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Vivaldi-Klasse

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Die Vivaldi-Klasse ist eine Klasse von in Bau befindlichen Patrouillenschiffen in Korvettengröße der italienischen Marine. Entworfen wurde die Klasse unter der Arbeitsbezeichnung Pattugliatore Polivalente X (PPX) (deutsch: „Mehrzweck-Patrouillenschiff X“), benannt ist die Klasse und deren Schiffe nach mittelalterlichen italienischen Seefahrern, darunter Ugolino Vivaldi. Weil diese Schiffsnamen auch bei Zerstörern der Navigatori-Klasse des Zweiten Weltkriegs Verwendung fanden, wird die Vivaldi-Klasse inoffiziell auch als „Navigatori-II-Klasse“ bezeichnet.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Vivaldi-Klasse
Die Ugolino Vivaldi
Die Ugolino Vivaldi
Schiffsdaten
Land Italien Italien
Schiffsart Korvette / Hochseepatrouillenboot
Bauwerft Fincantieri, Riva Trigoso und Muggiano
Bauzeitraum seit 2024
Stapellauf des Typschiffes 21. Februar 2026
Gebaute Einheiten 1 (6 geplant)
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 95 m (Lüa)
Breite 14,2 m
Tiefgang (max.) 5,4 m
Verdrängung 2400 t
 
Besatzung 72–93 Personen
Maschinenanlage
Maschine CODLAG
  • 2 MTU-Diesel 16V 8000 M91L (je 8 MW)
  • 2 Marelli Motori Elektromotoren (je 500 kW)
  • 4 Isotta Fraschini V1708C2ME5 Dieselgeneratoren (je 680 kW)
Höchst­geschwindigkeit 24 kn (44 km/h)
Propeller 2 + 1 Bugstrahler
Bewaffnung
  • 1 × 76/62-Geschütz
  • 2 × Lionfish 30 RWS mit Air Burst Munition
  • Raketenstarter für CAMM-ER einrüstbar
  • Raketenstarter für Seezielflugkörper einrüstbar
  • Torpedorohre einrüstbar
Sensoren
  • Leonardo naval cockpit
  • Leonardo SADOC-4 Combat Management System
  • GEM Elettronica Columbus Mk.3 X-Band-3D-Radar inkl. IFF
  • GEM Elettronica Gemini DB Navigationsradar
  • Kronos Naval HP EW System (REASM/CESM)
  • Multi Data Link Processor (MDLP)
  • Link 16, Link 22 Datenlink
  • SATCOM
Sonstiges
Bordhubschrauber 1 × NH90
Unbemanntes Luftfahrzeug AWHERO
Festrumpfschlauchboot Hurricane (9,3 m), Solas (7 m)
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Zunächst werden vier der rund 2400 Tonnen verdrängenden Offshore Patrol Vessels (OPV) ab 2027 in Italien in Dienst gestellt, auf zwei weitere bestehen Optionen, vier weitere sind geplant. Sie sollen zunächst vier und dann zwei OPVs der Klassen Cassiopea und Sirio ersetzen. Vier zusätzliche Einheiten würden die OPVs der Cigala-Fulgosi-Klasse ablösen, sofern dies nicht durch die geplanten European Patrol Corvettes erfolgen sollte.

Geschichte

Die italienische Marine hatte um die Jahrtausendwende im Bereich der kleineren Patrouillen- und Kampfeinheiten insgesamt 18 Schiffe, davon 8 Korvetten der Minverva-Klasse und 10 OPVs der Klassen Cassiopea, Sirio und Cigala Fulgosi. Nachdem die Minerva-Korvetten bis 2019 ausgemustert worden waren, wurde in den folgenden Jahren auch ein schrittweiser Ersatz der Patrouilleneinheiten nötig, insbesondere der Klassen Cassiopea und Sirio, die auch mit Katastrophenschutzaufgaben beauftragt waren und teilweise nach zivilen Standards gebaut wurden. Eine neue Klasse von Mehrzweck-Patrouillenschiffen sollte demzufolge wiederum sowohl rein militärische Einsätze, als auch zivile Unterstützungsaufgaben durchführen können.

Kurz nach der Jahrtausendwende gab die italienische Marine vier leichte Fregatten der Lupo-Klasse an die Peruanische Marine ab, behielt jedoch vier weitere Schiffe dieses Typs („Artigliere-Klasse“) mit geringerer Ausrüstung als sogenannte „Patrouillenfregatten“ in Dienst. Um diese Patrouillenfregatten und auch die kleineren OPVs und eventuell auch die Minerva-Korvetten zu ersetzen, plante die Marine den Bau von neuen, sehr viel größeren „Mehrzweck-Hochsee-Patrouillenschiffen“ unter der Arbeitsbezeichnung Pattugliatore Polivalente d’Altura (PPA), von denen bis zu 16 Einheiten beschafft werden sollten. Von diesen rund 6000 Tonnen verdrängenden PPA, der heutigen Thaon-di-Revel-Klasse, beschaffte man schließlich sieben Einheiten und beschloss, auf der Grundlage des innovativen PPA-Konzepts mit seinem neuartigen Naval Cockpit, eine weitere Klasse von kleineren, etwa 2400 Tonnen verdrängenden Patrolern mit der Arbeitsbezeichnung PPX zu entwerfen, die heutige Vivaldi-Klasse.[1]

Auslegung

Die ersten vier Schiffe der Vivaldi-Klasse werden mit einer leichteren Bewaffnung in Dienst gestellt, bestehend aus einem Geschütz 76/62 mm SR in der Davide/Strales-Variante mit Dart-Munition und zwei 30 mm Lionfish 30 RWS mit Air-Burst-Munition, die alle auch als Nahbereichsverteidigungssystem eingesetzt werden können. Hinzu kommen Komponenten für Zivilschutzaufgaben, weil die vier Schiffe die entsprechenden Einheiten der älteren Cassiopea-Klasse ersetzen. Aus diesem Grund sind diese Schiffe als wirkliche Offshore Patrol Vessels zu bezeichnen. Diese Einheiten dienen in erster Linie zur Überwachung der Küstengewässer und des zentralen Mittelmeers (z. B. Migrationskontrolle) und der EEZ (z. B. Fischereischutz). Daneben können sie für Umweltschutz- und Seenotrettungsaufgaben eingesetzt werden. Zu diesem Zweck haben diese Schiffe unter anderem Ölskimmer und aufblasbare, ins Wasser absetzbare Sammeltanks.

Bei den weiteren Einheiten stehen militärische Aufgaben im Vordergrund, weswegen einrüstbare Effektoren auch tatsächlich eingerüstet werden, darunter Raketenstarter, Torpedorohre oder ein raketenbasiertes Nahbereichsverteidigungssystem. In dieser Form ähneln die Schiffe dann mehr Korvetten.

Von den PPA der Thaon-di-Revel-Klasse haben die PPX der Vivaldi-Klasse etliche Komponenten in verkleinerter Form übernommen, insbesondere die Brücke. Das sogenannte Naval Cockpit weist Ähnlichkeiten mit einem Hubschrauber-Cockpit auf und erlaubt sowohl die Steuerung des Schiffs, als auch den Einsatz der Bordwaffen. Die Operationszentrale mit dem SADOC4 Combat Management System befindet sich unmittelbar hinter der Brücke und bildet mit dieser praktisch eine Einheit, weswegen der Bereich insgesamt als Naval Cockpit Combat Operations Center bezeichnet wird.[2]

Nicht von der Thaon-di-Revel-Klasse übernommen wurde der Schiffsrumpf mit dessen charakteristischem, an alte Rammsporne erinnernden Schiffsbug. Die Vivaldi-Klasse basiert auf der modularen FCX-Plattform von Fincantieri, ausgewählt wurde in diesem Fall eine verbesserte Version der FCX20. Auf der nächstgrößeren FCX30 basiert beispielsweise die Al-Zubarah-Klasse der Marine Katars.

Einheiten

Die Schiffe werden gebaut von dem Joint Venture Orizzonte Sistemi Navali (OSN), bestehend aus Fincantieri (51%) und Leonardo (49%), auf dem Werftenverbund in Riva Trigoso und Muggiano bei La Spezia.[3]

Weitere Informationen Kennung, Name ...
KennungNameKiellegungStapellaufIndienststellung
Variante Light
P 440 Ugolino Vivaldi 12. Dezember 202421. Februar 2026[4]2027 gepl.
P 441 Sebastiano Caboto 18. Dezember 202520272028 gepl.
P 442 Antonio da Noli 202620282029 gepl.
P 443 Giovanni da Verrazzano 202720292030 gepl.
Variante Full
P 444 (Option)
P 445 (Option)
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Die ersten vier Einheiten wurden am 31. Juni 2023[5] und am 5. August 2024 bestellt,[6] zu einem Gesamtpreis von rund 1,2 Mrd. Euro. Dieser Preis umfasst auch logistische Unterstützungsleistungen sowie einen begrenzten Ausbau der Marinestützpunkte in Augusta, Messina[7] und Cagliari, wo die Schiffe der Klasse als Teil der 4. Flottendivision (COMFORPAT) stationiert werden.[8]

Einzelnachweise

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