Schwefeldicyanid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Schwefeldicyanid ist eine anorganische, chemische Verbindung mit der Formel S(CN)2.[1] Es ist einer der ersten Vertreter der Dicyansulfane Sx(CN)2, welche auch das Thiocyanogen ((SCN)2) umfasst, und höhere Polysulfane bis S4(CN)2.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Schwefeldicyanid
Allgemeines
Name Schwefeldicyanid
Summenformel C2N2S
Kurzbeschreibung

weißer, instabiler Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 627-52-1
PubChem 136447
ChemSpider 120218
Wikidata Q83086747
Eigenschaften
Molare Masse 84,10 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

60 °C[2]

Löslichkeit

löslich in vielen organischen Lösungsmitteln[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

Es wurde zuerst 1828 von Jean Louis Lassaigne durch die Reaktion von Silbercyanid und Schwefeldichlorid dargestellt.[1] Später entdeckte Eduard Linnemann, das sich Schwefeldicyanid auch aus Silberthiocyanat und Iodcyan herstellen lässt.[2] Linnemann entdeckte ebenfalls, das Schwefeldicyanid mit Ammoniak nach der Pinner-Reaktion ein Amidin ergibt, ohne die S–C Bindung zu ersetzen,[2] obwohl Dimethylamin eine Zersetzung zu Dimethylcyanamid und Dimethylammoniumthiocyanat verursacht.[1]

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Nach der Röntgenkristallografie ist das Molekül planar gebaut, mit einem S-C-S Winkel von 95.6°.[4]

Chemische Eigenschaften

Schwefeldicyanid beginnt bei 30–40 °C zu sublimieren und schmilzt ab 60 °C.[2] Unter einer Inertatmosphäre zersetzt es sich langsam zu einem gelben Polymer, bei steigender Temperatur zersetzt es sich schneller, auch bereits bei Raumtemperatur.[1] Schwefeldicyanid ist instabil in Säure, es disproportioniert zu Thiocyanat, Cyanat, Hydrogensulfat und Cyanid,[5] in neutralen Lösungen zersetzt es sich zu Thiocyansäure und Cyansäure. Stabile Lösungen sind in vielen organischen Lösungsmitteln möglich.[1]

Einzelnachweise

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