Stiftung Lebendige Stadt
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Die Stiftung Lebendige Stadt wurde im Jahre 2000 auf Initiative von Alexander Otto gegründet, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der ECE Group, die gewerbliche Großimmobilien, insbesondere innerstädtische Einkaufszentren, entwickelt, errichtet, vermietet und betreibt. Inzwischen engagieren sich darin neben der ECE Group weitere Firmen wie Thalia, Schüco, und Vonovia. Seit ihrem Bestehen hat die Stiftung mehrere Projekte initiiert und gefördert.
| Stiftung „Lebendige Stadt“ | |
|---|---|
| Rechtsform | rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts |
| Gründung | 24. Mai 2000 |
| Gründer | ECE Group GmbH & Co. KG (Stifter) |
| Sitz | Hamburg |
| Vorsitz | Andreas Mattner (Vorstandsvorsitzender) |
| Umsatz | 1.227.423 Euro (2016) |
| Stiftungskapital | 511.291,88 Euro (2024)[1] |
| Website | lebendige-stadt.de |
Arbeitsansatz
Nach eigenen Angaben engagiert sich die Stiftung für die Zukunft der Städte.
„Die urbane Vielfalt aus Arbeit, Kultur und Wohnen gilt es zu erhalten und mit zu gestalten. Themenschwerpunkte bilden die Bereiche Licht, Grün und Gestaltung öffentlicher Räume […] Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien haben auf Seiten der Stiftung daran mitgewirkt.“
Gremien der Stiftung
Der Vorsitzende des Kuratoriums ist seit 2025 Rolf Buch, der auf Alexander Otto folgte.[2] Zum Kuratorium gehören außerdem Hildegard Müller (stv. Vorsitzende), Andreas Engelhardt, Rolf Bösinger, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Ministerpräsident Daniel Günther, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, Ingo Kretzschmar (Thalia Bücher) und Bundesbankvorstand Lutz Lienenkämper. Das Kuratorium entscheidet über die Verwendung der Stiftungsmittel und überwacht die Vorstandsarbeit. Der Vorstand führt als Ansprechpartner für alle Institutionen und Einzelpersonen die Geschäfte. Vorstandsmitglieder sind Andreas Mattner (Vorstandsvorsitzender), Eva Weiß (stv. Vorsitzende), Torsten Albig, Michael Batz, Friederike Beyer, Nicola Gehringer, Robert Heinemann, Markus Lewe, Eva Lohse und Oberbaudirektor a. D. Jörn Walter. Der Stiftungsrat besteht u. a. aus Marie-Agnes Strack-Zimmermann (MdEP; Vorsitzende), Monika Griefahn (stv. Vorsitzende), Arved Fuchs, Städtetagspräsident Burkhard Jung, Jan-Marco Luczak, MdB, Ministerin Nicole Razavi, Veronika Rücker, Erster Parlamentarischer Staatssekretär Dirk Wiese (MdB), Schauspielerin Sandra Quadflieg und Yehuda Teichtal. Er gibt Empfehlungen für die Stiftungsarbeit.
Projekte

Eines der ersten durch die Stiftung Lebendige Stadt unterstützten Projekte war die Illumination der Hamburger Speicherstadt, die seit 2001 durch Michael Batz beleuchtet ist.[3] Auf Initiative der Stiftung hat das Berliner Reichstagsgebäude seit 2009 eine dauerhafte Lichtinszenierung bei Dunkelheit, die ebenfalls von Batz gestaltet wurde.[4][5] Anfang der 2010er-Jahre initiierte die Stiftung ein Projekt zur dauerhaften Illumination von Bahnunterführungen in ganz Deutschland. Insgesamt wurden 31 Projekte in 24 Städten gefördert.[6]
Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe organisiert die Stiftung den Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“, der Städte für ihr Bemühen um ein attraktives Lebensumfeld mit Fördergeldern auszeichnet.[7][8] Die Stiftung Lebendige Stadt veranstaltet außerdem den bundesweiten Wettbewerb „Aus Grau mach Grün“, bei dem Straßen-, Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünungen in kleineren Städten gefördert werden.[9] Die Stiftung förderte die Grüngestaltung des Krupp-Parks in Essen, wo sie unter anderem umfangreiche Baumpflanzungen ermöglichte.[10][11] 2010 lobte die Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe den Bundeswettbewerb „Bundeshauptstadt der Biodiversität“ aus und prämierte die Gewinner.[12][13]
Gemeinsam mit Schüco und der Stadt Köln initiierte und förderte die Stiftung ab 2024 ein Pilotprojekt zur Luftreinhaltung an der Kölner Volkshochschule, bei dem eine stickoxidbindende Textilfassade installiert wurde; die wissenschaftliche Messung und Auswertung übernahm das Forschungszentrum Jülich.[14][15] Die Stiftung hat die Neugestaltung des Hamburger Jungfernstiegs gefördert.[16] Ebenfalls förderte sie die Neugestaltung des Leipziger Nikolaikirchhofes[17] und den Neubau des Jüdischen Campus in Berlin-Wilmersdorf.[18] Außerdem initiierte sie gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe das bundesweite Projekt „deinSchulhof“ zur Umgestaltung von Schulhöfen unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Im Rahmen des Wettbewerbs bewarben sich 550 Schulen; drei erhielten je 20.000 Euro.[19]
Die Stiftung förderte zudem wissenschaftliche Studien, darunter eine Handreichung der Bergischen Universität Wuppertal zur Sicherheit in Bahnhofsumfeldern[20] und eine Studie der TU Hamburg zum Pkw-Besitz im Wohnungsbau und zur Ermittlung von Stellplatzschlüsseln.[21] Die Stiftung Lebendige Stadt veranstaltet auch Kongresse zu verschiedenen Themen.[11][22]
Kritik/Kodizes
Die Stiftung geriet in ihrer Anfangszeit mit dem Hinweis auf Interessenskonflikte in die Kritik, die durch die Verflechtung der Stiftung mit dem ECE-Projektmanagement entstanden.[23]
Stiftungspreis
Die Stiftung vergibt jährlich einen Preis an Projekte in Städten und Gemeinden mit Vorbildcharakter in Bezug auf einen wechselnden Aspekt.[24] Die Ausschreibung erfolgt jeweils zu Beginn des Jahres. Eine Fachjury bewertet die Bewerbungen und wählt den oder die Sieger aus.
| Jahr | Thema | Preisträger | Anerkennung |
|---|---|---|---|
| 2024 | Das schönste Bahnhofsumfeld | Wuppertal.[25] | Burg (bei Magdeburg), Königssee und Wien |
| 2022 | Die engagierte Stadtgesellschaft | Crivitz | Bad Neuenahr-Ahrweiler, Danzig, Frankfurt am Main und Hamburg |
| 2021 | Kunst kann überall | Gevelsberg | Lichtenstein/Sachsen, Lünen und Witten |
| 2020 | Das beste Heimatmuseum | Museum im Zumsteinhaus in Kempten | Historisches Museum in Frankfurt am Main, Ostfriesisches Teemuseum in Norden, das Stadtmuseum von Tübingen und das Museum Leuchtenburg in Seitenroda |
| 2019 | Das beste kommunale Schwimmbad | Deggendorf | Erding, Nienburg a.d. Weser und Schorndorf.[26] |
| 2018 | Die digitalste Stadt | Dortmund und Wien | Coburg und Heidelberg.[27] |
| 2017 | Die lebendigste Städtepartnerschaft | Iserlohn / Chorzów / Nyíregyháza | Bordesholm / Kekava, Münster / York und Pforzheim / Irkutsk |
| 2016 | Die integrierende Sportstadt | Nürtingen | Bensheim, Falkensee, Hamburg, Maxdorf, Nürnberg und Stuttgart |
| 2015 | Das vorbildlichste öffentliche Bauprojekt | Drachenfelsplateau in Königswinter | Feuerwehr-Hauptwache in Celle, Bergpark im Quartier Lohberg in Dinslaken, Haus Bürger in Kirchhain, Neue Gebläsehalle in Neunkirchen, Porta Posnania in Posen und die Stadthalle in Reutlingen |
| 2014 | Die lebendigste Erinnerungsstadt | Leipzig | |
| 2013 | Das schönste Stadtfest | Stadtgeburtstag in Karlsruhe | |
| 2012 | Die barrierefreie Stadt | Schwerin | |
| 2011 | Die unverwechselbare Stadt | Hiddenhausen und Ingelheim | |
| 2010 | Seniorenfreundlichste Stadt | Arnsberg | |
| 2009 | Kinderfreundlichstes Mobilitätskonzept | Griesheim | Kiel, Kaiserslautern und Oberursel |
| 2008 | Schönster Wochenmarkt | Grünmarkt in Nienburg | Bremen, Münster, Freiburg im Breisgau, Frankenberg und Wuppertal[28][29] |
| 2007 | Bestes Parkraumkonzept | Parkgarage P23 in Amsterdam | Bruchsal, Göhren (Rügen), Graz, Innsbruck, München, Ulm und Wiesbaden[30] |
| 2006 | Bester Spiel- und Freizeitplatz | Georg-Freundorfer-Platz in München | Waldschule Tempelsee in Offenbach, das Projekt „H2O“ in Hannover, der alte Flugplatz in Frankfurt, die „Dreirosenanlage“ in Basel, ein Naturspielplatzprojekt in Freiberg und der Kinderbauernhof „Pinke-Panke“ in Berlin |
| 2005 | Beste Sportstätte | Funbox Amalie in Essen und Schule am Mummelsoll in Berlin | Sporthalle an der Europastraße in Tübingen, Spiel- und Sportstätte Niebuhrstraße in Berlin, Sportpark Flandernhöhe in Esslingen am Neckar, Bendix-Gymnasium/Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Dülmen, Dreifeldsporthalle in Barleben, Camp 24|sieben in Kiel und Sportgarten in Bremen |
Literatur
- Schriftenreihe Stiftung Lebendige Stadt, Societäts-Verlag
- Band 1: Stadtplätze, Dittmar Machule und Claudia Köster
- Band 2: Grün Gürtel Frankfurt, Klaus Hoppe
- Band 3: Die menschliche Marktwirtschaft, u. a. Angela Merkel, Alexander Otto, Fritz Schramma
- Band 4: Stadt am Wasser, Heiner Haass
- Band 5: Stadtumbau, u. a. Wolfgang Tiefensee
- Band 6: Public-Space Public-Relations, Franziska Lehmann
- Band 7: Grün-Natur Stadt-Struktur, Dittmar Machule, Jens Usadel
- Band 8: Stadtfarben, Markus Schlegel, Gerhard Fuchs
- Band 9: Grüne Labore, Frank Lohrberg, Jasmin Matros
- Band 10: Ein Leben für den Sport, Reinhard Grindel, Edina Müller, Michael Stich, Michael Vesper
- Band 11: Was soll, was kann Demokratie, Hans Peter Bull
- Dissertation Hans-Hermann Albers: Corporate Urban Responsibility: die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in der Stadtentwicklung. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-593-39506-7.[31]
- Holger Pump-Uhlmann: Die Stiftung Lebendige Stadt. In: Was die Stadt im Innersten zusammenhält. Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe. In: Almanach 2005/2006 der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung, Berlin 2006, ISBN 3-9809331-3-X, S. 80–86.
Weblinks
- Stiftung lebendige Stadt
- Lebendige Stadt (PDF; 7,5 MB)