Stadthaus (Duisburg)
denkmalgeschütztes Gebäude in Duisburg
From Wikipedia, the free encyclopedia
Das Stadthaus (Adresse Friedrich-Albert-Lange-Platz 7 / Moselstraße 42 / Erftstraße 2/4), auch Stadtverwaltungsgebäude genannt, ist ein unter Denkmalschutz stehendes Verwaltungsgebäude in der Innenstadt des nordrhein-westfälischen Duisburg. Es wurde vom Architekten und kommunalen Baubeamten Karl Pregizer entworfen und zwischen 1924 und 1926 ausgeführt.

Geschichte
Das starke Wachstum der Industriestadt Duisburg machte in den 1920er Jahren Ergänzungsbauten für das an die Kapazitätsgrenze stoßende Rathaus notwendig. Der Bauplatz wurde am Rand des Wasserviertels gefunden, der geplante Bau sollte über die Köhnenstraße mit dem Rathaus verbunden sein. Das Stadthaus wurde vom damaligen Beigeordneten Karl Pregizer entworfen, auf den auch der Sportpark Wedau und die Dickelsbachsiedlung zurückgehen. Pregizer entwarf das Gebäude im Stil des Expressionismus.
Von 1924 bis 1926 entstand der erste Bauabschnitt an der Moselstraße; im Jahr 1929 wurde eine Villa an der Erftstraße in das Stadthaus einbezogen. Der Bau hatte ein Walmdach, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. In der Wiederaufbauphase erhielt das Gebäude stattdessen ein weiteres, etwas zurückversetztes Staffelgeschoss, das das heutige Erscheinungsbild des Baus dominiert. Weitere Anbauten entstanden in den 1950er und 1960er Jahren. Heute sind in den Räumlichkeiten die Amtsstellen des Technischen Dezernats untergebracht.[1]
Beschreibung

Das Stadthaus präsentiert sich als viergeschossiger Bau mit fünf Flügeln, die um einen Innenhof angeordnet sind. Besondere Bedeutung hat der der Moselstraße zugewandte Bauteil, der auch Kopfbau genannt wird. Er zeigt Elemente, die auch beim gegenüberliegenden Hotel Duisburger Hof zu finden sind, das ein Jahr nach dem Stadthaus fertiggestellt wurde. Beide Gebäude rahmen das Stadttheater ein. Wie beim Hotel wurde der repräsentative Flügel mit Travertin und Muschelkalk verkleidet.
Zur Köhnenstraße erhebt sich ein Eingangsbereich mit vorgeschalteten Pfeilern und einem Durchgang für Fußgänger. Hier sind in den Gebäudeecken zwei Ladengeschäfte zu finden. Die Innenseiten der Pfeiler wurden mit rhombischem Flechtband dekoriert. Weitere Details weisen die Gebäudeecken entlang der Köhnenstraße auf, an denen vier figürliche Darstellungen von Bauberufen zu finden sind.
Markant erhebt sich hinter dem Kopfbau ein sechsgeschossiger Turm. Dieser schließt heute mit einem langgestreckten Walmdach ab. Ursprünglich war das Dach von einer hochgezogenen, durchbrochenen Brüstung verdeckt, das aus verschränkten Dreiecken bestand. Dieses Detail war stark an das Düsseldorfer Wilhelm-Marx-Haus angelehnt, das 1924 eingeweiht wurde.[2]
Das Stadthaus hat im Inneren des sogenannten Kopfbaus einen Paternosteraufzug. Dieser ist seit dem Jahr 1927 in Betrieb und wurde von Flohr-Otis hergestellt. Er besteht aus zwölf Kabinen und überwindet fünf Geschosse.[3] Das Stadthaus wurde am 23. Januar 2010 unter der Nummer 597 in die Denkmalliste der Stadt Duisburg eingetragen.
Literatur
- Karina A. Sosnowski: Das Duisburger Stadthaus. Ein Prestigebau für die Bauämter. In: Zeitlupe 2026. Duisburg 2026, S. 10 f.
Weblinks
- Stadthaus Duisburg im Architektur-Bildarchiv