Szybowice

Ortschaft in Oberschlesien, Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Szybowice (deutsch Schnellewalde) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Szybowice im Powiat Prudnicki der Woiwodschaft Opole in Polen.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Szybowice
Wappen von Szybowice
Szybowice (Polen)
Szybowice (Polen)
Szybowice
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Prudnik
Gmina: Prudnik
Fläche: 16.87'"`UNIQ−−ref−00000008−QINU`"' km²
Geographische Lage: 50° 21′ N, 17° 29′ O
Höhe: 270–320 m n.p.m.
Einwohner: 1064 (2012[1])
Postleitzahl: 48-200
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
Schließen

Geographie

Das Waldhufendorf Szybowice liegt im Süden Oberschlesiens etwa sechs Kilometer nordwestlich von Prudnik und 57 Kilometer südwestlich von Opole in der Schlesischen Tiefebene an der Bahnstrecke Kędzierzyn-Koźle–Nysa.

Ortsteil von Szybowice ist der bis 1938 selbstständige Ort Włóczno (Achthuben).

Nachbarorte von Szybowice sind im Westen Nowy Las (Neuwalde), im Nordosten Stary Las (Altewalde), im Norden Mieszkowice (Dittmannsdorf), im Nordosten Rudziczka (Riegersdorf), im Osten Niemysłowice (Buchelsdorf), im Südosten Prudnik (Neustadt O.S.) und Łąka Prudnicka (Gräflich Wiese) sowie im Süden Wierzbiec (Wackenau).

Geschichte

Ansicht von Schnellewalde um 1920 – im Vordergrund die ehemalige evangelische Kirche
Katholische Kirche St. Michael

Schnellewalde wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Waldhufendorf angelegt und mit deutschen Kolonisten besiedelt.[2] „Snellinwalde“ wurde erstmals urkundlich im Breslauer Zehntregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis aus den Jahren 1295–1305 erwähnt.[3] 1335 wurde die Pfarrkirche erstmals erwähnt.[1] Für das Jahr 1463 ist es in der Schreibweise Snellewalde belegt.[4] 1532 hielt die Reformation Einzug im Ort und der Ort wurde protestantisch.[1]

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 gelangte Schnellewalde mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1784 hatte Schnellewalde 1283 Einwohner.[5] Im selben Jahr wurde die evangelische Pfarrkirche erbaut.[4] 1787 zählte Schnellewalde 146 Bauern und 382 Stellen sowie 1725 Einwohner.[2]

1804 wurde die evangelische Kirche neu errichtet.[6] Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Schnellewalde ab 1816 zum Landkreis Neustadt O.S., mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1818 zählte der Ort, der damals Neustädter Kammergut war, 143 Bauern, 50 Gärtner und 67 Häusler.[7] 1845 bestanden im Dorf eine Freischoltisei, eine evangelische Pfarrkirche, eine evangelische Schule, eine Wassermühle, eine katholische Schule, eine katholische Kirche und weitere 394 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 2510, davon 810 katholisch.[4] 1855 waren es 2.614 Einwohner. 1865 wurden 105 Bauern-, 33 Gärtner- und 246 Häuslerstellen gezählt sowie zwei Windmühlen und eine Brauerei. Die Einwohner waren neben der Landwirtschaft, größtenteils bestehend aus Flachsbau und Obstzucht, in der Spinnerei und der Weberei beschäftigt. An der evangelischen Schule wurden 400 Schüler unterrichtet, in der zweiklassigen katholischen Schule waren es 253 Schüler.[8] 1874 wurde der Amtsbezirk Schnellewalde gebildet, dem die Landgemeinden Schnellewalde und Wackenau und der Gutsbezirk Wackenau eingegliedert wurden.[9] 1876 wurde die Bahnstrecke zwischen Neustadt und Neisse eröffnet. Hierdurch erhielt Schnellewalde einen Anschluss an das Bahnnetz der Oberschlesischen Eisenbahn. 1885 wurden 2316 Einwohner gezählt.[10] Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 lag Schnellewalde außerhalb des Abstimmungsgebietes. 1933 lebten im Ort 1.848 Einwohner. 1939 hatte der Ort 2.064 Einwohner.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden zwei kleine Kriegsgefangenenlager für je 30 bis 40 Gefangene im Ort eingerichtet.[11] Am Morgen des 17. März 1945 begann die Einnahme von Schnellewalde durch die Rote Armee, die Gefechte um den Ort dauerten bis in die Nacht. Die Einwohner waren zuvor nicht evakuiert worden und versuchten, während oder nach den Kämpfen zu flüchten. Später kehrten einige zurück. Der Ort kam nach dem Ende des Krieges unter polnische Verwaltung, wurde in Szybowice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1950 wurde Szybowice der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Die evangelische Kirche wurde 1979 abgerissen.[6] Seit 1999 gehört Szybowice zum Powiat Prudnicki.

Sehenswürdigkeiten

Kapelle mit Glockenturm
  • Die katholische Pfarrkirche mit dem Patrozinium des Erzengel Michaels wurde 1355 erstmals erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der katholische Priester von der schwedischen Armee getötet und die Kirche zerstört. 1651 wurde sie wieder aufgebaut. 1734 erfolgte ein Umbau im Stil des Barock.[12] Seit 1966 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.[13]
  • Schwesternhaus St. Elisabeth – 1890 erbaut. Seit 1991 unter Denkmalschutz gestellt[13]
  • Eisernes Kreuz mit Erinnerungstafel an dem Standort der ehemaligen evangelischen Kirche
  • Empfangsgebäude des Bahnhofs Szybowice
  • Kapelle aus Backstein mit Glockenturm
  • Steinerne Wegekapelle mit Marienbildnis
  • Steinerne Wegekapelle
  • Steinernes Wegekreuz
  • Hölzernes Wegekreuz

Vereine

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

  • Manfred Weiß: Chronik des Dorfes Schnellewalde Kreis Neustadt in Oberschlesien. Goldammer-Verlag, 2017, ISBN 978-3-944109-27-5.
  • Walter Schwedowski: Geschichte der katholischen Pfarrei Schnellewalde. 1928 (Digitalisat).
Commons: Szybowice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI