Nicole Razavi

deutsche Politikerin (CDU), MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Nicole Razavi (* 20. Mai 1965 in Hongkong) ist eine deutsche Politikerin (CDU) aus Baden-Württemberg. Sie ist seit 2006 Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg. Seit 2026 ist sie baden-württembergische Verkehrsministerin. Zuvor war sie von 2021 bis 2026 baden-württembergische Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen.[1]

Nicole Razavi, 2013

Leben und Beruf

Nicole Razavi besuchte in Ebersbach an der Fils das Gymnasium und legte dort ihr Abitur ab. Es folgte ein Studium der Anglistik, Politologie und Sportwissenschaft in Tübingen und Oxford. 1991 legte sie das erste und 1993 das zweite Staatsexamen ab.

Nach dem Studium arbeitete sie von 1993 bis 1995 als Assessorin und Studienrätin am Wirtschaftsgymnasium in Stuttgart-Feuerbach. Sie übernahm danach von 1995 bis 2001 die Leitung der Presse- und Marketingabteilung der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg. Von 2001 bis 2006 war sie persönliche Referentin von Stefan Mappus in dessen Funktion als Staatssekretär im Umweltministerium, Umweltminister und Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.

Razavi ist katholischer Konfession.[2]

Politik

Nicole Razavi spricht zur Einweihung des neu gestalteten Gänsmarktareals in Bad Mergentheim, 2025.

Nicole Razavi war von 1997 bis 2019 Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Göppingen. Seit 2011 ist sie Mitglied im Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg, deren stellvertretende Landesvorsitzende sie seit 2025 ist.

Seit dem 13. April 2006 sitzt Nicole Razavi im Landtag von Baden-Württemberg, in den sie über den Wahlkreis Geislingen bei den Landtagswahlen 2006, 2011, 2016, 2021 und 2026 gewählt wurde. Dort saß sie für ihre Fraktion als Mitglied im Petitionsausschuss und Innenausschuss. Außerdem war sie verkehrspolitische Sprecherin. Innerhalb der Fraktion war sie stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Innenpolitik. Sie gewann stets das Direktmandat ihres Wahlkreises.

Nicole Razavi ist Befürworterin von Stuttgart 21. Im Vorfeld der Volksabstimmung über das Projekt warf sie Landesverkehrsminister Winfried Hermann vor, durch böswillige Unterstellungen und falsche Zahlen und Fakten Stuttgart 21 verhindern zu wollen.[3] Später ergaben sich jedoch tatsächlich Kostensteigerungen in Milliardenhöhe.[4]

Ab dem 12. Mai 2021 war sie im Kabinett Kretschmann III baden-württembergische Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen. Seit dem 13. Mai 2026 ist sie Verkehrsministerin im Kabinett Özdemir.

Nebentätigkeiten

Neben ihrer parteipolitischen Arbeit war sie von 2007 bis 2026 Präsidentin des Turngaus Staufen e. V.[1] Zudem war sie um 2016 stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrats der Kreissparkasse Göppingen und des Beirats des Alb-Elektrizitätswerks Geislingen-Steige eG.[5] Seit 2021 ist sie gewählte Vorsitzende des Kuratoriums der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, da die Mitgliedschaft satzungsgemäß aus dem baden-württembergischen Ministerium besetzt wird, das als Oberste Denkmalschutzbehörde fungiert.[6][1] Razavi ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.[7]

Sie gehörte um 2016 dem Council (Beraterkreis) der Sweco GmbH in Bremen (früher Grontmij GmbH) an.[8] Das Unternehmen ist ein Ingenieur-Dienstleister, der zu dieser Zeit auch an Stuttgart 21 beteiligt war.[9][10]

Commons: Nicole Razavi – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen

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