Telefónica
Telekommunikationsunternehmen
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Telefónica, S.A. (ehemals Compañía Telefónica Nacional de España) ist ein weltweittätiges Telekommunikationsunternehmen. Die Hauptmärkte von Telefónica sind Spanien, Deutschland, Großbritannien und Brasilien.[3][4] Seit 2019 hat das Unternehmen seine Präsenz in Lateinamerika stark reduziert und Ländergesellschaften in Argentinien, Peru, Venezuela, Kolumbien, Uruguay, Ecuador, Chile, El Salvador, Panama, Costa Rica sowie Nicaragua veräußert. Zuletzt wurden Anfang 2026 die Gesellschaften in Chile und Kolumbien verkauft.[5][6] In Lateinamerika ist das Unternehmen neben Brasilien in Mexiko und Venezuela aktiv (Stand Februar 2026).[4]
| Telefónica | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | ES0178430E18 |
| Gründung | 1924 |
| Sitz | Madrid, |
| Leitung | Marc Murtra (Executive Chairman)[1] |
| Mitarbeiterzahl | 100.870[2] |
| Umsatz | 41,315 Mrd. Euro (2024)[2] |
| Branche | Telekommunikation |
| Website | telefonica.com |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |



Auf dem spanischen Heimatmarkt ist der Konzern Marktführer und tritt unter den Marken Movistar, Vivo und O2 auf. Konzerngesellschaften sind unter anderem das Internetportal Terra Networks sowie der Callcenter-Betreiber Atento. Telefónica verfügt über ein weltweites Netzwerk. In Deutschland betreibt die Tochtergesellschaft Telefonica Deutschland ein flächendeckendes Mobilfunknetz mit 29.000 Mobilfunkstandorten.[7]
Telefonica hat in den drei vergangenen Geschäftsjahren ein negatives Ergebnis eingefahren, im Jahre 2025 gab es einen Verlust von 4,3 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür waren hohe Abfindungen bei der Entlassung von Angestellten und der verlustreiche Verkauf der Filialen in Lateinamerika.[8]
Aktionärsstruktur
Größte Aktionäre sind (geordnet nach insgesamt ausübbaren Stimmrechten – direkt über berechtigte Aktien und indirekt über Finanzinstrumente), Stand Ende 2025[9]):
- SEPI (Staatliche Beteiligung) : 10 %
- CriteriaCaixa : 10 %
- Saudi Telecom Company: 10 %
- Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA): 5 %
- BlackRock: 3,55 %
Im Jahr 2023 erwarb Saudi Telecom (STC) über den saudischen Public Investment Fund 4,9 Prozent der Aktien. STC gab an, keine Mehrheit anzustreben und Telefónica auch nicht kontrollieren zu wollen.[10] Im Gegenzug kündigte die spanische Regierung an, ihre Telefónica-Anteile über die Staatsholding Sepi auf bis zu 10 Prozent aufzustocken.[11]
Im November 2024 bekam Saudi Telecom von der spanischen Regierung die Erlaubnis, ihre Anteile auf bis zu 9,9 % aufzustocken. In diesem Zuge wurde Saudi Telecom CEO Olayan Alwetaid im Februar 2025 Teil des 15-köpfigen Board of Directors der Telefónica-Gruppe.[12]
Übernahmen
Im März 2000 übernahm Telefónica für 5,5 Milliarden Euro den niederländischen Unterhaltungskonzern Endemol.[13] Das Unternehmen ist international bekannt für das Reality-TV-Format Big Brother. 2005 brachte der damalige Telefónica-CEO César Alierta ein Viertel des Unternehmens an die Börse. Die Platzierung verlief weitgehend enttäuschend und Anleger bewerteten Endemol bei der Erstnotiz mit 1,1 Milliarden Euro. Im Jahr 2007 wurde Endemol bereits wieder von der Börse genommen. Für 2,63 Milliarden Euro wurde Endemol im Anschluss an ein Konsortium, bestehend aus Silvio Berlusiconis Mediaset, Endemols Gründer John de Mol und Goldman Sachs, verkauft.[14]
Die Bertelsmann-Tochter mediaWays, ein deutscher Internet- und Netzwerkdienstleister, wurde von Telefónica im März 2001 für 1,6 Milliarden US-Dollar erworben. Drei Jahre später hat die Telefónica im März das lateinamerikanische Mobilfunkgeschäft von BellSouth für 4,72 Milliarden Euro (5,85 Milliarden US-Dollar) übernommen. Im Februar 2005 absorbierte Telefónica seine Internet-Tochter Terra-Lycos. Im April desselben Jahres übernahm sie 51 Prozent an der tschechischen Český Telecom für 2,75 Milliarden Euro. Im Jahr 2005/2006 wurde die britische Telefongesellschaft O2 für umgerechnet 26 Milliarden Euro übernommen. Somit löste zum damaligen Zeitpunkt Telefónica in Europa die Deutsche Telekom als zweitgrößten Mobilfunkanbieter nach Vodafone ab. Telefónica reintegrierte seine börsennotierte Mobilfunksparte Telefónica Móviles. Die Kosten beliefen sich auf 3,5 Milliarden Euro. April 2006 übernahm Telefónica die Hälfte der Aktien plus eine an der kolumbianischen „Telecom“. Telefónica zahlte für das Aktienpaket nach offiziellen Angaben aus Bogotá umgerechnet 309 Millionen Euro. In einem Joint Venture arbeitet Telefónica mit der portugiesischen Firma Portugal Telecom im Mobilfunkanbieter Vivo in Lateinamerika zusammen. Jajah wurde Ende 2009 vom Telekommunikations-Konzern Telefónica für die Summe von 145 Millionen Euro gekauft.
Über die LE Holding Corporation, ein Tochterunternehmen der Telefónica, war diese im Besitz von knapp einem Drittel der Aktien von Lycos Europe zusammen mit Bertelsmann und Christoph Mohn bis zur Zerschlagung im Jahr 2008.[15][16][17][18]
Im Februar 2010 übernahm die deutsche Tochter Telefónica Germany den Festnetzanbieter HanseNet mit seiner Marke Alice für 900 Millionen Euro. Im Juli 2013 gab Telefónica die geplante Übernahme der KPN-Tochterfirma E-Plus bekannt. Durch die Fusion von E-Plus und O2 ist zum 1. Oktober 2014 der größte deutsche Mobilfunkanbieter entstanden. Beide Netze wurden danach sukzessiv zusammengefügt.[19][20]
Verkäufe
Im April 2007 verkaufte Telefónica die britische Tochter Airwave, einen Betreiber geschlossener Funknetze für die britische Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte, für drei Milliarden Euro an zwei Infrastrukturfonds des australischen Finanzinvestors Macquarie. Über das Airwave-Netz telefonierten zu der Zeit rund 220.000 Nutzer.
Hutchison Whampoa übernahm im Juli 2014 die Landesgesellschaft Telefónica Ireland Limited nach eingehender Prüfung und Genehmigung der EU und firmierte sie am 2. März 2015 in Three um.
Im Januar 2021 wurde die Tochtergesellschaft Telxius Telecom S.A. mit ihren rund 30.700 Mobilfunkstandorten für rund 7,7 Milliarden Euro an die amerikanische Infrastrukturgesellschaft American Tower verkauft.[21]
Telefónica hat zwischen 2019 und 2026 den Großteil seines Lateinamerikageschäfts veräußert:[5][22]
- 2019: Panama, Nicaragua, Guatemala[23]
- 2020: Costa Rica[24]
- 2021: El Salvador[25]
- 2025: Argentinien, Peru, Ecuador, Uruguay[23]
- 2026: Chile[26], Kolumbien[6]
Durch die Verkäufe will sich das Unternehmen auf die Kernmärkte Großbritannien, Spanien, Deutschland und Brasilien konzentrieren und zusätzliche Umsätze über 2 Milliarden Euro erzielen.[27]
Mobilfunk
Die Mobilfunk-Tochter des Konzerns ist in Lateinamerika die Telefónica Móviles. Als größter Mobilfunkanbieter in Spanien sowie Lateinamerika verfolgt Telefónica im Mobilfunksektor eine expansive Strategie, verbunden mit dem Aufkauf zahlreicher kleinerer Anbieter. Vom 23. Januar 2006 bis ins Jahr 2014 gehörte dazu auch Telefónica Europe (vormals O2 plc), welche mit der Telefónica integriert wurde. Mit über 100 Millionen Kunden weltweit ist Telefónica das weltweit viertgrößte Mobilfunkunternehmen nach China Mobile, Vodafone Group und China Unicom.
Telefónica Deutschland
Telefónica Deutschland ist eine Tochtergesellschaft von Telefónica und tritt vor allem mit der Kernmarke O2 auf. Das Unternehmen hat etwa 7800 Beschäftigte und wird seit Januar 2026 von Santiago Argelich Hesse geleitet.[28][29] Unternehmenssitz ist München. 2014 wurde die E-Plus-Gruppe von der niederländischen KPN erworben und mitsamt ihrer Marken in das Unternehmen integriert.[30]
Telefonica Deutschland ist einer von vier Netzbetreibern in Deutschland undt betreibt ein flächendeckendes Mobilfunknetz mit 29.000 Mobilfunkstandorten.[7] Mit über 6 Milliarden Gigabyte transportierte das Netz 2025 die meisten mobile Daten in Deutschland.[31]
Das Unternehmen bietet außerdem DSL- und Festnetzdienste an, verfügt allerdings über keine eigene flächendeckende Festnetz-Infrastruktur. Die eigene DSL-Infrastruktur hat das Unternehmen bis Ende 2018 sukzessive zurückgebaut. Festnetzleistungen wie DSL, VDSL und Glasfaser bietet das Unternehmen primär über Kooperationen mit der Deutschen Telekom, Vodafone, Tele Columbus sowie weiteren regionalen Anbietern an.[32][33][34] In Kooperation mit der Allianz betreibt Telefónica seit 2020 eine eigene Glasfaserinfrastrukturgesellschaft, "Unsere Grüne Glasfaser" (UGG). Der Fokus liegt hier vor allem auf der Anbindung ländlicher Regionen.[35]
Beteiligungen
Telefónica war zusammen mit der finnischen Sonera (heute Telia Company) an der Group 3G beteiligt, die im August 2000 eine UMTS-Lizenz in Deutschland erworben hatte und mit dem Anbieter Quam in den Markt einstieg.
Rechtsstreitigkeiten
Wegen eines Verstoßes gegen das EU-Wettbewerbsrechts wurde Telefónica im Juli 2014 letztinstanzlich vom Europäischen Gerichtshof zu einer Strafe von 152 Millionen Euro verurteilt.[36]
Siehe auch
Weblinks
- Telefónica (englisch, spanisch)
- Accionistas e inversores (spanisch)
- Telepolis
