Schöneck (Hessen)

Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis, Hessen, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die hessische Gemeinde Schöneck liegt im Main-Kinzig-Kreis. Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Büdesheim, Kilianstädten und Oberdorfelden. Alle drei Ortsteile werden von dem Flüsschen Nidder durchflossen. In Büdesheim mündet der Erlenbach in die Nidder.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Schöneck (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schöneck hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 12′ N,  50′ O
Bundesland:Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 122 m ü. NHN
Fläche: 21,5 km²
Einwohner: 11.837 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 551 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61137
Vorwahl: 06187
Kfz-Kennzeichen: MKK, HU, GN, SLÜ
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 026
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Herrnhofstr. 8
61137 Schöneck
Website: www.schoeneck.de
Bürgermeisterin: Carina Wacker (CDU)
Lage der Gemeinde Schöneck im Main-Kinzig-Kreis
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Rathaus im Ortsteil Kilianstädten

Schöneck grenzt im Norden an die Stadt Niddatal (Wetteraukreis), im Nordosten an die Stadt Nidderau, im Osten an die Stadt Bruchköbel, im Südosten an die Stadt Hanau, im Süden an die Stadt Maintal und im Westen an die Gemeinde Niederdorfelden und die Stadt Karben (Wetteraukreis).

Gemeindebildung 1970

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen entstand die Gemeinde Schöneck am 31. Dezember 1970 durch den freiwilligen Zusammenschluss der zuvor eigenständigen Gemeinden Büdesheim, Kilianstädten und Oberdorfelden.[2][3] Vor Schaffung der Großgemeinde Schöneck gehörte Büdesheim zum Landkreis Friedberg. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[4]

Der Ortsteil Büdesheim konnte im Jahre 2017 das 1200-Jahre-Jubiläum begehen.

Bevölkerung

Zuordnung der insgesamt 12.221 Bewohner auf die drei Ortsteile (Stand 31. Dezember 2022): Kilianstädten 6055, Büdesheim 4224, Oberdorfelden 1942.

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag 9. Mai 2011 in Schöneck 11.619 Einwohner. Darunter waren 722 (6,2 %) Ausländer, von denen 428 aus dem EU-Ausland, 197 aus anderen europäischen Ländern und 107 aus anderen Staaten kamen.[5] Von den deutschen Einwohnern hatten 9,7 % einen Migrationshintergrund.[6] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,2 %.[7]) Nach dem Lebensalter waren 2061 Einwohner unter 18 Jahren, 3.940 zwischen 18 und 49, 2.400 zwischen 50 und 64 und 2.216 Einwohner waren älter.[8] Die Einwohner lebten in 5.121 Haushalten. Davon waren 1.524 Singlehaushalte, 1.586 Paare ohne Kinder und 1.511 Paare mit Kindern, sowie 401 Alleinerziehende und 99 Wohngemeinschaften.[9] In 1.046 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2.216 Haushaltungen lebten keine Senioren.[10]

Einwohnerentwicklung

Schöneck: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2023
Jahr  Einwohner
1970
 
8.878
1975
 
10.192
1980
 
10.304
1985
 
10.485
1990
 
10.440
1995
 
10.763
2000
 
11.056
2005
 
11.549
2010
 
12.079
2011
 
11.619
2015
 
11.812
2020
 
11.900
2022
 
12.221
2023
 
12.095
Quellen: [11]; Hessisches Statistisches Informationssystem[7]; Zensus 2011[5]

Religionszugehörigkeit

 1987:5875 evangelische (= 60,3 %), 2379 katholische (= 24,4 %), 1497 sonstige (= 15,3 %) Einwohner[12]
 2011:5290 evangelische (= 45,5 %), 2600 katholische (= 22,4 %), 3720 sonstige (= 32,1 %) Einwohner[12]

Politik

Bei der Landtagswahl in Hessen 2023 ergaben sich für Schöneck folgende Ergebnisse (Zweitstimme; in Prozent): CDU 33,8 (+9,5); AfD 18,2 (+4,8); Grüne 16,5 (−5,2); SPD 14,5 (−5,8); FDP 6,0 (−2,1); Die Linke 2,2 (−2,9); Freie Wähler 3,4 (+0,2). Wahlbeteiligung: 70,9 %.

Die Ergebnisse zur Europawahl am 9. Juni 2024 (Parteien mit Stimmenanteil ≥4%; in Prozent): CDU 30,8, SPD 16,7, Grüne 14,3, AfD 12,8, FDP 7,4, BSW 4,0.

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[13] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[14][15][16]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
      
Insgesamt 37 Sitze
Weitere Informationen Parteien und Wählergemeinschaften, % 2021 ...
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,6 10 29,3 11 34,6 13 39,3 14 44,4 16
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,2 9 24,2 9 30,4 11 39,9 15 36,4 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 18,5 7 11,3 4 20,1 7 12,7 5 12,2 5
FWG Freie Wählergemeinschaft 8,3 3 11,8 4 10,3 4
FDP Freie Demokratische Partei 9,8 4 9,4 4 4,6 2 8,1 3 7,1 3
WAS Wahlalternative Schöneck 10,5 4 13,9 5
gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 56,3 52,5 50,8 49,9 61,5
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Die WAS – Wahlalternative Schöneck – gründete sich als Reaktion auf den geplanten Verkauf des Alten Büdesheimer Schlosses, befasst sich mittlerweile aber auch mit anderen kommunalen Themen.[17]

Bürgermeister

Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Schöneck neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und acht weitere Beigeordnete angehören.[18] Bürgermeisterin ist seit dem 15. Juli 2024 Carina Wacker (CDU), die in der Kommunalpolitik zuletzt Fraktionsvorsitzende ihrer Partei war.[19] Sie wurde als Nachfolgerin von Cornelia Rück (SPD), die nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte,[20] am 25. Februar 2024 im ersten Wahlgang bei 54,4 Prozent Wahlbeteiligung mit 52,48 Prozent der Stimmen gewählt.[21]

Amtszeiten der Bürgermeister[22][23]
  • 2024–2030 Carina Wacker (CDU)[19]
  • 2012–2024 Cornelia Rück (SPD)[20]
  • 2001–2012 Ludger Stüve (SPD)
  • 1971–2001 Erwin Schmidt (SPD)[24]

Wappen

Blasonierung: „In Gold mit eingeschweifter erniedrigter roter Spitze, darin ein goldenes Hufeisen, vorne ein rotgekrönter, rotbewehrter und rotgezungter schwarzer abgerissener Adlerkopf, hinten eine rote heraldische Lilie.“

Gemeindepartnerschaften

Patenschaft

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Altes Schloss Büdesheim

Bauwerke

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Büdesheimer Laternenfest, jeweils am ersten Wochenende im August (Freitag–Montag)
  • Oberdorfelder Straßenfest, Backofenfest
  • Oldtimer Traktorenschau[25]

Sport

  • TTC Schöneck e. V. (Tischtennis)[26]
  • Sportverein Oberdorfelden e. V. (Fußball, Turnen u. a.)
  • Sport- und Kulturverein Büdesheim e. V. – SKV (Tanz, Turnen u. a.)
  • Sportverein Kilianstädten 1933 e. V. (Fußball)
  • Judo Club Schöneck 1973 e. V. (Judo)
  • Turngemeinde 1902 e. V. (Leichtathletik, Turnen u. a.)
  • Tennisclub Schöneck e. V. (Tennis)
  • FC 1966 Büdesheim (Fußball)
  • Schützenclub Büdesheim e. V. (Sportschießen)
  • Schachfreunde Schöneck (Schach)
  • Badminton SKV Büdesheim (Badminton)
  • Kung Fu Spirit (Kung Fu)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Alle drei Ortsteile Schönecks haben eine direkte Bahnanbindung nach Bad Vilbel bzw. Frankfurt/Main (Hauptbahnhof) und in der Gegenrichtung nach Stockheim (Glauburg). Ab 2008 wurde die Zahl der Zugverbindungen auf der Niddertalbahn erweitert und zusätzlich der Betrieb am Wochenende aufgenommen.

2008 erhielt der Ortsteil Kilianstädten eine Ortsumgehung zur Verringerung des innerörtlichen Durchgangsverkehrs.

Frühgeschichte

Bei Erdarbeiten zum Bau der Ortsumgehung (L 3008) fand man im Jahre 2006 unweit der Straße Neuer Weg Knochen, die zur Erforschung an die Mainzer Universität übergeben wurden. Die Radiokarbondatierung (14C-Methode) ergab ein Alter von 5207 bis 4849 Jahren v. u. Z. (cal BC). Die Art der Verletzungen und die Altersverteilung der Getöteten sowie der achtlose Umgang mit den Leichen gleicht den Befunden aus Talheim und Schletz und bedeutet, dass auch in Kilianstädten die Bewohner einer kompletten Siedlung ermordet wurden. Das Fehlen jüngerer Frauen unter den Opfern könnte auf Frauenraub hinweisen. Seither deutet man die Funde als Spuren eines Massakers von Kilianstädten.[27]

Literatur

  • Christian Meyer, Christian Lohr, Detlef Gronenborn und Kurt W. Alt: The massacre mass grave of Schöneck-Kilianstädten reveals new insights into collective violence in Early Neolithic Central Europe. In: PNAS. Band 112, Nr. 36, 2015, S. 11217–11222, doi:10.1073/pnas.1504365112, Volltext
  • Christian Meyer, Olaf Kürbis, Veit Dresely, Kurt W. Alt: Patterns of Collective Violence in the Early Neolithic of Central Europe. In: Andrea Dolfini, Rachel J. Crellin, Christian Horn und Marion Uckelmann: Prehistoric Warfare and Violence. Quantitative and Qualitative Approaches. Springer International Publishing AG, Cham 2018, ISBN 978-3-319-78827-2, S. 21–38 (Kapitel 2) Volltext (PDF).

Windpark

September 2009 Baubeginn für einen Windpark (7 Windkraftanlagen mit gesamt rd. 37 Millionen kWh (=37 GWh) p. a.) an der südlichen Peripherie vom Ortsteil Kilianstädten. 2013 Erweiterung um zwei weitere Windkraftanlagen.

Bildung

Büdesheim und Kilianstädten besitzen jeweils eine eigene Grundschule; für die Grundschüler aus Oberdorfelden ist die Grundschule in der benachbarten Ortschaft Niederdorfelden zuständig.

Für Schöneck zuständige weiterführende Schulen befinden sich in Nidderau, Hanau und Maintal-Bischofsheim.

In Schöneck gibt es ein vielfältiges Angebot zur Kinderbetreuung, darunter fünf Kindertagesstätten.[28]

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

Literatur

Commons: Schöneck (Hessen) – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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