Trommeln am Mohawk

Film von John Ford (1939) From Wikipedia, the free encyclopedia

Trommeln am Mohawk (Originaltitel: Drums Along the Mohawk) ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm von John Ford aus dem Jahr 1939 mit Claudette Colbert und Henry Fonda in den Hauptrollen. Als Vorlage diente ein drei Jahre zuvor erschienener Roman von Walter D. Edmonds.

TitelTrommeln am Mohawk
OriginaltitelDrums Along the Mohawk
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Trommeln am Mohawk
Originaltitel Drums Along the Mohawk
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1939
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen 20th Century Fox
Stab
Regie John Ford
Drehbuch
Produktion
Musik Alfred Newman
Kamera
Schnitt Robert L. Simpson
Besetzung
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Handlung

Nach ihrer Hochzeit mit dem Siedler Gilbert Martin verlässt Lana Borst, eine junge Frau aus gutem Hause, ihr Heim in Albany und zieht mit ihrem Mann ins Tal des Mohawk Rivers. Dort erwartet sie ein hartes Leben in einem einfachen Blockhaus auf einem Stück Land, das erst urbar gemacht werden muss. Das junge Paar gerät in Streit wegen Lanas Vorbehalten gegenüber den Indianern, denn Gilbert ist eng mit einem Indianer befreundet. Trotz ihrer unguten Gefühle bleibt Lana aber bei ihrem Mann.

Doch ihre Einstellung wird auf eine harte Probe gestellt. Das Mohawk-Tal gilt als gefährliche Gegend. Aus einer Nachbarstadt kommt die Kunde vom Beginn der Amerikanischen Revolution zur Erringung der Unabhängigkeit vom britischen Königreich. Britische Truppen sind in Boston gelandet. Ausgerechnet jetzt stellt sich heraus, dass Lana schwanger ist. Unterstützt von Indianern überfallen Tories das Land, wobei auch die Farm von Gilbert und Lana angegriffen wird. Lana erleidet eine Fehlgeburt, der britische Kommandeur Caldwell lässt die Farm niederbrennen. Um wieder ein Dach über dem Kopf zu haben, nehmen sie Stellen als Landarbeiter auf der Farm der Witwe Mrs. McKlennar an.

Nach einer Zeit des Friedens erfahren die Kolonisten von einem bevorstehenden Angriff der Indianer, woraufhin eine Miliz aufgestellt wird. Der Indianer-Angriff kann zurückgeschlagen werden, doch über die Hälfte der Miliz wird getötet, auch ihr Anführer General Herkimer stirbt an den Folgen seiner Verletzungen. Gilbert wird verwundet auf die Farm zurückgebracht. Die wieder schwangere Lana bringt einen Sohn zur Welt, während ihr Mann gesundet.

Wiederum werden die Kolonisten von den Indianern angegriffen und erfahren, dass Caldwell außerdem mit 1000 Soldaten im Anmarsch ist. Die Siedler flüchten sich in das Fort German Flatts. Männer und Frauen kämpfen gemeinsam gegen die Indianer, wobei Mrs. McKlennar tödlich verwundet wird. Im Sterben verfügt sie, dass Gilbert und Lana ihre Farm erben sollen, inklusive dort versteckter Ersparnisse. Als die Munition auszugehen droht, versucht der Siedler Joe Boleo aus der Belagerung auszubrechen, um Hilfe zu holen. Doch er wird getötet, und Gilbert versucht es nun seinerseits. Ihm gelingt der Durchbruch und er erreicht, von Indianern gejagt, das nächste amerikanische Fort. Als die Indianer die Mauern des Forts German Flatts überwinden und dabei sind, es vollständig einzunehmen, kommt Gilbert mit den US-Truppen zu Hilfe. Die Indianer geben den Angriff auf und flüchten und die Siedler erfahren, dass Caldwell sich George Washington ergeben hat. Gilbert und Lana kehren zurück auf ihre Farm in Aussicht auf ein von nun an friedliches Leben.

Hintergrund

Trommeln am Mohawk ist der erste Farbfilm des viermal mit dem Oscar ausgezeichneten Regisseurs John Ford. Regisseur Ford und Hauptdarsteller Fonda arbeiteten im selben Jahr mit Der junge Mr. Lincoln bei einem weiteren Film über amerikanische Geschichte zusammen, außerdem im Folgejahr bei dem Klassiker Früchte des Zorns. Schauplatz der Filmhandlung ist der Mohawk River, ein Nebenfluss des Hudson Rivers im US-Bundesstaat New York. Gedreht wurden die Außenaufnahmen aber in Utah.

Der Vorlagenroman von Walter D. Edmonds (1903–1998) bezieht sich auf historische Ereignisse wie die Schlacht von Oriskany 1777 oder den Angriff auf die German Flatts 1778. Co-Autor von frühen Drehbuchfassungen war, im Abspann ungenannt, der spätere Literaturnobelpreisträger William Faulkner. Den Credit als Drehbuchautoren erhielten jedoch seine Kollegen Sonya Levien und Lamar Trotti, welche die Endfassung des Drehbuchs verantworteten.

Szenenbildner des Films war Richard Day, als Ausstatter des Szenenbildes arbeitete Thomas Little. Kostümdesignerin war Gwen Wakeling, Ton-Ingenieur Roger Heman, im Abspann ungenannt war außerdem der spätere Regisseur Robert Parrish für den Tonschnitt zuständig.

Die Deutschland-Premiere von Trommeln am Mohawk war am 9. Dezember 1949.

Kritiken

Trommeln am Mohawk wird bis heute überwiegend positiv bewertet. Bei Rotten Tomatoes fallen, basierend auf elf Kritiken, neun davon positiv aus.[2]

Ein spannend und intensiv inszenierter Western mit ausgezeichneter Kameraführung.

Lexikon des internationalen Films[3]

Zugegebenermaßen ist das alles recht sentimental und chauvinistisch, aber ebenso poetisch und bewegend…

Michael Kerbel, hier zur Schlußszene des Films[4]

“Drums Along the Mohawk” gehört vielleicht nicht zu den besten Filmen des amerikanischen Regisseurs, der irgendwann selbst zum Mythos wurde. Doch der Film lässt verstehen, in welch widersprüchlichen Gefühlen sich ein patriotisch gesinnter Amerikaner finden muss, der stets von der Wirklichkeit (vergeblich) verlangte, sich dem Mythos anzunähern. Dabei ist der Film weder in Dramaturgie, noch in den Dialogen, noch in der Zeichnung der Charaktere besonders patriotisch. Ford hatte die Fähigkeit, den Patriotismus sozusagen auf eine realistisch erzählte Geschichte ohne Schnörkel und Rührseligkeiten herunter zu deklinieren.

Ulrich Behrens, Filmzentrale.[5]

Auszeichnungen

Kameramann Rennahan wurde nicht nur für diesen Film für den Oscar nominiert, er gewann ihn auch im selben Jahr für seine Arbeit an Vom Winde verweht.

Literatur

  • Walter D. Edmonds: Pfauenfeder und Kokarde. Roman (Originaltitel: Drums Along the Mohawk). Deutsch von Mildred Harnack-Fish. 20.–30. Tausend. Universitas-Verlag, Berlin 1950, 559 S.
  • Walter D. Edmonds: Drums Along the Mohawk – englische Originalausgabe – Syracuse University Press, 1997 – ISBN 0-8156-0457-2.
  • John Baxter: John Ford: Seine Filme – sein Leben. Wilhelm Heyne Verlag, München 1980, ISBN 3-453-86019-5.
  • J. A. Place, Christa Bandmann (Hrsg.): Die Western von John Ford. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1984, ISBN 3-442-10221-9.
  • Scott Eyman, Paul Duncan: John Ford – Sämtliche Filme. TASCHEN Verlag, Köln 2004, ISBN 3-8228-3090-9.

Einzelnachweise

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