Schottenring 28–32
Gebäudeensemble am Schottenring 28–32 im 1. Bezirk von Wien
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Schottenring 28–32 war eine Zinshausgruppe am Schottenring 28–32 im 1. Bezirk von Wien. Sie wurde 1869/1870 durch die Allgemeine Österreichische Baugesellschaft von dem Architekten Carl Tietz im Neorenaissancestil errichtet. 1952 abgerissen, steht heute an dieser Stelle der Ringturm.

Beschreibung
Die Zinshausgruppe Schottenring 28–32 bestand aus sechs Gebäuden mit einheitlicher Fassade.[1] Durch einen Tauschvertrag gegen das Bürgerspital wurde sie 1873 Eigentum der Stadt Wien.[2]
„Die von Tietz entworfene Baugruppe No. II hat fast gleiche Dimensionen (wie die Baugruppe No. I, siehe Schottenring 20–26, Anm. d. Verf.) – 101,12 m Länge bei 46,43 m Tiefe – ist jedoch nur in 6 Parzellen getheilt worden; sie enthält gleichfalls 3 grössere Höfe von 17,71 m Länge und 9,5 bezw. 10,5 m Breite nebst 15 Lichthöfen. Die Bebauung ist durchweg auf eine grössere Ausnutzung der Grundfläche berechnet, als bei dem Hansen’schen Gebäude; die Disposition des Grundrisses steht daher in architektonischer Beziehung hinter diesem zurück, ist dafür aber um so typischer für Wiener Verhältnisse geworden. Es sind hier ein Erdgeschoss, ein Mezzanin und drei obere Stockwerke gleichmässig durchgeführt, ein viertes oder vielmehr fünftes Stockwerk ist als Aufbau der vorderen Zimmerreihe der Mittelhäuser und den Eckzimmern des ganzen Komplexes aufgesetzt. Das Erdgeschoss enthält Läden und die Hausmeisterwohnungen, während die oberen Stockwerke jedes Hauses 2 und das dritte Geschoss der Eckhäuser sogar 3 Wohnungen umfassen; die erwähnten Aufbauten, welche schon in einer Höhe liegen, in der nach der Wiener Baupolizei-Ordnung Wohnungen nicht mehr gestattet werden, sind zu Atelier-Räumen eingerichtet.“[3]
1945 wurde die Zinshausgruppe beschädigt und 1952 abgerissen. Seit 1955 steht an ihrer Stelle der Ringturm.
Trivia
- Architektonisch ähnelte die Zinshausgruppe dem Heinrichhof.
- Im Haus Nr. 32 befand sich die Hauptniederlassung der Textilfabrik von Moritz Zweig, dem Vater des Schriftstellers Stefan Zweig.
Literatur
- Alois Kieslinger: Die Steine der Wiener Ringstraße. Ihre technische und künstlerische Bedeutung. In: Renate Wagner-Rieger (Hrsg.): Die Wiener Ringstraße – Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 4. Steiner, Wiesbaden 1972, Seite 347.
- Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine (Hrsg.): Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 7, Nummer 88, Seite 341 ff.
Weblinks
- Bürgerspitalfondshaus im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien[4]