Raduga Ch-15

Luft-Boden-Rakete mit nuklearem Sprengkopf From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Raduga Ch-15 (russisch Х-15, NATO-Codename AS-16 Kickback) ist eine überschallschnelle Luft-Boden-Rakete aus der Sowjetunion.

Schnelle Fakten Allgemeine Angaben, Technische Daten ...
Raduga Ch-15
Ch-15 im Museum der ukrainischen Luftwaffe in Winnyzja

Ch-15 im Museum der ukrainischen Luftwaffe in Winnyzja
Allgemeine Angaben
Typ Luft-Boden-Rakete
Heimische Bezeichnung Ch-15, RKW-15
NATO-Bezeichnung AS-16 Kickback
Herkunftsland Sowjetunion 1955 Sowjetunion / Russland Russland
Hersteller Konstruktionsbüro Raduga
Entwicklung 1978
Indienststellung 1988
Einsatzzeit im Dienst
Technische Daten
Länge 4,78 m
Durchmesser 455 mm
Gefechtsgewicht 1.200 kg
Spannweite 920 mm
Antrieb Feststoffraketentriebwerk
Geschwindigkeit Mach 5,0 (1.670 m/s)
Reichweite 200–280 km
Ausstattung
Lenkung Inertiales Navigationssystem
Gefechtskopf Nukleargefechtskopf 350 kt
Zünder Programmierter Zünder
Waffenplattformen Bomber
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Entwicklung

Die Ch-15 wurde als Gegenstück zur US-amerikanischen AGM-69 SRAM entwickelt. Die Entwicklung begann 1978 im Konstruktionsbüro Raduga in Moskau. Das System wurde im Jahre 1988 bei den sowjetischen Luftstreitkräften eingeführt. Erstmals wurde die Ch-15 im Jahr 1992 der Öffentlichkeit präsentiert. Insgesamt wurden rund 700 Ch-15 produziert.[1] Im Westen erhielt die Ch-15 den Spitznamen „SRAMski“, da sie dem US-Gegenstück ähnelt.

Varianten

Ch-15 (RKW-15)
Standardversion, gesteuert durch ein Trägheitsnavigationssystem, mit einem 350-kT-Nuklearsprengkopf. Reichweite 200–280 km.[2]
Ch-15P
Version mit verbesserter Präzision und einer Reichweite von 300–350 km. Entwicklung 1991 eingestellt.
Ch-15E
Version zur Radarbekämpfung mit einem passiven Radarsuchkopf und einem 150-kg-Splittergefechtskopf. Reichweite 120–150 km. Entwicklung eingestellt.[3]
Ch-15S/A
Version zur Schiffsbekämpfung, vorgestellt 1993. Mit einem 150-kg-Penetrationsgefechtskopf und aktivem Radarsuchkopf im Ku-Band. Reichweite 120–150 km.[4] Entwicklung eingestellt.[3]
Ch-15SE
Exportversion der Ch-15A.

Technik

Die Ch-15 wurde als Unterstützungswaffe für Bomber konzipiert. Zu den Zielen der Ch-15 gehören Jagdfliegerhorste, Radarstationen und Flugabwehrstellungen.

Die Oberfläche des stromlinienförmigen Rumpfes der Ch-15 besteht aus einer hitzebeständigen Wolfram-Molybdän-Legierung. An der Lenkwaffenspitze ist eine zusätzliche Wärmedämmschicht aufgebracht. Am Flugkörperheck befinden sich drei aerodynamische Steuerflächen aus einer Titanlegierung.[5] Die Ch-15 wird von einem hochenergetischen 9A2001-Dualpuls-Feststoffraketentriebwerk der Firma OKB Sojus angetrieben. Dieses arbeitet mit zwei unterschiedlichen Schubstufen für den Start und den Marschflug. Der Raketenantrieb kann zwischen der Zündung des Start- und Marschantriebes pausieren.[2][6]

Vor dem Start müssen die Zielkoordinaten ins Navigationssystem der Lenkwaffe eingegeben werden. Dies kann am Boden oder an Bord des Trägerflugzeuges geschehen. Die Ch-15 kann in einem Höhenbereich von 300–22.000 m gestartet werden.[5] Nach dem Abwurf vom Flugzeug folgt eine kurze antriebslose Phase. Erst in sicherem Abstand zum Flugzeug zündet das Raketentriebwerk im Lenkwaffenheck. Danach steigt die Lenkwaffe in einer aeroballistischen Flugbahn auf eine Höhe von 40.000 m. Der Zielanflug erfolgt in einem steilen Sturzflug mit einer Geschwindigkeit von Mach 5. Um eine Flugstrecke von 200 km zurückzulegen, benötigt die Ch-15 zwischen 180 und 200 Sekunden. Die minimale Einsatzdistanz beträgt 40 km.[7] Der thermonukleare Sprengkopf kann mittels Näherungszünder in der Luft zünden oder mit dem Aufschlagzünder bei Bodenkontakt ausgelöst werden.[8]

Trägerflugzeuge

Quelle:[4]

Status

Ob sich die Ch-15 noch im Bestand der Russischen Luftstreitkräfte befindet ist unklar. Westliche Analysten gehen davon aus, dass die Ch-15 ab 2019 ausgesondert und eingelagert wurden.[9][10]

Nutzerstaaten

Literatur

Einzelnachweise

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