Robert Peacock

Rechtsanwalt und Mitglied der lübeckischen Bürgerschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Peacock (* 20. September 1842 in Lübeck; † 10. Februar 1895 in Lübeck) war ein deutscher Rechtsanwalt und Notar sowie Bürgerschaftsmitglied der Freien und Hansestadt Lübeck.

Leben

Herkunft

Robert Peacock war der Sohn des aus Schottland stammenden gleichnamigen Robert Peacock, der bis zu seiner Pensionierung 1868[1] als Lehrer der Englischen Sprache am Katharineum tätig war. Seine Frau, Wilhelmine Auguste, war eine Schwester Carl Heinrich Dettmers.

Laufbahn

Peacock besuchte bis zum Abitur 1861 das Katharineum.[2] Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn, in dessen Burschenschaft er 1861/62 aktiv war,[3] und Göttingen. In der letztgenannten promovierte er am 22. Dezember 1864 zum Dr. jur.[4]

Zurück in Lübeck praktizierte Peacock und spezialisierte sich auf das Handelsrecht. Seine ihn auszeichnende praktische Begabung, Promptheit und unbedingte Zuverlässigkeit verschafften ihm schon bald eine große stetig wachsende Anzahl vorwiegend kaufmännischer Mandanten.

Einmarsch des lübeckischen Bataillons am 18. Juni 1871

Eine aus den Senatoren Theodor Curtius, Philipp Wilhelm Plessing, Georg Friedrich Harms und Arthur Gustav Kulenkamp, Oberpostdirektor Hermann Lingnau, Peacock und Konsul Conrad Platzmann[5] gebildeten Kommission berieten sowohl die Feierlichkeiten des Geburtstags des Kaisers am 9. März 1871 als auch für den in der letzten Woche des Aprils erwarteten Einmarsch des heimischen Bataillons stattfindenden Feierlichkeiten.[6]

Auf der Versammlung des Musikvereins am 5. Mai 1872 wurden an Stelle des ausscheidenden Robert Christian Avé-Lallemant und des verzogenen Julius Schubring Pet. Wilh. Steinhagen und Peacock in den Vorstand gewählt.[7] 1875 verließ er freiwillig den Vorstand.[8] 1878 wurden in den Vereinsvorstand für den verstorbenen Kapellmeister Gottfried Herrmann und die ausscheidenden Steinhagen, Ludwig Kaibel, Ludwig Wilhelm Heinrich Mollwo, Jul. Ant. Bernh. Sydow[9][10] und Eduard Hach Kaibel, Rud. Gust. Ed. Neuendorff, Carl Joh. Matz, Ludw. Heinr. Theod. Staunau, Hermann Jimmerthal und Peacock wieder- bzw. neugewählt. Carl Stiehl wurde als beratendes Mitglied hinzugezogen.[11]

An Stelle des aus dem Vorstand der Harmonie ausgetretenen Peacock übernahm Sim. Joach Heinr. Hill den Vorsitz.[12] Am 10. März 1876 die sich zum Beitritt in den neuen Club bereiten Mitglieder zu dessen Konstituierung. Baudirektor Louis Martiny und Peacock standen an der Spitze dessen Vorstands.[13]

Als Peacock seinen Rücktritt von dem Amt eines Protokollführers am Obergericht im August 1873 bekannt geben hatte, wurde dies in den Lübeckische Blättern (Informationsblatt der Gemeinnützigen) Öffentlich Bekanntgemacht und Bewerbungen für dessen Nachfolge bis zum 3. Oktober 1873 erbeten.[14]

Zu den Verhandlungen über die Errichtung einer Hanseatischen Anwaltskammer wurden Plessing, Peacock und Emil Ferdinand Fehling als Vertreter der lübeckischen Anwälte erwählt.[15] Zu den lübeckischen Mitgliedern der Anwaltskammer beim Hanseatischen Oberlandesgericht wurden 1879 Plessing und Peacock erwählt.[16]

Nach Einführung der neuen Gerichtsverfassung ging am 23. September 1879 die Gerichtsbarkeit des Oberappellationsgerichtes im Zuge der von der Reichsverfassung erlaubten Neuordnung an das neu errichtete Reichsgericht in Leipzig über. Im Gerichtshaus in der Mengstraße fand die feierliche Einsetzung der neuen Gerichtsbehörden statt. Im Anschluss wurde ein Diner im Hotel Stadt Hamburg eingenommen. An der gleichzeitigen Einsetzung in Hamburg nahmen Namen des lübeckischen Senates Hermann Rittscher und in dem der lübeckischen Anwälte Alphons Plessing, Peacock und Fehling teil.[17] Als Ausgleich für den Verlust des Oberappellationsgerichts wurde die Stadt Sitz der nach dem Erlass des letzten großen Sozialversicherungsgesetzes unter Otto von Bismarck für die Beschäftigten in den drei Hansestädte zuständige Hanseatichen Versicherungsanstalt für Invaliditäts- und Altersversicherung.[18][19] Ihr Ausschuss war am 3. November 1893 erstmals in der von Julius Grube entworfenen Königstraße 1 zusammentreten.

Am 3. Oktober 1891 beschloss die Lübecker Turnerschaft auf ihrer Hauptversammlung, ihre langjährigen Mitglieder, unter ihnen Peacock, in Anerkennung der Verdienste um den Verein und die Turnsache der Vaterstadt zu Ehrenmitgliedern des Vereins zu ernennen.[20]

Seit Anfang der 1890er Jahre zog sich Peacock bedingt durch eine unheilbare Krankheit nach und nach aus dem öffentlichen Wirken und Leben zurück. 1892 zog seine Familie aus der Beckergrube 54 in das in der Vorstadt gelegene Haus in der Roeckstraße 3. Als man 1893 in die Mengstraße 22 zog, verzeichnete das Lübeckische Adressbuch 1894 nicht mehr seinen Namen, sondern den seiner Frau. „Nach langem Leiden“ verstarb er dort 52-jährig. Man setzte ihn auf dem eigentlich schon geschlossenen Gertrudenkirchhof[21] beim Burgfeld bei.[22]

Wirtschaftsförderer

Im Oktober 1873 wurden die vom lübeckischen Canal-Verein angeordneten Nivellierungen zwischen dem Ratzeburger und Möllner See vorgenommen. Vom Vereinsvorstand waren der Vorsitzende, Eisenbahndirektor Christian Arnold Behn, Baudirektor Carl Jul. Krieg, Joach. Franck und Peacock zur Besichtigung der ermittelten Linien vor Ort. Es wurde befürchtet, dass die Schiffe die Höhe nur durch die Anwendung einer Schiefen Ebene überwinden könnten.[23][24]

Der aus Heinrich Theodor Behn (Vorsitz), Heinrich Mann, Suckau, sowie Carl Herm. Heinr. Franck und Robert Peacock bestehende lübeckische Zweig des Vereins für Hebung der Fluß- und Canalschiffahrt wuchs 1878 um Rud. Carl Müller, Hinrich Christian Otto, Georg Wilhelm Stange und August Rehder an. Es wurde die von Baurat Carl August Wilhelm Lohmeyer aus Ratzeburg vorgetragene projektierte Korrektur des Stecknitzkanals, welche am 29. Mai 1878 auf der Hauptversammlung in Berlin als Tagesordnungspunkt durch den lübeckischen Vorsitzenden zu vertreten war, diskutiert und gebilligt.[25]

Auf der am 31. März 1879 stattgefundenen Generalversammlung der Aktiengesellschaft Casino wurden die aus dem Verwaltungsausschuss scheidenden Mann und Tegtmeyer wiedergewählt, und an Stelle von Karl Peter Klügmann und Staatsanwalt Ernst Christian Johannes Schön, Oberlehrer August Sartori und Peacock gewählt.[26]

Commerz-Bank

Auf der Generalversammlung der Commerz-Bank am 25. März 1886, auf der die Inhaber von mehr als 2000 Aktien vertreten waren, wurde an Stelle des turnusmäßig ausscheidenden Gust. Georg Eschenburg[27] der bisherige Revisor Gotthard Joachim Georg Schwartzkopf in den Aufsichtsrat und für ihn Peacock zum Revisor gewählt.[28] Zu der von Ferdinand Dahlberg in Vertretung des erkrankten Senators Johannes Fehling am 21. Juni 1886 geleiteten Generalversammlung waren fast 2000 Aktien vertretende 69 Aktionäre erschienen. Peacock legte im Namen der Revisoren Gründe dar, die es wünschenswert machten, die Frage der Entlastung auf die Tagesordnung zu setzen. Hierfür verlas er einen Bericht über die Revision der Abrechnung, in welchem die Aktionäre um die Erteilung der beantragten Entlastung ersucht wurden. Dieser wurde mit einer überwiegenden Majorität entsprochen. Auf den nun folgenden Aufsichtsratswahlen wurde auch Peacock mit mehr als 1800 Stimmen erwählt. Nun wurde der gedruckt vorliegende Statuten-Entwurf erneut zur Beratung gestellt und mit unwesentlichen Veränderungen angenommen und sollte, sobald die Eintragung ins Handelsregister erfolgt war, am 1. Juli in Kraft treten.[29] An seine Stelle wurde im Februar 1888 Krafft Tesdorpf in den Aufsichtsrat gewählt.[30] Bereits im Folgejahr wurde er an Stelle des austretenden Heinrich Carstens in diesen zurückgewählt.[31] Auf der Generalversammlung am 25. Februar 1892 wurden an Stelle von Dahlberg und Peacock die Senatoren Georg Arnold Behn und Carl Alfred Brattström in den Aufsichtsrat gewählt.[32]

Politik

Bei der am 21. Juni 1873 stattgefundenen Wahl des IX. Wahlbezirks (Mühlentor-Landbezirk) übten bei 157 ausgegebenen Wählerkarten nur 39 ihr Wahlrecht aus. Peacock erhielt mit 18 Stimmen die fünftmeisten und zog somit als einer der fünf zu Wählenden erstmals in die lübeckische Bürgerschaft.[33]

Bei der am 28. Juni 1879 im Marien-Magdalenen Quartier (MMQ) abgehaltenen Wahl erschienen 190 Wähler. Peacock erhielt 182 Stimmen und wurde als einer der sechs Mitglieder der Bürgerschaft gewählt.[34]

Auf der von Adolf Erasmi geleiteten Versammlung des Vaterstädtischen Vereins am 29. Mai 1891 wurde Peacock für den Stand der Gelehrten für die Bürgerschaftswahl des Quartiers als Kandidat aufgestellt.[35] Sämtliche im II. Wahlbezirk (MMQ) aufgestellten Kandidaten wurden gewählt.[36]

In der Verhandlung der Bürgerschaft am 17. Juli 1893 teilte Wortführer Emil Ferdinand Fehling mit, dass die Ergänzungswahlen, für den unter anderen ausgetretenen Peacock, verfassungsgemäß stattgefunden hatten.[37]

Reichsverein

Bei der Konstituierung des Reichsvereins durch gemäßigt liberale Wähler aus Stadt und Land wurde Hermann Lange (Präses der Handelskammer) zum Vorsitzenden, die Herren Schwartzkopf und der Schulvorsteher Max Hoffmann als dessen Stellvertreter gewählt. Durch Freie Wahl unter den Anwesenden wurden statutengemäß in den Vorstand gewählt: C. H. Th. Blech, Jürgen Peter Bade (Schlutup), Walther Brecht, Emil Ferdinand Fehling, J. H. E. Fust, Johs. Krüger, H. H. Ch. Krützmann (Poggensee), Robert Peacock (Advokat) und August Siemssen. Schriftführer wurde Johann Wilhelm Plessing.[38]

Auf der Versammlung am 27. Januar 1886, auf der die Bekämpfung der Einführung des Branntweinmonopols erörtert wurde, wurden die turnusmäßig aus dem Vorstand ausscheidenden Siemssen, Peacock und Brecht durch Akklamation wiedergewählt.[39]

Auf der Versammlung am 10. Januar 1888 wurde Peacock zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.[40] Am 28. März 1890 wurde auf der Generalversammlung im großen Casinosaal auf Antrag des Vorstandes die Vermehrung der Zahl ver Beisitzer von 9 aus 12 beschlossen. Als einer von ihnen wurde Peacock gewählt.[41]

Oberschulbehörde

Die 1885 konstituierte Oberschulbehörde bestand aus den

Der Direktor des Katharineums, der Schulrat, der Rektor der Höheren Bürgerschule der Rektor der (noch zu errichtenden) Höheren Mädchenschule waren als Beratende Stimme der Ober-Schulbehörde beigeordnet. Die Protokollführung war dem ebenfalls eine beratende Stimme habenden Senatssekretär Eduard Hach übertragen worden.[42]

In ihrer ersten Sitzung wurden verschiedene Sektionen gebildet. In die Abteilung für die Gewerbeschule wurden Eschenburg, Peacock und Satori gewählt. Zudem wurden dieser Abteilung zwei zu wählende Mitglieder der Gewerbekammer beigeordnet.[43]

In der Sitzung am 18. Oktober 1893 genehmigte der Bürgerausschuss die Entlassung Peacocks aus der Oberschulbehörde.[44]

Bürgerausschuss

In den Bürgerausschuss wurde Peacock 1875–77, 1878–80 und 1889–90 gewählt.[45] In den Jahr 1885/86[46] war er dessen Wortführer.

Auf der aufgrund des erhaltenen Kommissionsberichtes stattfindenden Beratung über die Entschädigung der Mühlenbesitzer wegen aufgehobener Zwangs- und Bannrechte zielte ein Dringlichkeitsantrag von Carl Bruhns – unterstützt von Richter Heinr. Friedr. Ludw. Elder, Heinrich Klug, Peacock und Georg Friedrich Hermann Sommer – darauf ab, den Senat um die Abänderung einiger Bestimmungen der Konkursordnung zu ersuchen, deren Auslegung des lübeckischen Handelsgerichtes und Obergerichtes, sowie des Reichsoberhandelsgerichtes in einem in Sachen der Güterpfleger der E. Schlomer'schen Konkursmasse[47] contra der Lübecker Bank abgegebenen Erkenntnisse die Befürchtung einer Schädigung des hiesigen Realkredites nahe legten.[48]

Auf der Versammlung am 19. Juli 1876 wurde der an die Bürgerschaft zu richtende und zunächst der Begutachtung des Bürgerausschusses verstellte Senatsantrag bzgl. der Abänderung des §49 der Hypothekenordnung dahin, dass Vormündern gestattet werden sollte, die Gelder ihrer Mündel schon bis zum halben Wert in Grundstücken anzulegen, an eine aus Peacock, Emil Heinr. Alexand. Otto, Wilhelm Brehmer, Ferdinand Dahlberg und Wilhelm Gaedecke gebildete Kommission überwiesen.[49]

Den von Alphons Plessing im Dezember 1876 gestellten Antrag, betreffend die Verpflichtung der Verwaltungsbehörde für städtische Gemeindeanstalten, für Budgetüberschreitungen verfassungsmäßige Nachbewilligung einzuholen, brachte der Bürgerausschuss aufgrund eines ihm darüber erstatteten Kommissionsberichtes an den Senat; dasselbe geschah mit den Antrag von Peacock, der den sogenannten Kindergeldern auch nach Einführung der Reichs-Konkursodnung noch das Vorzugsrecht im Konkurs zu erhalten bezweckte.[50]

Die achte der am 17. Juli 1878 vom Ausschuss befürworteten Senatsvorlage zur Mitgenehmigung der Bürgerschaft war die erneute Bewilligung von 2400 ℳ an das Comité für die diesjährige Sedanfeier. Dies geschah unter der Ablehnung der Bedingung von Richter Elder, dass die Feier am Morgen wie bisher auf dem Markt und nicht in der Katharinenkirche stattfände. Dann wurde die am 19. Mai ausgesetzte Wahl der Kommission vorgenommen, welche den an den Bürgerausschuss verwiesenen, von Friedrich Wilhelm Kaibel in der Bürgerschaft gestellten Antrag, den städtischen Musikdirektorposten betreffend, begutachten sollte. Gewählt wurden Hach, Kaibel, Schorer, Peacock und August Sartori.[51]

Zwei an die Bürgerschaft zu richtende Anträge, betreffs Erlass einer neuen Hypothekenordnung und Abänderung des § 5 der Verordnung vom 25. März 1848, betreffend der persönlichen Haftungspflicht der Eigner von Grundstücken u. w. d. a., wurden am 2. April 1879 an die aus Bruhns, Hach, Peacock, Carl William Freese und Spiegeler bestehende Kommission – die den Gesetzentwurf wegen einer zu erlassenden Subhaftationsordnung beriet – zur Begutachtung überwiesen.[52]

Am 16. April 1879 wurde ein Senatsantrag auf Einführung einer Grund- und Gebäudesteuer für die Stadt als Kommunalsteuer an Stelle des Leuchten- und Pflastergeldes und der Abgabe für Löschanstalten und Polizeiwache an eine aus Adolph Hach, Johann Heinrich Albrecht Hümöller, Johannes Nicolaus Heinrich Rahtgens, Peacock und Theodor Sartori bestehenden Kommission verwiesen.[53]

Die zur Begutachtung des Bürgerausschusses vorgelegten Gesetzentwürfe, betreffend die Dienstvergehen der Richter und Beamten der Staatsanwaltschaft, sowie das Disziplinarverfahren gegen dieselben, betreffend die Beurlaubung der Richter und Gerichtsbeamten, betreffend die Tagegelder und Reisekosten der Richter und Gerichtsbeamten, sowie Staatsanwalt und dessen Stellvertreter wurden am 6. März 1879 an die aus Hach, Lingnau, Ad. Joh. Ludolph Hammerich,[54] Peacock und Freese bestehende Kommission überwiesen. Deren Bericht, betreffend die Gehälter der Richter und Gerichtsbeamten, sowie die Verwendung der im Amt befindlichen Richter, des Staatsanwalts und der Gerichtsbeamten wurde vorher vorgelegt. Mit den an diesem Tage genehmigten Anträgen wurde die Senatsvorlage zur Mitgenehmigung der Bürgerschaft gutachtlich befürwortet.[55] Der Entwurf eines Gesetzes die Rechtsverhältnisse der Beamten betreffend wurde am 28. Mai 1879 an eine aus Bruhns, Eisenbahndirektor Ant. Ferd. Benda, Peacock, Schorer und Sartori bestehende Kommission verwiesen.[56]

Am 23. Juli 1879 wurde die Entscheidung über die Erhöhung der Gehälter des Maschinenmeisters und Rohrmeisters der Stadtwasserkunst, Anstellung eines Kanzlisten mit Pensionsberechtigung bei der Ersatzkommission, sowie die Gehaltserhöhung des Aufsehers beim Pulvermagazin an die aus Bruhns, Benda, Peacock und Schorer bestehende Kommission überwiesen, nachdem sie über die Vorlage zur Regulierung der Dienstverhältnisse von Beamten gutachtlich berichtet hatte.[57]

Ein Antrag auf Aufbesserung der Gehälter mehrerer Subaltern- und Unterbeamten wurde am 15. Oktober 1890 an eine aus Georg Friedrich Hermann Sommer, Schön, Heinrich Theodor Buck, Johannes Daniel Benda und Heinrich Johann Joachim Schultz mit den Ersatzmännern Peacock und Theodor Schorer bestehende Kommission verwiesen.[58] Sämtliche Anträge auf Gehaltsaufbesserung (mehrerer Subalter- und Unterbeamter, Oberlehrer II. Gehaltsklasse, Förster und Bauinspektoren) wurden am 8. April 1891 an die aus Sommer, Benda, Buck, Alfred Stooß, Peacock und den Ersatzmännern Ernst Karl Konrad Heidenreich und Brehmer bestehende Kommission überwiesen.[59]

Der Antrag auf die Erweiterung der Irrenanstalt wurde am 10. Dezember 1890 an die aus Eschenburg, Schön, Benda, Albert Grube und Peacock bestehende Kommission verwiesen.[60] Nachdem auf der Versammlung des Vaterstädtischen Vereins am 15. April 1891 die Vertrauensmänner der anstehenden Bürgerschaftswahlen gewählt waren, berichtete Peacock über den Antrag des Senates die Irrenanstalt zu erweitern. Er hob besonders den Standpunkt der Kommission des Bürgerausschusses, welche stattdessen einen völligen Neubau unter der gleichzeitigen Verlegung vom derzeitigen befürwortete, hervor, da dies nicht nur die Entwicklung der Anstalt, sondern der ganzen Vorstadt St. Jürgen hemmen würde.[61]

Ein am 24. Juni 1891 von Peacock gestellter Antrag auf Abänderung des Gesetzes, das Aufgebotsverfahren betreffend, vom 27. März 1882 wurde nach einer längeren Besprechung vom ihm zurückgezogen.[62]

Am 30. September 1891 wurde ein Antrag auf Abänderung des Gesetzes betreffend des Gewerbegerichtes vom 17. September 1877 an eine aus Sommer, Priess, Peacock, Hermann Meeths, Schwartzkopf sowie den Ersatzmännern Carl Stave und Grube überwiesen.[63]

Bürgerlicher Deputierter

Der Senat erwählte am 16. Januar 1886 Peacock an Stelle des abtretenden Carl Friedr. Lindenberg zum Bürgerlichen Deputierten bei dem Finanzdepartement.[64][65] An Stelle des abtretenden Peacock beim Finanzdepartement erwählte der Senat am 9. Januar 1892 Heinrich Görtz.[66]

Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit

Auf der Versammlung der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit am 21. Januar 1873 fand die Neuwahl eines Vorstehers der Spar- und Anleihekasse an Stelle des turnusmäßig ausscheidenden Karl Peter Klügmann statt. Hierzu waren vorher Friedrich Ewers, Peacock und Theodor Wehrmann vorgeschlagen worden.[67] Auf der Versammlung am 30. November 1880 wurden bei der darauf stattfindenden Deliberation über die von ihr gestellten Anträge auf Abänderung des Planes des Instituts Beschlüsse gefasst. So sollte dessen § 6 erweitert werden. Ein bei der Beratung hierfür von Peacock gestellter Antrag, dass die Vorsteherschaft in Erwägung ziehen möge, den Zinsfuss ihrer Pfandposten von 4½ % auf 4 % herabzusetzen wurde, nach lebhafter Debatte, abgelehnt.[68]

Nachdem Klügmann die auf ihn entfallene Wahl zum Vorstandsmitglied der Lübecker Badeanstalt nicht angenommen hatte, griff man auf Adolph Hach und Peacock zurück. Sie hatten als zweitmeist Gewählte gleichviele Stimmen erhalten. Das Los entschied für den Letzteren.[69] Auf der Generalversammlung am 1. April 1878 wurde ein Antrag des Vorstandes genehmigt und Peacock zum Mitglied des Aufsichtsrates ernannt.[70] 1879 wurde auf Antrag Peacocks die Verteilung einer Dividende von 1 % beschlossen.[71] 1881 wählte man Ludw. Ant. Christ. Rumpf an Stelle des abtretenden Peacock zum Revisor.[72]

Auf der Versammlung am 20. Januar 1880 wurden auch die Mitglieder der Commission für die Industrieschule gewählt. Mit lediglich 58 Stimmen gehörte Peacock nicht zu den Erwählten.[73]

Auf der Versammlung der Geographischen Gesellschaft am 22. Januar 1892 teilte deren Vorsitzender Sartori mit, dass Peacock aus gesundheitlichen Gründen ausgetreten sei.[74] 1893 trat Peacock auch aus der Muttergesellschaft aus.[75]

Familie

Peacock heiratete 1872 die 1847 geborene Tochter Louise des Kaufmanns Johannes Hasse. Das Paar hatte zwei Söhne, Robert (* 1873) und John (* 1875).

Trivia

Peacock gilt neben den Rechtsanwälten Wibel und Klügmann als ein mögliches Vorbild für die Figur des Rechtsanwalts Dr. Andreas Gieseke in Thomas Manns Roman Buddenbrooks.[76] Noch 1892, ein Jahr nach dem die Familie des verstorbenen Senatoren Mann verzog, lebte die Familie Peacock in dem Haus neben dem der Familie Mann.

Literatur

  • 9.: Dr. Robert Peacock †. In: Lübeckische Blätter; 37. Jahrgang, Nummer 13, Ausgabe vom 13. Februar 1895, S. 69.
Commons: Robert Peacock – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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