Sebastian Bohrn Mena
österreichischer Politiker und politischer Aktivist
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Familie
Sebastian Bohrn Mena wurde in Wien als Nachkomme politischer Flüchtlinge aus Chile geboren; er ist Angehöriger der zweiten Generation von Exil-Chilenen.
Sein Vater Karl Bohrn[4] ist ein österreichischer Psychotherapeut und klinischer Gesundheitspsychologe. Seine Mutter Aida Bohrn[5], geboren als Aida Alejandra Mena Olivares in Vicuña, wurde für Verdienste um das Gemeinwesen unter anderem mit dem Bundesehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet[6] und ist ebenfalls Psychotherapeutin. Sie ist die Tochter des chilenischen Politikers Gregorio Mena Barrales[7], Unterstützer von Präsident Salvador Allende, der von 1970 bis zu seiner Absetzung 1973 durch die Militärdiktatur unter Augusto Pinochet als sozialistischer Gouverneur der Provinz Puente Alto wirkte. Die Familie mütterlicherseits konnte 1975 nach zweijähriger Internierung des Vaters im Wüsten-Lager Chacabuco nach Österreich fliehen.[8][9]
Sebastian Bohrn Mena ist mit der ehemaligen Gewerkschafterin und Autorin[10] Veronika Bohrn Mena (geb. Kronberger) verheiratet und Vater zweier gemeinsamer Söhne. Er wohnt mit seiner Familie im Waldviertel.[11]
Ausbildung und Beruf
Bohrn Mena absolvierte von 2000 bis 2003 eine kaufmännische Lehre als Buchhändler in der Wiener Buchhandlung Kuppitsch.[1] Von 2003 bis 2005 war er beim Österreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund (ÖAAB) tätig. Während dieser Zeit schloss er berufsbegleitend die Berufsreifeprüfung ab.[11]
Von 2005 bis 2008 arbeitete er als Assistent der Geschäftsführung und in der Projektkoordination für Suchtprävention am Institut für Sozial- und Gesundheitspsychologie[12], einer 1994 von seinen Eltern gegründeten Gemeinschaftspraxis und außeruniversitären Forschungseinrichtung. Dort arbeitete er in der Traumatisierungsforschung.[13] 2008 wurde er zum Geschäftsführer bestellt. Im September 2004 nahm er das Diplomstudium Unternehmensführung an der Fachhochschule der Wirtschaft Wien auf, das er im Juni 2008 abschloss. Im Anschluss daran belegte er ab September 2008 das Doktoratsstudium Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund-Freud-Privatuniversität (SFU). Seine Dissertationsarbeit behandelt die Auswirkungen von Flucht und extremer Traumatisierung auf nachfolgende Generationen.[14] Er wurde im Juli 2010 mit Auszeichnung promoviert.[1]
Von Juli 2008 bis März 2009 absolvierte er seinen Zivildienst im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands.[15]
2009 wurde er Universitätsassistent prae doc und persönlicher Referent am Lehrstuhl von Universitätsprofessor Thomas Druyen an seiner Heimatuniversität SFU.[16] Ab 2010 war er am Institut für vergleichende Vermögenskultur und Vermögenspsychologie der SFU auch als Leiter der Kommunikations- und Kooperationsagenden tätig.[11] Im August 2011 gründete Sebastian Bohrn Mena die SBM Consult Unternehmensberatung,[1] im April 2012 wurde er als Direktor der Volkshochschule Penzing eingesetzt.
Von Jänner 2019 bis September 2025 war er als Kolumnist[17] und politischer Kommentator bei der Tageszeitung Österreich und dem zugehörigen Sender oe24.TV tätig. Bis August 2025 diskutierte er im Format Fellner! Live auf oe24.TV wöchentlich mit Gerald Grosz, dem ehemaligen Bundesparteiobmann des BZÖ. Von 2024 bis September 2025 hostete er zweimal pro Monat die Sendung „Unsere Tiere", die sich auf Themen wie Tierschutz und Naturschutz fokussiert.[18][19]
Seit November 2019 ist Sebastian Bohrn Mena hauptberuflich als Geschäftsführer des im Waldviertel ansässigen Beratungsunternehmens Demokratiebüro GmbH[20] tätig. Mit diesem setzt er unter anderem Projekte im öffentlichen Auftrag im Bereich Ökologie um, darunter zum Moorschutz[21] oder zu nachhaltigen Textilien[22][23]. In dieser Funktion fungierte er im Juni 2025 als Herausgeber eines Leitfadens zum Thema Feuchtgebiete und leitet seit Mai 2025 den Prozess "Wetland City Schrems" im Auftrag der Stadtgemeinde Schrems.[24][25]
Ende September 2025 stellte Bohrn Mena gemeinsam mit seiner Frau Veronika ein neues berufliches Projekt vor, dem er sich künftig widmen werde. Seine Tätigkeit als Unternehmensberater beendet er. Über Steady wollen beide eine „Plattform gegen digitale Gewalt und Rechtsextremismus“ aufbauen. Dies sei eine Reaktion auf den grassierenden Hass im Netz, der seinen Ursprung laut Bohrn Mena oft in rechtsextremen Kreisen habe und von FPÖ-Netzwerken befeuert werde.[26][27][28]
Gesellschaftliches Engagement
Sebastian Bohrn Mena ist seit seinem 16. Lebensjahr gesellschaftlich engagiert. So wirkte er während seiner Lehrzeit unter anderem als Jugendvorsitzender[29] der Fraktion Christlicher Gewerkschafter in Wien, später, während des Studiums, als Sprecher der Studierenden im Akademischen Senat der Sigmund Freud Privatuniversität. Er fungierte unter anderem als Vorsitzender des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes in Klosterneuburg[30], als Mitglied im niederösterreichischen Landesvorstand des Bundes Sozialdemokratischer Akademiker und im Vorstand der Kinderfreunde Penzing. Von 2009 bis 2017 war er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, für die er bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2015 kandidierte.[31]
Bei der Nationalratswahl in Österreich 2017 kandidierte er für die Liste Peter Pilz[32], im Anschluss daran wurde er Klubmitarbeiter des Parlamentsklubs der Liste Pilz und deren Bereichssprecher für Kinderrechte und Tierschutz. Nach einem persönlichen Zerwürfnis mit dem Parteigründer Peter Pilz trat Bohrn Mena im Juli 2018 aus der Partei aus[33], im Anschluss folgte eine gerichtliche Auseinandersetzung, die schließlich mit einer Einigung beigelegt wurde.[34]
Im Februar 2019 präsentierte Bohrn Mena das Programm des von ihm initiierten österreichischen Tierschutzvolksbegehrens,[35] dem er zunächst als Geschäftsführer und ab Oktober 2019 als Obmann diente.[11] Dieses wurde am 25. Jänner 2021 mit über 416.000 Unterschriften beendet.[36] Als Nachfolge-Initiative zum Volksbegehren, die auch seine Arbeit fortsetzen wird, wurde im Februar 2021 die Initiative oekoreich präsentiert.[37][38] Im Rahmen dieser Initiative ist Bohrn Mena Herausgeber des gleichnamigen hauseigenen Online-Mediums.
Bohrn Mena und seine Familie sind seit Jahren mit Gewalt- und Morddrohungen konfrontiert.[39] Einen Höhepunkt erfuhr dies im Dezember 2020, als die Familie infolge mehrfacher konkreter Drohungen unter Polizeischutz gestellt werden musste.[40] Bohrn Mena gab an, auch aufgrund dieser Drohungen ins Waldviertel gezogen zu sein.[41]
Im Dezember 2021 gründeten Sebastian und Veronika Bohrn Mena die Stiftung Común, deren Vorstände die beiden sind.[42] Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Bundesstiftung, die sich der Förderung des sozialen und ökologischen Fortschritts und dem Schutz der Demokratie widmet. Die Stiftung verfügt über einen fünfköpfigen Beirat, in dem unter anderen Politologin und Publizistin Natascha Strobl, die Schweizer Journalistin Anna Bursian und der deutsche Ökonom und Goliathwatch-Gründer Thomas Dürmeier mitwirken. Frühere Beiräte waren unter anderen Ex-Volkshilfe-Präsident Josef Weidenholzer, der deutsche Journalist Arne Semsrott, der österreichische Journalist Eugen Freund und die Wissenschaftlerin Magdalena Baran-Szoltys, Finanzvorständin des Frauenvolksbegehrens.[43][44]
Im August 2023 rief Bohrn Mena gemeinsam mit der Stiftung Común und der Stadtgemeinde Schrems den überparteilichen Förderkreis Hochmoor Schrems für den Naturpark Hochmoor Schrems ins Leben. Ziel war die Anhebung der Grundsubvention der Stadt im Ausmaß der gesammelten Spenden, Unterstützer sind unter anderem Privatpersonen und Unternehmen.[45][46] Die Sammlung wurde im Oktober 2023 abgeschlossen, Bohrn Mena für sein Engagement von Naturpark und Stadt Schrems mit Urkunde und Ehrenmedaille ausgezeichnet.[47]
Im September 2024 organisierte die von Bohrn Mena geleitete Stiftung COMÚN die mehrteilige Veranstaltungsreihe Umkämpfte Demokratie in Zusammenarbeit mit dem Volkstheater Wien, an der neben anderen Oliver Nachtwey und Annika Brockschmidt mitwirkten. Diese befasste sich mit verschiedenen Gefahren von Rechtsextremismus und wurde von der FPÖ heftig kritisiert.[48][49][50]
Im November 2024 wurde Bohrn Mena vom Steyrer Bürgermeister Markus Vogl zum „Botschafter der Stadt Steyr“ ernannt.[51]
Im Dezember 2024 beschloss der Gemeinderat der Stadt Schrems die Bewerbung als „Ramsar Wetland City“ und betraute Bohrn Mena mit der Leitung des lokalen Komitees für den Akkreditierungsprozess.[52][53]
Im Februar 2025 wurden erneut Morddrohungen gegen Bohrn Mena und seine Frau Veronika dokumentiert, diese dürften Berichten zufolge aus dem rechtsextremen Milieu stammen.[54][55]
Im März 2025 stellte Bohrn Mena gemeinsam mit dem Bürgermeister von Salzburg, Bernhard Auinger, und dem Bürgermeister von Hallein, Alexander Stangassinger, das Programm der „Österreichischen Konsumdialoge“ zum Thema gesunde und nachhaltige Ernährung vor. Seine Unterstützung dafür sprach in einem Statement auch Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig aus. Die von Bohrn Mena in seiner Funktion als Vorstand der Stiftung COMÚN organisierte Veranstaltungsreihe stellt kostenfreie Bildungsangebote für Kinder und Eltern in beiden Städten bereit und wird seit 2022 an wechselnden Orten und zu unterschiedlichen Themen durchgeführt.[56][57]
Im Juli 2025 wurde bekannt, dass Bohrn Mena dem als „Helden von Villach“ bekannt gewordenen syrischen Flüchtling, der beim Messerangriff in Villach eine zentrale Rolle einnahm und Menschenleben rettete, dabei hilft, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Demnach wurde ein Antrag auf „Verleihung der Staatsbürgerschaft im besonderen Interesse der Republik gemäß § 10 Absatz 6 StbG“ eingebracht, Bohrn Mena besorgte unter anderem die Unterstützungsschreiben der Stadt Villach und des Landes Kärnten.[58][59][60]
Kontroversen
Im Oktober 2021 erschien ein Artikel in der Tageszeitung Die Presse mit dem Titel „Wenn Umweltaktivisten streiten“, in dem der Obmann des umstrittenen Vereins gegen Tierfabriken, Martin Balluch, Kritik an Bohrn Mena übte. Balluch äußerte eine Reihe von unbestätigten Vorwürfen, etwa betreffend Beratungstätigkeiten von Bohrn Mena, die dieser jedoch allesamt strikt zurückwies. In weiterer Folge ergriff Bohrn Mena aufgrund des Artikels auch rechtliche Schritte und konnte erwirken, dass der Handelskonzern BILLA eine Unterlassungserklärung abgeben musste.[61] Im Oktober 2024 griff das Magazin Datum die Thematik erneut auf. Der Artikel beschreibt, wie das Ehepaar Bohrn Mena über die Stiftung Común und das Online-Medium Oekoreich im Bereich Tierschutz und Umwelt tätig ist. Datum berichtet von einem Fall rund um den Möbelkonzern Ikea: Nach einer Protestaktion vor dem Wiener Standort im August 2021 und anschließenden Dialoggesprächen habe Ikea nach eigenen Angaben ein „entgeltliches Beratungsangebot“ der Bohrn Menas erhalten. Der Anwalt des Ehepaars bestreitet, dass die Initiative von seinen Mandanten ausgegangen sei, und verweist darauf, dass Ikea selbst eine Zusammenarbeit angeboten habe. Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit wird mit der Einschätzung zitiert, die Vermischung von Kampagnenarbeit und Geschäftstätigkeit sei „ethisch und moralisch unhaltbar“. Der Artikel erwähnt zudem bezahlte Kooperationen des Mediums Oekoreich mit Unternehmen wie XXXLutz sowie öffentliche Fördergelder aus mehreren Ministerien für Projekte der Bohrn Menas. Bohrn Menas Anwalt Peter Zöchbauer bestritt die Darstellungen erneut.[62]
Im März 2022 kündigte Herbert Kickl, Obmann der FPÖ, öffentlich eine Klage gegen Bohrn Mena an. Anlass war eine bei oe24.TV getätigte Aussage von Bohrn Mena, wonach Kickl Flüchtlinge aus der Ukraine „sterben lassen“ wolle. Kickl klagte auf Widerruf und Unterlassung, es wurde eine außergerichtliche Einigung erzielt.[63]
Im September 2024 rügte der Österreichische Presserat einen Artikel der Kronen Zeitung. Demnach wurden von der Zeitung Vorwürfe veröffentlicht, ohne die Sichtweise von Bohrn Mena dazu einzuholen. Dies stelle einen Verstoß gegen den Ehrenkodex dar.[64]
Ende Dezember 2025 wurde bekannt, dass das Land Steiermark eine Anzeige gegen Bohrn Mena wegen Verwendung des steirischen Landeswappens eingebracht hat. Bohrn Mena sieht sich im Recht und einen Versuch der politischen Einschüchterung[65], der Klubobmann der steirischen NEOS, Niko Swatek, vermutet „politische Einflussnahme“ und bringt dazu Anfragen im steirischen Landtag ein.[66][67] Im März 2026 erfolgte die Beantwortung der Anfrage durch Landeshauptmann Mario Kunasek. Demnach war Bohrn Mena die einzige Privatperson, die in den letzten Jahren vom Land wegen eines solchen Deliktes angezeigt wurde. Zudem dauerte es von der ersten Information über den Sachverhalt bis zur Anzeige durch das Land Steiermark nur 124 Minuten. „Ausgerechnet, wenn eine FPÖ-Politikerin in Bedrängnis gerät, geht plötzlich alles im Eil-Tempo. Das hinterlässt einen schalen Beigeschmack“, so Niko Swatek von den NEOS dazu.[68][69]
Engagement gegen digitale Gewalt und rechten Hass
Im Juli 2025 wurde bekannt, dass Sebastian Bohrn Mena und seine Frau Veronika gegen über 1000 Verfasser von Hasspostings im Internet, wie Morddrohungen, Gewaltaufrufe und rassistische Beleidigungen, juristisch vorgehen; auch Likes werden dabei ausdrücklich berücksichtigt. Damit solle eine „abschreckende Wirkung“ erzielt werden. Ihr Tiroler Rechtsanwalt Robert Kerschbaumer sprach gegenüber Medien von einem in Österreich bislang einzigartigen Unterfangen, bei dem zunächst eine außergerichtliche Einigung in Form eines Vergleichs angestrebt, im Zweifel aber auch gerichtliche Klagen eingebracht werden würden.[70][71]
Im August 2025 berichteten Medien darüber, dass Bohrn Mena auch Klagen gegen den steirischen Landeshauptmann und FPÖ-Obmann Mario Kunasek, den Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp, den Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss und andere führende FPÖ-Politiker eingebracht hat, weil auf ihren öffentlichen Facebook-Profilen massenhaft Hassnachrichten veröffentlicht worden sein sollen. Ein erster Beschluss des Landesgerichtes Innsbruck musste in dem Zusammenhang vom FPÖ-Generalsekretär von Tirol, dem Landtagsabgeordneten Patrick Haslwanter, veröffentlicht werden.[72][73]
Im September 2025 wurde bekannt, dass Bohrn Mena alleine 12 FPÖ-Funktionäre aus Niederösterreich klagt.[74] Ebenfalls im September verklagte das Ehepaar Bohrn Mena auch die rechten Medien RTV und Info-Direkt. Die Bohrn Menas sehen sich als Opfer einer „gezielte[n] Herabwürdigung“.[75] Außerdem wurde eine erste Klage gegen Ex-BZÖ-Politiker Gerald Grosz eingebracht.[76]
Im Oktober 2025 erwirkte Bohrn Mena die erstinstanzliche Verurteilung von führenden FPÖ-Funktionären, darunter des steirischen Landeshauptmannes Mario Kunasek und des Wiener FPÖ-Obmanns Dominik Nepp. Darüber hinaus wurde ein niederösterreichischer FPÖ-Repräsentant rechtskräftig dafür verurteilt, dass er Bohrn Mena eine „linke Zecke“ genannt hatte.[77][78][79]
Im November 2025 wurde der Tiroler FPÖ-Generalsekretär Patrick Haslwanter erstinstanzlich verurteilt, auch Gernot Darmann, FPÖ-Sicherheitssprecher im Nationalrat, musste auf Anordnung des Gerichts veröffentlichen.[80][81][82] Außerdem wurde die Verbreitung des von Gerald Grosz und anderen geäußerte diffamierende Vorwurf untersagt, die Bohrn Menas würden mit ihren Klagen ein „Geschäftsmodell“ betreiben.[83] Den Medien RTV und Info-Direkt wurde per einstweiliger Verfügung die Verbreitung von KI-generierten Deepfakes untersagt.[84]
Im Dezember 2025 berichtete Der Standard davon, dass bereits über 250 Klagen von Veronika und Sebastian Bohrn Mena eingebracht worden waren. Es sei „eine der größten Klagsserien gegen Hass im Netz ... die Österreich je erlebt hat“. Mehr als 55 FPÖ-Repräsentanten wären persönlich betroffen. Durch die Einbringung der Klagen wären bis Ende 2025 Kosten in Höhe von über 300.000 Euro und ein persönlicher finanzieller Schaden für das Ehepaar Bohrn Mena in Höhe von 20.000 Euro entstanden.[85][86]
Im Jänner 2026 wurde der FPÖ-Sicherheitssprecher und Obmann der FPÖ Klagenfurt, der Nationalratsabgeordnete Gernot Darmann, wegen rassistischer Hasspostings auf seinem Facebook-Profil auf Antrag von Bohrn Mena vom Landesgericht Klagenfurt erstinstanzlich verurteilt.[87]
Im Jänner 2026 gab Bohrn Mena bekannt, dass er sich künftig vor Bezirksgerichten selbst vertreten werde. Bereits über 300 Verfahren wären anhängig, über 600 mutmaßliche Täter bislang ausgeforscht worden.[88]
Im Februar 2026 konnte Bohrn Mena am Landesgericht für Strafsachen Graz einen Erfolg verbuchen, in weiterer Folge musste auch der FPÖ-nahe Blogger Gerald Grosz auf seinem Profil einen Widerruf des Angeklagten veröffentlichen.[89] Ebenfalls im Februar erließ das Handelsgericht Wien auf Antrag des Ehepaars Bohrn Mena eine Einstweilige Verfügung gegen die FPÖ Wien. Das Gericht führte aus, dass die FPÖ als Medieninhaberin hätte wissen müssen, dass die auf ihrer Seite veröffentlichen Kommentare „ehrverletzend“ waren.[90][91]
Im März 2026 wurde bekannt, dass das Oberlandesgericht Wien eine Einstweilige Verfügung gegen Gerald Grosz bestätigt und ausgeweitet hat. Demnach darf Grosz u. a. nicht mehr über das Ehepaar Bohrn Mena verbreiten, diese würden "ein übles, dreckiges Spiel" spielen und sich mit ihren Klagen gegen Hass im Netz als "Geschäftsmodell" bereichern.[92]
Im April 2026 wurde ein weitreichendes Urteil des Oberlandesgericht Wien zum Thema "Deepfakes" bekannt, das Bohrn Mena in einem Rechtsstreit mit rechten Medienplattformen erwirkt hatte. Dieses erlangte bundesweite Aufmerksamkeit, weil es das erste Urteil eines österreichischen Oberlandesgerichts zu Foto-Manipulationen darstellt, welche mittels künstlicher Intelligenz angefertigt und in sozialen Netzwerken verbreitet wurden.[93][94][95]
Publikationen
- Feuchtgebiete kompakt: Was man über Moore, Auen & Co und ihre Bewahrung wissen muss, als Herausgeber, Wien 2025[96]
- Konzerne an die Kette! So stoppen wir die Ausbeutung von Umwelt und Menschen, zusammen mit Veronika Bohrn Mena, mit einem Vorwort von Kathrin Hartmann, Brandstätter Verlag, Wien 2021.[97]
- Besser Essen. Wie wir über unseren Teller die Welt gestalten, mit einem Vorwort von Jane Goodall, Goldegg Verlag, Wien 2020.[98]
- Einflüsse der biografischen Entwicklung auf den Prozess des Erbens und Vererbens. in Druyen, T.: Verantwortung und Bewährung. Eine vermögenskulturelle Studie, Springer Verlag, Wiesbaden 2012.[99]
Ehrungen und Auszeichnungen
- 2020: Albert-Schweitzer-Medaille für humanitäre Verdienste der Österreichischen Albert-Schweitzer-Gesellschaft
- 2021: Ehrenmitglied von Euro-Toques Österreich[100]
- 2023: Ehrenmedaille des Naturparks Hochmoor Schrems[101]
- 2024: Ehren-Moor-Patenschaft des UnterWasserReichs[102]
- 2024: Botschafter der Stadt Steyr[103]
