Vinzenz Fischer (Maler)
Österreichischer Architekt und Maler
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Vinzenz Fischer (* 3. April 1729 in Schmidham im Landkreis Passau, Bayern; † 26. Oktober 1810 in Wien[2]) war ein deutsch-österreichischer Maler und Professor für Architektur


Er verband die Pracht des Spätbarocks mit Elementen des aufkommenden Klassizismus.
Leben
Familie
1749 begann Vinzenz Fischer ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, in den Jahren 1753 bis 1755 unternahm er eine Reise nach Italien, vor allem nach Rom. wurde Student an der Accademia di San Luca, der dortigen Kunstakademie. Die Pracht römischer Architektur übte starken Einfluss auf Fischer aus.[3] Vinzenz Fischer heiratete am 24. April 1762 Barbara Dorfmeister, aus der Familie des Bildhauers Johann Georg Dorfmeister.[4]
Nachkommen
Das Paar hatte 5 Söhne, alle besuchten die Akademie, einer folgte der akademischen Laufbahn des Vater.
- Georg (auch Jiří) Fischer, geboren am 15. Dezember 1768 in Wien, studierte auch an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Zu seinen Lehrern zählte daher sein Vater Professor Vincenz Fischer. Er wurde ein böhmisch-österreichischer Architekt, der primär in Wien und Prag wirkte. Er starb am 9. Oktober 1828 in Prag.
Akademie der bildenden Künste
1760 war er zum Mitglied, 1764 zum Professor der Ornamentik an der Architekturschule der Akademie, danach auch der Optik und Perspektive ernannt worden. Noch vor 1780 wurde ihm auch die akademische Ratswürde zugesprochen.[5]
- Sein offizieller Titel
Rat der k.k. Akademie der bildenden Künste, Professor der Ornamente, Optik und Perspektive an der Baukunstschule in Wien.[6]
Die Akademie war in die Abteilungen Malerei, Bildhauerei und Architektur unterteilt. Für die Architektur war es Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg, der zusammen mit Professor Vinzenz Fischer eine Reform der Lehre durchführte, um die neuen Anforderungen zu ermöglichen.[7]
Studenten
- Friedrich Weinbrenner, ein deutscher Student, inskribierte 1790 an der Wiener Akademie, hörte Fischers Vorlesungen und beschloss ein Architekturstudium. Die nächste Station war Berlin. Er wurde ein Architekt und Stadtplaner.[8]
- Studienbestätigung für Johann Georg Barca 1805, den künftigen Hofbaumeister
„Zeugniß! Von der Kaiserl. Königl. Baukunst Academie wird dem Hl Johann Georg Barca hiermit das Zeugnis ertheilt, dass er diese Academie durch 5 Monat mit sehr guten Talente, vorzüglichem Fleiß, nebst sittlichem Betragen frequentiert habe ..“
Er wohnte am Spittelberg 17, Zum blauen Haus, Breite Gasse 7.
Zwei Lehrbücher
Nach seinem Tod
In der ‚Dr. Gall’s Schädelsammlung‘ des Rollettmuseums in Baden werden der Schädel und eine Büste von Vinzenz Fischer aufbewahrt. Im Katalog mit der Nr. 7.[11]
Werke (Auswahl)
Im Zeitraum 1754–1764 wird Fischer die architektonische Ausstattung der ehemaligen Zisterzienser-Stiftskirche Mariä Himmelfahrt zugeschrieben.[12]
- Engelszell Turmfassade
- Hochaltar Mülln
- Bilder über den Kapellen
1758/60 Hochaltar von Malerarchitekt Fischer[13][14]
- Schlossanlage Blauer Hof mit Speisesaaltrakt und Belvedere in Laxenburg
Maria Theresia beauftragte ab 1761 den Zubau durch Nicolaus Pacassi. Ein großer ovaler Speisesaal mit Malereien in Kuppel, Gewölbe und dem Deckenfresko ‚Putti auf der Falkenjagd‘ von Vinzenz Fischer und Wandmalereien von Johann Bergl.[15][16]
- Blauer Hof Speisesaal, Deckengemälde
- Laxenburg Diana-Tempel Tafel
- Deckengemälde ‚Jagd des Agamemnon‘
Der Diana-Tempel (auch Grünes Haus), ein 8-eckiger Pavillon im Schlosspark, war ein angenehmer Ort für Maria Theresia. Sie ließ 1763 in der Kuppel ‚Jagd des Agamemnon‘ von Vinzenz Fischer malen.[17]
Fischer malte die Bilder der beiden symmetrischen Seitenaltäre.[18]

- Die Alte Universität in Wien, Johannessaal Theologie
Das Deckenfresko von Franz Anton Maulbertsch, gemalt um 1766/67 stellt die Taufe Christi dar. Über dem Platz der Professoren im Saal befindet sich eine Scheinkuppel mit der Allegorie der Kirche. Der Maler der Scheinarchitektur kann mit Vinzenz Fischer, Professor der Architektur, angenommen werden.[19][20]
- Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Fürstenzell) in Fürstenzell im Landkreis Passau.
Kirchenbaumeister Johann Michael Fischer verließ 1744 Fürstenzell. 1769/70 folgte Vinzenz Fischer, ihm wird die Doppelturmfassade zugeschrieben. Die Türme wurden ab 1770 erbaut.[21]
- Klosterkirche Fürstenzell
- Deckenfresko Salvatorsaal
Deckenfresko im Barnabitenkolleg, im heutigen Salvatorsaal ‚Die Verklärung des Apostels Paulus‘.
- Chiemseehof Salzburger Altstadt, Bibliothek
In der ehemaligen Bibliothek des Chiemseehofs (Sitz des Salzburger Landtags und der Landesregierung) schuf er 1773 Grisaillemalerei auf der Decke.[22]
- Chiemseehof Deckenfresko
- Hofburg Deckenfresko der Josephskapelle 1772
- Hofburg Josefskapelle im Leopoldinischen Trakt
1772 wurde die Josefs- oder Kammerkapelle neu eingerichtet. Nach dem Entwurf von Nikolaus Pacassi malten Franz Anton Maulbertsch und Vinzenz Fischer Decken- und Wandbilder.[23][24]
„In der neu erbauten Kammerkapelle hat die Architektur der berühmte gründlich erfahrene Herr Vinzenz Fischer, Lehrer der Baukunst an der hiesigen vereinigten Akademie der bildenden Künste und Mitglied derselben, gemalt. Die Figuren, welche die 12 Apostel vorstellen, sind vom Herrn Maulbertsch,ebenfalls einem würdigen Mitglied dieser Akademie ....“
1773 erhielt Bartolomeo Altomonte den Auftrag, das Deckenfresko ‚Erdteilallegorien‘ zu malen, Scheinarchitekturen wurden Vinzenz Fischer übertragen.[25]
- Allegorie der Bavaria
- Erdteilallegorien
In der königlichen Burg in Budapest
Die S/W Bilder sind historische Aufnahmen, die Innenräume der Burg wurden 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder errichtet. Vinzenz Fischer war an der Ausgestaltung der Burg in Budapest beteiligt. Er schuf mit Künstlern wie Franz Anton Maulbertsch Fresken in der Schlosskapelle, im Thronsaal (ursprünglicher Bibliothekssaal) vier monumentale Deckengemälde, welche die vier klassischen Fakultäten der Universität darstellten.
- Thronsaal
- St. Stefans-Kapelle
- St. Stefan Hochaltar
- Und Bild
Fischer plante den Hochaltar, der in rotem Marmor ausgeführt wurde und malte 1775 das Altarbild ‚Der hl. Stefan bietet der Jungfrau Maria die Krone Ungarns an.‘

Die kaiserliche Galerie wird von der Stallburg in das Schloss Belvedere übertragen
Im Oberen Belvedere befanden sich fünf Gemälde zur ersten Hochzeit Josephs (II.), und weitere fünf Gemälde zur Wahl und Krönung Josephs II. zum Römischen König in Frankfurt. Diese Gemälde habe Kaiserin Maria Theresia anfertigen und ins Belvedere überbringen lassen. Sie wurden von mehreren Malern (darunter Vinzenz Fischer, Architektur) unter der Aufsicht des Direktors der Maler- und Bildhauer-Akademie Martin van Meytens verfertigt. Heute im Schloss Schönbrunn)
- Österreichische Galerie Belvedere (Auswahl)
- Hochzeit mit Isabella von Parma
- Krönung von Joseph II.
- Himmelfahrt Marias 1784
- Triumphzug eines Feldherrn durch den Titusbogen 1791[27]

Altarblatt des linken Seitenaltares 1787[28]
Nach Fischers Plan wurde 1777 der Hochaltar errichtet.[29]
Literatur
- Vinzenz Fischer im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- Constantin von Wurzbach: Fischer, Vincenz. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 4. Theil. Verlag der typogr.-literar.-artist. Anstalt (L. C. Zamarski, C. Dittmarsch & Comp.), Wien 1858, S. 247 (Digitalisat).
- Fischer, Vinzenz; Maler und Architekt. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 12: Fiori–Fyt. E. A. Seemann, Leipzig 1916, S. 43 (Textarchiv – Internet Archive).
- Hellmut Lorenz, Anna Mader-Kratky (Hrsg.): Die Wiener Hofburg 1705–1835, Die kaiserliche Residenz vom Barock bis zum Klassizismus. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2016, ISBN 978-3-7001-7843-9. S. 447. Josephskapelle 1772.
- art in words. Alexandra Matzner, Maria Theresia und die Kunst. Die wichtigsten Künstler des 18. Jahrhunderts in Wien – Malerei, 2017.
- Ungarische katholische Enzyklopädie→ F→ Fischer.
- Dehio Wien Innere Stadt 2003, Hofburg, Josephs/Kammerkapelle. S. 425.
- Wolfgang Czerny, Ingrid Kastel: Wien: II. bis IX. und XX. Bezirk. Dehio-Handbuch Wien, Band 2. Hrsg.: Institut für Österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes (= Kunstdenkmäler Österreichs). Anton Schroll & Co, 1993, ISBN 3-7031-0680-8, S. 247, 284.
- Bernd Euler, Ronald Gobiet, Horst Huber: Dehio Salzburg – Stadt und Land. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1986, ISBN 3-7031-0599-2, S. 588, 645.
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. Künstlerverzeichnis, S. 263, 488.
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003. Künstlerverzeichnis, S. 1155 ff. Schlösser von Laxenburg, S. 1171.
- Der Kaiser und die schönen Künste. In: Helmut Reinalter, Am Hofe Josephs II. Edition Leipzig. ISBN 3-361-00339-3. S. 110.
- Felix Bornemann, Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren. Fischer Vinzenz. S. 111, 1990. ISBN 3-927498-13-0.
Weblinks
- Vinzenz Fischer – Allegorie auf die Übertragung der kaiserlichen Galerie in das Belvedere, Belvedere Museum auf YouTube
- Werke von Vinzenz Fischer bei Digitales Belvedere
- Vinzenz Fischer beim Getty-Museum
- artsdot.com. Vinzenz Fischer
- app.fta.art Vinzenz Fischer
- artvee.Vinzenz Fischer.

