Waldeck (Stadt)

hessische Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Waldeck ist eine Kleinstadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Sie ist anerkannter Luftkurort[2] und trägt seit dem 13. September 2021 die amtliche Zusatzbezeichnung Nationalparkstadt[3] in Bezug auf den naheliegenden Nationalpark Kellerwald-Edersee, der sich in das Waldecker Bergland erstreckt.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Waldeck (Stadt)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Waldeck hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 12′ N,  4′ O
Bundesland:Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 404 m ü. NHN
Fläche: 115,7 km²
Einwohner: 6905 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 34513
34516 (Fürstental)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 05634
05623 (Stadtteil Waldeck)

05695 (Dehringhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text

Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 021
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Rathaus 1
34513 Waldeck
Website: www.waldeck-stadt.de
Bürgermeister: Nicolas Havel
Lage der Stadt Waldeck im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Karte
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Waldeck von Nordosten

Überregional bekannt ist Waldeck als Hauptnamensgeber des Landkreises Waldeck-Frankenberg sowie durch das ehemalige Fürstentum Waldeck und Pyrmont, durch seine exponierte Lage am Edersee inmitten des Waldecker Berglandes und im äußeren Einzugsbereich des Naturparks Waldeck-Edersee sowie durch das Schloss Waldeck, das Wahrzeichen der Stadt Waldeck und des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Geographie

Geographische Lage

Das Stadtgebiet von Waldeck befindet sich in Nordhessen etwa 30 Kilometer westlich von Kassel im Waldecker Bergland und erstreckt sich vom Nordufer des Edersees (245 m), dem flächenmäßig zweit- und volumenmäßig drittgrößten Stausee Deutschlands, bis über die Diemel-Eder-Wasserscheide an Schiebenscheid (471 m)und Stirn (477 m)in den Langen Wald hinein. Es umfasst eine überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzte Mittelgebirgslandschaft, die in der Kernstadt Waldeck stark vom Fremdenverkehr geprägt ist.

Im Süden des Stadtgebiets stehen die Nordhänge des Edersees seit 2020 als Teil des Nationalparks Kellerwald-Edersee unter besonderem Schutz.

Durch das Waldecker Stadtgebiet bzw. entlang dessen Grenzen verlaufen Abschnitte mehrerer Fließgewässer, wozu im Fulda-Einzugsgebiet die Eder, deren Zuflüsse Netze und Werbe sowie im Diemel-Einzugsgebiet die Twiste-Zuflüsse Watter und Wilde gehören.

Nachbargemeinden

Waldeck grenzt im Norden an die Gemeinde Twistetal, im Nordosten an die Stadt Bad Arolsen (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Osten an die Städte Wolfhagen und Naumburg (beide im Landkreis Kassel), im Süden an die Gemeinde Edertal sowie im Westen an die Gemeinde Vöhl und die Stadt Korbach (alle drei im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Stadtgliederung

Die Stadt Waldeck besteht aus zehn Stadtteilen: Alraft, Dehringhausen, Freienhagen, Höringhausen, Netze, Nieder-Werbe, Ober-Werbe, Selbach, Sachsenhausen und der Kernstadt Waldeck.

Geschichte

Blick vom Ort auf den Edersee
Waldeck Straße mit Fachwerkhäusern

Zur Geschichte der Kernstadt Waldeck siehe Stadtteil Waldeck.

Stadtbildung

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Oktober 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Alraft, Höringhausen, Netze und Nieder-Werbe sowie die beiden Städte Sachsenhausen und Waldeck auf freiwilliger Basis zur neuen Stadt Waldeck.[4][5]

Als Namen für die neu entstandene Stadt wählte man den historisch bedeutsamen Namen „Waldeck“, der zunächst die Burg Waldeck in der heutigen Kernstadt bezeichnet hatte und nach der sich ab 1180 das dortige Grafengeschlecht benannte. Die Grafschaft Waldeck, das spätere Fürstentum Waldeck und Pyrmont, der ehemalige Freistaat Waldeck (ab 1918) und der spätere Landkreis Waldeck (ab 1942), seit 1974 Landkreis Waldeck-Frankenberg, trugen ebenfalls diesen Namen.

Verwaltungssitz der neu entstandenen Stadt wurde der von Graf Adolf I. von Waldeck und Schwalenberg gegründete, einwohnermäßig größere Stadtteil Sachsenhausen.

Am 1. Januar 1974 wurden kraft Landesgesetz die Gemeinden Dehringhausen und Ober-Werbe (mit der am 31. Dezember 1970 eingegliederten ehemaligen Gemeinde Oberwerba) sowie die ehemalige Stadt Freienhagen nach Waldeck eingemeindet.[6][5] Das bis dahin als Siedlungsplatz von Sachsenhausen geführte Selbach wurde zum 1. Mai 1976 zum Stadtteil von Waldeck ernannt. Damit erreichte die Stadt Waldeck ihre heutige Größe und Verwaltungsstruktur. Für alle Stadtteile von Waldeck wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[7]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Waldeck 7089 Einwohner. Darunter waren 166 (2,3 %) Ausländer, von denen 103 aus dem EU-Ausland, 27 aus anderen europäischen Ländern und 36 aus anderen Staaten kamen.[8] Die Einwohner lebten in 3168 Haushalten. Davon waren 984 Singlehaushalte, 966 Paare ohne Kinder und 933 Paare mit Kindern, sowie 240 Alleinerziehende und 48 Wohngemeinschaften.[9]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Stadt Waldeck: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2015 ...
Stadt Waldeck: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2015
Jahr  Einwohner
1973
 
7.224
1975
 
7.149
1980
 
7.026
1985
 
6.896
1990
 
7.382
1995
 
7.918
2000
 
7.978
2005
 
7.656
2010
 
7.155
2011
 
7.089
2015
 
6.758
Quellen: Hessisches Statistisches Informationssystem[10]; Zensus 2011[8]
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Siehe Stadtteil Waldeck für die Einwohnerzahlen vor der Gebietsreform.

Religionszugehörigkeit

 1987:5628 evangelische (= 81,36 %), 837 katholische (= 12,10 %), 452 sonstige (= 6,53 %) Einwohner[11]
 2011:4939 evangelische (= 69,67 %), 768 katholische (= 10,83 %), 1382 sonstige (= 19,49 %) Einwohner[11]

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Waldeck erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,[12] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[13][14][15][16]

Weitere Informationen Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026 ...
Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026
Stimmenanteil in %
Wahlbeteiligung 64,1 %
 %
40
30
20
10
0
37,8
(+4,2)
22,9
(+1,8)
15,1
(n. k.)
13,0
(−5,3)
8,2
(−7,8)
3,0
(n. k.)
20212026
Sitzverteilung
      
Insgesamt 31 Sitze
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Weitere Informationen Wahlvorschläge, % 2026 ...
Wahlvorschläge %
2026
Sitze
2026
%
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands 37,8 12 33,6 10 31,9 10 31,4 10 31,8 10 31,1 10
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands 22,9 7 21,1 7 25,3 8 33,0 10 37,5 12 40,7 13
AfDAlternative für Deutschland 15,1 5 - - - - - - - - - -
GrüneBündnis 90/Die Grünen 13,0 4 18,3 6 11,5 4 11,6 4 4,8 1 3,9 1
FWGFreie Wählergemeinschaft 8,2 2 16,0 5 20,8 6 17,5 5 18,0 6 14,8 5
Die LinkeDie Linke 3,0 1 - - - - - - - - - -
FDPFreie Demokratische Partei - - 11,0 3 10,4 3 6,5 2 7,9 2 4,9 1
REPDie Republikaner - - 4,6 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 64,1 59,2 54,9 54,5 57,6 61,6
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Bürgermeister

Rathaus Waldeck in Sachsenhausen

Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Waldeck neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und fünf weitere Stadträte angehören.[17] Bürgermeister ist seit dem 1. April 2025 der parteiunabhängige Nicolas Havel.[18] Er setzte sich am 27. Oktober 2024 im ersten Wahlgang gegen Amtsinhaber Jürgen Vollbracht (CDU), der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 62,4 Prozent Wahlbeteiligung mit 76,5 Prozent der Stimmen durch.[19]

Amtszeiten der Bürgermeister[20]
  • 2025–2031 Nicolas Havel[18]
  • 2019–2025 Jürgen Vollbracht (CDU)[21]
  • 2007–2019 Jörg Feldmann[21]
  • 1983–2007 Peter Brandenburg (SPD)[22]
  • 1961–1983 Erich Dreyer (1922–2018)[23]
Weitere Informationen Jahr, Wahlbeteili- gung in % ...
Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen[20]
Jahr Wahlbeteili-
gung in %
Kandidaten Partei Stimmen
in %
2024 62,4 Nicolas Havel 76,5
Jürgen Vollbracht CDU 23,5
2018 71,2 Jürgen Vollbracht CDU 59,2
Jörg Feldmann 40,8
2012 62,4 Jörg Feldmann 64,1
Marko Haselböck SPD 35,9
2006 65,3 Jörg Feldmann 72,7
Walter Voigt 27,3
2000 41,3 Peter Brandenburg SPD 80,9
1994 66,2 Peter Brandenburg SPD 75,8
Dieter Wirtz CDU 37
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Wappen

Wappen von Waldeck
Wappen von Waldeck
Blasonierung: „In Gold ein sechsstrahliger schwarzer Stern, aufgelegt eine silberne Lilie.“[24]
Wappenbegründung: Unter Berücksichtigung der besonderen historischen Gegebenheiten der neugegründeten Stadt wurde als Grundlage das Wappen der ehemaligen Stadt Waldeck, der sechsstrahlige Waldecker Stern gewählt. Auch das Sachsenhäuser Wappen enthielt diesen Stern, hieraus stammt die Lilie. Der sechsstrahlige Stern und die Lilie stehen für die ehemals selbstständigen Gemeinden und Städte, die sich 1971 zur Stadt Waldeck zusammenschlossen.

Das Wappen wurde am 9. Juni 1972 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.

Flagge

Hiss- und Bannerflagge

Die Flagge wurde der Stadt am 13. Mai 1976 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Die Flagge der Stadt Waldeck zeigt auf zwei gelb-schwarz gedrittelten Bahnen in verwechselten Farben das Wappen der Stadt.“[25]

Eine amtliche Hissflagge führt die Stadt nicht. Lokal wird jedoch, angelehnt an die Bannerflagge, eine schwarz-goldene Flaggenbahn, belegt mit dem Stadtwappen verwendet.

Städtepartnerschaften

Waldeck unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Waldeck, das Wahrzeichen der Stadt Waldeck
Die Edertalsperre (August 2011)

Bauwerke

Museen

  • Schlossmuseum im Schloss Waldeck[26]
  • Heimatmuseum in Höringhausen
  • Dorfstube in Nieder-Werbe

Parks

  • Uferpromenade Waldeck-West (direkt am Edersee)
  • Mauergarten unterhalb des Schloss Waldeck, Kernstadt Waldeck

Sport

Sportstätten bzw. -veranstaltungen Waldecks sind:

  • Freibad im Stadtteil Freienhagen
  • Strandbad Waldeck (Waldeck-See) am Edersee[27]
  • Golfplatz in der Kernstadt Waldeck
  • Edersee-Triathlon: Jährlich im Juli – größte Sportveranstaltung der Großgemeinde, mit Start und Ziel in der Kernstadt Waldeck
  • Pfingstreitturnier: In geraden Jahren in der Kernstadt Waldeck, in ungeraden in Sachsenhausen; mit Spring- und Dressurwettbewerben bis zu Klasse S

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Kernstadt ist staatlich anerkannter Luftkurort, der Stadtteil Niederwerbe ist anerkannter Erholungsort.

Verkehr

Die Ortsteile der Stadt Waldeck sind über die Bundesstraßen 485 und 251 zu erreichen.

Der Eisenbahnbetrieb auf der Bahnstrecke Wega–Brilon Wald im Abschnitt von Wega nach Korbach, an der die Stadtteile Waldeck, Netze, Selbach, Sachsenhausen und Höringhausen liegen, wurde am 27. Mai 1995 eingestellt. Auf der alten Trasse wurde der Ederseebahn-Radweg Korbach–Waldeck–Buhlen angelegt.

Die Waldecker Bergbahn verbindet als Kleinkabinenbahn das Ederseeufer mit dem Schlossberg. Die 650 Meter lange Gondelbahn überwindet eine Höhendifferenz von 120 Metern.

In Waldeck-See befindet sich die Hauptanlegestelle der Personenschiffahrt Edersee, welche mit zwei modernen Fahrgastschiffen einen Rundfahrtverkehr zwischen den Anlegestellen Waldeck-West, Edertal-Sperrmauer, Halbinsel Scheid, Bringhausen, Asel und Herzhausen anbietet.

Etwa 2,5 km nördlich des Zentrums liegt das Segelfluggelände Mühlberg-Waldeck.

Öffentliche Einrichtungen

  • Stadtverwaltung und Stadtbücherei im Stadtteil Sachsenhausen
  • Bürger- und Tourismusbüro der Stadt Waldeck in der Kernstadt Waldeck
  • Kindergärten (Freienhagen, Höringhausen, Sachsenhausen, Waldeck)[28]

Bildung

  • Vier Grundschulen (Freienhagen, Höringhausen, Sachsenhausen, Waldeck)
  • Mittelpunktschule Stadt Waldeck in Waldeck-Sachsenhausen mit Förderstufe und Realschulzweig

Persönlichkeiten

Commons: Waldeck (am Edersee) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Waldeck – Reiseführer

Einzelnachweise

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