Soutanenbinde

Gürtel, der die Taille der Soutane eines katholischen Klerikers umgibt From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Soutanenbinde ist eine Leibbinde, die von römisch-katholischen Klerikern als Teil des sog. „abito piano“, der traditionellen Amts- und Alltagskleidung von Priestern und Bischöfen, zur Soutane getragen wird, ebenfalls in einigen Orden zum Habit.

Katholischer Bischof mit Soutane, Soutanenbinde, Pileolus und Brustkreuz

Die aktuell geltenden Details zur Amtskleidung des höheren Klerus wurden 1969 nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in dem Dokument Ut sive sollicite teilweise neu geregelt. Darin wird die Soutanenbinde im lateinischen Text zona genannt.[1][2] Dieser Begriff kommt von altgriechisch ζώνη zone/zoni, deutsch Gürtel, Leibgurt, latinisiert zona. In der deutschen Übersetzung heißt die Leibbinde Zingulum.[3] Sie ist zu unterscheiden von dem Zingulum, das in der Liturgie zur Albe getragen wird.

Beschreibung

Soutanenbinden bestehen in der Regel aus einfacher Seide oder Moiréseide, haben handgeknüpfte Knoten und lange Fransen an beiden Enden und variieren zwischen 13 und 15 cm Breite[4]. Die Soutanenbinden einfacher Priester bestehen in der Regel aus schwarzer Baumwolle, gelegentlich auch aus Seide, und haben keine handgenüpften Knoten.[5] Heute sind Soutanenbinden in der Regel mit Klettverschlüssen versehen.

Farbgebung

Die Farben variieren je nach Rang des Trägers, entsprechend der Farbe des jeweiligen Pileolus. Priester tragen eine schwarze, Bischöfe, Ehrenkapläne, Ehrenprälaten und Apostolische Protonotare ein violette und Kardinäle eine scharlachrote Soutanenbinde. Der Papst trägt eine weiße Binde mit goldenen Fransen und mit oder ohne Papstwappen.

Material

Noch heute gilt die alte Regel, dass Moiréseide Kardinälen sowie Apostolischen Nuntien und Delegaten vorbehalten ist.[6] Andere Kleriker tragen eine seidene oder wollene Soutanenbinde.

Historischer Gebrauch

Im späten 19. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war neben der heute üblichen gefransten Zona auch eine schmaler geschnittene Soutanenbinde in Gebrauch, die am Ende von Quasten geziert war.[7] Dies verbot der Hl. Stuhl mit der Instructio Ut sive sollicite am 31. März 1969.[8]

Im Rahmen der Tradition, dass Ordensleute, die zu Prälaten erhoben wurden, die übliche Ordenskleidung in den Farben des Habits ihres Ordens trugen, waren auch von der oben dargelegten Regel abweichende Soutanenbinden in Gebrauch. McCloud (1948) berichtet, dass Trappistenäbte der Tradition gemäß eine seidene weiße Soutanenbinde tragen, wobei entgegen der Tradition üblicherweise wollene Binden in Gebrauch gewesen sein sollen, Prämonstratenseräbte eine weiße Tuchbinde. Franziskanerprälaten trugen in Abwandlung zu ihrem Habit eine graue Binde.[9]

Zudem war es üblich, dass Träger päpstlicher Ehrentitel während der Sedisvakanz auf die ihnen zustehende Farbe verzichteten und eine schwarze Soutanenbinde trugen. Dies erstreckte sich bei (Erz-)Bischöfen auch auf die Fastenzeit und auf Zeiten der Trauer.

Zusätzlich waren historisch bei jenen Prälaten, die eine moiréseidene Binde tragen durften, die Enden, i.e. die Quaste oder die Fransen, golden. Dieses Privileg hat sich nur beim Papst erhalten.[10]

Andere Konfessionen

In den östlichen Kirchen wird das Band, mit dem das Sticharion, das Untergewand des Priesters, gegürtet wird, auf neugriechisch ζώνη ‚Zoni‘ genannt. Es entspricht dem westkirchlichen Zingulum zur Albe, einem Strick, ist jedoch ein Stoffgürtel, dessen Vorderseite einen Paramentenstreifen bildet.[11]

Die Soutanenbinde ist auch in der Church of England gebräuchlich. Dort ist das Tragen auch Laien gestattet.

Trivia

Gelegentlich wird für die Soutanenbinde der Begriff Fascia (lateinisch fascia Bandage, Leibgurt, Busenband) gebraucht. Auf Englisch heißt sie sash.

Laut McCloud (1948) sollen Ministranten keine Soutanenbinde tragen.[12]

Galerie

Literatur

  • Henry McCloud: Clerical Dress and Insignia of the Roman Catholic Church. The Bruce Publishing Company, Milwaukee 1948, S. 76–78.
  • Dieter Philippi: Sammlung Philippi. Kopfbedeckungen in Glaube, Religion und Spiritualität. St. Benno-Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-74622800-6, S. 662.
  • John Nainfa: Costume of prelates of the Catholic church, according to Roman etiquette. John Murphy company, Baltimore 1909, S. 57–60. Digitalsat.

Quellen

Commons: Fascia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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