Theodor-Heuss-Preis
von der Theodor Heuss Stiftung seit 1965 vergebene Auszeichnung
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Der (nicht dotierte) Theodor-Heuss-Preis (Eigenschreibweise Theodor Heuss Preis) wird seit 1965 jährlich, ebenso wie der Theodor-Heuss-Medaille, von der 1964 als Verein gegründeten[1], überparteiliche Theodor-Heuss-Stiftung vergeben. Ausgezeichnet werden Personen und Organisationen um bürgerschaftliche Initiative und Zivilcourage zu fördern. Wichtige politische und gesellschaftliche Entwicklungen sollen so frühzeitig ins öffentliche Bewusstsein getragen werden.
Träger des Theodor-Heuss-Preises

(In den nicht aufgeführten Jahren wurde kein Preis vergeben.)
- 1965: Georg Picht (Bildungsreform); Aktion Sühnezeichen (Aussöhnung)
- 1966: Marion Gräfin Dönhoff (Ostpolitik); Bamberger Jugendring (Gegen Rassenhass und Intoleranz)
- 1967: Wolf Graf von Baudissin (Demokratisierung der Bundeswehr); Ludwig Raiser (Ostpolitik)
- 1968: Gustav Heinemann (Justizreform)
- 1969: Günter Grass (Politische Auseinandersetzung mit radikalen Gruppen); Hans Heigert (Persönliches Engagement in der Kirche); Hans Wolfgang Rubin (Einleitung der Ostpolitik)
- 1970: Bürgeraktion zum Schutze der Demokratie e. V. (gegen NPD)
- 1971: Walter Scheel (Verantwortung in der Demokratie); Aktion junge Menschen in Not, Gießen (Strafvollzug)
- 1972: Alois Schardt und die Redaktionsgemeinschaft der Wochenzeitschrift Publik (Kirche und Demokratie)
- 1972: Prop Alternative e. V. (Verein für Prävention, Jugendhilfe und Suchttherapie)
- 1973: Der mündige Bürger
- 1974: Initiativgruppe zur Betreuung ausländischer Kinder, München; Initiativkreis ausländischer Einwohner und die Spiel- und Lerngruppen für Gastarbeiterkinder, Augsburg
- 1975: Forum Regensburg (Altstadtsanierung)
- 1976: Egon Bahr (Ostpolitik), Burkhard Hirsch (Parlamentsreform)
- 1977: Karl Werner Kieffer (Ökologische Verantwortung); Dieter Fertsch-Röver (Mitbestimmung und Vermögensbildung im Unternehmen); Modell Berufseingliederung und Berufsausbildung Lernbehinderter der Handwerkskammer München
- 1978: Helmut Schmidt (Demokratische Verantwortung angesichts terroristischer Bedrohung)
- 1979: Stadt Castrop-Rauxel (Städtepartnerschaften)
- 1980: Terre des hommes Deutschland (Hilfe für Kinder in Not), Horst-Eberhard Richter (Engagement in der Psychiatrie)
- 1982: Die Denkschrift der Kammer für öffentliche Verantwortung in der Evangelischen Kirche in Deutschland, „Frieden wahren, fördern und erneuern“ (Friedenspolitik)
- 1984: Richard von Weizsäcker (Toleranz gegenüber politisch Andersdenkenden, Initiativen zur Ost- und Deutschlandpolitik)
- 1985: Georg Leber (Vermittlung in Tarifkonflikten)
- 1986: Werner Nachmann (jüdisch-deutsche Aussöhnung und friedliches Zusammenleben von Juden und Christen in der Bundesrepublik Deutschland)
- 1987: Klaus Michael Meyer-Abich (Ökologische Verantwortung); Ralf-Dieter Brunowsky und Lutz Wicke (Ökologie und Ökonomie)
- 1988: Walter Jens und Inge Jens
- 1989: Carl Friedrich von Weizsäcker
- 1990: Hans-Dietrich Genscher
- 1991: Die friedlichen Demonstranten des Herbstes 1989 in der DDR (in Form von Medaillen an ausgewählte Persönlichkeiten, siehe Medaillen)
- 1992: Ausländerbeauftragte in den Bundesländern und kommunalen Körperschaften
- 1993: Václav Havel
- 1994: Der 25. Deutsche Evangelische Kirchentag in München
- 1995: Hans Koschnick, Bürgermeister a. D. von Bremen (Engagement im Dienste der Versöhnung); Helmuth Rilling, Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart (musikalische Brücken in vielen Ländern der Welt, Requiem der Versöhnung)
- 1996: Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland
- 1997: Lord Ralf Dahrendorf (für sein politisches und geisteswissenschaftliches Lebenswerk)
- 1998: Hans Küng (für lebenslanges Engagement in religiösen und ethischen Existenzfragen unserer Zeit)
- 1999: Jürgen Habermas (für sein lebenslanges, prägendes Engagement in der öffentlichen Diskussion um die Entwicklung von Demokratie und gesellschaftlichem Bewusstsein und damit für das Aufwachsen einer politischen Kultur nach demokratischen Wertvorstellungen)
- 2000: Wolf Lepenies und Andrei Pleșu (europa- und demokratiepolitisches Engagement)
- 2001: Wolfgang Thierse, Präsident des deutschen Bundestages (für sein beispielhaftes Engagement zur Stärkung unserer Demokratie als Staats- und Lebensform)
- 2003: Andreas Schleicher (Anstoß zu einer längst fälligen, breiten und anhaltend öffentlichen Debatte über Bildung und Erziehung)
- 2004: Krzysztof Michalski, Gründer und Rektor des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen
- 2005: Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch New York; Meinhard Miegel, Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft in Bonn; Klaus Töpfer, Executive Director des UN Umweltbüros in Nairobi
- 2006: James D. Wolfensohn, New York, ehemaliger Präsident der Weltbank (für sein Engagement gegen Armut und Ausgrenzung der Roma)
- 2007: Rita Süssmuth und Mustafa Cerić (für ihre Verdienste um „Religion und Integration in Europa“)
- 2008: Gerhart Baum, Rechtsanwalt und ehemaliger Bundesinnenminister
- 2010: Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender Otto Group und Berthold Leibinger, Aufsichtsratsvorsitzender Trumpf GmbH & Co. KG (für eine in ökonomischer wie ethischer Weise vorbildliche Firmenkultur)
- 2011: Ernst Ulrich von Weizsäcker (für seine wegweisenden Beiträge zum Klimawandel und Umweltschutz)
- 2012: Wolfgang Edelstein
- 2013: Daniel Cohn-Bendit
- 2014: Christo
- 2015: Gerichtshof der Europäischen Union mit seinem Präsidenten Vassilios Skouris[2]
- 2017: Timothy Garton Ash[3][4][5]
- 2018: Yvonne Hofstetter[6]
- 2019: Małgorzata Gersdorf
- 2020: Andreas Dresen
- 2021: Maja Göpel[7]
- 2022: Memorial International[8]
- 2023: Leonid Wolkow
- 2024: Düzen Tekkal[9]
- 2025: Maia Sandu[10]
- 2026: Margrethe Vestager[11][12]
Literatur
- Stiftung Theodor-Heuss-Preis e. V. (Hrsg.): Vom rechten Gebrauch der Freiheit. Ein zeitgeschichtliches Lesebuch in Dokumenten 1964 bis 1974. München 1974.
- Stiftung Theodor-Heuss-Preis e. V. (Hrsg.): Vom rechten Gebrauch der Freiheit II. München 1984.
- Beatrice von Weizsäcker (Hrsg.): „Demokratie ist keine Glücksversicherung“. Vierzig Jahre Theodor-Heuss-Preis 1965–2005. Stuttgart 2005.
Weblinks
- Theodor-Heuss-Stiftung: Der Preis