Rattenfänger von Hameln

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Rattenfänger von Hameln ist eine der bekanntesten deutschen Sagen. Sie wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Es wird geschätzt, dass mehr als eine Milliarde Menschen sie kennen. Selbst in fernen Ländern gehört sie häufig zum Schulunterrichtsstoff; besonders in Japan und in den USA ist sie sehr beliebt.

Stadtführung in Hameln durch den „Rattenfänger von Hameln“
UNESCO-Logo des Immateriellen Kulturerbes

Seit Dezember 2014 gehört die Sage zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Zum immateriellen Kulturerbe zählt ebenso der Rattenfänger-Literaturpreis, den die Stadt seit 1984 für phantastische Kinder- und Jugendliteratur vergibt.

Ursprüngliche Kinderauszugssage

Die älteste Schicht der Sage dreht sich lediglich um das Wegführen von Kindern aus der Stadt Hameln und thematisiert keine Rattenplage. Die am weitesten zurückreichende Überlieferung stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und ist in lateinischer Sprache verfasst. Die historische Quelle beschreibt eine angeblich im Jahr 1284 erfolgte massenhafte Kindesentführung. Zugeschrieben wird die Tat einem gutaussehenden jungen Mann mit bewundernswerter Kleidung. Er habe, ohne dass seine Beweggründe benannt werden, die Stadt plötzlich betreten und als Lockmittel eine ungewöhnlich geformte Pfeife aus Silber eingesetzt.

Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts wird der ebenfalls eine Pfeife verwendende Teufel und noch immer kein Rattenfänger für ein plötzliches Verschwinden von Kindern aus Hameln verantwortlich gemacht.

Älteste schriftliche Überlieferung (ca. 1430/50)

Älteste schriftliche Überlieferung des Kinderauszugs von Hameln im Nachtrag zur Lüneburger Handschrift Theol. 2° 25 (entstanden ca. 1430/50)

Lateinischer Originaltext:

“Fabula exodi Hamelnsis. Notandum miraculum valde rarum quod accidit in opido Hamelen Mindensis diocesis anno domini M°CC°LXXXIIII [1284] ipso die Johannis et Pauli, quidam adolescens de XXX annis pulcher et omnino bene vestitus erat. Omnes eum in persona videntes etiam vestitum eius admirabantur. Adolescens intravit per pontem et Wesere portam. Habens argenteam festulam mire forme per totum oppidum festulacere incepit. Et omnes pueri, fere in numero CXXX, illam festulam audientes eum sequebantur extra valvam origentalem quasi ad locum calvarie vel decollacionis. Recesserunt et evanuerunt, quod nullus investigare potuit, ubi unus eorum remansit. Vero matres puerorum de civitate ad civitatem cucurrerunt et nihil penitus invenerunt.”

„Die Geschichte des Auszugs von Hameln. Zu vermelden ist ein ganz ungewöhnliches Wunder, das sich im Städtchen Hameln in der Mindener Diözese im Jahre des Herrn 1284 am Tage Johannis und Pauli ereignet hat. Ein gewisser Jüngling im Alter von 30 Jahren war schön und gänzlich gut gekleidet. Alle, welche diesen in Person sahen, bewunderten auch dessen Kleidung. Der Jüngling trat über die Brücke und durch die Weserpforte ein. Er hielt eine silberne Pfeife von merkwürdiger Gestalt und begann durch die ganze Stadt zu pfeifen. Und alle Kinder, etwa 130 an der Zahl, welche jene Pfeife hörten, folgten diesem aus dem Ostertor gleichsam zum Calvarienplatz oder Hinrichtungsplatz. Sie gingen weg und verschwanden, sodass keiner herausfinden konnte, wo einer von diesen geblieben ist. Tatsächlich liefen die Mütter der Kinder von Stadt zu Stadt und fanden überhaupt nichts.[1]

Sage bei Jobus Fincelius (1556)

Sage bei Jobus Fincelius
Sage bei Jobus Fincelius

Transkription des frühneuhochdeutschen Textes:

Von des Teufels gewalt vnd
bosheit wil ich hie ein warhafftige
Historiam melden. Ungefehrlich
vor 180. jaren hat sichs begeben zu
Hammel in Sachsen an der We=
ser / das der Teufel am tag Marie
Magdalene in menschlicher gestalt
sichtlich vff den gassen vmbgan=
gen ist / hat gepfiffen / vñ viel kinder
kneble vnd meidle an sich gelocket /
vnd zum stadthor nausgeführt an
ein berg / Da er dahin komen /
hat er sich mit den kindern / der seer
viel gewest / verlorn / des niemans
gewust / wo die kinder hin komen
sind / Solchs hat ein Meidle / das
von fern nachgefolgt / jren Eltern
angezeigt / ist derwegen bald auff
wasser vnd Land an allen Orten
vleissige nachforschung vnd bestel=
lung geschehen / Ob die kinder
vielleicht gestolen vnd hinweg ge=
führt weren worden / Aber es hat
kein mensch erfarn / wo sie hin ko=
men sind. Solchs hat die Eltern
höchlich betrübt / vnd ist ein schreck=
lich exempel göttlichs Zorns vber
die sünde. Solchs alles ist beschrie=
be in dem Stadbuch zu Hammel /
da es viel hoher Leut selbs gelesen
vnd gehört.
            Res gesta.[2]

Übertragung ins moderne Hochdeutsch:

Von der Gewalt und Bosheit des Teufels will ich hier eine wahrhaftige Geschichte berichten. Ungefähr vor 180 Jahren geschah es in Hameln in Sachsen an der Weser, dass der Teufel am Tag der Maria Magdalena in menschlicher Gestalt sichtbar auf den Straßen umherging. Er pfiff und lockte viele Kinder, Jungen und Mädchen, zu sich und führte sie aus dem Stadttor hinaus zu einem Berg.

Als er dorthin gekommen war, verschwand er mit den Kindern – es waren sehr viele –, sodass niemand wusste, wohin die Kinder verschwunden waren.

Ein Mädchen, das ihnen aus der Ferne gefolgt war, berichtete dies später seinen Eltern. Deshalb wurde sofort zu Wasser und zu Land überall eifrig nachgeforscht und gesucht, ob die Kinder vielleicht gestohlen und fortgeführt worden seien.

Aber kein Mensch konnte herausfinden, wohin sie verschwunden waren.

Das hat die Eltern sehr betrübt und gilt als ein schreckliches Beispiel für den göttlichen Zorn über die Sünde. All dies ist im Stadtbuch von Hameln beschrieben, wo es viele angesehene Leute selbst gelesen und gehört haben.

Res gesta („Die geschehene Sache“ / „Der berichtete Vorfall“).

Rattenvertreibungssage

Erst 1565 lässt sich anstelle des Kinder fortlockenden Teufels das Motiv des Rattenfängers, der um sein Geld geprellt wird und deshalb Rache an den Hamelner Bürgern nimmt, in der Kinderauszugssage von Hameln feststellen. Bis dahin gibt es acht unterschiedliche Überlieferungen der Erzählung, die ganz ohne diesen aus Süddeutschland stammenden Sagenstrang auskommen.[3]

Übersetzung des frühneuhochdeutschen Textes (1565) von Froben Christoph von Zimmern ins moderne Hochdeutsch:

„Vor einigen hundert Jahren wurden die Einwohner der Stadt Hameln in Westfalen von einer so großen Menge von Ratten geplagt, dass ihnen dies äußerst beschwerlich und beinahe unerträglich wurde.

Da geschah es – vielleicht zufällig oder durch Gottes Fügung –, dass ein fremder, unbekannter Mann oder ein Landfahrer dorthin kam, wie damals in deutschen Landen umherziehende Schüler häufig vorkamen. Als dieser die Klage und Beschwerde der Bürger vernommen hatte, bot er an, dass er ihnen die Ratten vollständig vertreiben wolle, wenn sie ihm dafür einen Lohn zusagten.

Darüber freuten sie sich sehr und versprachen ihm auf sein Verlangen eine beträchtliche Summe Geld, mehrere hundert Gulden.

Darauf ging er mit einer Pfeife durch alle Gassen der ganzen Stadt, nahm sie an den Mund und pfiff. Sofort kamen alle Ratten aus sämtlichen Häusern zusammen und liefen ihm in unglaublicher Menge hinterher aus der Stadt hinaus. Er führte sie zu einem nahegelegenen Berg und verbannte sie dorthin, sodass danach keine Ratte mehr in der Stadt bemerkt wurde.

Darauf verlangte er das versprochene Geld, wie sie es vereinbart hatten. Doch die Bürger weigerten sich und sträubten sich dagegen. Zwar gaben sie zu, dass sie es ihm zugesagt hatten, meinten jedoch, da er weder große Mühe noch Kosten gehabt habe und die Sache schnell und ohne besondere Kunst erledigt habe, solle er nicht so viel verlangen, sondern sich mit einer geringeren Summe zufriedengeben.

Der fremde Mann wollte jedoch von seiner Forderung nicht ablassen und bestand darauf, dass sie ihm geben sollten, was sie versprochen hatten. Wenn sie es nicht täten, so sagte er, würden sie es später bereuen – vielleicht aber zu spät.

Die Bürgerschaft blieb jedoch dabei, dass die Forderung zu hoch sei, und wollte ihm nicht mehr geben.

Als er sah, dass er von ihnen nichts bekommen würde, ging er erneut mit seiner Pfeife durch alle Gassen der Stadt wie zuvor. Da folgten ihm die meisten der jungen Kinder unter acht oder neun Jahren – Jungen und Mädchen – aus der Stadt hinaus bis zu dem nächsten Berg.

Dieser Berg öffnete sich wundersam vor ihnen, und so ging der unbekannte Mann mit den Kindern hinein. Danach schloss sich der Berg wieder, und weder der Mann noch die Kinder wurden je wieder gesehen.

Obwohl damals großer Jammer in der ganzen Stadt entstand, konnten die Bürger nichts mehr daran ändern. Sie mussten es dem Allmächtigen überlassen und gaben mehr ihrer eigenen Torheit und Geizigkeit die Schuld als dem Unglück selbst.

Zum ewigen Andenken an diese wunderbare Geschichte schreibt die genannte Stadt in allen ihren Urkunden neben dem Datum nach Christi Geburt auch den Hinweis: „… und nach dem Verlust unserer Kinder im Jahr …“[4]

Sage (nach den Brüdern Grimm)

Älteste Rattenfängerdarstellung von 1592 als Schalmeipfeifer; Kopie einer Glasmalerei in der Marktkirche Hameln

Der erst 1816 abgefassten, aber am meisten rezipierten Sage nach ließ sich im Jahre 1284 zu Hameln ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte ein Obergewand aus vielfarbigem, buntem Tuch an und gab sich für einen Rattenfänger aus, indem er versprach, gegen ein gewisses Geld die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Hameln litt zu dieser Zeit unter einer großen Rattenplage, derer die Stadt selbst nicht Herr wurde, weshalb sie das Angebot des Fremden begrüßte.

Die Bürger sagten ihm seinen Lohn zu, und der Rattenfänger zog seine Pfeife heraus und pfiff eine Melodie. Da kamen die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Als er nun meinte, es sei keine zurückgeblieben, ging er aus der Stadt hinaus in die Weser; der ganze Haufen folgte ihm nach, stürzte ins Wasser und ertrank. Als aber die Bürger sich von ihrer Plage befreit sahen, bereuten sie das Versprechen und sie verweigerten dem Mann den Lohn, sodass er zornig und erbittert wegging.

Am 26. Juni, am Tag der Heiligen Johannes und Paulus, kehrte er jedoch zurück in Gestalt eines Jägers mit schrecklichem Angesicht, einem roten, wunderlichen Hut und ließ, während alle Welt in der Kirche versammelt war, seine Pfeife abermals in den Gassen ertönen. Alsbald kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse, sondern Kinder, Knaben und Mägdlein vom vierten Jahre an, in großer Anzahl gelaufen. Diese führte er, immer spielend, zum Ostertore hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand. Nur zwei Kinder kehrten zurück, weil sie sich verspätet hatten; von ihnen war aber das eine blind, sodass es den Ort nicht zeigen konnte, das andere stumm, sodass es nicht erzählen konnte. Ein Knäblein war umgekehrt, um sein Obergewand zu holen, und so dem Unglück entgangen. Einige sagten, die Kinder seien in eine Höhle geführt worden und in Siebenbürgen wieder herausgekommen. Es waren ganze 130 Kinder verschwunden. Man hat sie nie mehr gesehen.[5]

(Gekürzt und sprachlich etwas modernisiert nach: Brüder Grimm: Deutsche Sagen, Nr. 245, Die Kinder zu Hameln)

Abschrift der Hausinschrift am Rattenfängerhaus aus dem 17. Jahrhundert[6] zur Rattenfängersage

Historischer Hintergrund

Kate Greenaways Illustration zu Robert Brownings Adaption
Glockenspiel zur Sage am Hochzeitshaus in Hameln
Rattenfänger-Freilichtspiele neben dem Hochzeitshaus in Hameln
Lithografie von 1902: „Gruss aus Hameln“

Die Entstehung und der eventuelle historische Kern der Rattenfängersage lassen sich nicht mit letzter Sicherheit ermitteln. Als gesichert kann jedoch gelten, dass es sich hierbei um zwei ursprünglich selbständige Sagen handelt, die dann miteinander verbunden wurden: Die ursprüngliche Kinderauszugssage wurde wahrscheinlich erst Ende des 16. Jahrhunderts mit einer Rattenvertreibungssage verknüpft. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Sagen(teile) einen historischen Kern aufweisen, unterschiedlich groß. In den mittelalterlichen Ratsbüchern der Stadt Hameln ist zum Beispiel nirgends nachweisbar, dass die Stadt einem Rattenfänger Lohn versprochen oder ausbezahlt hätte. Dass der Teil „Rattenvertreibung“ Legende ist, legen auch wissenschaftliche Untersuchungen nahe zur Frage, ob Ratten auf den Klang einer Flöte reagieren. Dies konnte bei der üblichen Frequenz damals gebräuchlicher Flöten nicht bestätigt werden.[7]

Anders verhält es sich mit dem Sagenteil „Kinderauszug“, wobei unter den vielen Interpretationen die Deutung auf die von Niederdeutschland ausgehende Ostkolonisation die größte Wahrscheinlichkeit für sich beanspruchen kann: Die „Kinder von Hameln“ dürften Hamelner Jungbürger gewesen sein, die von adligen Territorialherren oder Lokatoren zur Siedlung im Osten angeworben wurden.

Die Auswanderungsregion der Hamelner Kinder – zuvor hatte man an Siebenbürgen, Mähren, Pommern oder das Deutschordensland gedacht – wurde von dem Onomastikprofessor Jürgen Udolph 1997 präzisiert: Auswanderer hatten die Angewohnheit, neu gegründete Orte in ihren Zielgebieten nach Orten aus ihrer alten Heimat zu benennen. Im Zuge der mittelalterlichen Ostkolonisation lassen sich Ortsnamen aus der Hamelner Region vor allem im heutigen Bundesland Brandenburg lokalisieren, insbesondere in den Regionen Prignitz und Uckermark. So findet sich beispielsweise der Name des in der Nähe von Hameln gelegenen Ortes Hamelspringe („Ort, wo die Hamel entspringt“) als Hammelspring im Landkreis Uckermark wieder, wo für diese Benennung kein lokaler Anlass erkennbar ist. Ebenso dürfte der Name der Grafschaft Spiegelberg im Weserbergland zur Benennung des Ortes Groß Spiegelberg bei Pasewalk geführt haben.

Dagegen scheiden Siebenbürgen und Mähren entgegen früheren Annahmen als Zielgebiete der Hamelner Auswanderer weitgehend aus, weil es dort keine nachweislich aus dem Wesergebiet stammenden Ortsnamen gibt. Die ältere Literatur verweist hier vor allem auf einen Ortsnamen Hamlíkov in Mähren, doch ist dieser, wie Udolph zeigen konnte, nicht von der Stadt Hameln abgeleitet. Unabhängig von den Ortsnamen fanden der Troppauer Stadtarchivar Wolfgang Wann und der Hamelner Heimatforscher Heinrich Spanuth heraus, dass im nordmährischen Olmütz in der damaligen Zeit dieselben Familiennamen wie im Hamelner Bürgerregister verzeichnet sind (so zum Beispiel Hamel, Hämler, Hamlinus, Leist, Fargel, Ketteler und andere), was womöglich kein Zufall ist.[8][9]

Insgesamt aber machen die namenskundlichen Belege für die Regionen Prignitz und Uckermark sowie der überlieferte Zeitpunkt des Kinderauszugs – das 13. Jahrhundert war die Blütezeit der deutschen Ostkolonisation – die Auswanderungstheorie sehr wahrscheinlich: Der Rattenfänger mag in Wirklichkeit ein Werber für deutsche Siedler im Osten gewesen sein, und die Legende (Rattenfänger-Sage) will nur den Verlust fast einer ganzen Generation, die wegen Perspektivlosigkeit ihre Heimat verlassen hat, lyrisch umschreiben bzw. als Racheakt eines Geprellten deuten. Vielleicht wollte man sich auch nicht die Blöße geben, dass eine gesamte Generation auswanderte, weil sie in dem damaligen Zunftwesen keine Zukunft sah und lieber gen Osten zog mit der Aussicht, dort einen eigenen Hausstand oder Betrieb aufzubauen.

Mehrere Historiker nehmen an, die Sage vom Rattenfänger von Hameln sei vom Kinderkreuzzug inspiriert worden. Gegen diese Ansicht spricht jedoch unter anderem, dass der Kinderkreuzzug 1212 stattgefunden hat; das glaubwürdig überlieferte Auswanderungsjahr der Hamelner Kinder ist jedoch 1284. Dasselbe Argument ist auch gegen die Deutung der Rattenfängersage als Pesterzählung geltend zu machen, da Pestepidemien im mittelalterlichen Europa erst seit 1347 auftraten.

Eine andere, weniger stark vertretene Theorie besagt, dass die Hamelner Kinder einem heidnischen Sektenführer aufgesessen sein könnten, der diese zu einem religiösen Ritus in die Wälder bei Coppenbrügge geführt hat, wo sie heidnische Tänze aufführten. Dabei habe es einen Bergrutsch oder Erdfall gegeben, wodurch die meisten umgekommen seien. Noch heute lässt sich dort eine große Kuhle finden, die durch ein solches Ereignis entstanden sein könnte.[10]

Rattenfänger von Hameln von Heinrich Wefing

Verbreitung und Popularisierung

Rattenfängerdarstellung am Tag der Niedersachsen 2009 in Hameln
Ein „Rattenfängerlied“ auf einem Gutschein der Münster-Café-Diele in Hameln, 1921

Die älteste, in lateinischer Prosa verfasste Beschreibung des Kinderauszugs von Hameln steht in einem um 1430/50 entstandenen Nachtrag zur Lüneburger Handschrift Theol. 2° 25[11] der Catena aurea des Mindener Dominikanermönchs Heinrich von Herford († 1370).[12] Die erste gedruckte Erwähnung der Sage findet sich 1556 bei Jobus Fincelius.[13] Sie wird im 16. Jahrhundert auch von Kasper Goltwurm,[14] Froben Christoph von Zimmern,[15] Johann Weyer,[16] Andreas Hondorff,[17] Lucas Lossius,[18] Andreas Werner,[19] Heinrich Bünting,[20] Hannibal Nullejus[21] und Georg Rollenhagen[22] geschildert. Der Hamelner Bürgermeister Friedrich Poppendieck stiftete 1572 ein Glasfenster für die Marktkirche mit einer Darstellung des Pfeiffers,[23] das in einer Abzeichnung von 1592 erhalten ist.[24]

Die Sage wurde im 17. Jahrhundert durch den Jesuiten Athanasius Kircher aufgegriffen und bekannt gemacht. Er war eigens nach Hameln gefahren, um sich historisch kundig zu machen. „Kircher hatte einen hohen Anteil an der Popularisierung. Seine Beschreibung des ‚Wunders‘ wurde oft zitiert, immer wieder neu aufgelegt, nacherzählt und übertragen.“ (Gesa Snell, Leiterin des Museums Hameln) „Kircher hat die Diskussion über Hameln eröffnet und damit die Voraussetzung für die spätere Popularisierung geschaffen.“ (Der Kircher-Forscher Christoph Daxelmüller)[25] Von den Pfeifenklängen des Rattenfängers und dessen magischer Wirkung handelt auch Kirchers Musikwerk Musurgia universalis von 1650.[26]

Der Geograph und Universalgelehrte Johann Gottfried Gregorii verbreitete die Sage zu Beginn des 18. Jahrhunderts in seinen populären Geographiebüchern im deutschsprachigen Raum.[27] Dessen Sagenüberlieferungen waren Achim von Arnim, dessen Freund Jacob Grimm und Johann Wolfgang von Goethe noch ein Jahrhundert später bestens bekannt, als diese ihre Texte zur Rattenfängersage niedergeschrieben haben. Auch der schottische Schriftsteller Andrew Lang machte die Geschichte in seinem Buch „The Red Fairy Book“ aus dem späten 19. Jahrhundert populär. Seiner Version nach seien die Siebenbürger Sachsen Nachkommen der verlorenen Kinder Hamelns.[28]

Bereits 1749 sah der ehemalige Hamelner Garnisonsprediger Christoph Friedrich Fein den historischen Hintergrund der „Fabel“[29] in einem Scharmützel zwischen den Bürgern der Stadt Hameln und Truppen des Bischofs von Minden im Jahre 1259.[30]

Immaterielles Kulturerbe

Im November 2013 bewarb sich die Stadt Hameln über das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur um die Aufnahme des Brauchtums um die Rattenfängersage in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Die Aufnahme im Sinne des Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO erfolgte im Dezember 2014.[31][32] Die Deutsche UNESCO-Kommission begründete die Auswahl unter anderem damit, dass die Ursprungsgeschichte bis heute in ständig neuen Variationen behandelt werde. Die Bandbreite der kulturellen Reflexion des Stoffes auch in Medien wie Comic, Dichtung und Musik halte die Geschichte des Rattenfängers von Hameln lebendig.[33] Zum immateriellen Kulturerbe zählt ebenso der Rattenfänger-Literaturpreis, den die Stadt seit 1984 für phantastische Kinder- und Jugendliteratur vergibt.

Ähnliche Sagen

Auch aus anderen deutschen Regionen und europäischen Ländern gibt es mit Rattenplagen zusammenhängende Rattenfänger- oder Rattenbanner-Sagen, so zum Beispiel aus Drancy-les-Nouës bei Paris in Frankreich, daneben auch mit Froschplagen (siehe Flößer von Thorn). Meistens verbinden sich diese Geschichten jedoch nicht damit, dass der Rattenfänger anschließend aus Rache noch weitere Ortsbewohner wegführte; eine Ausnahme machen die beiden nachfolgend genannten Geschichten.

Rattenfänger von Korneuburg

Im niederösterreichischen Korneuburg soll im Jahr 1646 ein Rattenfänger aufgetreten sein. Nach Ertränkung der Ratten in einem Donauarm warf man ihm jedoch vor, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, und verweigerte ihm die Bezahlung. An dieser Stelle enden die ältesten Überlieferungen. Erst später, in Anlehnung an die Hamelner Geschichte, kam die Sage hinzu, dass der Rattenfänger darauf zur Strafe Kinder aus Korneuburg weggeführt und auf dem Sklavenmarkt in Konstantinopel verkauft habe.[34]

Der Katzenveit von Tripstrille

In der Region um die sächsische Stadt Zwickau soll die Sagengestalt Katzenveit ihr Unwesen getrieben haben. Eine überlieferte Geschichte weist große Parallelen zum Rattenfänger von Hameln auf, wobei jedoch als Strafe für die zahlungsunwilligen Bürger nicht die Kinder, sondern die Katzen aus der Stadt geführt wurden.

Anspielung in Goethes Faust

In Faust. Eine Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe von 1808 stehen Faust und Mephistopheles vor Gretchens Kammer und anstatt wie bisher eines Geschmeides für Faust, das dieser dem Gretchen schenken kann, bringt Mephistopheles ein Lied mit, das er vorträgt. Gretchens Bruder Valentin vereitelt diesen Vortrag mit den Worten:

Wen lockst du hier? beim Element!
Vermaledeiter Rattenfänger!
Zum Teufel erst das Instrument!
Zum Teufel hinterdrein den Sänger!

Anspielungen in der Popkultur

Aufgrund der oben beschriebenen Beliebtheit gibt es in der Popkultur, wie in Filmen, TV-Serien, Musikstücken oder Videospielen immer wieder Reminiszenzen auf die Sage des Rattenfängers von Hameln:

  • In der 17. Folge der zweiten Staffel (Der Trill-Kandidat) der Serie Star Trek: Deep Space Nine wird die Station von Cardassianischen Mäusen geplagt. Chief O’Brien findet keine Möglichkeit, die Plage mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln einzudämmen. Er erhält von Dr. Bashir eine Flöte mit dem Hinweis „Es funktionierte in Hameln“ zum Geschenk.
  • In Sailor Moon – Reise ins Land der Träume flöten Elfen in der Nacht, die Kinder wachen auf, folgen ihnen und werden mit einem fliegenden Schiff entführt.
  • 1996 wurde der Rattenfänger von Hameln im Musikvideo Hand In Hand des Dance-Projektes Dune parodiert.[35]
  • Das süße Jenseits ist ein zweifach Oscar-nominiertes Filmdrama des kanadischen Regisseurs Atom Egoyan aus dem Jahr 1997. Es basiert auf dem gleichnamigen Roman von Russell Banks. Das Drama variiert das Grundmotiv der Sage des Rattenfängers von Hameln: die Kinder eines Ortes sterben im Gefolge einer Leitfigur, in diesem Falle bei einer Busfahrerin.
  • Im Titellied des Albums Kid A der Band Radiohead wird die Geschichte des Rattenfängers von Hameln metaphorisch entlehnt: „Rats and children follow me out of town; Rats and children follow me out of their homes; Come on, kids.“
  • In dem Remake von A Nightmare on Elm Street aus dem Jahr 2010 wird in einer Szene, welche in der Bibliothek in Springwood spielt, auf eine Ähnlichkeit zwischen dem Rattenfänger und Freddy Krueger angespielt. In einem Buch stoßen zwei Jugendliche auf eine Illustration des Rattenfängers, welcher ein Hemd mit denselben rot-grünen Farbstreifen trägt, die auch Freddys Pullover aufweist. Damit soll wohl angedeutet werden, dass Freddy eine moderne (und auch brutalere) Variante von ihm sei, da auch er den Einwohnern von Springwood aus Rache die Kinder „wegnimmt“.
  • In Lie to Me, einer US-amerikanischen Fernsehserie, ist die 19. Episode der zweiten Staffel nach dem Rattenfänger benannt (im Original: Pied Piper). In der Folge wird ein Entführer und Mörder von erstgeborenen Kindern gefasst.
  • Auch im Film Für immer Shrek taucht der Rattenfänger auf.
  • In dem Anime Mondaiji-tachi ga Isekai Kara Kuru Sō Desu yo? spielt die Sage über den Rattenfänger eine wichtige Rolle.
  • Im dritten Kapitel des Action-Adventures Heavy Rain erhält der Protagonist Ethan Mars den sogenannten Kirchenbrief vom Origami Killer, in dem auf die Sage des Rattenfängers von Hameln angespielt wird:

„Als die Eltern vom Kirchgang nach Hause kamen, waren alle Kinder verschwunden. Sie suchten und riefen sie, sie weinten und flehten. Doch alles war vergeblich. Die Kinder wurden nie wieder gesehen.“[36]

  • Der deutsche Fernsehthriller Die Toten von Hameln aus dem Jahr 2014 behandelt das mysteriöse Verschwinden von vier Mädchen mitsamt einem Betreuer in der Rothesteinhöhle des Ith, in die laut der Filmhandlung der Rattenfänger die Hamelner Kinder einst geführt haben soll.
  • In der US-amerikanischen Serie Once Upon a Time – Es war einmal … ist der Rattenfänger in Wirklichkeit der Antagonist Peter Pan, der die männlichen Kinder Hamelns entführt und sie zu seinen „Verlorenen Jungs“ macht. Unter ihnen ist auch Rumpelstilzchens Sohn „Baelfire“, der später allerdings fliehen kann.
  • In der US-amerikanischen Mystery-Fernsehserie Sleepy Hollow, Folge 4 der zweiten Staffel, Go Where I Send Thee…, wird auf den Rattenfänger von Hameln Bezug genommen. Auch der „Rattenfänger von Sleepy Hollow“ wurde um seine Bezahlung betrogen und entführt deshalb jeweils ein Kind der betreffenden Familie, wenn es zehn Jahre alt wird.
  • In der US-amerikanischen Fernsehserie Silicon Valley heißt das Start-Up-Unternehmen, dessen Geschichte erzählt wird, „Pied Piper“.
  • In der Audible Krimi-Hörspielserie „Der Rattenfänger“ verschwinden in einer fiktiven deutschen Kleinstadt innerhalb kürzester Zeit mehrere Kinder. Die leitende Kommissarin (gesprochen von Nina Hoss) vermutet dahinter eine Nachahmung der Rattenfänger-Sage.[37]
  • Im Lied Nachbeben des Künstlers Alligatoah nimmt das lyrische Ich Bezug auf den Rattenfänger, indem es Menschen im Schlaf entführt. Einen Hinweis darauf gibt das orange Band am Hut des lyrischen Ichs.
  • Intisar Khananis Fantasy-Roman A Darkness at the Door enthält zuletzt eine Anspielung auf die Sage, indem der Bösewicht in eine Flöte verwandelt wird.[38]
  • In dem Indie-Horrorspiel Amanda the Adventurer schaut der Spieler sich VHS-Kassetten einer fiktiven Kindersendung an. In dieser sind aus der Stadt, in der sie spielt, alle Kinder bis auf die Protagonistin Amanda verschwunden; die Firma, die die Sendung produziert hat, heißt Hamelin (englisch für Hameln) und nutzt als Logo eine Ratte.
  • Im Lied Symphony of destruction aus dem Jahre 1992 von Megadeth heißt es: „Just like the pied piper led rats through the streets we dance like marionettes swaying to the symphony swaying to the symphony of destruction.“
  • Im Lied Where do the children go der Band The Hooters heißt es im Refrain: Where do the children go ... And who's that deadly piper who leads them away?
  • Der Song Rattenfänger der Band Oberer Totpunkt ist eine Anspielung auf die berühmte Sage des Rattenfängers von Hameln und symbolisiert die Themen Verführung und Manipulation. Er reflektiert die Idee, dass Menschen, ähnlich wie die Ratten in der Legende, einem verführerischen, aber letztlich trügerischen Ruf folgen, ohne die Konsequenzen ihres Handelns zu hinterfragen.
  • Der im Star-Trek-Universum angesiedelte Roman Die Kinder von Hameln nimmt Bezug auf die Sage.
  • 2020 drehte Anthony Waller in Hameln mit Elizabeth Hurley, Mia Jenkins, Arben Bajraktaraj und Tara Fitzgerald in den Hauptrollen den Horrorfilm Der Rattenfänger, welcher von einer Mutter erzählt, die mit ihrer Tochter nach Hameln zieht und dort mit der dunklen Geschichte des Rattenfängers konfrontiert wird.[39]
  • 2023 folgte unter Regie des Isländers Erlingur Thoroddsen das Horror-Drama Curse of the Piper - Melodie des Todes mit Charlotte Hope, Philipp Christopher und Julian Sands in einer seiner letzten Rollen, welches von einem Dirigenten erzählt, der mit einer Melodie den Rattenfänger zum Leben erweckt.[40]
  • In der 2024 vom ZDF produzierten Serie Hameln kehren der Rattenfänger und die entführten Kinder als Wiedergänger in die Gegenwart zurück.[41]
  • In den 1970er Jahren lief im niederländischen Fernsehen die seinerzeit populäre Fernsehserie „Kunt u mij de weg naar Hamelen vertellen, mijnheer?“. In 45 Folgen versuchten die vom Rattenfänger entführten Kinder den Weg zurück nach Hameln zu finden. Im Jahr 2003 entstand dazu eine Musical-Version.
  • 2023 nahm Folge 6, Blut und Ton, der Serie Kohlrabenschwarz Bezug zur Rattenfänger-Sage. Auch hier verschwinden Jugendliche, von einer Melodie angezogen, in einer Höhle in einem Berg. Der Rattenfänger ist in dieser Anlehnung an die Sage allerdings eine Frau.

Metaphorischer Gebrauch

Das Bild vom Rattenfänger als faszinierende verführerische Gestalt fand seit dem 19. Jahrhundert eine vielfältige publizistische Rezeption. Friedrich Nietzsche zitierte diesen in Hinblick auf Dionysos.[42] Den Komponisten Johann Strauss (Sohn) stilisierte man satirisch-literarisch[43] wie auch karikaturistisch[44] zur – musikalischen – Rattenfängergestalt. Der Schriftsteller Richard Skowronnek (1862–1932) sah wiederum in Karl May den „großen Rattenfänger“.[45] Polemisch verschärft wurde das Bild des Rattenfängers in Publikationen des 20. Jahrhunderts.

Im Nazijargon wurde der US-Jazzmusiker Benny Goodman zum „Rattenfänger von Neuyork“[46], andererseits sieht der kommunistische Schriftsteller Erich Weinert die Urheber dieser Bezeichnung selbst als „braune Rattenfänger“[47]. Und so wird mittlerweile der Begriff Rattenfänger umgangssprachlich auf Mitglieder sehr verschiedenartiger politisch extremer Gruppen oder Parteien gemünzt.[48] Auch prominenten Individuen wird die Bezeichnung nach wie vor zuteil, wie z. B. als kritischer Seitenhieb für den linken griechischen Politiker Alexis Tsipras als „Rattenfänger von Athen“ hinsichtlich seiner umstrittenen Europapolitik.[49]

Philatelistisches

Mit dem Erstausgabetag 3. Dezember 2020 gab die Deutsche Post AG in der Serie Sagenhaftes Deutschland ein Postwertzeichen im Nennwert von 95 Eurocent mit dem Motiv des Rattenfängers von Hameln heraus. Der Entwurf stammt von den Grafikern Thomas Steinacker und Jan-Niklas Kröger aus Bonn.

Siehe auch

Literatur

Motive der Rattenfängersage in:

  • Achim von Arnim: Der Rattenfänger von Hameln. Mein allererstes Märchenbuch. Karl Müller, Köln 2004, ISBN 3-89893-910-3.
  • Ludwig Bechstein: Die Kinder von Hameln, in: Ludwig Bechstein: Deutsche Märchen und Sagen, Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1980, DDR, S. 267–269
  • Marco Bergmann: Dunkler Pfeifer. Die bisher ungeschriebene Lebensgeschichte des „Rattenfängers von Hameln“. BoD, 2. Auflage 2009, ISBN 978-3-8391-0104-9.
  • Clemens Brentano: Das Märchen vom Rhein und vom Müller Radlauf. Hrsg. von Guido Görres 1846.
  • Hans Dobbertin: Quellensammlung zur Hamelner Rattenfängersage. Schwartz, Göttingen 1970.
  • Hans Dobbertin: Quellenaussagen zur Rattenfängersage. Niemeyer, Hameln 1996 (erw. Neuaufl.) ISBN 3-8271-9020-7 (Dobbertin verbindet den Verlust die Hamelner Kinder mit dem Treck des Grafen Nicolaus von Spiegelberg nach Pommern und ins Baltikum nach Kopań bei Darłowo, dt. Rügenwalde).
  • Stanisław Dubiski: Ile prawdy w tej legendzie? (Wieviel Wahrheit birgt diese Sage?) In: „Wiedza i Życie“, Nr. 6/1999.
  • Radu Florescu: In Search of the Pied Piper. Athena Press 2005, ISBN 1-84401-339-1.
  • Norbert Humburg: Der Rattenfänger von Hameln. Die berühmte Sagengestalt in Geschichte und Literatur, Malerei und Musik, auf der Bühne und im Film. Niemeyer, Hameln 2. Aufl. 1990, ISBN 3-87585-122-6.
  • Peter Stephan Jungk: Der Rattenfänger von Hameln. Recherchen und Gedanken zu einem sagenhaften Mythos. In: Neue Rundschau Nr. 105 (1994), H. 2, S. 67–73.
  • Ullrich Junker: Rübezahl – Sage und Wirklichkeit. In: Unser Harz. Zeitschrift für Heimatgeschichte, Brauchtum und Natur. Goslar, Dezember 2000, S. 225–228.
  • Wolfgang Mieder: Der Rattenfänger von Hameln. Die Sage in Literatur, Medien und Karikatur. Praesens, Wien 2002, ISBN 3-7069-0175-7.
  • Fanny Rostek-Lühmann: Der Kinderfänger von Hameln. Untersagte Wünsche und die Funktion des Fremden. Reimer, Berlin 1995, ISBN 978-3-496-02567-2.
  • Heinrich Spanuth: Der Rattenfänger von Hameln. Niemeyer, Hameln 1951.
  • Izabela Taraszczuk: Die Rattenfängersage. Zur Deutung und Rezeption der Geschichte. In: Robert Buczek, Carsten Gansel, Paweł Zimniak (Hrsg.) Germanistyka 3. Texte in Kontexten. Zielona Góra: Oficyna Wydawnicza Uniwersytetu Zielonogórskiego 2004, S. 261–273, ISBN 83-89712-29-6.
  • Jürgen Udolph: Zogen die Hamelner Aussiedler nach Mähren? Die Rattenfängersage aus namenkundlicher Sicht. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 69 (1997), S. 125–183. ISSN 0078-0561 (online)
  • Wolfgang Wann: Die Lösung der Hamelner Rattenfängersage – Ein Symbol des Abendlandes. Dissertation, Würzburg 1949
  • Wolfgang Wann: Der Rattenfänger von Hameln. München 1984

Belletristik

Julius Wolff: Der Rattenfänger von Hameln

Die Motive der Sage wurden auch in der Fantasy-Literatur aufgegriffen, unter anderem in:

  • Gilbert Shelton: Fat Freddys Kater und der Rattenfänger von Hameln. Rotbuch. Europäische Verlagsanstalt, Berlin 1993, ISBN 3-88022-800-0.
  • Kai Meyer: Der Rattenzauber, Lübbe-Verlag, Bergisch Gladbach, 1995, ISBN 3-404-15265-4.
  • China Miéville: König Ratte. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2003, ISBN 3-404-24310-2 (Miévilles Romandebüt führt die Sage aus Sicht der Ratten fort und verlegt ihn ins zeitgenössische London.)
  • Terry Pratchett: Maurice, der Kater. Ein Märchen von der Scheibenwelt. Goldmann, München 2004, ISBN 3-442-54570-6.
  • Wolfgang Hohlbein: Dreizehn. Arena, 1995, ISBN 3-401-02897-9.
  • Bill Richardson: Der Klang der Freiheit cbt/C. Bertelsmann Jugendbuch Verlag, München 2004, ISBN 3-570-30141-9.
  • Britta Daniel-Tonn: Rattenfänger von Hameln 2.0, in: dies.: Grimms Neue Märchen 2.0 Es war einmal...GANZ ANDERS! 2012.

Comic-Adaption des Rattenfänger-Stoffs:

  • André Houot: Hamelin. Editions Glénat 2012. (Dt. Übersetzung: Der Rattenfänger von Hameln. Aus dem Französischen von Rossi Schreiber. Ehapa Comic Collection 2012).

Dichtung

Musik

Verfilmungen

Einzelnachweise

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