World Design Capital

Stadtentwicklungs-, Kulturförderungs- und Wirtschaftsförderungsprojekt From Wikipedia, the free encyclopedia

World Design Capital (WDC) ist der Titel für ein einjähriges Programm der World Design Organization (WDO), mit dem Städte oder Metropolregionen im Bereich Design von der WDO als Welthauptstadt anerkannt, ausgezeichnet und Designveranstaltungen sowie die lokale Design-Community mit überwiegend öffentlichen Mitteln gefördert werden.[1]

Logo: WDC Taipei 2016

Der Titel World Design Capital wird seit 2008 alle zwei Jahre von der WDO auf der Grundlage eines weltweiten Bewerbungsverfahrens an Städte vergeben, die ein für die WDO überzeugendes Konzept für eine nachhaltige Verbesserung der sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Lebensbedingungen in ihrer Stadt(region) durch Designprojekte entwickelt haben.

Seit Oktober 2017 verpflichtet sich die WDO als Referenzrahmen für ihre Programme die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen bei der Stadt- und Regionalentwicklung zu nutzen.[2] (siehe auch: UNESCO City of Design).

Das Auswahlverfahren legt Wert auf Skalierbarkeit, breite Beteiligung und greifbare Vorteile für die Einwohner, wobei der Schwerpunkt auf einer nachweisbaren Integration von Design in die städtischen/regionalen Ziele liegt.

Die designierten Städte sind auf der Grundlage eines Host City Agreement (HCA) vertraglich verpflichtet, die Finanzierung des von der Kultur- und Kreativwirtschaft der jeweiligen Stadt/Region getragenen WDC-Jahres zu garantieren (pay-to-play).[3] Im Rahmen einer abschließenden WDC Convocation Ceremony (Übergabefeier) sollen unter anderem erste Ergebnisse einer Wirkungsanalyse vorgestellt werden, die den Erfolg des WDC-Jahres dokumentieren.[4]

Ziele des WDC Programms

Folgende Ziele werden von der WDO genannt:[5]

  • Die mit dem WDC-Titel ausgezeichnete Stadt(region) soll zeigen, wie sie mit dem Einsatz von Design sich selbst neu erfindet und die Lebensqualität ihrer Bewohner verbessert.
  • Die Sichtbarkeit der ausgezeichneten Stadt(region) und ihrer Design-Community auf der internationalen Bühne soll erhöht werden.
  • Die Öffentlichkeit soll für die Kraft des Designs zur Stärkung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Entwicklung der Stadt(region) sensibilisiert werden.
  • Die ausgezeichnete Stadt(region) soll andere Städte inspirieren, Design als strategisches Instrument für Wachstum und Wohlstand einzusetzen.
  • Es soll ein internationales Netzwerk geschaffen werden, in dem Stadt(regionen) best practices für innovative Gestaltung austauschen.
  • Es soll sichergestellt werden, dass der positive Einfluss von Design auch nach Ablauf des WDC-Jahres in der Stadt(region) weiter wirkt.

Durch die Ernennung zur World Design Capital können sich für eine Stadt/Metropolregion folgende Vorteile ergeben:

  • Anerkennung für ihren innovativen Einsatz von Design zur Stärkung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Entwicklung. Profilierung im Rahmen des Stadt- und Regionalmarketing.
  • Beitritt zu einem internationalen Netzwerk, in dem Städte und Gemeinden innovative, designorientierte Programme und Strategien zur Stadterneuerung kennenlernen und austauschen können.
  • Zunahme von Tourismus und Investitionen.
  • Aufbau eines weltweiten Rufs als führendes Zentrum für Design, Kreativität und Innovation.

Bewerbung, Planung und Umsetzung

Bewerbung

In ihrer Bewerbung müssen die Städte nachweisen, wie ihre Regierung, Industrie, Bildungseinrichtungen, Designer und die Bevölkerung einzeln und gemeinsam daran arbeiten, ihr städtisches Umfeld zu revitalisieren und neu zu gestalten. Jede Stadt muss zeigen, dass sie von der lokalen Regierung finanziell unterstützt wird. Auswahlkriterien sind:[5]

  • Die vorhandenen Design-Ressourcen einer Stadt(region).
  • Die Pläne der Stadt(region) zur Selbsterneuerung durch Design.
  • Welchen Nutzen die Bewohner der Stadt(region) durch den Einsatz von Design in der Stadt- und Regionalplanung haben werden.
  • Die Fähigkeit, ein ganzjähriges Programm von Designveranstaltungen zu organisieren und zu finanzieren.
  • Die Mobilisierung und Beteiligung der breiteren Design-Community und großer Teile der Bevölkerung und der Besucher.
  • Die Förderung eines breiteren Dialogs über Strategien zur urbanen und regionalen Revitalisierung.

Der Auswahlausschuss der WDO bewertet die Bewerbungen und nimmt bis zu drei Städte in die engere Wahl.

Nach der Bekanntgabe der Auswahlliste führen Mitglieder des WDC-Organisationskomitees Stadtbesuche durch, um sich mit Vertretern der Bewerberstädte zu treffen und die in den Bewerbungen enthaltenen Informationen zu überprüfen.

Die abschließende Auswahlsitzung findet etwa sechs Monate nach dem Ende der Bewerbungsfrist statt.

Planung

Nach der Bekanntgabe hat die neu ernannte Stadt(region) zwei Jahre Zeit, um sich auf die Durchführung ihres Programms für designbezogene Veranstaltungen vorzubereiten. Es wird eine Organisationseinheit geschaffen, welche die verschiedenen Projekte verwaltet und die Identität ihrer Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der WDO entwickelt.

Jede Weltdesignhauptstadt muss ein Jahresprogramm mit Designveranstaltungen entwickeln, organisieren und finanzieren, das Nutzen und Wert von Design und Designwirtschaft für die Stadt und ihre Bürger überzeugend darstellt. Darüber hinaus soll mit medialer Präsenz sichergestellt werden, dass auch nationale und internationale Besucher angezogen werden.

Zusätzlich zu diesen lokalen Veranstaltungen muss jede WDC acht WDC-Signature Events in Zusammenarbeit mit der WDO organisieren:[5]

  • WDC Signing Ceremony: Die Unterzeichnungszeremonie soll Gelegenheit bieten, wichtige Interessenvertreter, darunter Regierungsvertreter, die Design-Community, lokale Medien und Unternehmen, einzuladen, um die offizielle Unterzeichnung des WDC-Gastgebervertrags mitzuerleben und zu feiern. Es ist die erste offizielle WDC-Veranstaltung und die einzige WDC-Unterzeichnungsveranstaltung, die außerhalb des benannten Jahres stattfindet, normalerweise im ersten Quartal des Jahres nach der offiziellen Bekanntgabe der benannten WDC-Stadt(region).
  • World Design Street Festival: Das Street Festival ist die Eröffnungsfeier für das WDC-Kalenderjahr. Die Festivitäten sind erlebnisorientiert und sollen sich darauf konzentrieren, Begeisterung und Engagement der Bürger für das kommende Jahr zu wecken. Das Festival soll so viele Menschen wie möglich, einschließlich internationaler Besucher, dazu bringen, Designaktivitäten durch Konzerte, öffentliche Designwerkstätten, Ausstellungen oder Tage der offenen Tür in Designstudios persönlich zu erleben.
  • World Design Spotlight: Die Veranstaltung soll Design als wirkungsvolles Instrument für die Stadtentwicklung hervorheben und zeigen, warum die WDC-Gastgeberstadt die Auszeichnung erhalten hat. Sie ist als eine Hommage an die Design-Community der Stadt(region) konzipiert und soll die lokalen Beiträge, die zur Ernennung der Stadt(region) zum WDC geführt haben, unterstreichen. Außerdem sollen die best practices im Bereich Impact Design auf internationaler Ebene gewürdigt werden.
  • World Design Experience: Die World Design Experience ist ein interaktives Schaufenster für Design aus aller Welt, das sieben Tage lang stattfinden soll. Der Schwerpunkt soll dabei auf dem Nutzererlebnis liegen. Dieses WDC-Signature-Event soll Medienaufmerksamkeit erzeugen und ein Hauptanziehungspunkt für internationale Besucher werden.
  • World Design Policy Conference: Diese Konferenz soll eine globale Plattform für den Austausch von Ideen, Erkenntnissen und best practices aus verschiedenen Ländern, Regionen und Städten bieten, um eine effektive Designpolitik entwickeln, einführen und aufrechterhalten zu können. Als inhaltsreichste der WDC-Signature-Events sollen ihre Ergebnisse den Grundstein für ein Design-Programm legen, das der Design-Community und den Bürgern zugutekommt und über das WDC-Jahr hinaus wirkt.
  • World Design Week Forum: Diese Veranstaltung soll die Anlaufstelle für Organisatoren von Designwochen aus der ganzen Welt sein, um best practices und Erfahrungen auszutauschen. Es soll auch Städten, die noch keine Designwoche veranstalten, die Möglichkeit bieten, die Informationen, Instrumente und Unterstützung zu erhalten, die für die Initiierung einer solchen Veranstaltung erforderlich sind.
  • World Design Network of Cities Meeting: Das Treffen ist ein Forum für kommunale Vertreter, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Bürgermeister der vom WDC ernannten Städte. Diese von der WDO geleitete Veranstaltung soll die Möglichkeit bieten, einen aktiven Dialog über Design im Leben einer Stadt(region) seit dem Jahr der WDC-Ernennung zu führen. Ziel des Treffens ist es, die Erfolge der WDC-Programme hervorzuheben und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den WDC-Städten und anderen designorientierten Städten zu identifizieren.
  • World Design Capital Convocation Ceremony: Die Einberufungszeremonie ist eine symbolische Veranstaltung, bei der die Erfolge des WDC-Jahres gewürdigt werden und der Titel des WDC offiziell an die neue Stadt(region) übergeben wird. An der Zeremonie nehmen Vertreter der Stadt, die lokale WDC-Führung, die Design-Community, die Medien sowie die politische Führung und das Planungsteam des neuen WDC teil.

Umsetzung

Während des WDC-Jahres arbeiten die WDO und die ausgewählte Stadt(region) zusammen, um sicherzustellen, dass das Programm effektiv beworben und durchgeführt wird.

World Design Capitals

Chronologisch absteigend:

2028: Busan (Südkorea)

Im Juli 2025 gab die WDO bekannt, dass die Stadt Busan mit dem Thema Inclusive City, Engaged Design zur World Design Capital 2028 ernannt wurde. Mitbewerberin war die chinesische Stadt Hangzhou.[6][7]

2026: Frankfurt RheinMain (Deutschland)

Bewerbung und Nominierung (2014 – 2023)

Die Initiative zur Bewerbung ging 2014 von der Werkbundakademie Darmstadt aus.[8][9][10][11][12][13] Die Bewerbung sollte den jahrelangen, umfassenden sozialen Wandel in der Metropolregion Rhein-Main, die über 460 Städte und Gemeinden mit 5,8 Millionen Einwohnern umfasst, thematisieren. Neben Frankfurt am Main beinhaltet die polyzentrische Region die Großstädte Offenbach am Main, Hanau, Darmstadt, Wiesbaden und Mainz.

Anfang 2021 begrüßt der Magistrat der Stadt Frankfurt die Idee einer Bewerbung der Region Frankfurt RheinMain als World Design Capital 2026 als Chance, das Zusammenleben in der Region durch Design positiv zu beeinflussen und den Kreativstandort Frankfurt RheinMain zu stärken.[14]

Im November 2021 führte die Werkbundakademie Darmstadt gemeinsam mit dem Deutschen Werkbund und dem Werkbund Rheinland-Pfalz die erste Zukunfts-WerkBUNDstatt durch.[15] Dort wurde erstmals der Claim „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“[16] von Matthias Wagner K vorgestellt.

Im November 2021 beschließen die Vertreterinnen und Vertreter der im Kulturfonds Frankfurt RheinMain verankerten Städte, Landkreise und Kommunen in einer Sitzung unter Leitung der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig, Matthias Wagner K als Leiter der Bewerbung um den Titel WDC 2026 zu beauftragen. Unter dem von Matthias Wagner K, Direktor des von der Stadt Frankfurt getragenen Museums Angewandte Kunst[17][18], entwickelten Thema Design for Democracy. Atmospheres for a better life positioniert die von der Design FRM gGmbH eingereichte Bewerbung Design als ein Werkzeug, mit dem Bürgerinnen und Bürger stärker an der Erhaltung demokratischer Systeme und Räume teilhaben können.[19][20][21][22] Die reiche Kulturgeschichte der Region (unter anderem: Entwicklung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg, das erste gesamtdeutsche Parlament, Jugendstil auf der Mathildenhöhe und das Stadtplanungsprogramm Neues Frankfurt: Ernst May, Ferdinand Kramer) bilden die Grundlage für die Bewerbung.[23]

Im März 2022 hat der Deutsche Design Club in Frankfurt am Main einen vom Rat für Formgebung unterstützten Konvent für Demokratisches Design veranstaltet.[24][25][26][27][28] Teilnehmer waren der Leiter der Bewerbung und Direktor des Museum Angewandte Kunst Matthias Wagner K, der Sozialpsychologe und Publizist Harald Welzer, die Designerin Uli Mayer-Johanssen, der Unternehmensberater Armand Zorn, die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff und der Pädagoge Meron Mendel.

Im September und Oktober 2022 fand eine Tour mit einem Werkstattwagen und Workshops in der gesamten Region RheinMain statt, um die Projektinitiative bekannt zu machen.[29]

Design for Democracy, Werkstattwagen
Werkstattwagen with Blackboard
Blackboard with wishes for city improvement

Am 20. Juni 2023 gab die WDO die Shortlist der Kandidaten für die Nominierung als WDC im Jahr 2026 bekannt.[30] Die Mitglieder des Strategieforums Rhein-Main begrüßten die positive Resonanz in der Region auf die Bewerbung.[31]

Die World Design Organization (WDO) gab am 13. September 2023 bekannt, dass die Region Frankfurt RheinMain mit der Bewerbung »Design for Democracy. Atmospheres for a better life«[32] den Titel World Design Capital 2026 erhält.[33][34][35][36] Im Rahmen der World Design Assembly der WDO vom 27. bis 29. Oktober 2023 in Tokio wurde der Titel an Frankfurt RheinMain offiziell verliehen.[37][38][39]

Vorbereitungsphase (2024 – 2025)

2024

Am 16. April fand die Auftaktveranstaltung zur WDC2026 im Congress Park Hanau statt. Höhepunkt dieser sogenannten Signing Ceremony war die symbolische Unterzeichnung des Vertrages der Region mit der WDO über die Ausrichtung des WDC-Jahres 2026.[40][41][42][43][44][45]

Im Rahmen des Open Call wurden bis Ende Oktober über 1.000 Projektideen und Beteiligungsangebote eingereicht, die von einem zehnköpfigen Expert:innenrat (Friedrich von Borries, Pelin Celik, Sarah Fasbender, Thomas A. Geisler, Steve Hiobi, Eileen Mandir, Lena Marbacher, Claudia Neu, Ricarda Pätzold, Laura Weißmüller)[46] geprüft werden.

Ende September stellten Barbara Lersch und Kai Rosenstein vom WDC-Organisationsteam im Frankfurter Presseclub die Kommunikationsstrategie der WDC2026 vor. Ziel sei es, eine breite und nachhaltige Bewegung für Design und Demokratie in der Region Frankfurt RheinMain anzustoßen. Die Etablierung einer Position Chief Design Officer (CDO), wie dies in Helsinki realisiert wurde, stehe nicht im Mittelpunkt. Thematisiert und kontrovers diskutiert wurden unter anderem der erweiterte Designbegriff[47][48] sowie das noch fehlende Engagement von Unternehmen und der Finanzindustrie für das WDC-Projekt.[49][50]

2025

Im Rahmen der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente wurden Anfang Februar 2025 erste vorläufige Programmpunkte der WDC2026 präsentiert.[51][52][53]

Ab Frühjahr ging die WDC2026 mit der Programmvorschau Looking forward - Das Morgen gemeinsam gestalten national und international auf Tour, um die Kultur- und Kreativwirtschaft der Region als Zentrum für innovatives Design zu präsentieren und internationale Partnerschaften aufzubauen.[54]

Im Mai wählte das Reisemagazin Merian Frankfurt als eines von 11 bevorzugten Reisezielen für 2026.[55]

Im Juni berichtete das auf wirtschaftliche Entwicklungen in der Metropolregion Frankfurt RheinMain ausgerichtete Magazin Frankfurter Allgemeine Metropol über den Stand der Vorbereitungen zur WDC2026.[56] Der Begriff Design for Democracy sei ein "riesiger Anspruch, aber der richtige Gedanke in einer Zeit voller Umbrüche". Es sei jedoch wichtig, für das Projekt mehr Unterstützung zu bekommen und ihm möglichst schnell Kontouren zu geben. Im Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob das geplante Programm möglicherweise "zu kulturlastig" sei und ob die Designwirtschaft darin zu wenig als innovative und wirtschaftsstarke Branche innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft sichtbar wird.

Der erweiterte, auf Partizipation und gesellschaftliche Transformation ausgerichtete Designbegriff, der dem WDC2026–Konzept zugrunde liegt, wird von traditionellen an Formgebung und Autorendesign orientierten Designern teilweise sehr kritisch gesehen.[57]

Im Juli schloss die Stadt Offenbach einen Kooperationsvertrag mit DesignFRM gGmbH zu World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.[58]

Ende Juli veröffentlichte der Deutsche Design Club den ersten "WDCast" mit Gesche Joost, Vera Baur und Philipp Cartier mit dem Titel Brauchen wir Design?[59] Neben dem WDCast soll auch ein Diskurs-Newsletter dazu einladen, tiefer in die Themen der WDC 2026 einzutauchen.

Anfang September

  • sucht das gemeinnützige Unternehmen Lust auf besser leben gGmbH im Rahmen des Projekts DemokratieKioske Künstler und Kreative, die zwischen Mai und September 2026 an elf Standorten mit insgesamt 75 Tagesveranstaltungen und 45 Abendveranstaltungen in der Region RheinMain Menschen zum Mitmachen einladen und Demokratie als Praxis erlebbar machen sollen.[60][61]

Im Oktober berichtete die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main in ihrem Magazin IHK WirtschaftsForum über die WDC2026 im Rahmen des Fokusthemas "Erfolgsfaktor Kreativität".[63]

Anfang November berichtete die Frankfurter Rundschau, dass das Reisemagazin Condé Nast Traveller Frankfurt als Top-Reiseziel für 2026 empfiehlt – unter anderem wegen der Rolle der Stadt als Weltdesignhauptstadt.[64]

Der in Kooperation mit der WDC-Initiative vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum geförderte "Feels like Hessen"–Kalender für 2026 steht unter dem Motto "Looking forward – das Morgen gemeinsam gestalten" soll Visionen für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung zeigen, die Inklusion, kulturelle Vielfalt und Gemeinschaft in den Mittelpunkt rücken.[65][66]

Die Hochschule Darmstadt informierte Anfang November, dass ab Dezember bis Frühjahr 2026 im Kontext der WDC2026 drei öffentliche Diskussionsveranstaltungen unter der Überschrift "Demokratie gestalten" stattfinden:[67]

Ende November

  • eröffneten Studierende der Hochschule RheinMain die Projektausstellung "Design for Democracy" im Haus der Heimat in Wiesbaden.[68]

Am 2. Dezember wurde im Haus der Architekten in Wiesbaden im Rahmen des DesignDialog von "sam – Stadtmuseum am Markt" über die Zukunft der der produktiven Stadt diskutiert.[71][72]

Die VHS Frankfurt programmiert im Rahmen der WDC2026 einen Schwerpunkt zu Demokratie als Gestaltungsprinzip.[73]

Im Dezember gestalten Jugendliche von Schulen aus Frankfurt und Offenbach im Rahmen der WDC2026 die Vitrinen der Kunststation U-Bahn Hauptwache. Eröffnet wurde die Ausstellung von Schirmherr Marcus Gwechenberger, Dezernent Planen und Bauen der Stadt Frankfurt.[74][75]

Die Stadt Frankfurt erwartet von der WDC2026 für Frankfurt und die Region RheinMain folgende nachhaltige Effekte:[76]

Organisation und Finanzierung

Organisation

Die WDC2026 versteht sich als partizipative Plattform. Das Programm der WDC2026 setzt sich aus eigenen Leitformaten („WDC Highlight Events“), Kooperationen mit Partnerinstitutionen sowie aus Open-Call-Projekten zusammen, ergänzt durch Beteiligungs- und Unterstützungsformate für Interessierte und Programm-Macher.[77]

2024 begann die Programmplanung mit einem Open Call zur Einreichung von Projektideen zur WDC. Für die Finanzierung dieser Projekte sind 4,5 Millionen Euro eingeplant. Dies entspricht rund einem Drittel der insgesamt bereitgestellten öffentlichen Gelder.[78]

Die KulturRegion FrankfurtRheinMain,[79] ein Zusammenschluss von 50 Landkreisen, Städten, Gemeinden und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain (unter anderem Initiator von Route der Industriekultur Rhein-Main) bündelt unter dem Thema Demokratie bauen! Rathäuser und Gemeinschaftsbauten gestern und heute Projekte und Aktivitäten, die 2026 auch im Rahmen der WDC2026 sichtbar werden sollen.[80]

Ende November 2024 wurde die Kulturmanagerin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur[81] Carolina Romahn von den Gesellschaftern der DesignFRM gGmbH, Matthias Wagner K und Roland Lambrette[82], an die Spitze des Organisationsteams der WDC 2026 berufen.[83][84][85][86] Unterstützt wird Romahn durch ein interdisziplinär zusammengesetztes, von Volker Mosbrugger, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft, geleitetes Kuratorium, das sich in einen Fachbeirat für die inhaltlich-strategische Ausrichtung und einen Finanzausschuss gliedert.[87]

Finanzierung

Bis zum Abschluss des Vorhabens Ende 2026 sollen insgesamt etwa 21 Millionen Euro öffentliche Gelder fließen. Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum im Rahmen der Innovationsförderung Hessen in der Maßnahme "Förderung von Einrichtungen der Kultur- und Kreativwirtschaft" mit 7 Millionen Euro gefördert. Gefördert werden Projekte, die geeignet sind, die Wettbewerbsfähigkeit, die fachliche Qualifikation oder die Wahrnehmung der hessischen Kultur- und Kreativwirtschaft zu steigern. Von dieser Förderung ausgenommen sind Kulturprojekte.[88][89] Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert das Projekt mit 1 Million Euro[90][91][92]. Träger des Projekts ist die Stadt Frankfurt am Main unter Federführung des Dezernats für Kultur und Wissenschaft[93] mit 6 Millionen Euro Förderbeitrag.[94] Darüber hinaus sollen Kommunen und Kreise der Region zum Budget beitragen.[95][96] Organisiert wird die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 von der DesignFRM gGmbH, einer Projektgesellschaft mit Sitz im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main.[97]

Im Frühjahr 2024 sagte die Stadt Mainz die Beteiligung an der WDC aus finanziellen Gründen ab. Bei der Unterzeichnung des Letters of Support im März 2023 sei die geforderte Beteiligungssumme in Höhe von 3 Millionen Euro nicht bekannt gewesen.[98][99]

Im Hessischen Landtag stellten Bündnis 90/Die Grünen Ende Oktober 2025 eine Kleine Anfrage zum Thema Landesmittel für World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026.[100]

Ende Oktober 2025 erfolgte über das Portal FragDenStaat auf der Grundlage des Öffentlichkeitsprinzips eine Anfrage an das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum hinsichtlich „Informationen zur Finanzierung des World Design Capitals 2026 mit öffentlichen Mitteln“.[101] Nach Auskunft des Ministeriums beläuft sich das von der Design FRM gGmbH gegenüber dem Land Hessen kommunizierte Gesamtbudget des WDC2026 auf ca. 14,04 Mio. Euro. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlicher Raum trage mit ca. 5,5 Mio. Euro zur Förderung bei, andere hessische Ministerien seien an der Finanzierung des WDC2026 nicht beteiligt.[102]

In einem Gespräch mit dem Journal Frankfurt im Dezember 2025 gab die Geschäftsführerin des WDC-Teams Carolina Romahn an, dass für die Ausrichtung und Umsetzung des WDC-Jahres insgesamt etwa 14,3 Millionen Euro zur Verfügung stünden, davon kämen jeweils 6 Millionen Euro vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt, weitere 2,3 Millionen Euro stelle der Kulturfonds Frankfurt RheinMain zur Verfügung. Die Nutzung dieser Mittel sei klar aufgeteilt: ein Drittel werde für das Programm verwendet, ein Drittel für Kommunikation, Marketing und internationales Branding und ein Drittel entfalle auf die Finanzierung des WDC-Betriebs und Mitarbeiter.[103][104]

Umsetzungsphase (2026)

Die Umsetzung des WDC-Jahresrogramms mit der Aufforderung Gestalten wir gemeinsam Frankfurt RheinMain durch Projekte, Ausstellungen und Veranstaltungen ist in fünf thematische Schwerpunkte gegliedert:[105][106]

1."Lebensräume gemeinsam gestalten": Dieser Schwerpunkt thematisiert die Zukunft des Wohnens, Bauens und der Mobilität. Im Fokus stehen klimaanpassungsfähiges Bauen, zirkuläre Architektur und innovative Mobilitätskonzepte, die den öffentlichen Raum für alle zugänglich und lebenswert machen sollen.[107][108][109]

2. "Lernen neu denken, Gestaltung erforschen": Im Fokus stehen Bildung und Lernen. Design verändere, wie wir lernen. Der öffentliche Raum soll zu Lernorten transformiert werden. Es soll untersucht werden, wie Design Prozesse des lebenslangen Lernens unterstützen und Neugier sowie Eigenverantwortung fördern kann.[110][111][112]

3. "Kreisläufe der Zukunft. Design, Handwerk und Industrie": Im Mittelpunkt stehen Nachhaltigkeit und die Kreislaufwirtschaft. Es soll erkundet werden, wie die Zusammenarbeit von traditionellem Handwerk, moderner Industrie und Design zu ressourcenschonenden Produkten und nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen führt.[113][114][115]

4. "Mit allen Sinnen": Design soll als körperliches, sinnliches und emotionales Erlebnis erfahrbar werden. Künstliche Intelligenz und digitale Plattformen sollen diese Erfahrungen erweitern, indem sie gemeinsames Gestalten und neue Formen der Interaktion unterstützen.[116][117][118]

5. "Design im Dialog – in Politik und Gesellschaft": Fokus ist die Schnittstelle zwischen Gestaltung und politischen Entscheidungsprozessen. Es soll darum gehen, wie Design politische Prozesse verständlicher und zugänglicher machen kann und wie "Bottom-up"- Initiativen der Bürger mit "Top-down"-Strukturen der Verwaltung konstruktiv zusammenarbeiten können.[119][120][121]

Chronologie der Events im WDC-Jahr 2026 (Auswahl)

Kurz vor dem Beginn des WDC-Jahres sei die Stimmung in der Kreativbranche der Region ambivalent. Einerseits wachse die begründete Hoffnung, dass der Titel internationale Aufmerksamkeit erzeugen werde, andererseits habe man die World Design Capital im Alltag bislang kaum wahrgenommen. Es fehle an Leuchttürmen, an einer breiten öffentlichkeitswirksamen Wahrnehmung über die Kreativwirtschaft hinaus und an einem stärkeren Engagement von Kommunen und Unternehmen.[122]

In einem Gespräch mit dem Kunstmagazin Monopol Anfang Januar erläuterte die Leiterin des WDC-Organisationsteams Carolina Romahn, bei dieser WDC gehe es darum zu verdeutlichen, dass die Region Frankfurt RheinMain nicht nur ein bedeutender Finanz- und Handelsplatz sei, sondern auch die Kultur- und Kreativwirtschaft einen nennenswerten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt und zu Nachhaltigkeit und Demokratie in dieser polyzentrischen Stadtregion leiste.[123]

Am 10. Januar wies die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf 13 lohnenswerte Stationen im Rahmen der WDC2026 hin.[124] Auch Deutschlandfunk Kultur[125], die Hessenschau[126], hr2-Kultur[127], die Frankfurter Rundschau[128][129] und Baunetz[130] berichteten wenige Tage vor der offiziellen WDC-Eröffnung über das bevorstehende WDC-Jahr.

WDC-Eröffnung

Die WDC-Eröffnungspressekonferenz fand am 15. Januar in Frankfurt am Main statt.[131][132][133] Die WDC 2026 verstehe sich als Impulsgeber weit über das Veranstaltungsjahr hinaus. Die langfristige Verankerung demokratischer Gestaltung in der Region ruhe auf drei Säulen:[134]

  • Projekte, die zeigen, wie Design demokratische Prozesse verbessern kann
  • dauerhafte Strukturen wie Institutionen, Rollen und Orte
  • messbare Ergebnisse durch Studien, die Veränderungen erfassen und Lernprozesse ermöglichen.

Top down soll Design durch den Design Action Plan FRM 2030, Chief Design Officers und neue Modelle für öffentliche Projekte systematisch in Verwaltung und Politik integriert werden. Bottom-up soll durch den FRM Design Hub, den WDC-Campus, die Open-Design Week und Weiterbildungsangebote die demokratische Gestaltungskompetenz in der Region gestärkt werden. Benedikt Kuhn, Chef der Hessischen Staatskanzlei, sieht in der WDC gerade im Jubiläumsjahr des Landes Hessen[135] eine große Chance, Design Value "Made in Hessen" auf die Weltkarte für Design-Exzellenz zu setzen.[136]

Bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der WDC 2026 am 16. Januar in der Centralstation in Darmstadt bezeichnete der hessische Ministerpräsident Boris Rhein Hessen als herausragenden Standort für die Kreativwirtschaft und zeigte sich überzeugt, dass die WDC-Projekte und -Events internationale Gäste nach Hessen ziehen werden.[137][138][139][140][141]

Januar

Am 22. Januar fand im Museum Angewandte Kunst Frankfurt (MAK), das als zentrale Anlaufstelle ("WDC-Hub") für das gesamte WDC-Jahr fungiert, ein Neujahrsempfang mit dem Zukunftsforscher Matthias Horx und The Future:Project statt.[142]

Am 24. Januar wurde das "WDC-Hub" mit einer von Ruedi Baur, Vera Baur und Christopher Schnell initiierten internationalen 24-Stunden-Videokonferenz re_Design Democracies eröffnet, die zeitgleich vor Ort in Frankfurt am Main und in Saint-Étienne, Frankreich, stattfand. Ziel ist, Analysen politischer Verhältnisse anhand von Statements von 96 Persönlichkeiten aus aller Welt zu sammeln und Formen der Kritik und des Widerstands eine Stimme zu geben, die ermöglichen sollen, Demokratie neu zu denken.[143]

Am 27. Januar wurde im WerkbundForum Frankfurt die Ausstellung Impact! Wie wirken wir? eröffnet. Vorgestellt werden in interdisziplinären Teams von Studierenden der Hochschule Mainz erarbeitete Projekte, die zeigen sollen wie Gestaltungskompetenz als Hebel für gesellschaftlichen Wandel eingesetzt werden kann.[144]

Am 28. Januar fand in Wiesbaden eine Veranstaltung mit dem Städteforscher Charles Landry und dem Designer Felix Kosok statt, bei der es um Projekte der künftigen Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Kreativwirtschaft und Stadtgesellschaft ging.[145]

Februar

Am 25. Februar referierten Alexandra Lechner und Christian Schön im Fotografie Forum Frankfurt zum Thema Wie KI unser Bild von Bildern verändert.[146]

Am 26. Februar fand in der IHK Frankfurt am Main im Rahmen der Gesprächsreihe Moving Business by Design eine Veranstaltung mit dem Architekten Christoph Mäckler und Kaweh Mansoori, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlicher Raum zum Thema Terminal 3 – Design zwischen Infrastruktur, Identität und Erlebnis statt.[147]

März

Am 3. März referierte der Philosoph Markus Gabriel im Rahmen der von der Polytechnischen Gesellschaft organisierten Vortrags- und Diskussionsreihe Wagnis, Mut, Verantwortung zum Thema KI und Roboterethik: Warum wir Regeln für das Miteinander von Mensch und Maschine brauchen.[148]

2024: San Diego (USA)/Tijuana (Mexiko)

Als erste binationale Städte in der Geschichte des WDC-Programms wurden San Diego[149] und Tijuana (San Diego–Tijuana) aufgrund ihrer designorientierten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ernannt.[150][151][152] Gemeinsam sollen die beiden Städte Design nutzen und mobilisieren, um ihre Region mit 7,1 Millionen Einwohnern positiv zu verändern.[153][154][155][156] Neben den Städten San Diego[157][158][159] und Tijuana sind das Burnham Center of Community Advancement (BCCA)[160], die Design Forward Alliance (DFA)[161] und die University of California, San Diego (UCSD)[162] die Hauptträger des Projekts.[163]

Der Chief Executive Officer (CEO) der WDC 2024, Carlos de la Mora[164], wurde Anfang 2024 unter ungeklärten Umständen entlassen.[165][166]

WDC 2024 beinhaltet sechs Signature Events:[167][168]

  • Community Celebration am 28. Februar im Tijuana Cultural Center[169]
  • World Design Festival und Tijuana Design Week, 1. bis 5. Mai in Tijuana[170][171]
  • World Design Experience und San Diego Design Week, 18. - 25. September in San Diego[172]
  • World Policy Conference, gesponsert von der Stadt San Diego und dem UC San Diego Design Lab, 12.-13. November in San Diego[173]
  • World Design Network of Cities am 15. November in Tijuana
  • WDC 2024 Convocation Ceremony am 16. November im Salk Institute.

Im Kontext der WDC 2024 wurde die 100 Jahre alte Vision "Bay to Park Paseo" realisiert: der Boulevard verbindet San Diegos Bucht mit dem Balboa Park[174] und präsentiert Design-Installationen entlang der Strecke.[175] Der Bay to Park Paseo wurde als Impact Project ausgezeichnet und von der WDC 2024 unterstützt.[176] Touristisch rücken die beiden Städte San Diego und Tijuana durch die Ernennung zur WDC näher zusammen.[177]

Die Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko, eines der Prestigeobjekte von Donald Trump während seiner ersten Amtszeit als amerikanischer Präsident, ist Schauplatz des österreichischen Films „American Wall“ von 2022.[178][179]

Die binationale Metropolregion San Diego–Tijuana ist mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert: Kriminalität[180], Obdachlosigkeit[181], Migrations-[182][183] und Umweltproblemen.[184][185][186] Auch die Umsetzung und Finanzierung der WDC2024 war mit Herausforderungen konfrontiert.[187][188][189] Der nachhaltige Nutzen der WDC für die Region wurde in der lokalen Presse in Frage gestellt.[190]

2022: València (Spanien)

Die an der Südostküste Spaniens gelegene Stadt València ist eine bedeutende Hafenstadt am Mittelmeer mit einer langjährigen Designtradition.[191][192] Die Stadt habe sich zu einem führenden Beispiel für den strategischen Einsatz von Design entwickelt, was sich positiv auf Industrie, Infrastruktur und Mobilität ausgewirkt habe. Für das Jahr 2022 wurde València auch zur Europäischen Hauptstadt des intelligenten Tourismus (European Capital of Smart Tourism[193]) erklärt.[194][195] Nach der Ernennung zur World Design Capital 2022 bewarben sich die Stadt Valencia und die Designstiftung der Region Valencia[196] erfolgreich als City of Design der UNESCO Creative Cities Network.

2020: Lille Metropole (Frankreich)

Unter dem Motto „Design is Capital“ präsentierte die aus 90 Kommunen und über einer Million Einwohnern bestehende Lille Metropole im Jahr der COVID-19-Pandemie ein Programm, das die Vielfalt und Dynamik der Designprojekte in der Region widerspiegeln sollte.[197]

2018: Mexiko-Stadt (Mexiko)

Mexiko-Stadt ist die erste Stadt in Nord- und Südamerika, die diesen Titel erhalten hat. Sie gilt als ein Vorbild für andere Megastädte auf der ganzen Welt, die Design einsetzen, um die Herausforderungen der Urbanisierung zu bewältigen und eine lebenswertere Stadt zu schaffen.[198] Motto: "Empowering Socially Responsible Design for Societal Transformation".[199]

2016: Taipeh (Republik China (Taiwan))

Taipeh hatte das Thema „Adaptive City – Design in Motion“ gewählt, um zu zeigen, wie sich Städte mit begrenzten Ressourcen an die Bedürfnisse der Bürger anpassen können, indem sie designorientierte Innovationen nutzen.[200][201] Taipeh war die einzige Stadt, die sich für den Titel beworben hatte.[202] Die Designkritikerin Jeong Hye Kim argumentiert, dass kein neoliberales "Design Capital" gebraucht wird, sondern eine nachhaltige für die Zivilgesellschaft gestaltete Stadt das Ziel sein sollte: ein sozialer Raum, der das Ideal der Stadt repräsentiert, verkörpert und aufrechterhält.[203]

2014: Kapstadt (Südafrika)

Kapstadt, die älteste Stadt Südafrikas, war die erste afrikanische Stadt, die zur World Design Capital ernannt wurde. Für Kapstadt kam die Ernennung zum WDC genau zwei Jahrzehnte nach der Einführung der Demokratie dort.[204][205] Rückblickend wurde diese WDC von manchen Beteiligten als vertane Chance angesehen.[206]

2012: Helsinki (Finnland)

Mit dem Thema „Open Helsinki - Embedding design in life“[207] und „Design Driven City“ präsentierte Helsinki innovatives Design als grundlegendes Instrument, um auf die alltäglichen Bedürfnisse der Bürger einzugehen.[208][209] Im Jahr 2016 richtete die Stadt Helsinki als eine der ersten Städte weltweit die Position des Chief Design Officer (CDO) ein, um Design Thinking für die Stadtentwicklung zu nutzen und eine Kultur des Experimentierens zu etablieren.[210] Von 2016 bis 2018 war Anne Stenros CDO von Helsinki, als Nachfolgerin wurde 2020 Hanna Harris ernannt.[211][212]

2010: Seoul (Südkorea)

Unter dem Motto „Design für alle“ fanden in Seoul zahlreiche Veranstaltungen statt, um den Fokus auf Design zu unterstreichen. Die Nominierung zur Weltdesignhauptstadt habe auch dazu beigetragen, dass die Stadt auf Platz 9 des Global Urban Competitiveness Index 2010 stand.[213]

2008: Turin (Italien)

Die Nominierung als erste Weltdesignhauptstadt sollte Turin die Gelegenheit bieten, sich als Designstadt zu profilieren und Design als Instrument zur Bewältigung urbaner Herausforderungen einzusetzen.[214][215] Nach Darstellung der WDO gelang es Turin, neue Investitionen anzuziehen, die Stadt bekannter zu machen und ein Modell für eine städtische öffentlich-private Vernetzung zu schaffen, das sich positiv auf die öffentliche Verwaltung, Unternehmen, Schulen und Bürger ausgewirkt habe.[216]

Siehe auch

Literatur

Chronologisch absteigend:

  • Rafael Boix-Domènech, Luciana Lazzeretti: Handbook of Creative Regions, Edward Elgar 2025, ISBN 978-1-0353-1787-5.
  • Tanja Klenk, Frank Nullmeier, Göttrik Wewer (Hrsg.): Handbuch Digitalisierung in Staat und Verwaltung, 2., erweiterte und aktualisierte Auflage, Springer VS 2025, ISBN 978-3-658-37372-6.
  • Davide Brocchi: By Disaster or by Design? Transformative Kulturpolitik: Von der Polykrise zur systemischen Nachhaltigkeit, 2. Auflage, Springer VS 2024, ISBN 978-3-658-42316-2.
  • Don Norman: Design for a Better World. Meaningful, Sustainable, Humanity Centered, The MIT Press 2024, ISBN 978-0-2625-4830-4.
  • Artur Mertens, Klaus-Michael Ahrend, Anke Kupsch, Werner Stork (Hrsg.): Smart Region. Die digitale Transformation einer Region nachhaltig gestalten, Springer Gabler 2021, ISBN 978-3-658-29725-1.

Einzelnachweise

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