Römermuseum Weißenburg
archäologisches Museum in Weißenburg in Bayern, Deutschland
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Das Römermuseum Weißenburg (Eigenschreibweise RömerMuseum) ist ein archäologisches Museum im mittelfränkischen Weißenburg in Bayern im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Es ist ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München und Schwerpunktmuseum zum Raetischen Limes in Bayern. Das Museum ist Teil des Museumsnetzwerks „Antike in Bayern“.
Ausstellung

Den thematischen Schwerpunkt bilden die römische Geschichte, die Römer am raetischen Limes in Bayern, die Römer im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und der Schatzfund von Weißenburg.
Bereits 1890 gründete der Althertumsverein Weißenburg eine erste, vor allem archäologische, Schausammlung. Wenige Jahre später wurde sie aus Platzgründen vom ehemaligen Fleischhaus in das neugebaute Progymnasium verlegt. Eine erstes reguläres Heimatmuseum entstand 1926 im ehemaligen Rathaus, zeigte jedoch nur kunsthistorische und heimatkundliche Objekte. Die prähistorische Sammlung wurde erst im Jahr 1931 integriert. Den Kern der Ausstellung bildeten die Funde der Grabungen des Streckenkommissars der Reichs-Limeskommission, Wilhelm Kohl, und seiner Nachfolger Julius Tröltsch und Max Raab. Im Zweiten Weltkrieg lagerte man die Ausstellung ein und erst 1965 entstand eine neue Dauerausstellung im heutigen Museumsgebäude Martin-Luther-Platz 3. Die Ausstellung folgte einem chronologischen Schema und behandelte die Vor- und Frühgeschichte sowie das frühe Mittelalter – den Schwerpunkt bildete jedoch die Römerzeit. Den Besuchern sollte die Geschichte der Region im Laufe der Jahrhunderte, durch Funde untermauert, darlegen[1].
Als 1979 der Weißenburger Schatzfund entdeckt und im Folgejahr durch den Freistaat Bayern angekauft wurde, wurde das einstige Heimatmuseum zum heutigen Römermuseum. Als Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München wurde es 1983 eröffnet, gemeinsam mit dem Schutzbau, der über den 1977 entdeckten Großen Thermen des römischen Weißenburg errichtet worden war. Seitdem beherbergt das Museum den aus 114 Spitzenprodukten antiken Kunsthandwerks bestehenden Weißenburger Römerschatz. Darunter sind 15 in Qualität und Erhaltungszustand einzigartige Götterfiguren sowie silberne Votivtafeln, Gefäße aus dem sakralen Bereich, Alltagsgegenstände und Paradeausrüstungsteile.
Nach einer zweieinhalbjährigen Schließung, die für Umbaumaßnahmen und eine Neukonzeption der Ausstellung genutzt wurde, wurde das Römermuseum im März 2017 neu eröffnet. Die neue Ausstellung zeigt im ersten Obergeschoss archäologische Funde aus dem gesamten Limesgebiet in Bayern. Der Schatzfund von Weißenburg nimmt das gesamte zweite Obergeschoss ein. Die alte chronologische Darstellung von der Steinzeit bis zum Mittelalter wurde zugunsten einer Schwerpunktbildung auf die Römerzeit aufgegeben. Informationen zur Provinzverwaltung, die Rolle des Kaisers und des Militärs führen am Beginn des Rundgangs in die Kernzeit der Ausstellung: die römische Besiedlung nördlich der Donau. Der Rückbezug auf das gesamte Reich zieht sich als roter Faden durch die Ausstellung.
Im Erdgeschoss des Römermuseums sind auch das kostenlos zugängliche Bayerische Limes-Informationszentrum sowie die Tourist-Information der Stadt untergebracht. Leiter des RömerMuseums, des Limes-Informationszentrums sowie des angegliederten ReichsstadtMuseums ist der provinzialrömische Archäologe Simon Sulk.
Bedeutende Exponate
- Jupitergigantensäule
- Der Abdruck von Hundepfoten und einer Nagelsandale auf römischen Dachziegeln
- Krüge aus Bronze
- Paradehelm aus Bronze
Siehe auch
- Kastell Weißenburg (Biriciana)
Literatur
- Hans-Peter Kuhnen: Führer durch die Abteilungen Vorgeschichte und Römerzeit im Römermuseum Weissenburg. Prähistorische Staatssammlung, Museum für Vor- u. Frühgeschichte, München, Bad Windsheim 1984, ISBN 3-7689-0214-5.
- Hermann Dannheimer: Führer durch die Abteilung Völkerwanderungszeit und Frühes Mittelalter im Römermuseum Weissenburg. Prähistorische Staatssammlung, Museum für Vor- u. Frühgeschichte, München, Bad Windsheim 1984, ISBN 3-7689-0213-7.
- Hans-Jörg Kellner, Gisela Zahlhaas, mit Beiträgen von Hans-Gert Bachmann, Claus-Michael Hüssen, Harald Koschik, Zsolt Visy und Ulrich Zwicker: Der römische Tempelschatz von Weissenburg i. Bay. von Zabern, Mainz 1993, ISBN 3-8053-1513-9.
- Bernd Steidl: Limes und Römerschatz. RömerMuseum Weißenburg. Likias, Friedberg 2019, ISBN 978-3-9820130-0-8 (Ausstellungskataloge der Archäologischen Staatssammlung 41).
Weblinks
- Römermuseum Weißenburg auf der Webpräsenz der Archäologischen Staatssammlung
- Römermuseum Weißenburg auf der Webpräsenz der Museen Weißenburg