Regierung Frederiksen II

dänische Regierung von 2022 bis 2026 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Regierung Frederiksen II (dänisch regeringen Mette Frederiksen II) unter Ministerpräsidentin Mette Frederiksen war vom 15. Dezember 2022 bis zum 3. Juni 2026 die 79. dänische Regierung. Ernannt wurde die Regierung noch durch Margrethe II., seit dem 14. Januar 2024 ist Frederik X. der amtierende König. Seit dem 25. März 2026 und dem formellen Rücktrittsgesuch der Regierungschefin in Folge der Neuwahl des Folketing war die Regierung bis zum Amtsantritt der Nachfolgekoalition am 3. Juni 2026 geschäftsführend im Amt.[1]

Legislaturperiode 70.
Ernannt durch Königin Margrethe II.
Beginn 15. Dezember 2022
Schnelle Fakten Ministerpräsidentin, Legislaturperiode ...
Regierung Frederiksen II
79. Kabinett des Königreichs Dänemark
Mette Frederiksen
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen
Legislaturperiode 70.
Ernannt durch Königin Margrethe II.
Beginn 15. Dezember 2022
Ende 3. Juni 2026
Dauer 3 Jahre und 170 Tage
Vorgänger Regierung Frederiksen I
Nachfolger Regierung Frederiksen III
Zusammensetzung
Partei(en) Socialdemokratiet, Venstre und Moderaterne
Minister 24
Repräsentation
Folketing
85/179
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Die Regierung ist das 79. dänische Kabinett und besteht aus insgesamt 24 (bis 29. August 2024: 23) Ministern der drei Koalitionsparteien Socialdemokratiet (Sozialdemokraten), Venstre (liberal-konservativ) und Moderaterne (liberal-zentristisch). Im Parlament wird die Regierung durch die färöische Unionspartei, die färöischen Sozialdemokraten und die grönländische Siumut unterstützt. Zudem kündigte die Radikale Venstre an, sich nicht der Opposition anzuschließen, verzichtete jedoch gleichzeitig darauf, die Regierung formell zu unterstützen.[2] Mit 89 Mandaten im Folketing verfügte die Regierung de facto über eine eigene parlamentarische Mehrheit.[3] Durch den Übertritt einiger Abgeordnetete von Venstre und Moderaterne zu anderen Parteien verfügt die Regierung ab März 2024 nur noch über 85 Mandate und ist daher eine Minderheitsregierung.[4]

Regierungsbildung

Nach der Folketingswahl 2022 hatte sich Ministerpräsidentin Frederiksen entschieden, ihre bisherige Minderheitsregierung nicht fortzusetzen und strebte stattdessen eine Koalition über die Blockgrenzen hinweg an. Sechs Wochen nach der Wahl – und damit nach den längsten Koalitionsverhandlungen der dänischen Geschichte[5] kündigte Frederiksen an, gemeinsam mit der Venstre und den Moderaten eine Regierung zu bilden, die über eine eigene Parlamentsmehrheit verfügt. Dabei handelt es sich um die erste Regierungskoalition zwischen den Parteien des „Roten“ und „Blauen“ Blocks seit 1994 (Regierung Poul Nyrup Rasmussen I) und um die erste Regierungszusammenarbeit zwischen Sozialdemokraten und Venstre seit 1978 (Regierung Jørgensen III)[6]. Mit dem Parteivorsitzenden der Moderaten Lars Løkke Rasmussen gehört ein ehemaliger Ministerpräsident Dänemarks – damals allerdings noch für die Venstre – der Regierung als Außenminister an. Es ist das erste Mal in der dänischen Nachkriegsgeschichte, dass ein ehemaliger Regierungschef in das Kabinett einer seiner Nachfolger eintritt. Zuletzt war dies 1926 der Fall gewesen, als Niels Neergaard Finanzminister in der Regierung Madsen-Mygdal wurde.

Die neue Regierung nahm am 15. Dezember 2022 ihre Arbeit auf.[7]

Am 26. Februar 2026 kündigte Regierungschefin Frederiksen an, die turnusmäßig Ende 2026 geplanten Folketingswahlen bereits für den 24. März auszuschreiben.[8] Nach der Wahl reichte Frederiksen bei König Frederik X. formell den Rücktritt ein, sie bleibt aber mit ihrem Kabinett geschäftsführend im Amt bis die Regierungsbildung abgeschlossen ist.[1]

Veränderungen

Am 6. Februar 2023 teilte das dänische Staatsministerium mit, dass Verteidigungsminister Jakob Ellemann-Jensen krankheitsbedingt vorübergehend verhindert sei, sein Ministerium zu leiten, weswegen Wirtschaftsminister Troels Lund Poulsen ab sofort und bis auf Weiteres auch als kommissarischer Verteidigungsminister fungiere.[9] Zur Entlastung Poulsens wurde die Regionsvorsteherin Syddanmarks, Stephanie Lose, zur Ministerin ohne Geschäftsbereich im Wirtschaftsministerium ernannt. Im August 2023 kehrte Ellemann-Jensen aus seinem Krankheitsurlaub zurück und übernahm das Wirtschaftsministerium, während Lund Poulsen im Verteidigungsministerium verblieb. Am 23. Oktober 2023 verkündete Ellemann-Jensen seinen kompletten Rückzug aus der Politik, neuer stellvertretender Ministerpräsident ist seitdem Lund Poulsen.[10] Nach der Neuwahl der Venstre-Parteispitze übernahm am 23. November Stephanie Lose das Amt als Wirtschaftsministerin; auch zwei weitere Kabinettsposten wurden durch den neuen Parteivorsitzenden getauscht: Mia Wagner ersetzte Marie Bjerre als Digitalministerin, der bisherige Fraktionssprecher Morten Dahlin übernahm das Ministerium für ländlichen Raum, Nordische Zusammenarbeit und Kirchenangelegenheiten von Louise Schack Elholm.[11] Wagner gab ihr Amt nach zwei Wochen aus gesundheitlichen Gründen auf, woraufhin Bjerre erneut als Ministerin berufen wurde.[12]

Seit der Regierung Krag III handelt es sich auch um das erste dänische Kabinett, welches unter zwei verschiedenen Monarchen dient, nachdem Margrethe II. zugunsten ihres Sohnes Frederik X. zum 14. Januar 2024 abdankte. Ministerpräsidentin Frederiksen kam damit als erster Amtsinhaberin seit 52 Jahren auch die Aufgabe zu, einen neuen König zu proklamieren.

Zum 29. August 2024 kam es zu einer erneuten Umbildung des Kabinetts. Die Kopenhagener Oberbürgermeisterin Sophie Hæstorp Andersen der Socialdemokratiet ersetzte ihre Parteikollegin Pernille Rosenkrantz-Theil in der Position als Ministerin für Soziales und Wohnraum. Das Ministerium für Soziales, Wohnraum und Senioren mit bis dahin zwei Ministerposten wurde in Ministerium für Soziales und Wohnraum umbenannt. Zugleich wurde mit dem Seniorenministerium ein neues Ministerium gebildet. Der Venstre-Politiker Torsten Schack Pedersen wurde Minister für Öffentliche Sicherheit und Bereitschaft in einem neu dafür gebildeten Ministerium. Neue Digitalisierungsministerin wurde Caroline Stage Olsen von den Moderaterne. Die vorherige Digitalisierungs- und Gleichstellungsministerin Marie Bjerre wurde zur Europaministerin ernannt. Der neue Ministerposten wurde im Außenministerium geschaffen. Die Zuständigkeit für Gleichstellung ging an Umweltminister Magnus Heunicke über, der im Zuge dessen Umwelt- und Gleichstellungsminister wurde. Der Minister für Entwicklungszusammenarbeit und globale Klimapolitik, Dan Jørgensen, verließ die Regierung. Mette Frederiksen hatte bereits davor angekündigt, dass er neuer EU-Kommissar werden solle. Neu gegründet wurde das mit einem umweltpolitischen Schwerpunkt versehene Ministerium für das Grüne Dreigespann (Ministerium for Grøn Trepart), in dem der vorherige Steuerminister Jeppe Bruus Christensen zum Minister ernannt wurde. Neuer Steuerminister wurde Rasmus Stoklund.[13][14]

Bei einer Kabinettsumbildung am 23. September 2025 tauschten drei Minister untereinander ihr Ministerium. Steuerminister Stoklund wechselte zum Ministerium für Einwanderung und Integration. Dessen vorheriger Minister Kaare Dybvad Bek wurde neuer Arbeitsminister und die bisherige Arbeitsministerin Ane Halsboe-Jørgensen übernahm das Steuerministerium.[15]

Während des Mutterschutzes von Caroline Stage Olsen vom 20. Januar bis zum 26. Februar wurde das Digitalisierungsministerium kommissarisch von Christina Egelund – zusätzlich zu ihrem Amt als Forschungsministerin – geführt.[16] Am 3. Februar 2026, kurz vor dem Ende der Legislaturperiode, ersetzte Henrik Frandsen von den Moderaten seine aus familiären Gründen zurückgetretene Parteikollegin Mette Kierkgaard als Minister für Seniorenangelegenheiten.[17]

Zusammensetzung

Weitere Informationen Ressort, Foto ...
Ressort Foto Name Lebensdaten Amtsantritt Amtsende Partei
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen[7] * 1977 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Stellvertretender Ministerpräsident
(Vicestatsminister)
Jakob Ellemann-Jensen[7] * 1973 15. Dezember 2022 23. Oktober 2023 Venstre
Troels Lund Poulsen[7] * 1976 23. Oktober 2023 3. Juni 2026 Venstre
Verteidigung
Jakob Ellemann-Jensen[7] * 1973 15. Dezember 2022 22. August 2023 Venstre
Troels Lund Poulsen[10] * 1976 22. August 2023
seit 6. Februar 2023 bereits kommissarisch
3. Juni 2026 Venstre
Auswärtiges Lars Løkke Rasmussen[7] * 1964 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Moderaterne
Finanzen Nicolai Wammen[7] * 1971 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Wirtschaft Troels Lund Poulsen[7] * 1976 15. Dezember 2022
22. August 2023 Venstre
Jakob Ellemann-Jensen[10] * 1973 22. August 2023 23. Oktober 2023 Venstre
Stephanie Lose[10] * 1982 23. November 2023 3. Juni 2026 Venstre
Ministerin ohne Geschäftsbereich im Wirtschaftsministerium Stephanie Lose[10] * 1982 9. März 2023 1. August 2023 Venstre
Inneres und Gesundheit Sophie Løhde[7] * 1983 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Venstre
Justiz Peter Hummelgaard Thomsen[7] * 1983 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Kultur Jakob Engel-Schmidt[7] * 1983 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Moderaterne
Wirtschaftsförderung und Betriebe Morten Bødskov[7] * 1970 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
„Grünes Dreigespann“ (Grøn Trepart)
(seit 29. August 2024; zuvor: Entwicklungszusammenarbeit und Globale Klimapolitik)
Dan Jørgensen[7] * 1975 15. Dezember 2022 29. August 2024 Socialdemokratiet
Jeppe Bruus Christensen * 1978 29. August 2024 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Umwelt und Gleichstellung
(seit 29. August 2024, zuvor: Umwelt)
Magnus Heunicke[7] * 1975 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Bau und Soziales Pernille Rosenkrantz-Theil[7] * 1977 15. Dezember 2022 29. August 2024 Socialdemokratiet
Sophie Hæstorp Andersen * 1974 29. August 2024 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Arbeit Ane Halsboe-Jørgensen[7] * 1983 15. Dezember 2022 23. September 2025 Socialdemokratiet
Kaare Dybvad Bek * 1984 23. September 2025 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Erziehung und Kinder Mattias Tesfaye[7] * 1981 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Einwanderung und Integration Kaare Dybvad Bek[7] * 1984 15. Dezember 2022 23. September 2025 Socialdemokratiet
Rasmus Stoklund * 1984 23. September 2025 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Steuern Jeppe Bruus Christensen[7] * 1978 15. Dezember 2022 29. August 2024 Socialdemokratiet
Rasmus Stoklund * 1984 29. August 2024 23. September 2025 Socialdemokratiet
Ane Halsboe-Jørgensen * 1983 23. September 2025 3. Juni 2026 Socialdemokratiet
Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei Jacob Jensen[7] * 1973 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Venstre
Städte, ländlicher Raum, Kirchenangelegenheiten, und Nordische Zusammenarbeit
(seit 23. November 2023, zuvor: Ländlicher Raum, Kirchenangelegenheiten und Nordische Zusammenarbeit)
Louise Schack Elholm[7] * 1977 15. Dezember 2022 23. November 2023 Venstre
Morten Dahlin[11] * 1989 23. November 2023 3. Juni 2026 Venstre
Transport Thomas Danielsen[7] * 1983 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Venstre
Hochschulbildung und Wissenschaft Christina Egelund[7]  A1 * 1977 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Moderaterne
Digitalisierung
(seit 29. August 2024, zuvor: Digitalisierung und Gleichstellung)
Marie Bjerre[7] * 1986 15. Dezember 2022 23. November 2023 Venstre
Mia Wagner koncerndirektør Freeway cropped Mia Wagner[11][12] * 1977 23. November 2023 7. Dezember 2023 Venstre
Marie Bjerre[12] * 1986 7. Dezember 2023 29. August 2024 Venstre
Caroline Stage Olsen A1 * 1990 29. August 2024 3. Juni 2026 Moderaterne
Seniorenangelegenheiten Mette Kierkgaard[7][17] * 1972 15. Dezember 2022 3. Februar 2026 Moderaterne
Henrik Frandsen[17] * 1961 3. Februar 2026 3. Juni 2026 Moderaterne
Klima, Energie und Versorgung Lars Aagaard[7] * 1967 15. Dezember 2022 3. Juni 2026 Moderaterne
Europa
(seit 29. August 2024)
Marie Bjerre[7] * 1986 29. August 2024 3. Juni 2026 Venstre
Öffentliche Sicherheit und Bereitschaft
(seit 29. August 2024)
Torsten Schack Pedersen * 1976 29. August 2024 3. Juni 2026 Venstre
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A1 
Vom 20. Januar bis 26. Februar vertrat Christina Egelund Caroline Stage Olsen während ihres Mutterschutzes geschäftsführend als Digitalisierungsministerin

Siehe auch

Einzelnachweise

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