Roman über ein Verbrechen
Reihe von Kriminalromanen von Sjöwall & Wahlöö
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Roman über ein Verbrechen (schwedisch Roman om ett brott) ist eine zwischen 1965 und 1975 erschienene Roman-Dekalogie des schwedischen Autorenpaars Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Die Serie war ein weltweiter Erfolg und wurde mehrfach verfilmt. Als grundlegende Neuerung im Kriminalroman gilt die realistische Darstellung der Ermittlertätigkeit als Zusammenspiel vieler Beteiligter. Hauptfigur der Reihe ist Martin Beck, ein Kriminalkommissar der schwedischen Reichsmordkommission. Wesentliche Handlungsstränge werden jedoch auch von seinen Kollegen bestritten, insbesondere von Lennart Kollberg und Gunvald Larsson.


Die Reihe Roman über ein Verbrechen legte die Grundlage für den sozialkritischen Kriminalroman skandinavischer Prägung, der viele Nachfolger fand. Sjöwall und Wahlöö wählten gezielt das populäre Genre der Kriminalliteratur, um ihre Kritik an der schwedischen Gesellschaft zu verbreiten. Das „Verbrechen“ im Reihentitel bezieht sich auf den Kapitalismus in Schweden als Ausgangspunkt der Kriminalhandlungen der einzelnen Romane. Besondere Kritik wird an der schwedischen Polizei geübt. Beck und seine Kollegen stehen bei ihrem Versuch, gute Polizeiarbeit zu leisten, diversen inkompetenten und reaktionären Kollegen, Vorgesetzten und Politikern gegenüber.
Autoren
Maj Sjöwall und Per Wahlöö lernten sich laut Sjöwalls Angaben 1962 kennen. Sie arbeiteten beide als Journalisten für sozialdemokratische Wochenzeitungen. Wahlöö hatte zu diesem Zeitpunkt bereits vier politische Romane geschrieben, die allerdings nur in kleiner Auflage erschienen waren.[1] Sjöwall hatte einen Sohn und war zweimal geschieden, Wahlöö war verheiratet und Vater einer Tochter. Beide trafen sich zunächst in Bars, um miteinander zu arbeiten, doch schon nach einigen Monaten zog er bei ihr ein. Sie hatten ein gemeinsames Kind, blieben aber unverheiratet. Die Zusammenarbeit war eng mit der Beck-Reihe verknüpft. Der 1965 veröffentlichte Kriminalroman Die Tote im Götakanal war ihr erstes gemeinsames Buch, Die Terroristen blieb ihr letztes. Kurz vor seinem Erscheinen 1975 starb Wahlöö.[2]
Für die Entstehung eines Buches setzten Sjöwall und Wahlöö ungefähr ein Jahr an, wobei sie den Prozess mit einem Schiffsbau in der Kockums-Werft in Malmö verglichen. Die Vorarbeit und Recherche nahm die meiste Zeit in Anspruch. Das Autorenduo entwarf detaillierte Pläne des jeweiligen Buches. Dabei gingen sie stets von 30 Kapiteln aus, die sie jeweils in wenigen Sätzen skizzierten. Auf Karteikarten hielten sie alle Merkmale, körperliche und charakterliche, der handelnden Personen fest. Für den zweiten Roman Der Mann, der sich in Luft auflöste etwa recherchierten sie vor Ort in Ungarn. Der eigentliche Schreibprozess dauerte ungefähr drei Monate. Wegen der Kinder konnte das Paar nur abends und nachts schreiben. Dabei teilten sie sich die Kapitel auf, wobei sie teilweise ihre Manuskripte austauschten, wenn der Schreibprozess bei einem ins Stocken geriet. Wegen der akribischen Vorarbeiten gab es selten die Notwendigkeit von nachträglichen Änderungen.[3]
Zielsetzung
Sjöwall und Wahlöö waren Marxisten und suchten nach einem Vehikel, um ihre politische Botschaft zu verbreiten und dabei breite Bevölkerungsschichten zu erreichen.[4] Sjöwall formulierte in einem Interview: „Wir hielten es für einen erfolgsversprechenden Weg, gezielt ein populäres Genre zu wählen, um das, was wir sagen wollten, zu sagen.“[5] Wahlöö nannte dem Kriminalroman „eine typisch bürgerliche Erscheinung“, dessen Personal ebenso bürgerlich sei wie seine Leser. Gegen dieses Muster hätten sie versucht, zu verstoßen: „Wir versuchen, eine Art sozialistischen Krimi zu schreiben.“ Dabei hätten sie sich anfänglich noch zurückgehalten, um das Publikum zu erreichen, im späteren Verlauf der Reihe sei die sozialistische Ausrichtung aber immer deutlicher geworden.[6]
Um den Kriminalroman aus dem bürgerlichen Korsett zu lösen, brachen Sjöwall und Wahlöö mit den angloamerikanischen Vorbildern, namentlich Agatha Christie und Dorothy L. Sayers, die zu dieser Zeit den schwedischen Kriminalroman beherrschten. An die Stelle eines genialen Detektivs oder Amateurs setzten sie ein Team von Berufspolizisten und schufen die Figur Martin Beck und seine Kollegen. Sjöwall formulierte: „Kriminalroman ja, aber in neuer Form.“[7] Rudi Kost weist allerdings darauf hin, dass sich auch Sjöwall und Wahlöö bei bekannten Vorbildern bedienten. So hatte bereits der von ihnen übersetzte amerikanische Autor Ed McBain mit seinem 87. Polizeirevier ein Polizistenteam in den Mittelpunkt gestellt, die chronologische Entwicklung von Handlung und Figuren mitsamt ihres Privatlebens hatte Nicolas Freeling eingeführt, und Martin Beck selbst sei eine Maigret-Figur, die wie Georges Simenons Kommissar Verständnis für die Täter zeige.[8]
Nach dem Erfolg des ersten Romans entschieden Sjöwall und Wahlöö aus Martin Beck und seinen Kollegen eine Serie zu machen. Mit dem Negativbeispiel Ed McBains vor Augen, der der Wiederholungen seiner Serie um das 87. Polizeirevier zunehmend leid wurde, beschlossen sie nach Sjöwalls Worten „eine Serie von zehn Büchern zu schreiben – und kein einziges mehr. Finito.“[9] Nach dem dritten Roman Der Mann auf dem Balkon formulierte Per Wahlöö das Konzept der Reihe:[10]
„Die Grundidee besteht darin, in einem langen Roman von rund 3000 Seiten, verteilt auf zehn eigenständige Teile, oder wenn man so will Kapitel, einen Längsschnitt durch eine Gesellschaft mit einer bestimmten Struktur darzustellen und Kriminalität als eine soziale Funktion und ihr Verhältnis zur Gesellschaft wie zu den verschiedenen, diese Gesellschaft umgebenden moralischen Lebensformen zu analysieren.“
Maj Sjöwall erklärte zum Reihentitel: „Unsere Bücher sind der ‚Roman eines Verbrechens‘, des Verbrechens der Sozialdemokratie an der schwedischen Arbeiterklasse.“ Die Sozialdemokraten in Schweden betrieben „kapitalistische Politik“ und hätten den schwedischen Wohlfahrtsstaat unter Tage Erlander und Olof Palme immer mehr in einen bürgerlichen Staat zurückverwandelt.[12] Laut Jürg Brönnimann haben die Autoren mit ihrer Reihe zu einer Umdefinierung des Begriffs „Verbrechen“ beigetragen, indem „[n]icht mehr der einzelne Täter der Verbrecher [ist], sondern der unmenschliche kapitalistische Staat und die egoistische Gesellschaft“.[13] Der Titel Roman über ein Verbrechen wurde im schwedischen Original von Anfang an verwendet, im Deutschen jedoch erst bei einer späteren Neuveröffentlichung aller zehn Bände in einer Kassette durch Rowohlt.
Gestaltung
Während die ersten beiden Romane noch stark auf die Hauptfigur Martin Beck fokussiert sind, tritt mit dem dritten Roman Der Mann auf dem Balkon stärker das Team in den Mittelpunkt. Die Romane werden nun aus wechselnden Perspektiven erzählt, häufig beginnen sie mit der Beschreibung des Täters oder der Tat. Mehrere Erzählstränge laufen parallel. In einer Technik, die an den Filmschnitt erinnert, wird zwischen den Handlungssträngen hin- und hergesprungen. Auch die ermüdende Alltagsroutine der Polizeiarbeit wird vorgeführt. Der Stil erinnert an eine Reportage und lässt die journalistischen Ausbildung der Autoren erkennen. Die Szenen sind exakt datiert, teilweise wird Hintergrundmaterial wie Statistiken eingearbeitet. Auch das gesellschaftliche Umfeld wird einbezogen. Der Leser soll, so Rudi Kost, nicht bloß wie in einem klassischen Whodunit über den Täter rätseln, er soll sich auch „auseinandersetzen mit dem, was einen Menschen zum Mörder macht und was dies verrät über die Welt, die Gesellschaft, in der er lebt“.[14]
Eine weitere Zutat, die Sjöwall und Wahlöö dem Genre Kriminalroman hinzugefügt haben, ist eine „Prise Humor“, wie es Wolfgang Schüler formuliert,[15] oder den „teilweise brillanten, berserkerhaften Humor“ laut Elmar Krekeler.[16] Sie führen eine Reihe von skurrilen Figuren ein wie die Streifenpolizisten Kristiansson und Kvant, die in Und die Großen lässt man laufen einen Mörder entfliehen lassen, weil sie sich von einem Dreijährigen beleidigt fühlen („Polizei, Kartoffelbrei“).[17] Das Duo hat ebenso wiederkehrende Auftritte in der Reihe wie die Figur des „Irren und Staatsanwalts“ Bulldozer Olsen.[18] Die Ermittlungen nehmen teilweise Züge einer Groteske oder Farce an. So ist die polizeiliche Erstürmung einer leeren Wohnung in Verschlossen und verriegelt laut Rudi Kost ein „Musterfall effektvoll choreographierten Slapsticks“.[19] Håkan Nesser formuliert: „alles, was die Polizei anpackt, geht zur Hölle, aber es ist eine ausgesprochen vergnügliche Höllenfahrt.“[20]
Gesellschaftskritik
Die gesellschaftskritischen Passagen in den Romanen kommen oft unvermittelt und übergangslos. In ihnen kommentiert ein auktorialer Erzähler den Zustand der schwedischen Gesellschaft. Laut Rudi Kost liefern die Autoren „das soziologische, statistische, psychologische Material, vor dessen Hintergrund die Tat erst verständlich wird – und das gesamte Umfeld, das für die Tat verantwortlich ist“. Dabei zeichnen Sjöwall und Wahlöö ihre Täter nicht als Einzeltäter, sondern als gesellschaftliche Stellvertreter.[21] Ernst Ullrich Pinkert weist allerdings darauf hin, dass sich die Kritik durch alle Bände hindurch ähnlich liest. Sie speist sich nicht aus der Handlung, sondern läuft neben ihr her und wirkt dadurch häufig aufgesetzt. Und sie wird in ähnlichen Worten geäußert, egal ob sie dem Erzähler oder den handelnden Personen in den Mund gelegt wird, die in solchen Passagen mit der Stimme der Autoren sprechen.[22]
Über die Serie hinweg wird wiederholt Kritik an der Stadtplanung in Stockholm zur Entstehungszeit geübt.[23] Im modernen, vom Gewinnstreben beherrschten „Großstadtdschungel“ werde auf eine „menschenfreundliche Umwelt“ keine Rücksicht mehr genommen.[24] Eine zentrale These der Autoren ist, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt. So heißt es in Verschlossen und verriegelt: „Gewalt erzeugt nicht nur Antipathie und Haß, sondern auch Unsicherheit und Furcht. Nun war man dahin gekommen, daß die Menschen wirklich […] Angst voreinander hatten. Stockholm war eine Stadt, in der es Zehntausende eingeschüchterter Individuen gab, und ängstliche Menschen sind gefährlich.“[25]
Dies gilt insbesondere für Polizeigewalt. So heißt es in Die Terroristen: „Die Polizei an die Spitze der Gewaltpyramide abzukommandieren, heisst nichts anderes, als den Bock zum Gärtner zu machen.“ Verbrechen könnten laut Sjöwall und Wahlöö vermieden werden, wenn sie nicht durch Einsatz und Bewaffnung der Polizei provoziert würden. Den wenigen „guten Polizisten“ um Martin Beck und die Mitglieder der Reichsmordkommission stellen die Autoren eine Vielzahl von „schlechten Polizisten“ gegenüber, die abgestumpft, desinteressiert, faul und reaktionär sind. Sie sind typisierte Randfiguren, häufig Streifenpolizisten, denen im Unterschied zu Beck und Kollegen kein individuelles Privatleben zugestanden wird. Die „guten Polizisten“ alter Schule sind im Verschwinden begriffen, werden ersetzt, durch schlecht ausgebildete, aber schießwütige Neulinge. Die moderne Ausrüstung der Polizei durch Waffen und Computer geht am eigentlichen Problem vorbei, da das Verbrechen bei Sjöwall und Wahlöö „weniger ein quantitatives als ein strukturell-qualitatives Problem der bürgerlichen Gesellschaft“ ist.[26]
Das letzte Wort des zehnten Romans Die Terroristen und damit der gesamten Reihe lautet: „Marx“. Laut Ernst Ullrich Pinkert ist dieses scheinbar absichtslos gebildete Wort bei einem Kreuzworträtsel ein deutliches Bekenntnis der Autoren zum Sozialismus. Es dient als Chiffre für eine Veränderung des Gesellschaft hin zu einer besseren Welt, zu der die Autoren mit ihren Kriminalromanen beitragen wollten. Auch das vorangestellte „Ich fange an“ Lennart Kollbergs soll kämpferischen Optimismus ausdrücken. Doch Pinkert weist darauf hin, dass das Wort gerade aus dem Mund des Ex-Polizisten seine Wirkung verliert, weil er doch keine andere Lösung gefunden hat, als sich der Gesellschaft zu verweigern. Zu stark wurden in den Romanen zuvor die Beharrungskräfte des politischen Systems vorgeführt, als dass eine Veränderung möglich scheint.[27]
Veröffentlichung
Die zehn Bände der Reihe Roman über ein Verbrechen erschienen von 1965 und 1975 jährlich (mit Ausnahme von 1973) im schwedischen Norstedts-Verlag und wurden mehrmals neu aufgelegt.
In Deutschland erschienen die Romane ab 1968 als Taschenbücher in der Reihe rororo thriller im Rowohlt Verlag in Übersetzung durch Eckehard Schultz (fünf Bände), Johannes Carstensen (zwei Bände), Hans-Joachim Maass (zwei Bände) und Dagmar-Renate Jehnich (ein Band). Eine ungekürzte Lizenzausgabe[28] erschien ab 1973 im DDR-Verlag Volk und Welt. Hier wählte man für zwei Bände abweichend von den Titeln bei Rowohlt eine wörtliche Übertragung des schwedischen Originaltitels.[29] Der zum Teil in Budapest spielende Band Der Mann, der sich in Luft auflöste erschien in der DDR als letztes Buch der Reihe 1988 in einem Doppelband, der Einzelband folgte 1989.
Bereits der erste Roman Die Tote im Götakanal war in Schweden erfolgreich, so dass die beiden Autoren ihre journalistische Arbeit aufgeben konnten. Übersetzungen nach Dänemark und Norwegen folgten solche in die USA, nach England und Holland.[30] Seither sind die Bücher in über 40 Sprachen übersetzt.[31] Erst mit dem vierten Roman der Reihe Endstation für neun und den zeitgleich einsetzenden englischen Übersetzungen konnten Sjöwall und Wahlöö ausschließlich von der Schriftstellerei leben. In Deutschland verkauften sich die ersten Romane nicht besonders gut.[30] Hier markierte der sechste Roman Und die Großen lässt man laufen den Durchbruch in der Publikumsgunst. Die Verkaufszahlen stiegen sprunghaft an, wovon auch die Vorgängerromane profitierten.[32]
Deutsche Neuübersetzung
Im Herbst 2008 erschien bei Rowohlt eine Neuübersetzung der gesamten Reihe durch drei verschiedene Übersetzer, die in der Presse für gemischtes Echo sorgte:
„Die Schultz’schen Übersetzungen [konnten] die sprachliche Eigenart des Originals wesentlich getreuer nachahmen als die neuen, denen eine enttäuschende Tendenz zur Verflachung gemeinsam ist. In der Sjöwall/Wahlöö’schen Prosa finden sich sehr detailreiche, auch mal umständliche Satzstrukturen, die mit einer präzisen, stark rhythmisierten Form der Dialogführung kontrastiert werden. All dies wird in den neuen Übertragungen umstandslos geglättet, eingeebnet und in ein Standard-Krimideutsch gebracht.“
Übersicht Bände und Titel
| Nr. | VÖ | Originaltitel | Titel bei Rowohlt | VÖ BRD | Übersetzung ins Deutsche | Titel der DDR-Lizenzausgabe | VÖ DDR | Wörtliche Übersetzung des Originaltitels |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1965 | Roseanna | Die Tote im Götakanal | 1968 | Johannes Carstensen | Die Tote im Götakanal | 1981 | Roseanna |
| 2 | 1966 | Mannen som gick upp i rök | Der Mann, der sich in Luft auflöste | 1969 | Johannes Carstensen | Der Mann, der sich in Luft auflöste | 1988 | Der Mann, der in Rauch aufging |
| 3 | 1967 | Mannen på balkongen | Der Mann auf dem Balkon | 1970 | Dagmar-Renate Jehnich | Der Mann auf dem Balkon | 1983 | Der Mann auf dem Balkon |
| 4 | 1968 | Den skrattande polisen | Endstation für neun | 1971 | Eckehard Schultz | Der lachende Polizist | 1973 | Der lachende Polizist |
| 5 | 1969 | Brandbilen som försvann | Alarm in Sköldgatan | 1972 | Eckehard Schultz | Alarm in der Sköldgatan | 1984 | Das Feuerwehrauto, das verschwand |
| 6 | 1970 | Polis, polis, potatismos! | Und die Großen läßt man laufen | 1972 | Hans-Joachim Maass | Und die Großen läßt man laufen | 1988 | Polizei, Polizei, Kartoffelbrei! |
| 7 | 1971 | Den vedervärdige mannen från Säffle | Das Ekel aus Säffle | 1973 | Eckehard Schultz | Das Ekel aus Säffle | 1980 | Der widerwärtige Mann aus Säffle |
| 8 | 1972 | Det slutna rummet | Verschlossen und verriegelt | 1975 | Hans-Joachim Maass | Der verschlossene Raum | 1977 | Der verschlossene Raum |
| 9 | 1974 | Polismördaren | Der Polizistenmörder | 1976 | Eckehard Schultz | Der Polizistenmörder | 1985 | Der Polizistenmörder |
| 10 | 1975 | Terroristerna | Die Terroristen | 1977 | Eckehard Schultz | Die Terroristen | 1986 | Die Terroristen |
Inhalt der Romane
- Die Tote im Götakanal
Im Göta-Kanal wird die Leiche einer vergewaltigten und erwürgten Frau gefunden. Ihre Identität und der eigentliche Tatort sind nicht bekannt. Kommissar Beck und seine Kollegen ermitteln, dass die Frau auf einem Touristendampfer mitgefahren ist. Durch die Auswertung von Fotos und Schmalfilmen von Mitreisenden wird ein Passagier des Dampfers tatverdächtig. Mit einer Polizistin als Lockvogel wird der Verdächtige überführt.
- Der Mann, der sich in Luft auflöste
Ein schwedischer Journalist scheint in Budapest spurlos verschwunden zu sein. Das schwedische Außenministerium bittet die Stockholmer Polizei um Hilfe. Martin Beck fährt nach Budapest. Dort erhält er, nach anfänglichen Widerständen der Behörden, Hilfe durch einen ungarischen Polizisten, kann den Journalisten aber nicht finden. Am Ende fährt Beck nach Schweden zurück, wo sich herausstellt, dass der Journalist gar nicht nach Ungarn gereist, sondern vor seiner Abreise von einem Kollegen erschlagen worden ist.
- Der Mann auf dem Balkon
Im heißen Sommer 1967 geschehen in Stockholm mehrere Morde an Kindern. Die Polizei ermittelt erfolglos. Schließlich hilft ihr ein Zufall: Nachdem sich Martin Beck an eine telefonische Beschwerde einer älteren Dame über ihren Kinder beobachtenden Nachbarn erinnert hat, wird nach hartnäckigen Ermittlungen die Anruferin ausfindig gemacht. Ihr Hinweis führt in die Wohnung des Mörders und schließlich zu dessen Festnahme.
- Endstation für neun
Kurz vor der Endstation werden in einem Stockholmer Linienbus der Fahrer und alle acht Fahrgäste mit einer Maschinenpistole erschossen, darunter der Kriminalbeamte Stenström. In einer mühseligen Ermittlung stellt sich heraus, dass sich Stenström mit einem lange zurückliegenden Mord befasste und kurz vor der Lösung dieses Falles stand. Aufgrund seiner Recherchen können Martin Beck und seine Kollegen den früheren Mord und das Attentat im Bus aufklären.
- Alarm in Sköldgatan
Der Roman beginnt mit einer Gasexplosion in einem Mietshaus. Gunvald Larsson wird zum Helden, als er die meisten Bewohner aus den Flammen rettet. Wie die Ermittlungen zunächst ergeben, hat der hier von Larsson observierte Rauschgifthändler anscheinend Selbstmord durch Gasvergiftung begangen. Doch bald stellt sich heraus, dass das Gas durch einen in der Matratze des Toten versteckten Brandsatz zur Explosion gebracht wurde. Der Täter erweist sich schließlich als Profikiller.
- Und die Großen läßt man laufen
Konzernchef Viktor Palmgren isst in Malmö mit Geschäftsfreunden im Hotel Savoy zu Abend, als ein Mann in den Speisesaal tritt, Palmgren erschießt und den Raum durch ein offenes Fenster wieder verlässt. Ein ehemaliger Angestellter Palmgrens, der durch ihn Arbeit, Wohnung und Familie verloren hat, wird als Täter ermittelt. Die Polizei findet zudem heraus, dass Palmgren sein Geld mit illegalen Waffengeschäften verdient hat.
- Das Ekel aus Säffle
Der schwer kranke Polizeioffizier Stig Nyman aus Säffle wird in seinem Krankenzimmer in der Klinik brutal ermordet. Kommissar Beck versucht herauszufinden, ob das Motiv Rache für eine von Nyman vorgenommene Verhaftung sein könnte. Die Polizisten gehen alten Beschwerden über Nyman nach und überführen schließlich einen ehemaligen Kollegen, dessen Frau im diabetischen Koma von Nyman als betrunken angesehen wurde und in der Ausnüchterungszelle starb.
- Verschlossen und verriegelt
Ein Frührentner hat sich scheinbar in seiner von innen verschlossenen Wohnung erschossen, doch hat man keine Waffe bei ihm gefunden. Zugleich wird der Kleinkriminelle Mauritzon festgenommen, der des Bankraubs verdächtigt wird. Den Raub hat aber Mauritzons frühere Freundin mit dessen Waffe begangen. Martin Beck ermittelt, dass der „Selbstmörder“ Mauritzon erpresst hat und von diesem durch ein offenes Fenster erschossen worden ist. Da die Beweise nicht ausreichen, wird Mauritzon wegen des von ihm begangenen Mordes freigesprochen, aber für den nicht von ihm begangenen Bankraub mit lebenslanger Haft bestraft.
- Der Polizistenmörder
Im Dorf Anderslöv wird eine Frau vermisst. Da der überführte Sexualmörder Bengtsson aus Die Tote im Götakanal ihr Nachbar ist, gilt dieser als Hauptverdächtiger. Die Leiche der Frau wird gefunden und Bengtsson verhaftet. Zur gleichen Zeit sind zwei jugendliche Diebe auf der Flucht. Bei einer Schießerei wird einer von beiden von der Polizei erschossen, während kurz darauf auch einer der Polizisten stirbt (wenn auch an einem Wespenstich). Martin Beck ermittelt, dass die Tote einen unbekannten Liebhaber hatte, und der flüchtige Jugendliche stiehlt zufällig dessen Auto, wodurch dem Mann der Mord nachgewiesen werden kann.
- Die Terroristen
Auf einen amerikanischen Senator soll bei dessen Staatsbesuch ein Terroranschlag verübt werden. Beck und seine Kollegen gehen davon aus, dass der Anschlag auf einem Platz, den der Konvoi passieren muss, verübt werden wird, vermutlich als Bombenattentat. Den Terroristen gelingt es, die Bombe zu platzieren, aber sie werden beim Zeitpunkt des Auslösens der Zündung durch eine verzögerte Fernsehberichterstattung getäuscht. Am Schluss geschieht doch noch ein Attentat: Der schwedische Regierungschef wird von einer jungen Frau ermordet, die ihn als für ihr persönliches Unglück Verantwortlichen ansieht.
Schauplätze
- Motala am Götakanal
- Birger Jarls Torg (Stockholm)
- Slussen (Stockholm), 1963
- Hantverkargatan (Stockholm), 1963
- Anderslöv
- Busse in Stockholm, 1964
- Kungsgatan/Sveavägen (Stockholm), 1965
- Stureplan (Stockholm), 1968
- Sabbatsberg-Krankenhaus (Stockholm)
- Sergels torg (Stockholm), 1968
- Das alte Stockholmer Polishus
- Das 1972 neu errichtete Stockholmer Polishus
Personen
Martin Beck
Martin Beck steht im Zentrum der Romane. Er ist zunächst Erster Kriminalassistent bei der Reichsmordkommission in Stockholm und steigt später zum Kommissar und Leiter dieser Kommission auf. Zu Beginn der Reihe führt er eine unglückliche Ehe, trennt sich aber später von seiner Frau. Er hat zwei Kinder; mit dem jüngeren Sohn Rolf versteht er sich nicht sehr gut, aber zu seiner Tochter Ingrid hat er ein gutes Verhältnis. Nach der Trennung bezieht Beck eine Junggesellenwohnung in Stockholms Gamla Stan (der Altstadt) und lernt im Band Verschlossen und verriegelt Rhea Nielsen kennen, mit der er eine Beziehung beginnt. Sein bester Freund ist sein Arbeitskollege Lennart Kollberg. Martin Beck ist ruhig, enthält sich politischer Kommentare und hegt trotz seiner vergleichsweise hohen Stellung keine beruflichen Ambitionen. Vor allem nachdem er am Ende des Bandes Das Ekel aus Säffle im Dienst angeschossen wird und mehrere Monate dienstunfähig ist, hat er Angst davor, befördert zu werden und nur noch am Schreibtisch sitzen zu müssen. In seiner Freizeit widmet er sich dem Schiffsmodellbau und liest Bücher über alte Segelschiffe. Martin Beck ist lange Zeit Raucher, verzichtet aber nach seiner Genesung von der Schussverletzung darauf, wieder damit anzufangen. Grund dafür ist, dass das staatliche Tabakmonopol die Produktion seiner bevorzugten Sorte „Florida“ mit Pappmundstück eingestellt hat und sich Beck an eine andere Sorte nicht gewöhnen kann.
Im Unterschied zu den kritischen Tönen, die Lennart Kollberg und Gunvald Larsson häufig anschlagen, haben die Autoren Martin Beck betont unpolitisch gezeichnet. Sobald von Politik gesprochen wird, zieht sich der Kommissar zurück und schweigt. Er bleibt ein politisches „Neutrum“ und soll den Leser als Identifikationsfigur nicht verstören. Erst durch die Begegnung mit Rhea Nielsen verändert sich Beck in den letzten drei Romanen. Er wird politischer, widerspenstiger, aber auch unbeschwerter und fröhlicher. Rudi Kost kommt zum Schluss: „An ihm vollzieht sich der Emanzipationsprozess, den sich die Autoren von ihren Lesern wünschen.“[34]
Lennart Kollberg
Lennart Kollberg ist Martin Becks direkter Untergebener und sein engster Vertrauter. Er gilt als intelligent und fähig, obgleich er aufgrund seiner Leibesfülle bisweilen Spott auf sich zieht. Seitdem er als Streifenpolizist versehentlich einen Kameraden erschossen hat, lehnt er den Einsatz von Schusswaffen grundsätzlich ab. Kollberg entwickelt sich im Laufe der Serie zu einem radikalen Kritiker der Methoden und Strukturen der schwedischen Polizei; gegen Ende der Reihe verlässt er die Polizei aus diesem Grund. Sein langer Abschiedsbrief ist eine Generalabrechnung mit der schwedischen Polizei.
Gunvald Larsson
Gunvald Larsson ist Erster Kriminalassistent und als solcher Martin Beck unterstellt. Er kommt ursprünglich aus einer wohlhabenden Familie, verachtet jedoch den in seinen Augen dekadenten Lebenswandel seiner Verwandten, weshalb er sich erst als Marinesoldat und Matrose, später als Polizist verdingt hat. Wegen seines oft rüpelhaften Auftretens und teils zweifelhaften Methoden ist er unter seinen Kollegen, vor allem bei Lennart Kollberg, eher unbeliebt und nur mit Einar Rönn befreundet.
Unter den Hauptfiguren der Serie vertritt Larsson die radikalsten politischen Meinungen und kann daher laut Rudi Kost am Ehesten als „Bannerträger“ für die Thesen der Autoren gelten. Gleichzeitig wendet er jedoch auch „irritierenderweise die zweifelhaftesten, fast faschistoiden Mittel“ an.[35]
Fredrik Melander
Fredrik Melander arbeitet zunächst bei der Mordkommission, wird aber später zum Diebstahlsdezernat versetzt und tritt gegen Ende der Reihe eher in den Hintergrund. Melander gilt als langweilig und ist dafür bekannt, einen Großteil seiner Dienstzeit auf der Toilette zu verbringen, verfügt allerdings über ein sehr umfassendes und genaues Gedächtnis.
Einar Rönn
Der Erste Polizeiassistent Einar Valentino Rönn stammt aus Norrland und gilt nicht als überragender, jedoch als tüchtiger und sorgfältiger Polizist. Er ist der einzige Freund von Gunvald Larsson in der Reichsmordkommission, versteht sich aber eher schlecht mit Martin Beck.
Per Månsson
Per Månsson ist Polizist in Malmö, das im Kontrast zur lauten Großstadt Stockholm als ruhig und von den gesellschaftlichen Veränderungen noch weitgehend unberührt beschrieben wird. Martin Beck arbeitet bei einigen Fällen mit ihm zusammen und die beiden stehen sich auch persönlich recht nahe.
Benny Skacke
Benny Skacke ist ein ambitionierter junger Polizist, der sich den Aufstieg zum Polizeipräsidenten zum Ziel gesetzt hat. Er arbeitet zunächst bei der Reichsmordkommission, lässt sich dann aber wegen eines durch seine Schuld fast fehlgeschlagenen Einsatzes zeitweilig zu Per Månsson nach Malmö versetzen. Im letzten Band der Reihe kehrt er als Nachfolger von Lennart Kollberg wieder nach Stockholm in die Reichsmordkommission zurück.
Karl Kristiansson und Kurt Kvant
Kvant und Kristiansson sind zwei Streifenpolizisten, die stets zusammen Einsätze fahren. Kvant ist redselig und impulsiv, während Kristiansson wortkarg ist, sich aber ständig von Kvant Geld für Sportwetten leiht. Beide sind Schonen, nicht sonderlich diensteifrig und verstoßen wiederholt – teils aus Faulheit, teils wegen mangelnden Bewusstseins der Einsatzregeln – gegen polizeiliche Grundsätze und behindern so die Ermittlungen, wodurch sie den Zorn Gunvald Larssons zu spüren bekommen. Sie werden von Sjöwall und Wahlöö als exemplarisch für die Unfähigkeit der Polizei im Allgemeinen dargestellt, handeln jedoch im Gegensatz zu anderen Polizisten nicht übertrieben feindselig. Kvant stirbt im siebten Band der Reihe, als er von einem amoklaufenden Expolizisten erschossen wird. Kvants Nachfolger als Partner von Kristiansson wird Kenneth Kvastmo.
Verfilmungen
Übersicht der Filme
| Jahr | Land | Titel | Buchvorlage | Hauptrollen |
|---|---|---|---|---|
| 1967 | Schweden | Roseanna | Die Tote im Götakanal |
|
| 1973 | USA | Massenmord in San Francisco (The Laughing Policeman) | Endstation für neun |
|
| 1976 | Schweden | Der Mann auf dem Dach (Mannen på taket) | Das Ekel aus Säffle |
|
| 1980 | Deutschland Ungarn Schweden | Der Mann, der sich in Luft auflöste | Der Mann, der sich in Luft auflöste |
|
| 1992 | Niederlande Belgien | Beck – De gesloten kamer | Verschlossen und verriegelt |
|
Die Darsteller
Karl Evert „Keve“ Hjelm (* 23. Juni 1922 Gnesta, Södermanlands län, Schweden; † 3. Februar 2004 Stockholm, Stockholms län, Schweden)
Der erfolgreiche schwedische Schauspieler war der erste Darsteller des dienstmüden Kommissars in dem Film Roseanna, der nur zwei Jahre nach dem Buch gedreht wurde und später mit Gösta Ekman neu verfilmt wurde. Keve Hjelm hatte seine letzte Rolle als Karl Wallander in der Mankell-Verfilmung Die fünfte Frau.
Erste Serie 1993/1994
1993 und 1994 wurden zunächst sechs Verfilmungen von Originalromanen des Autorenpaars produziert. Darsteller waren Gösta Ekman als Kommissar Martin Beck, Kjell Bergqvist als Lennart Kollberg, Rolf Lassgård als Gunvald Larsson und Niklas Hjulström als Benny Skacke. In der Episode Der Tod läuft mit spielte auch die deutsche Schauspielerin Corinna Harfouch eine Rolle. In fünf der sechs Filme hatte Maj Sjöwall einen kleinen Auftritt.
Die deutsche Erstausstrahlung von Der Mann auf dem Balkon erfolgte im Juli 1994 auf RTL, die restlichen Filme wurden dort im Oktober/November 1995 zum ersten Mal gezeigt.[36]
| Nummer | Originaltitel | Deutscher Titel | Rolle von Maj Sjöwall |
|---|---|---|---|
| 1 | Brandbilen som försvann | Alarm in Sköldgatan | Die Dame, die neben Beck im Flugzeug sitzt |
| 2 | Mannen på balkongen | Der Mann auf dem Balkon | Die Lehrerin |
| 3 | Roseanna | Die Tote aus dem Göta Kanal | Die Sekretärin in der Polizeistation in Motala |
| 4 | Polismördaren | Der Polizistenmörder | nicht genau bezeichnet |
| 5 | Polis, polis, potatismos | Und die Großen läßt man laufen – Ein Vater sieht rot | --- |
| 6 | Stockholm Marathon | Stockholm Marathon: Der Tod läuft mit | Die Dame mit der Startpistole |
Die neuen Fälle
1997/1998 begann die schwedisch-deutsche Koproduktion einer neuen Serie, die bis 2016 42 Folgen umfasst. Da die Filme nicht auf den Originalromanen, sondern nur auf Personen und einzelnen Motiven daraus beruhen, wurde die Serie zunächst unter dem Titel Kommissar Beck – Die neuen Fälle vermarktet, erst ab der zweiten Staffel hieß sie dann wieder Kommissar Beck.
Hörspiele
Zwischen 1978 und 1995 sind alle zehn Romane der Reihe je einmal als Radiohörspiel bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen deutschen Rundfunkstationen produziert worden.
Produktionen des SWF/WDR
| Titel | Jahr | Bearbeitung | Regie | Musik | Sprecher | Länge |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Die Tote im Götakanal | 1978 | Sebastian Goy, Peter Michel Ladiges | Peter Michel Ladiges | Hans-Martin Majewski | Erzähler: Rita Russek, Matthias Ponnier; Beck: Charles Wirths; Inga Beck: Heta Mantscheff; Kollberg: Hubert Suschka; Ahlberg: Herbert Stass; Bentsson: Ernst Jacobi u. a. | 60 Min. |
| Endstation für neun | 1978 | Sebastian Goy | Peter Michel Ladiges | Hans-Martin Majewski | Erzähler: Hans Peter Hallwachs, Matthias Ponnier; Beck: Charles Wirths; Inga Beck: Heta Manscheff; Kollberg: Hubert Suschka; Larsson: Horst Frank; Mansson: Benno Sterzenbach; Malm: Gert Haucke; Rönn: Christian Brückner; Melander: Helmut Wöstmann u. a. | 110 Min. |
| Und die Großen läßt man laufen | 1978 | Yaak Karsunke | Peter Michel Ladiges | Hans-Martin Majewski | Erzähler: Hans Peter Hallwachs, Matthias Ponnier; Beck: Charles Wirths; Mansson: Benno Sterzenbach; Kollberg: Hubert Suschka; Larsson: Horst Frank; Rönn: Christian Brückner; Malm: Gert Haucke u. a. | 108 Min. |
| Der Polizistenmörder | 1978 | Sebastian Goy | Peter Michel Ladiges | Hans-Martin Majewski | Martin Beck: Charles Wirths; Lennart Kollberg: Hubert Suschka; Folke Bengtsson: Ernst Jacobi; Herrgott Nöjd: Heinz Meier; Bertil Mård: Heinz Schimmelpfennig; Per Mansson: Benno Sterzenbach u. a. | 195 Min. |
| Das Ekel aus Säffle | 1979 | Walter Adler | Klaus Wirbitzky | Hans-Martin Majewski | Erzähler: Michael Thomas, Marianne Lochert; Beck: Charles Wirths; Rönn: Christian Brückner; Larsson: Horst Frank; Kollberg: Herbert Fleischmann; Melander: Helmut Wöstmann; Malm: Gert Haucke; Günther Sauer; Eva Pflug; Gunther Beth; Harry Kalenberg u. a. | 50 Min. |
| Verschlossen und verriegelt | 1979 | Richard Hey | Klaus Wirbitzky | Hans-Martin Majewski | Erzähler: Michael Thomas, Marianne Lochert; Beck: Charles Wirths; Kollberg: Herbert Fleischmann; Larsson: Horst Frank; Rönn: Christian Brückner; Zachrisson: Mogens von Gadow; Kwastmo: Peter Heusch; Monita: Kornelia Boje; Mauritzon: Gernot Duda; Mann: Klaus Mehrländer; Olsson: Helmut Brasch u. a. | 99 Min. |
| Die Terroristen | 1979 | Walter Adler | Klaus Wirbitzky | Hans-Martin Majewski | Erzähler: Hans Peter Hallwachs, Matthias Ponnier; Beck: Charles Wirths; Larsson: Horst Frank; Malm: Gert Haucke; Rönn: Christian Brückner; Nielsen: Marianne Mosa; Skakke: Charles Brauer; Olsson: Helmut Brasch; Kollberg: Herbert Fleischmann; Melander: Helmut Wöstmann u. a. | 48 Min. |
Produktionen des HR/SWF
| Titel | Jahr | Bearbeitung | Regie | Sprecher | Länge |
|---|---|---|---|---|---|
| Der Mann, der sich in Luft auflöste | 1980 | Peter Knorr | Frank Erich Hübner | Horst Michael Neutze; Hubert Suschka; Arnold Marquis; Sabine Postel; Matthias Ponnier; Olaf Bison; Karl Friedrich; Robert Seibert; Henning Venske | 61 Min. |
| Der Mann auf dem Balkon | 1983 | Henning Venske | Henning Venske | Bodo Primus; Kornelia Boje; Peter Bauer; Lieselotte Bettin; Rolf Beuckert; Edgar M. Böhlke; Wilfried Elste; Sophie Engelke; Armas Sten Fühler | 59 Min. |
Produktion des NDR
| Titel | Jahr | Bearbeitung/Regie | Musik | Sprecher | Länge |
|---|---|---|---|---|---|
| Alarm in Sköldgatan | 1995 | Peter M. Ladiges | Hans-M. Majewski | Erzähler: Matthias Ponnier; Beck: Horst Mendroch; Larsson: Matthias Fuchs; Kolberg: Günter Lampe; Rönn: Uli Krohm; Zachrisson: Edgar Hoppe; Melander: Ulli Lothmanns | 45 Min. |
Auszeichnungen
Der Band Endstation für neun wurde 1971 mit dem Edgar Allan Poe Award als bester Kriminalroman ausgezeichnet.
Nachwirkung
Mit ihrer Reihe Roman über ein Verbrechen gelten Maj Sjöwall und Per Wahlöö als „Eltern“ des skandinavischen, sozialkritischen Kriminalromans[37] bzw. als Pioniere des Skandinavienkrimis oder Schwedenkrimis.[31] Sie sind die historischen Vorreiter der Erfolgswelle skandinavischer Kriminalromane[38] und waren wegweisend für eine Generation schwedischer Kriminalschriftsteller nach ihnen.[39]
Unter anderem gab Henning Mankell an, von ihren Romanen inspiriert worden zu sein wie jeder andere, der „über Verbrechen als Spiegelbild des Sozialen“ schreibe.[40] Anders Roslund und Börge Hellström, ebenfalls ein schwedisches Autorenduo, bekannten, selbst die Arbeitsweise von Sjöwall und Wahlöö übernommen zu haben.[41] Für Jo Nesbø haben Sjöwall und Wahlöö „wie Raymond Chandler, Dashiell Hammett und Georges Simenon vor ihnen das Genre und die Erwartungen der Leser daran geformt […], was ein Kriminalroman sein soll“.[42] Kjell Ola Dahl fühlte sich den Autoren „wie andere skandinavische Krimiautoren […] zu Dank verpflichtet“, weil sie bewiesen dass gute Krimis gute Literatur sein können und solche auch in Skandinavien geschrieben werden kann.[43] Arne Dahl benannte Sjöwall und Wahlöö als seine Vorbilder.[44] Für Unni Lindell markieren ihre Bücher „eine Zeitenwende im Genre des Kriminalromans“.[45] Laut Liza Marklund „wurde der moderne Polizeiroman von niemand anderem geschaffen als von Maj Sjöwall und Per Wahlöö“.[46] Für Anne Holt haben die beiden „eine Romanreihe geschrieben, aber sie haben auch ein Lehrwerk in zehn Bänden verfasst. Sie haben ein Genre erfunden. Sie haben den Maßstab festgelegt, den zu erreichen wir anstreben. Sie haben ein großes literarisches Werk hinterlassen, nicht nur den wichtigsten Kanon, sondern auch einen Wegweiser für alle, die sich ans Schreiben wagen wollen.“[47]
Die Romanreihe beeinflusste Henning Mankell bei der Ausarbeitung seiner elfteiligen Krimireihe mit der Hauptfigur Kurt Wallander. Maj Sjöwall äußerte sich dazu 2005 folgendermaßen: „Henning Mankell ist einer, der sich an unseren Figuren orientiert hat. Er schickte mir sein erstes Buch mit einer Widmung; ‚Danke für die Inspirationen‘.“ Allerdings hielt sich ihre Begeisterung über die Adaption in Grenzen: „Mankells Bücher beschreiben nur den Zustand der Gesellschaft. Die Missstände, die er aufzeigt, sind so deutlich, dass jeder sie erkennt. Außerdem gibt er vor, realistisch zu schildern. Aber er überzieht stark, ist sehr brutal und schreibt ohne Humor.“[48] Auch gegenüber anderen skandinavischen Nachfolgern war Sjöwall ungnädig („ich persönlich finde, dass viele dieser Skandinavien-Krimis schlichtweg schlecht geschrieben sind.“) und ließ einzig Leif G. W. Persson, Anne Holt und Gretelise Holm gelten.[38]