Schloss Oberrot
ehemaliger, kleiner Adelssitz in Oberrot, einer Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Schwäbisch Hall
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Das Schlössle von Oberrot ist ein ehemaliger, kleiner Adelssitz in Oberrot, einer Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Schwäbisch Hall. Das Fachwerkgebäude (Rottalstraße 60) befindet sich in Privatbesitz.
Geschichte
Ursprünglich gehörte das Schlössle den Herren von Rot, einem erloschenen Ortsadelsgeschlecht. Der Stammsitz derer von Rot war die alte Burg auf dem Schlossbuckel. Nach dessen Zerstörung um 1290 errichtete die Familie um 1300 ein Festes Haus in der Ortsmitte von Oberrot. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts verarmten die Herren von Rot und mussten ihren Besitz zum Großteil an die Schenken von Limpurg verkaufen. Das Schlösschen in der Dorfmitte wurde im Städtekrieg (1449 bis 1450) verwüstet und niedergebrannt. Lediglich der Gewölbekeller blieb erhalten.
Auf den Überresten des alten Schlosses wurde 1550 ein Neubau errichtet. 1555 traten die Schenken das Anwesen an die von Gaisberg ab. 1565 wohnte Georg von Gaisberg in dem Schlösschen. Auf ihn folgte 1571 die Heinrich Senft von Suhlburg, der als Hauptmann in württembergischen Diensten stand. 1576 wurde Heinrich von den Württembergern mit einem Jagdbezirk in Oberrot belehnt und ihm erlaubt, Antvögel (Enten) auf der Rot zu jagen. Nach Heinrichs Tod erbte Ehrnfried Senft von Suhlburg das Schlösschen. Er hatte drei Söhne, die sich das Erbe zunächst teilten; 1605 gelang es Wolff Jakob Senft von Suhlburg, die Anteile seiner Brüder zu erwerben. Wolff Jakob starb um 1616/17. Er hinterließ zwei Söhne und zwei Töchter. Heinrich Jakob starb ohne Nachkommen; Ehrnfried Leo Senft von Suhlburg starb 1631 auf einer Italien-Reise und hinterließ den Sohn Carl Fortunat Senft von Suhlburg. Dieser wurde Berufssoldat und ist während des Dreißigjährigen Kriegs gefallen; Damit war das Geschlecht erloschen.[1]
Das Schloss Oberrot fiel nun an Johann Georg von Ellrichshausen, der eine Tochter Heinrich Senfts geheiratet hatte. Von den Kindern des Ehepaars erreichten nur drei Töchter das Erwachsenenalter. Anna Margaretha von Ellrichshausen heiratete den aus Vorpommern stammenden Edelmann Nikolaus von Tessin (1623–1690), der bis zu seinem Tod das Anwesen bewohnte. 1714 wurde das Schlösschen an Graf Ludwig Heinrich zu Solms-Assenheim veräußert.[2] 1738 ließ Gräfin Wilhelmina Christina zu Solms-Assenheim (geb. von Limpurg) gegenüber des alten Schlösschens ein herrschaftliches Amtshaus erbauen. Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude als Altes Amtshaus bezeichnet und schließlich an Bürgerliche verkauft.
In der Folgezeit geriet der Adelssitz in Vergessenheit und wurde lange fälschlicherweise für eine Zehntscheuer gehalten. Erst in den 2000er Jahren konnte durch Nachforschungen der Eigentümerin bewiesen werden, dass es sich bei dem Gebäude um einen ehemaligen Adelssitz handelt.[3] Nach einer aufwändigen Sanierung, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt wurde, dient das Gebäude als Äskulap-Informationszentrum.[4]
Drei Epitaphe der Senft von Suhlburg befinden sich im Chor der evangelischen Dorfkirche.
- Wappen derer von Rot
- Schenken von Limpurg
- von Gaisberg
- Senft von Suhlburg
- von Elrichshausen
Literatur
- Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Gaildorf. Verlag J. B. Müller, Stuttgart 1852, S. 192.
- Wolfgang Willig: Landadel-Schlösser in Baden-Württemberg. Eine kulturhistorische Spurensuche. 1. Auflage. Selbstverlag Willig, 2010, ISBN 978-3-9813887-0-1, S. 377.
- Maria Fassbender: Die Familie Senft von Sulburg in Schwäbisch Hall und Umgebung. In: Südwestdeutsche Blätter für Familien- und Wappenkunde (SWDB), Jahrgang 29, S. 47–62.