerstellen (Haushaltungen), eingepfarrt zu Fritzow in der Camminer Synode und als Lehn im Besitz des Landrats George Christian von Puttkammer befindlich[7]
1818212Dorf und Windmühle, adlige Besitzung, eingepfarrt zu Fritzow[14][15]
1852267Dorf[16]
1864281am 3. Dezember, Gemeindebezirk[17]
1867276am 3. Dezember[18]
1871283am 1. Dezember, sämtlich Evangelische[18]
1885244am 1. Dezember, sämtlich Evangelische[19]
1890247am 1. Dezember[20]
1895255am 2. Dezember, sämtlich Evangelische[21]
1910236am 1. Dezember[1][22]
1925229darunter 202 Evangelische, aber keine Person katholischer oder jüdischer Konfession (Religionszugehörigkeit der restlichen 27 Einwohner unbekannt)[12]
1933239[23]
1939225[23]
201162[24]
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Kirchspiel bis 1945

Die bis 1945 anwesenden evangelischen Bewohner der Gemeinde Raddack gehörten zum Kirchspiel Fritzow der Camminer Synode, zu dem außer Fritzow noch die Ortschaften Granzow, Lüchenthin, Ramsberg, Stresow, Walddievenow sowie die aus den Ortschaften Berg Dievenow und Ost-Dievenow bestehende Filialgemeinde gehörten.

Das katholische Kirchspiel war in Cammin i. Pom. Das Standesamt befand sich in Fritzow.

Trivia

Im 19. Jahrhundert wurden in der Kiefernheide am Ostseestrand nördlich des Dorfs zur Herbstzeit Dohnen an den Bäumen angebracht, um viele Wacholderdrosseln für den Verzehr zu fangen.[9]

Commons: Radawka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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