Weiher (Uttenreuth)

Ortsteil von Uttenreuth From Wikipedia, the free encyclopedia

Weiher ([ˈvaɪ̯ɐ] , fränkisch: Waja[2]) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Uttenreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Weiher hat eine Fläche von 1,676 km². Sie ist in 732 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2289,91 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Habernhofermühle und Langenbruckermühle.[5]

Schnelle Fakten Gemeinde Uttenreuth ...
Weiher
Gemeinde Uttenreuth
Koordinaten: 49° 36′ N, 11° 6′ O
Höhe: 301 m ü. NHN
Einwohner: 851 (1. Jan. 2023)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91080
Vorwahl: 09134
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Lage

Die Ortsmitte von Weiher

Das Dorf Weiher gliedert sich in den Altort am Westrand und ausgedehnte Neubausiedlungen im Osten und Süden, die ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Unmittelbar südlich fließt die Schwabach. Durch den Ort fließt der Weihergraben, der etwas weiter südwestlich in die Schwabach als rechter Zufluss mündet. Jenseits der Schwabach befindet sich die Flur Stöckach, an die im Süden das Waldgebiet Frauenholz stößt. Ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Im Nordosten heißt die Flur Weiherer Berg. Die Staatsstraße 2240 verläuft nach Uttenreuth (1,5 km westlich) bzw. nach Dormitz (1,5 km östlich). Von der St 2240 in Richtung Dormitz zweigt die Staatsstraße 2243 nach Kalchreuth ab (5 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rosenbach (1,5 km nördlich).[6]

Geschichte

Das Territorium des Oberamtes Baiersdorf

Weiher wurde wahrscheinlich vor 1100 gegründet.[7] Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort jedoch erst 1439 als „Zu dem Weyer“. Namensgebend war der zum Amt Marloffstein gehörende Weiher von fünf Morgen Fläche (1516 ausdrücklich erwähnt), der spätestens im 19. Jahrhundert trockengelegt wurde.[8] Ursprüngliche Lehnsherren waren die Herren von Gründlach und in deren Nachfolge wurde es an die Herren von Brauneck vererbt. Schließlich gelangte es an die Burggrafschaft Nürnberg.[7] Ursprünglich lag der Ort im Fraischbezirk des bambergischen Centamtes Neunkirchen. Nach vertraglicher Vereinbarung im Jahr 1524 gelangte er an das brandenburg-kulmbachische Oberamt Baiersdorf. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde vom Kloster Frauenaurach ausgeübt, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an Brandenburg-Kulmbach fiel und in das Klosteramt Frauenaurach umgewandelt wurde. Über einen Hof war die Reichsstadt Nürnberg von Anbeginn Grundherr, seit 1588 waren es die Nürnberger Patrizier Haller. Die restlichen Anwesen hatten das Kloster Frauenaurach als Grundherrn. Die Abgaben wurden für eine Engelsmesse verwendet. 1653 wurde dessen Besitz mit 1 Gut und 5 Höfen angegeben, 1669 mit 1 Hof und 5 Söldengütern, 1690 mit 1 Höflein, 2 Halbhöfe und 2 Gütlein. Außerdem stand dem Kloster das Waldrecht im Sebaldi zu. 1778 gab es im Ort 11 Anwesen: 9 Anwesen unterstanden dem Klosteramt Frauenaurach (1 Hof mit 2 Besitzern, 1 Hof, 4 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Gütlein), 2 Anwesen den Haller von Hallerstein (2 Halbhöfe).[8]

Von 1797 bis 1810 unterstand Weiher dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Weiher dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Uttenreuth[9] und der 1818 entstandenen Ruralgemeinde Rosenbach zugeordnet.[10] 1818 entstand die Ruralgemeinde Weiher, zu der Habernhofermühle und Langenbruckermühle gehörten.[11] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Weiher zum Bezirksamt Erlangen (1939 in Landkreis Erlangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,677 km².[12]

Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Weiher im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Uttenreuth eingegliedert.[13][14]

Baudenkmäler

Das ehemalige Gemeindehaus von Weiher
  • Haus Nr. 8 (= Weinbergstraße 3): ehemaliges Gemeindehaus
ehemalige Baudenkmäler
  • Haus Nr. 7: zweigeschossiger Quaderbau, Wohnstallhaus, 1866; flache Eckpilaster, Gurtgesims und Fensterrahmung; Giebel bezeichnet „T. D.“ (= Thomas Dorn) „1866“[15]
  • Haus Nr. 12: erdgeschossiges Wohnstallhaus, Quader; um 1800; dorische Eckpilaster.[15]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Weiher

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 113135148143129145140129139150135126117118128138154141128242241241299407
Häuser[16] 161623212322252949
Quelle [9][17][18][18][19][20][21][22][23][24][25][18][26][18][27][18][28][18][18][18][29][18][12][30]
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Ort Weiher

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001840001861001871001885001900001925001950001961001970001987002023
Einwohner 97117104121132102134212276394865 *851
Häuser[16] 12141920242646235
Quelle [9][17][19][21][24][26][28][29][12][30][31][1]
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Religion

Weiher ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Matthäus (Uttenreuth) gepfarrt. Die Katholiken sind nach Unsere Liebe Frau (Dormitz) gepfarrt.[12]

Panorama

Ein Panorama von Weiher aus dem Westen

Literatur

Commons: Weiher (Uttenreuth) – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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