St. Leonhard (Pavelsbach)
Kirchengebäude in Pavelsbach, einem Gemeindeteil des Marktes Postbauer-Heng im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die römisch-katholische, denkmalgeschützte Expositurkirche St. Leonhard befindet sich in Pavelsbach, einem Gemeindeteil des Marktes Postbauer-Heng im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.


Sie gehört zum Dekanat Neumarkt in der Oberpfalz des Bistums Eichstätt. Das Bauwerk ist unter der Denkmalnummer D-3-73-155-20 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.
Beschreibung
Die Saalkirche besteht aus einem 1736 gebauten Langhaus und einem frühgotischen Chorturm von 1438 im Osten, dem in den Jahren 1735/1736 ein achteckiges Geschoss aufgesetzt wurde und das die Turmuhr und den Glockenstuhl beherbergt. Es wurde mit einem Helm bedeckt, der mit einer Zwiebelhaube bekrönt ist.[1]
Der Innenraum des Langhauses ist mit einer Flachdecke überspannt, die von Vouten gerahmt ist. Die Stukkaturen in Chor und Langhaus bestehen aus Bandwerk mit Engelsköpfchen und naturalistischen Blumen. Ebenso an der Brüstung der Westempore. Aufgrund der großen Ähnlichkeit der Stukkaturen mit denen in der Schloßkirche St. Michael Sulzbürg und in der Pfarrkirche St. Xystus Büchenbach werden diese der Werkstatt des Donato Polli zugeschrieben.[1]
Die ursprünglichen und kunsthistorisch wertvollen Deckenfresken wurden im Rahmen der Kirchenrenovierung des Jahres 1890 durch Deckenmalereien von Sebastian Wirsching im nazarenischen Stiel ersetzt.[2][1] Das Fresko im Presbyterium stellt den H. Benedikt und den Hl. Leonhard sowie die Gottesmutter Maria dar. Um dieses größere Deckengemälde sind in 4 kleineren Fresken die vier Evangelisten angeordnet. Die Decke des Langhauses zieren drei größere Gemälde sowie 10 kleindere Fresken an den Deckenaußenseiten.[3]

Die Kirchenausstattung aus dem mittleren 18. Jahrhundert zählt zu den anspruchsvollsten Schöpfungen des Rokoko im Landkreis Neumarkt, die vom Bildhauer und Kunstschreiner Anton Wies aus Schrobenhausen ausgeführt wurde. Bei dem Hochaltar handelt es sich um ein weitgestelltes Viersäulenretabel mit großen Statuen der Apostelfürsten Simon Petrus und des Paulus von Tarsus über den seitlichen Durchlässen. Das Altarblatt im nazarenischen Stiel[2] aus 1890 bildet den Hl. Leonhard ab.[3]
Die die ebenfalls aus der Hand des Anton Wies stammenden beiden Seitenaltäre und sowie die von ihm gestaltete Kanzel wurden nachweislich in 1772 fertiggestellt.[4] Die Aufbauten der Seitenaltäre wurden in atektonischer Rocaille- und Rankenornamentik aufgelöst. Die Altarblätter wurden ebenfalls in 1890 neu gestaltet und zeigen links die Verkündigung und rechts die Krönung Mariens. Bei der Gestaltung der Kanzel wurde die Ornamentik fortgeführt. Das vom Anfang des 18. Jahrhunderts stammende Laiengestühl weist an den Stuhlwangen ebenfalls einen Rankendekor auf.[2]
Geschichte
In der Zeit der Errichtung des ersten Pavelsbacher Gotteshauses im Jahre 1438 bestand der Ort noch aus zwei Dörfern. Die Grundherrschaft des Dorfes Oberpavelsbach hatte dabei fast vollständig das Kloster Seligenporten inne, der Grundherr der Niederpavelsbacher war überwiegend das Deutschordensamt Postbauer.[5] Ermöglicht wurde dieser erste Kirchenbau – auf freiem Feld zwischen den beiden Dörfern – durch umfangreiche Stiftungen eines Chorherren zu St. Johann in Regensburg, die am 2. Februar 1438 beurkundet wurde und der die beiden Grundherren des Zwillingsorts zugestimmt haben.[6]
In den Jahren 1735/1736 wurde die heutige Kirche, unter Belassung der vier Hauptmauern und des Chores des Vorgängerbaus, neu errichtet.[6]
Glocken

Insgesamt besitzt die Expositurkirche St. Leonhard die nachstehend näher beschriebenen vier Glocken:[7]
| Nr. | Name | Nominal | Gewicht (kg) | Gussjahr | Gießer, Gussort |
| 1 | Leonhardiglocke | fis1 | 668 | 1951 | Karl Czudnochwsky, Erding |
| 2 | Die Alte | a1 | 400 | 1611 | Johannes Pfeffer, Nürnberg |
| 3 | Totenglocke | h1 | 228 | 1950 | Karl Czudnochwsky, Erding |
| 4 | Schutzengelglocke | cis2 | 235 | 1952 | Gebhard Engelbert, Kemten |
Literatur
- Jolanda Drexler-Herold, Achim Hubel u. a.: Regensburg und die Oberpfalz (= Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern V). 2., durchgesehene und ergänzte Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2008, ISBN 978-3-422-03118-0, S. 399.