Schwebendorf

Ortsteil von Dahme/Mark, Landkreis Teltow-Fläming, Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Schwebendorf ist ein Ortsteil der amtsangehörigen Stadt Dahme/Mark im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Der Ort gehört zum gleichnamigen Amt Dahme/Mark.

Schnelle Fakten Stadt Dahme/Mark ...
Schwebendorf
Koordinaten: 51° 51′ N, 13° 26′ O
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 1,22 km²
Einwohner: 58 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1957
Postleitzahl: 15936
Vorwahl: 035451
Schwebendorf (Brandenburg)
Schwebendorf (Brandenburg)
Lage von Schwebendorf in Brandenburg
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Luftbild von Schwebendorf (vorne) 2013

Lage

Das Rundlingsdorf liegt im äußersten Norden der Lausitz direkt an der Grenze zum Fläming unmittelbar südlich der Stadt Dahme/Mark. Umliegende Ortschaften sind Dahme im Norden, Rosenthal im Nordosten, Sieb im Osten, Schöna-Kolpien im Süden sowie die zur Gemeinde Ihlow gehörenden Ortsteile Bollensdorf im Südwesten und Niendorf im Westen.

Schwebendorf ist durch eine Gemeindestraße mit der knapp einen Kilometer nördlich des Ortes verlaufenden Bundesstraße 102 von Luckau nach Jüterbog verbunden. Westlich des Ortes verläuft die Landesstraße 71. Schwebendorf liegt an der Dahme.

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Schwebendorf wurde erstmals im Jahr 1368 als Zewelddorf urkundlich erwähnt. Im Jahr 1388 erschien der Ort als Swemendorff, um 1500 ist die Schreibweise Smemendorff belegt. Für 1579 sind die Varianten Schwebendorff und Swibna überliefert, während der Ort im Jahr 1584 als tzweuendorff bezeichnet wurde. Im Jahr 1823 hieß der Ort Schwebendorf vulgo Schwendorf.[2] Der Name stammt von einem slawischen Mann namens Swema ab.[3]

Landesherrschaft

Schwebendorf gehörte bis 1566 dem Erzbistum Magdeburg und wurde nach der Reformation von 1566 bis 1635 von den Administratoren des Erzstifts Magdeburg verwaltet. Anschließend kam es von 1635 bis 1656 in den Besitz des Kurfürstentums Sachsen, danach von 1657 bis 1746 zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels. Von 1746 bis 1806 war es Eigentum des Kurfürstentums Sachsen, von 1806 bis 1815 Teil des Königreichs Sachsen und ab 1815 schließlich Bestandteil des Königreichs Preußen. Diese Landesherren übten die Hoheitsrechte aus, waren aber nicht zwingend unmittelbare Grundherren der Hufen.[2]

Grundherrschaft

Das Dorf gehörte von vor 1368 bis 1388 zur Herrschaft Dahme. Von 1388 bis 1390 befand es sich im unmittelbaren Besitz des Erzbischofs von Magdeburg, bevor es von 1390 bis 1405 erneut der Herrschaft Dahme unterstand. Ab 1405 lag die Verwaltung über das Dorf mit allen Rechten beim Amt Dahme, das diese Zuständigkeit bis 1872 ausübte.[2]

14. bis 16. Jahrhundert

Schwebendorf wurde 1386 als Dorf bezeichnet, ebenso 1388. Für 1446 ist belegt, dass der Schulze das Schulzenamt mit vier Hufen innehatte. Um 1500 wurden 8 Schock 7½ Groschen zur Anlage erhoben. Im Jahr 1516 betrug die Steuerlast 16 Gulden. Im Jahr 1534 zahlte das Dorf 29 Gulden 12 Groschen 7 Pfennig zum 50. Pfennig. Im Dorf lebten im Jahr 1551 insgesamt 13 Hufner und fünf Kossäten; 1562 wurden 18 Hauswirte genannt, ebenso 1584 erneut 18 Hauswirte. Der Pfarrer erhielt vom Schulzen im Jahr 1562 insgesamt 18 Scheffel Korn und ein Scheffel Roggen.[4] Für 1586 ist eine Abgabe von 10 Talern 22 Groschen 1 Pfennig zum 70. Pfennig überliefert.[2]

17. Jahrhundert

Um 1600 wurden im Dorf 18 Hauswirte genannt. Im Jahr 1609 bestand das Dorf aus dem Schulzen, zwölf Ackerleuten und sechs Kossäten. Um 1625 bewirtschaftete ein Lehnschulze vier Hufen, während zwölf Dienstbauern zusammen 24 Hufen bewirtschafteten. Außerdem gab es vier Dienstkossäten und einen Freikossäten, die jeweils einen Garten besaßen. Die Statistik führte zudem zwei Häusler auf. Schwebendorf bestand aus 20 Einwohnern, die 28 Hufen bewirtschafteten. Schwebendorf wurde im Dreißigjährigen Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahr 1638 waren fünf Bauern, vier Gärtner und neun Einwohner „abgebrannt“. Für das Jahr 1646 wurden sechs Gärtner genannt, von denen keiner in etlichen Jahren etwas gesät hatte; sie mussten sich vollständig vom Tagelohn ernähren. Im Jahr 1653 gab es fünf Hufner und vier Gärtner, während acht Hufnerstellen und eine Gärtnerstelle wüst lagen. Eine besonders detaillierte Beschreibung stammt aus dem Jahr 1658: Es gab ein Lehngut mit vier Hufen, dazu fünf Bauerngüter mit jeweils zwei Hufen (davon hatten zwei je einen Hof, zwei je Haus, Hof und Garten, und ein Haus, Hof, Garten und vier Hufen auf der Bürgermark). Weiterhin bestanden vier Gärtnerstellen, deren Inhaber jeweils einen Garten besaßen; einer verfügte zusätzlich über zwei Stück Acker und eine Hufe auf der Bürgermark, ein anderer über ein Stück Acker, ein weiterer über ½ Hufe auf der Bürgermark, und der vierte über zwei Stück Acker und ½ Hufe auf der Bürgermark. Wüst lagen sieben Bauerngüter (jeweils mit zwei Hufen, eines zusätzlich mit ½ Hufe auf der Bürgermark) sowie eine Gärtnerstelle (mit einem Garten und zwei Stück Acker zu einem Scheffel Aussaat). Außerdem wurden zwei Häusler genannt. Für 1663 wurden genannt: zehn Männer (eine Witwe), neun Frauen, ein mündiger Sohn, 18 unmündige Söhne, elf unmündige Töchter, ein Stiefsohn, eine Hausfrau und ein Junge. Im Dorf lebten im Jahr 1664 der Lehnschulze, fünf Dienstschulzen, drei Dienstgärtner und ein Freigärtner; wüst lagen sieben Bauerngüter, eine Gärtnerstelle und zwei Budenstellen. Von den insgesamt 20 Einwohnerstellen waren zehn besetzt, zehn lagen nach wie vor wüst.[2]

18. Jahrhundert

Aus dem Jahr 1713 gibt es eine detaillierte Statistik. Der Land- und Lehnschulze, zugleich Müller, verfügte über vier Hufen. In seinem Haushalt lebten ein Sohn als Knecht, ein weiterer Sohn, zwei Mägde sowie eine Tochter als Magd. Zwei Zweihufner besaßen jeweils ½ Hufe auf der Luckauer Mark und hielten einen Knecht sowie ein Dienstmädchen. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Schwester als Magd, ein anderer eine Schwester, drei Zweihufner jeweils einen Sohn als Dienstjungen, ein weiterer Zweihufner einen Knecht, zwei Zweihufner jeweils einen Dienstjungen, ein weiterer Zweihufner eine Tochter als Magd und zwei Töchter, und ein weiterer Zweihufner eine Tochter als Magd sowie eine weitere Tochter. Unter den Kossäten hatte einer einen Knecht, ein anderer Sohn und Tochter, ein weiterer ½ Hufe, ein weiterer einen Dienstjungen und ½ Hufe. Hinzu kamen drei Häusler. Der Hirte verfügte über einen Sohn als Hirtenknecht und 42 Schafe. Insgesamt war die Gemarkung 27 Hufen groß.[2] Im Jahr 1722 besaß der Lehnschulze das Lehngut und eine Windmühle. Im Dorf bestanden 18 Feuerstätten (=Haushalte), darunter zwölf Bauern, fünf Kossäten und ein Kleinhäusler. Die Gesamtzahl der Hufen betrug 28, davon vier Lehnhufen. Für 1746 wurden ein Lehnschulze mit vier Hufen, zwölf Bauern, vier Kossäten und zwei Häusler genannt. Im Jahr 1768 lebten im Dorf zwei Maurergesellen sowie ein Müller, der einen Gesellen beschäftigte. 1777 gab es 19 angesessene Einwohner, darunter 13 Hufner, vier Kossäten und zwei Häusler; zudem bestanden zwei unbewohnte bzw. „publike“ (= öffentliche) Häuser, nämlich das Hirtenhaus und die Windmühle. Im Jahr 1793 wurden ein Vierhufner (Schulze), zwölf Zweihufner, vier Kossäten, ein Halbkossät sowie ein Erbschmied genannt.[5]

19. Jahrhundert

Als Ergebnis des Wiener Kongresses kam Schwebendorf im Jahr 1815 an das Königreich Preußen. Im Jahr 1815 lebte ein Windmühlenmeister, der zusammen mit einem Gesellen eine Windmühle betrieb. Im Jahr 1816 wurde lediglich ein Erbschmied erwähnt. Für das Jahr 1819 wurden eine Getreidewindmühle, 19 Webstühle, ein Schankwirt sowie acht männliche und acht weibliche Dienstboten erwähnt. Eine Statistik aus dem Jahr 1821 führte aus: dreizehn Hufner, darunter der Lehnschulze mit vier Hufen sowie zwölf Zweihufner, dazu vier Kossäten und drei Häusler (darunter der Schmied). Schwebendorf bestand 1823 aus 22 Häusern und einer Windmühle; 1837 waren es 20 Wohnhäuser und eine Windmühle. Eine besonders detaillierte Beschreibung stammt aus dem Jahr 1843: Der Schulze hatte eine Frau, drei Kinder, eine Auszüglerin, Gesellen, zwei Knechte und eine Magd im Haushalt. Ein Kossät hatte eine Frau und sieben Kinder. Eine Hufnerwitwe hatte zwei Kinder und einen Knecht. Ein Einlieger hatte eine Frau und fünf Kinder. Ein Zweihufner hatte eine Frau und sechs Kinder. Der Schneider hatte eine Frau, fünf Kinder und einen Einlieger mit Frau und zwei Kindern. Ein weiterer Kossät hatte zwei Kinder, einen Knecht und eine Magd. Ein Zweihufner hatte eine Frau, eine Tochter und eine Auszüglerin mit zwei Kindern. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau, neun Kinder und einen Auszügler. Eine Kossätenwitwe hatte drei Kinder, eine Auszüglerin und einen Knecht. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau und vier Kinder. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau, einen Auszügler mit Frau und zwei Kindern sowie einen weiteren Auszügler. Ein Kossät hatte eine Frau, sechs Kinder und einen Auszügler mit Frau. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau, fünf Kinder und eine Auszüglerin. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau und sechs Kinder. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau, fünf Kinder, eine Einliegerin und eine Magd. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau und fünf Kinder. Ein weiterer Zweihufner hatte eine Frau und zwei Kinder. Der Hirte hatte eine Frau, eine Tochter, einen Knecht und einen Dienstjungen. Der Pfänder wurde ebenfalls genannt. Ein Häusler hatte eine Frau und drei Kinder. Insgesamt standen im Dorf 22 Häuser. Schwebendorf bestand im Jahr 1858 aus zwei öffentlichen, 21 Wohn- und 62 Wirtschaftsgebäuden, darunter eine Getreidemühle.[5]

20. Jahrhundert

Um 1900 standen in Schwebendorf 25 Häuser. Es gab einen Gemeindevorsteher, der 40,64Hektar (ha) bewirtschaftete. Zwei Häusler besaßen 6,50ha bzw. 3,01ha. Ein Häusler und Zimmermann besaß 15,81ha, ein Häusler und Zimmerpolier 6,59ha. Sieben Hufner bewirtschafteten Flächen von 44,05ha, 40,88ha, 39,88ha, 38,05ha, 37,10ha, 36,25ha und 35 ha. Ein Hufner, der auch Windmüller war, nutzte 82,76ha. Die Statistik führte weiterhin auf: einen Hufnersohn, einen Kossät mit 13,71ha, einen Kossät und Schankwirt mit 12,40ha, ein Rentner sowie drei Restgutsbesitzer mit 11,49ha, 7,50ha und 3ha. Schwebendorf umfasste im Jahr 1931 insgesamt 28 Wohnhäuser mit 31 Haushaltungen. Im Jahr 1939 gab es sieben land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit 20 bis 100ha, elf Betriebe mit 10 bis 20ha, vier Betriebe mit 5 bis 10ha sowie sechs Betriebe mit 0,5 bis 5 ha.

Im Zuge der Bodenreform wurden 1948 insgesamt 26,7ha enteignet und aufgeteilt: 12,8ha Acker, 3,6ha Wiese und Weide, 10ha Wald sowie 0,2ha Wege und Ödland. Davon gingen 16,7ha an zehn landarme Bauern und 10 ha Wald an die Gemeinde. Bis 1952 gehörte das Dorf zum Landkreis Luckenwalde und wurde nach der Kreisreform vom 25. Juli 1952 dem neu gebildeten Kreis Luckau im Bezirk Cottbus zugeordnet. Am 1. Januar 1957 wurde Schwebendorf nach Dahme/Mark eingemeindet. Im Jahr 1960 gab es eine LPG Typ I, die 29 Mitglieder hatte und 224ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftete. Im Jahr 1965 war sie auf 32 Mitglieder und 229 ha angewachsen und wurde 1968 an die LPG Typ III Dahme angeschlossen. Im Jahr 1982 gab es im Dorf die LPG (Pflanzenproduktion) mit dem Rinderstall Schwebendorf.

Nach der Wende lag Schwebendorf im Landkreis Luckau in Brandenburg. Am 25. Mai 1992 wurde Schwebendorf Teil des Amtes Dahme/Mark. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 wurden Dahme und Schwebendorf schließlich dem neu gebildeten Landkreis Teltow-Fläming zugeordnet.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Anzahl Einwohner[7]
Jahr 18751890191019251933193919461950
Einwohner 140141146162140121190175
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Literatur

Commons: Schwebendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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