Richard Charles Oldfield
britischer Psychologe
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Richard Charles Oldfield (vulgo Carolus Oldfield * 16. September 1909 in London; † 27. April 1972 in Edinburgh) war ein Psychologe und Professor an der Universität Edinburgh.[1]

Leben
Seine Eltern waren Sir Francis du Pre Oldfield (1875–1928), ein englischer Magistrat und Richter am High Court of Judicature in Madras, und Frances Sophia Henrietta Cayley (1868 in Ceylon – 1932); sie hatten am 23. Mai 1898 in Kensington geheiratet.
Er wurde am Marlborough College und am Peterhouse College in Cambridge ausgebildet, wo er zunächst Naturwissenschaften und anschließend Moralphilosophie studierte. Nach seinem Abschluss erhielt er das Arnold-Gerstenberg-Stipendium für Forschung in Wissenschaftsphilosophie. Danach wandte er sich der experimentellen Psychologie zu und arbeitete bis zum Ausbruch des Krieges im psychologischen Laboratorium von Cambridge unter Sir Frederic Bartlett. Während der Zweiten Weltkrieges arbeitete er bei der Radarabteilung der Royal Air Force Volunteer Reserve (RAFVR). Danach wurde er zum Universitätsdozenten an der University of Oxford ernannt. Dort spielte er eine Schlüsselrolle bei der Gründung der Honours School of Psychology, Philosophy and Physiology (PPP) und bei der Forschung am Institut für Experimentelle Psychologie. Von 1950 bis 1956 hatte er den Lehrstuhl für Psychologie an der University of Reading und von 1956 bis 1966 an der Universität Oxford inne. 1963 wurde er zum Ehrendirektor der Psycholinguistik-Einheit des Marshall Research Council (MRC) ernannt und drei Jahre später, nach der Umstrukturierung der Einheit zur Forschungseinheit für Sprache und Kommunikation und deren Umzug an einen neuen Standort an die Universität Edinburgh, wurde er Professor und hauptamtlicher Direktor der Marshall Research Council Speech and Communication Unit. 1972 war er hier Honorarprofessor.
Werk
Seine frühen Arbeiten lagen im Bereich der philosophischen Psychologie; seine unveröffentlichte Dissertation über „Vernunft, Sprache und Logik“ veranschaulicht den Übergang seines Interesses zur experimentellen Psychologie. Dabei entwickelte er auch ein reges Interesse an speziellen Sinnen, insbesondere am Geschmacks- und Geruchssinn. Nach dem Krieg wandte er sich wieder Problemen der Sinnespsychologie zu und veröffentlichte mehrere Arbeiten zu psychoakustischen Fragestellungen. Er interessierte sich auch für die Wahrnehmungsprobleme, die Radar, Filme und Fernsehen mit sich brachten, und trug zusammen mit Albert Michotte zu einem Symposium zu diesem Thema bei. Während seiner Professur in Oxford befasste er sich insbesondere mit dem dichotischen Hören, wobei er von seinen Doktoranden Anne Treisman und Neville Moray unterstützt wurde, sowie mit dem Thema der Aphasie und verwandten Sprachstörungen. In seinen Jahren in Edinburgh veröffentlichte er einen Band mit Aufsätzen zur Psychologie der Sprache. Dabei griff er Fragen zur Händigkeit und deren Zusammenhang mit der Hemisphärendominanz wieder auf; er beschäftigte sich dabei speziell mit der Händigkeit von Musikern und allgemein der Psychologie der Musik.
Ehrungen/Positionen
- Gründungsmitglied und Präsident von 1956 bis 1957 der Experimental Psychology Group
- erster Herausgeber des Quarterly Journal Experimental Psychology
- 1936: Leverhulme-Forschungsstipendium, um unter der Leitung von Charles Samuel Myers Interviewtechniken zu studieren
Privates
Er heiratete 1933 Lady Kathleen Constance Blanch Balfour (1912–1996); aus der Ehe stammten die Töchter Frances Elizabeth (* 1935) und Margaret Cayley (* 1937).[2]
Publikationen (Auswahl)
- Monografien
- Mit M. B. Elvin: Disabilities and progress in a dysphasic university student. British medical association, London 1951.
- The Psychology of the Interview (4th Ed). Methuen Publishing, London 1951 (Erstauflage 1941).
- Psychology in Oxford, 1898–1949. British Psychological Society, London [1950 ?].
- Herausgeberschaften
- Mit J. C. Marshall: Language: selected readings. Penguin Education, Harmondsworth 1968.
- Ital. Ausgabe: Mit J. C. Marshall: Psicolinguistica (trad. di Giampaolo Barosso e Maria Vittoria Giuliani). Bollati Boringhieri, Turin 1975.
- Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge
- Difficultés de la neuropsychologie expérimentale: Précautions à prendre. In: Bulletin de psychologie, 1969, 22 (276). La méthode expérimentale en psychologie, S. 750–753.
- Dénomination d'objets et stockage des mots. In: Bulletin de psychologie, 1966, 19 (247), Aspects du langage, S. 733–744.
- Individual vocabulary and semantic currency: a preliminary study. [Verlag unbekannt], [Ort der Veröffentlichung unbekannt] [1963?]
- Mit Moyra Williams: Cerebral trauma in infancy and intellectual defect. British medical association, London [1961?].
- Perception in the mouth. Society of chemical industry, London [1960?].
- Apparent fluctuations of a sensory threshold. [Verlag unbekannt], [Ort der Veröffentlichung unbekannt] [1955?].
- Mit M. B. Elvin: Disabilities and progress in a dysphasic university student. British medical association, London [1951?].
- Note on the effect of background intensity and screen colour on echo-visibility in the B-scope. Flying Personnel Research Committee/Cambridge Psychological Laboratory, 1947.
- Visual search for an inconspicuous object. Flying Personnel Research Committee: Cambridge Psychological Laboratory, 1947.
- Mit S. D. King: The movements of the eyes in searching for an inconspicuous object. Flying Personnel Research Committee, Cambridge Psychological Laboratory, 1946.
- Visual coverage afforded in a single fixation: the probability of perceiving an inconspicuous object displaced from the fixation point. Flying Personnel Research Committee, Cambridge 1946.
Weblinks
- Oldfield, Richard Charles (1909–1972) auf persee.fr, abgerufen am 20. Januar 2026.
- Oldfield, Richard Charles (1909–1972) auf IdRef – Identifiants et Référentiels pour l'ESR, abgerufen am 21. Januar 2026.