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Weibeck (Hessisch Oldendorf)

Stadtteil von Hessisch Oldendorf in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Weibeck ist ein Ortsteil von Fischbeck, der zur Stadt Hessisch Oldendorf gehört. Die Stadt Hessisch Oldendorf besteht aus 24 Stadtteilen und liegt im Weserbergland im Landkreis Hameln-Pyrmont.

Schnelle Fakten Stadt Hessisch Oldendorf ...
Weibeck
Koordinaten: 52° 10′ N,  17′ O
Fläche: 3,67 km²[1]
Einwohner: ca. 389 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner/km²
Postleitzahl: 31840
Vorwahl: 05152
Weibeck (Niedersachsen)
Weibeck (Niedersachsen)
Lage von Weibeck in Niedersachsen
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Geografie

Weibeck liegt im Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln südlich des Süntelgebirges auf 89 m ü. NHN, 3,95 km östlich der Kernstadt von Hessisch Oldendorf und 9,23 km nordwestlich der Kreisstadt Hameln. Der Ort grenzt unmittelbar an einen Altarm der Weser.

Geschichte

Römische Kaiserzeit und Spätantike

Das Weserbergland, in dem Weibeck liegt, gehörte nach Edward Schröder in der Römischen Kaiserzeit und in der Spätantike zum Siedlungsgebiet des germanischen Stammes der Cherusker, in der Spätantike zum Siedlungsgebiet des germanischen Stammes der Angrivarier, in den die Cherusker wohl bereits vor der Völkerwanderungszeit aufgingen und im Frühmittelalter zum Siedlungsgebiet der Engern, einem Stammesverband der Altsachsen, in den wiederum die Angrivarier und andere germanische Stämme aufgingen.[2]

Mittelalter

Die Region um Weibeck und Fischbeck war ein früh besiedelter Teil des Schaumburger Landes. Die Rodung und Besiedlung des Gebietes um Weibeck reicht mindestens bis in das Frühe Mittelalter zurück. Die im Weserbergland sesshaft gewordenen Menschen lebten vermutlich auch im Gebiet um Weibeck in Pfosten- und Grubenhäusern auf einzelnen Gehöften auf gerodeten Waldinseln auf der hochwassergeschützten Weserterrasse, zumeist in der Nähe von Bachläufen (im Fall von Weibeck waren es der nördliche Altarm der Weser sowie ein Bachlauf), noch bevor das Dorf Weibeck im Frühmittelalter gegründet wurde. Felder rund um Weibeck wurden schon vor über 1.000 Jahren bewirtschaftet.

Das Stift Fischbeck und der Nachbarort Haddessen wurden im Jahr 955 im Frühmittelalter gegründet. Das Dorf Weibeck („Wicbeke“, das „Streitbach“ bedeutet) wird 1015 in den alten Mönchslisten des Reichsklosters Corvey schriftlich erwähnt, kann aber bereits davor existiert haben. Als Mindener Klosterbesitz wird Weibeck zu Beginn des Hochmittelalters im Jahr 1055 erneut schriftlich erwähnt. Die Bischöfe von Minden vergaben hier später auch Lehen. Weibeck war außerdem historisch eng mit dem Stift Fischbeck verbunden. Das Stift Fischbeck besaß als geistlicher Grundherr seit dem Hochmittelalter ebenfalls erhebliche Ländereien, Höfe und Zehntrechte in Weibeck. Jedoch hatten die Grafen von Rohden und Wunstorf (und nicht die Grafen von Schaumburg) das Patronatsrecht (das Recht, den Pfarrer zu benennen und die Pflicht, die Kirche zu unterstützen) über die Kirche in Weibeck.[3] Johannes Graf von Rohden und Wunstorf übertrug schließlich am 30. April 1331 das Patronatsrecht in einer Urkunde offiziell an das St.-Mauritius-Kloster in Minden.[4] Die beschriebenen Besitzrechte des Stifts Fischbeck in Weibeck wurden im 16. Jahrhundert nochmals urkundlich bestätigt.

In der Zeitstellung des Hochmittelalters soll es in Weibeck bereits einen Edelhof gegeben haben. Er gehörte als wichtiger Wirtschaftshof direkt zum Stift Fischbeck. Das Rittergut Stau war der südöstlichste der schaumburgischen Burgmannshöfe. Die Gründung dieses freien Burgmannshofes fällt in das Jahr 1476 im Spätmittelalter. Die dort ansässigen Adelsfamilien mussten die nahegelegene Stadt Oldendorf verteidigen.

Weibeck lag seit dem Frühmittelalter im altsächsisch-engernschen Tilithigau und gehörte wohl zum Gerichts- und Verwaltungsbezirk der Fischbecker Goe“ des Tilithigaus. Das Gogericht (die „Malstatt“) der Fischbecker Goe befand sich in der Ortslage von Fischbeck und wurde seit dem Spätmittelalter von der dort ansässigen Adelsfamilie von Post geschützt, welche über mehrere Jahrhunderte regionalen Einfluss besaß.

Die aus altsächsischem Uradel stammenden Grafen von Schaumburg hatten als weltliche Grundherren seit dem Hochmittelalter, Anfang des 12. Jahrhunderts, die Landeshoheit über die Region bis zum Ort Fischbeck an der südöstlichen Grenze der Grafschaft und vergaben in den Dörfern Rechte und Meierhöfe als Lehen.[5] Sie hatten in Weibeck gräfliche Gerichtsrechte. Die Weibecker Bauern waren diesen Landesherren zehntpflichtig.

Weibeck gehörte während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit zur Vogtei Fischbeck, sowie kirchenrechtlich zum Archidiakonat Ohsen der Diözese Minden (das historische Bistum Minden wurde 1803 aufgelöst).[6] Vogteien dienten im Mittelalter und der Frühen Neuzeit der Ausübung von weltlicher Herrschaft, der Rechtsprechung und der Verwaltung von Abgaben. Die Vogtei Fischbeck gehörte als Reichslehen im 10. Jahrhundert direkt dem ostfränkischen König. Otto I. der Große vergab den Herzögen von Sachsen die Vogtei als Lehen. Zuerst waren die Herzöge des altsächsischen Uradelsgeschlechts der Billunger Vögte in Fischbeck, von 1142 bis 1180 war Herzog Heinrich der Löwe Obervogt des Stiftes, ab dem 13. Jahrhundert folgten die altsächsischen Grafen von Schaumburg, die bis zum 14. Jahrhundert als dem Kaiser nachgeordnete Untervögte für Fischbeck dienten und etwa vom 14. bis ins 17. Jahrhundert selbst Edelherren des Niederadelsgeschlechts von Post als Stiftsvögte in Fischbeck einsetzten. Ab 1647 waren die Landgrafen von Hessen-Kassel Obervögte für Fischbeck, die bis ins frühe 19. Jahrhundert weiter Edelherren des Niederadelsgeschlechts von Post als Stiftsvögte in Fischbeck einsetzten.

Neuzeit

Der Dreißigjährige Krieg war für Weibeck das verheerendste Ereignis. Am 8. Juli 1633 fand die Schlacht bei Hessisch Oldendorf zwischen den protestantischen schwedischen, hessischen und lüneburgischen Truppen und dem katholisch-kaiserlichen Heer statt. Insgesamt nahmen 28.000 Soldaten an der Schlacht teil, die von den Protestanten gewonnen wurde. Das Umland wurde von kaiserlichen und schwedischen Truppen rücksichtslos requiriert. Weibeck lag mitten im Aufmarschgebiet und in der unmittelbaren Kampfzone der Schlacht. In Weibeck wurden Häuser geplündert und teilweise in Brand gesteckt, das Vieh geraubt und die Ernten vernichtet. Die überlebenden Einwohner mussten in die umliegenden Wälder flüchten.

Im Vorfeld der Schlacht bei Hastenbeck am 26. Juli 1757 im Siebenjährigen Krieg rückten zehntausende Soldaten in das Gebiet um die stark befestigten Städte Hameln und Hessisch Oldendorf vor. Weibecker Bauern wurden gezwungen, französische und alliierte Soldaten einzuquartieren und zu verpflegen und hohe Kontributionen (Geldabgaben) zu leisten. Missernten gingen dem Jahr 1757 voraus, und der Siebenjährige Krieg führte auch in der Region um Fischbeck und Weibeck zu Hungersnöten und zur Verarmung der lokalen Bevölkerung.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wanderten Einwohner von Weibeck in verschiedene Regionen der USA und nach Neuseeland aus.[7]

Neueste Geschichte

Im Ersten Weltkrieg wurden fast alle wehrfähigen Männer aus den Dörfern zum Militärdienst eingezogen. Den Höfen fehlten Arbeitskräfte, und es herrschte akuter Mangel an Nahrungsmitteln. Es gab 8 Gefallene aus Weibeck.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 rückten US-amerikanische Truppen auf die Weserlinie vor. Rund um Weibeck und Fischbeck wurden hastig Verteidigungslinien mit Panzersperren an den Ziegeleien bei Weibeck errichtet. In der Umgebung von Weibeck kam es zum Artilleriebeschuss und zu kleineren Gefechten, aber der Ort entging einer völligen Zerstörung. Im Zweiten Weltkrieg gab es in der ev.-luth. Kirchengemeinde Weibeck-Krückeberg, zu der auch die Dörfer Barksen, Zersen und Wickbolsen gehören, 78 Gefallene und Vermisste.

Kirche

Die ev.-luth. St.-Lukas-Kirche in Weibeck stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist eine Wehrkirche, die zu den ältesten Kirchen im Weserbergland gehört. Die kleine romanische Kirche erhebt sich auf der Weserterrasse und bietet einen weiten Blick ins Wesertal. Auf den Charakter als Wehrkirche lassen die heute noch vorhandenen Schießscharten im Kirchturm schließen. Die Menschen fanden hier Zuflucht und konnten durch die günstige Lage auf der Weserterrasse den Feind frühzeitig erspähen und sich gegen feindliche Angriffe wehren. Bis etwa zum Jahr 1552 hatte die Kirche ihren eigenen Geistlichen.

Die ev.-luth. Kirchengemeinde wurde 1564 nach der Einführung der Reformation in der Grafschaft Schaumburg mit der Kirche in Krückeberg zu dem Kirchspiel Weibeck-Krückeberg vereinigt, zu dem auch die Dörfer Barksen, Zersen und Wickbolsen gehören. Hauptkirchenort wurde nun Krückeberg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg. Der letzte, ehemals katholische und erste evangelische Pfarrer in Weibeck, Gerhard Hugo, wohnte im Pfarrhaus in Weibeck. Er verstarb im Jahr 1599. Gottesdienste wurden in beiden Gemeinden gehalten. Das Pfarramt und der Wohnsitz des Pastors blieben 400 Jahre lang in Weibeck, bis im Jahr 1966 das alte Pfarrhaus in Weibeck verkauft und ein modernes Pfarrhaus in Krückeberg gebaut wurde.[4]

Waldwirtschaft und Jagdrecht

Im Mittelalter gehörten die Waldgebiete um Weibeck zum historischen Süntelwald. Die Bauern in Weibeck konnten vom Frühmittelalter bis in das 19. Jahrhundert die Holz- und Weiderechte in den Waldgebieten der Fischbecker Mark, dem östlichen Teil der Schaumburger Mark im Süntel nördlich des Ortes, gemeinschaftlich nutzen.[Anm 1] Die Urgenossen in der Fischbecker Mark besaßen nach altem, mündlich überlieferten germanischen Gewohnheitsrecht die sog. Erbaxt bzw. den freien Holzhieb.[8] Im Frühmittelalter gab es noch keine rechtlich abgegrenzten Forstgebiete, die exklusiv zu einer der frühen Germanensiedlungen gehörten. Ab dem Hochmittelalter wurden erste genossenschaftliche Organisationsformen der Waldwirtschaft geschaffen, die aber ebenfalls noch für die Gemeinschaft mehrerer Dörfer und nicht exklusiv nur für die zwölf Bauernhöfe in Weibeck galten. Die Weibecker Bauern konnten ihr Vieh, vor allem ihre Schweine und Rinder, zur Waldweide (Waldmast) in die Eichen- und Buchenwälder (Hutewälder) des Süntels, in die Allmende treiben und festgesetzte Mengen von Brenn- und Bauholz für ihren Eigenbedarf schlagen. Erst mit den großen Teilungen und Verkoppelungen ab den 1830er Jahren wurden die mittelalterlichen und neuzeitlichen Gemeinschaftswälder real aufgeteilt, und Forstgenossenschaften wurden als Realverbände gegründet. Die forstwirtschaftlichen Flächen in dieser Region werden heute vom Niedersächsischen Forstamt Oldendorf der Niedersächsischen Landesforsten betreut, das neben dem Landeswald auch die regionalen Forstgenossenschaften verwaltet.

Bis zum Frühmittelalter durften die freien germanischen Siedler das Wild frei jagen. Das Jagdrecht, speziell die sog. Hohe Jagd (auf Rothirsche,[Anm 2] Wildschweine, Wölfe,[Anm 3] Steinadler,[Anm 4] Fischadler und Auerhähne[Anm 5]), ging jedoch im Hochmittelalter auf den Landesherrn über; die Grafen von Schaumburg beanspruchten Hoheitsrechte im Süntel. Die Bauern durften nur das sog. Niederwild wie z. B. Rehe, Marder, Iltisse, Dachse usw. jagen. Mit der Revolution von 1848 wurde das adlige Jagdregal aufgehoben und das Jagdrecht an den Grundbesitz gekoppelt. In der Zeitstellung von 1848 bis 1934 konnten Jagdgenossenschaften das Jagdrecht pachten. Seit 1934 (Reichsjagdgesetz, dessen System bis heute im Bundesjagdgesetz fortbesteht) ist die Jagdpacht auf natürliche Personen beschränkt und wird in Jagdgenossenschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts, hier: in der Jagdgenossenschaft Weibeck verwaltet.

Wirtschaft

In Weibeck gibt es heute landwirtschaftliche Betriebe, ein Tiefbauunternehmen, einen hochspezialisierten Handwerksbetrieb, der aus einer kleinen Tischlerwerkstatt hervorging, sowie Dienstleistungsbetriebe.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung von Weibeck
1871 1925 1933 1939 2011 2022
261[9] 233[10] 244[10] 245[10] 389 428

Politische Zugehörigkeiten

Weibeck gehörte im Mittelalter wohl zur Fischbecker Goe im altsächsischen Tilithigau sowie zur Vogtei Fischbeck in der Grafschaft Schaumburg. Nach dem Aussterben der Grafen von Schaumburg in der männlichen Linie fiel Weibeck 1640/1647 an den hessischen Teil der Grafschaft, der als Exklave zur Landgrafschaft Hessen gehörte und später an das Kurfürstentum Hessen-Kassel. Von 1807 bis 1813 gehörte Weibeck zum Kanton Oldendorf des napoleonischen Satellitenstaates Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel. 1814 fiel Weibeck wieder an das Kurfürstentum Hessen-Kassel zurück. Von 1866 bis 1932 gehörte der Ort zunächst zur preußischen Provinz Hessen-Nassau und zum Kreis Rinteln und ab 1905 zum Kreis Grafschaft Schaumburg der preußischen Provinz Hessen-Nassau. 1932 wurde der Kreis in die preußische Provinz Hannover umgegliedert. 1945 gehörte der Ort zur Britischen Besatzungszone, ab 1946 zum Land Hannover und in demselben Jahr zum Regierungsbezirk Hannover im Land Niedersachsen. 1977 wurde die Region um Hessisch Oldendorf und Fischbeck in den Landkreis Hameln-Pyrmont umgegliedert.[11] Im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen wurde Weibeck am 1. Januar 1973 Teil der Gemeinde Fischbeck, die ihrerseits am 29. Januar 1973 in die Stadt Hessisch Oldendorf eingemeindet wurde.[12] Am 31. Dezember 2004 wurden die Regierungsbezirke aufgelöst.[13]

Politik

Bürgermeister der Stadt Hessisch Oldendorf ist Tarik Oenelcin. Ortsbürgermeister der Ortschaft Fischbeck/Weibeck ist Michael Kipp.

Weibeck bildet mit dem Nachbarort Fischbeck einen gemeinsamen Ortsrat. Der Ortsrat Fischbeck-Weibeck meldet beim Stadtrat Hessisch Oldendorf für das Jahr 2027 drei Projekte an. Dies sind der Kauf eines Containers als Treffpunkt für Jugendliche, wofür der Stadtrat 40.000 Euro bereitstellen soll, sowie weitere 50.000 Euro für den Anschluss des Grillplatzes oberhalb des Taubblindenheims im Stiftsdorf ans Stromnetz und an die Wasserversorgung. Seit langem ist bekannt, dass das Dorfgemeinschaftshaus Weibeck in der Straße Über den Eichen 2 in Weibeck in seinem jetzigen Zustand nicht den Ansprüchen der Menschen im Ort entspricht. Für Weibeck wünschen die Ortsratsmitglieder 10.000 Euro für die Planung eines Anbaus an das Feuerwehrhaus.[14] Am Surfteich zwischen Fischbeck und Weibeck soll auf einer Fläche von 46 ha Kies abgebaut werden.[15]

Baudenkmale

In der Liste der Baudenkmale in Hessisch Oldendorf sind für Weibeck elf Baudenkmale aufgeführt, darunter

  • die romanische St.-Lukas-Kirche. Sie ist eine Wehrkirche, die am 30. April 1331 erstmalig erwähnt wurde, als Johannes Graf von Rohden und Wunstorf dem Kloster St. Mauritius in Minden das Patronatsrecht über die Kirche in Weybeke übertrug. Das aus Bruchsteinen gemauerte romanische Kirchenschiff und der Turm wurden vermutlich Anfang des 12. Jahrhunderts als Wehrkirche für die Bewohner der zwölf Weibecker Höfe erbaut. Die Kirche besaß bis zum Ersten Weltkrieg zwei noch aus dem 17. Jahrhundert stammende Glocken. Eine kleine Glocke wurde 1917 beschlagnahmt und vermutlich zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Der größere Glocke wurde 1942 beschlagnahmt und abtransportiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bei der Firma Weule in Bockenem am Harz eine neue Glocke aus Stahl in Auftrag gegeben. Sie wurde im August 1947 geweiht. Einen Tag nach der Glockenweihe traf die Nachricht ein, dass die Glocke von 1662 nicht eingeschmolzen sei und aus Hannover abgeholt werden könne. Die St.-Lukas-Kirche besitzt nun wieder zwei Glocken, von denen aber nur noch die alte Glocke läutet, weil die Stahlglocke nicht mehr funktionsfähig ist. Das Altarbild auf dem Sandsteinaltar der Kirche stellt das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern dar. Es soll im Jahr 1654 von Katharina von Haxthausen, der Gattin des schaumburgischen Drosten Anton von Ditfurth, gestiftet oder gemalt worden sein.
  • das Rittergut Stau mit einem Herrenhaus im Stil der Weserrenaissance als Einzeldenkmal. Es wurde im Jahr 1476 von den Edelherren von Mengersen als schaumburgischer Burgmannshof gegründet. Das Rittergut lag an einer Stelle, an der das Wasser der Weser für Mühlen oder Befestigungen aufgestaut wurde. Das Gutsgebäude ist ein massiver Steinbau. Die Weser teilte sich beim Gut Stau in zwei Arme auf, von denen der südlich schiffbar war. Im 17. Jahrhundert lebte hier Jobst von Mengerssen, Herr auf Gut Stau, Landdrost (höchster Verwaltungsbeamter des Landesherrn) und Pfandherr in Großenwieden. Er wurde bekannt durch seine Eindeichungsmaßnahmen zur Abschnürung eines (nördlichen) Weseraltarmes, um das Weserwasser für seine eigenen Ländereien zu nutzen. Diese Veränderung führte zu wirtschaftlichen Einbußen in Oldendorf, das dadurch seinen direkten Zugang zur Weser und Zolleinnahme-Möglichkeiten verlor. Um Jobst von Mengersen rankt sich eine Spuksage (Der unheimliche Jobst, Der ruhelose Jobst von Mengersen). Die Sage besagt, dass er zur Strafe für seinen Frevel, die Flussumleitung der Weser mit Hilfe eines eingegrabenen Pferdekopfes, keine Ruhe findet und nachts mit einer Laterne auf den Weserwällen umherwandert. Das denkmalgeschützte Gut mit seinem historischen Garten gehört seit 1888 keiner Adelsfamilie mehr und ist seitdem ein landwirtschaftlicher Betrieb in Privatbesitz, aber kein Rittergut mehr.




Dorfgemeinschaft und Vereine

Die zuvor selbständige Freiwillige Feuerwehr Weibeck wurde im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform 1973 als Ortsfeuerwehr Teil der neu formierten Stadtfeuerwehr von Hessisch Oldendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont. Wegen Nachwuchsmangels und nur noch fünf aktiver Mitglieder wurde die Ortsfeuerwehr Weibeck zum 31. Dezember 2022 aufgelöst. Die Ortsfeuerwehr Fischbeck als Teil der Stadtfeuerwehr Hessisch Olfdendorf ist seitdem auch für den Brandschutz in Weibeck zuständig.

Die nächsten Kinderkrippen und Kindergärten befinden sich in den umliegenden Ortschaften Fischbeck und Haddessen. Weibeck gehört zum Schuleinzugsgebiet der Verlässlichen Grundschule Fischbeck. Die Schüler aus Weibeck gehen nach der Primarstufe in Schulen in der Kernstadt Hessisch Oldendorf oder in der Kreisstadt Hameln.

Ein Dorfgemeinschaftshaus steht den örtlichen Vereinen und zur privaten Nutzung zur Verfügung. Die Dorfgemeinschaft Weibeck organisiert regelmäßig Aktionen im Dorfgemeinschaftshaus oder unter freiem Himmel, z. B. Familienfeste und den beliebten Weibecker Dorfflohmarkt.

Im Ort gibt es zwei Spielplätze und einen Bolzplatz.

In Weibeck gibt es

  • den „Männer-Turn-Verein Weibeck e. V.“ (MTV), der die Sparten Tischtennis, Kinderturnen und Seniorensport bietet,
  • die „Jagdgenossenschaft Weibeck“.[16]

Darüber hinaus sind die Einwohner des Ortes im Turn- und Sportclub Fischbeck e. V. (TSC), mit den Sparten Fußball, Dart und Tennis, sowie oft in anderen Vereinen und Einrichtungen der Stadt Hessisch Oldendorf oder der Kreisstadt Hameln engagiert.

Literatur

  • Heimatbund Hessisch Oldendorf, Vorstand: Der Mengerßen-Hof, in: Ders., Berichte des Heimatbundes Hessisch Oldendorf, Heft Nr. 21, 2018.
  • Helga Knoke: Wald und Siedlung im Süntel. Eine siedlungsgeschichtliche Untersuchung, Rinteln, 1968.
  • Kurfürstentum Hessen: Kurhessisches Staats- und Adresshandbuch auf das Jahr 1830, Verlag des Waisenhauses, Kassel, 1830.
  • Kurfürstentum Hessen: Kurfürstlich Hessisches Hof- und Staatshandbuch auf das Jahr 1851, Verlag des reformierten Waisenhauses, Kassel, 1851.
  • Marianne Meyer: Weibeck. Aus der Geschichte eines tausendjährigen Dorfes, hrsg. zur 985-Jahr-Feier des Dorfes, Druck- und Verlagshaus J. C. Erhardt GmbH, Springe, 2001.
  • Marianne Meyer: Auswanderung aus dem kleinen Dorf Weibeck im Weserbergland in den Jahren 1845 bis 1895, 2015.
  • Michael Rademacher: Schaumburg, Online-Material zur Dissertation, Osnabrück, 2006, in: https://www.eirenicon.com/rademacher/www.verwaltungsgeschichte.de/schaumburg.html, abgerufen am 14. Juni 2026.
  • N. N.: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staates und ihre Bevölkerung. 10. Die Gemeinden der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung, in: https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11157798?page=72 (Volkszählung 1871), abgerufen am 14. Juni 2026.
  • N. N.: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, 11., Provinz Hessen-Nassau, in: https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11480940?q=Eichmühle&page=90,91 (Volkszählung 1895), abgerufen am 14. Juni 2026.
  • N. N.: Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen), in: https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Regionales/Gemeindeverzeichnis/inhalt.html#, abgerufen am 14. Juni 2026.

Es gibt ein offizielles englisches Übersetzungsprojekt der beiden Bücher von Marianne Meyer der Universität Heidelberg; eine Veröffentlichung in englischer Sprache liegt jedoch noch nicht vor.

Einzelnachweise

Anmerkungen

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