Rosindon

Farbstoff From Wikipedia, the free encyclopedia

Rosindon ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Azinfarbstoffe.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Rosindon
Allgemeines
Name Rosindon
Andere Namen
  • 7‐Phenylbenzo[a]phenazin‐5(7H)‐on
  • PBP
Summenformel C22H14N2O
Kurzbeschreibung

mennigrotes Kristallpulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 79958-10-4
PubChem 49875617
ChemSpider 27421170
Wikidata Q135441174
Eigenschaften
Molare Masse 322,4 g·mol−1
Schmelzpunkt

259 °C[1]

Löslichkeit
  • unlöslich in Wasser[2]
  • löslich in konzentrierten Säuren, aber nicht in Alkalien[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
Schließen

Geschichte

Die Verbindung wurde erstmals 1890 von Otto Fischer und Eduard Hepp beschrieben. Die Bezeichnung Rosindon wurde gewählt, da sie aus Rosindulin synthetisiert wurde und der Sauerstoff im Molekül als Chinon vorliegt.[4]

Darstellung

Rosindon entsteht durch Erhitzen von Rosindulin und Rosindulin-Derivaten mit konzentrierter Salzsäure.[1]


Umwandlung von Rosindulin und N-Phenylrosindulin in Rosindon

Eine alternative Synthesemethode ist die Umsetzung von N-Phenyl-o-phenylendiamin mit 2-Hydroxy-1,4-naphthochinon in Gegenwart von Essigsäure.[5][2]


Synthese von Rosindon aus N-Phenyl-o-phenylendiamin und 2-Hydroxy-1,4-naphthochinon

Struktur

Für Rosindon lassen sich zwei mesomere Grenzstrukturen formulieren – einerseits eine Benzophenazoninon-Grenzstruktur 1 und andererseits als Betain die Benzophenazoniumolat-Grenzstruktur 2. Während Fischer und Hepp die Carbonyl-Struktur bevorzugten, wurde von Friedrich Kehrmann in einer Veröffentlichung von 1908 die Betain-Struktur präferiert.[6] Die Röntgenstrukturanalyse von Einkristallen die aus einer Lösung der Verbindung Chloroform/Hexan erhalten wurden, zeigen, dass die C-O-Bindungslänge mit 1,241 Å besser zu einer Doppelbindung passt. Ebenso sprechen die anderen Bindungslängen im Molekül gegen einen nennenswerten Anteil der Betain-Grenzstruktur im Grundzustand.[2]


Mesomerie bei Rosindon und dem protonierten Rosindon-Kation

Analog kann man für die protonierte Verbindung zwei mesomere Grenzstrukturen mit einer protonierten Carbonylgruppe (Grenzstruktur 3), bzw. mit einer Hydroxygruppe (Grenzstruktur 4) formulieren.

Das Benzophenazon-Strukturelement ist planar und die N-Phenylgruppe ist mit einem Winkel von 85° aus der Ebene herausgedreht.[2]

Eigenschaften

Durch Sulfierung von Rosindon (1) mit rauchender Schwefelsäure – 1890 von der Chemischen Fabrik Kalle & Co. patentiert[7] – sind Säurefarbstoffe wie beispielsweise C.I. Acid Orange 15 (2) zugänglich.[8] Da die Sulfonierung mit Schwefelsäure ein schwer zu trennendes und identifizierbares Produktgemisch liefert, wurde versucht die Sulfonsäuregruppe über eine Chlorsulfonierung mit Chlorsulfonsäure einzuführen. Dabei wurde jedoch mit geringer Ausbeute als Hauptprodukt das in der 6-Position mit Chlor substituierte Produkt 6-Chlor-7‐phenylbenzo[a]phenazin‐5(7H)‐on (3) erhalten.[9]


Reaktionen von Rosindon

Mit Nitriersäure erhält man das 6-Nitro-Derivat (4) des Rosindons. Dieses kann mit Zinn(II)-chlorid zur Aminoverbindung (5) reduziert werden. Durch die Umsetzung von Rosindon mit Trimethylsilylacetylen und Butyllithium in Tetrahydrofuran erhält man nach der Aufarbeitung mit Wasser/Methanol das mit einer Acetylengruppe substituiertes Dihydrobenzobhenazinon-derivat (6).[9]

Rosindon geht bei der Reduktion in einer Zinkstaubdestillation in Benzo[a]phenazin über.[1][4]


Reduktion von Rosindon zu Benzo[a]phenazin mit Wasserstoff und Zink

Verwendung

Rosindon und Rosindon-Derivate können als Redoxindikator,[8] bei histologischen Färbungen oder bei der Metallionendetektion Verwendung finden.[9]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI