Wortmeldungen
deutscher Literaturpreis
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Wortmeldungen – Der Literaturpreis für kritische Kurztexte ist ein deutscher Literaturpreis, der seit 2018 jährlich für „herausragende kurze literarische Texte (...), die sich mit gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen“, von der Crespo Foundation verliehen wird. Der Preis ist mit 35.000 Euro dotiert. Außerdem wird ein angeschlossener, mit insgesamt 15.000 Euro dotierter Förderpreis an junge Autoren zu gleichen Teilen für Texte vergeben, die ein vom Preisträger gestelltes Thema behandeln. Laut Ausschreibungskriterien können Autoren ihre Texte beim Literaturpreis nicht eigenständig einreichen, sondern werden durch Verleger, Lektoren, Agenten, Literaturkritiker oder Literaturvermittler vorgeschlagen.[1]
Geschichte
Nach dem Tod von Ulrike Crespo sind die beiden Preise seit 2022 als WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreis und WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Förderpreis benannt.
2018
Die erste Preisträgerin war 2018 die österreichische Autorin Petra Piuk, die für einen Textauszug aus ihrem Roman Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman ausgezeichnet wurde.[2][3][4][5]
Das von Piuk formulierte Thema für den Förderpreis 2018 lautete „Hinter dem Zaun – was bringt Heimat zur Sprache?“.[6] Der Preis wurde aufgeteilt und an die Autorinnen Sophie Baumberg, Magdalena Kotzurek und Leona Stahlmann vergeben, die jeweils 5000 Euro erhielten.[7]
2019
Den Preis für 2019 erhielt der österreichische Schriftsteller Thomas Stangl für seine Erzählung Die Toten von Zimmer 105.[8][9]
Als Thema für den Förderpreis 2019 formulierte Stangl die Frage „Im Schreiben tauschen Tote und Lebende höflich die Plätze. Oder: Kann man dem Tod die kalte Schulter zeigen?“. Die Preise gingen an Katherina Braschel, Luca Kieser und Jana Krüger.[10]
2020
Die Literaturpreis-Shortlist 2020[11] wurde am 14. Januar 2020 bekannt gegeben; mit dem Wortmeldungen-Literaturpreis 2020 ausgezeichnet wurde der Kurztext Bauernkriegspanorama von Kathrin Röggla.[12] Die Preisverleihung wurde wegen der COVID-19-Pandemie verschoben und fand im November 2020 statt. Förderpreise von je 5000 Euro gingen an die Autorinnen Miriam Emefa Dzah, Jasmin Merkel und Marie Lucienne Verse.[13]
2021
Im Jahr 2021 wurde der Essay Laubwerk von Marion Poschmann mit dem Preis ausgezeichnet.[14]
Für Kurztexte, insbesondere Reden, zum Wortmeldungen-Förderpreis 2021 wurde von Poschmann das Thema „Vom Unsichtbaren schreiben, die Gegenwart sehen. Wie tritt der Klimawandel in Erscheinung?“ vorgegeben. Die Jury zum Förderpreis 2021 bestand aus vier Frauen und einem Mann.[15] Für ihre Kurztexte ausgezeichnet wurden Melanie Sasha Berger, Samuel J. Kramer und Benedikt Kuhn.[16]
2022
Die Texte der Shortlist 2022 wurden Mitte Januar 2022 bekannt gegeben; die Preisverleihung fand am 19. Juni 2022 im Schauspiel Frankfurt statt.[17][18] Der Preis 2022 wurde Volha Hapeyeva für ihren Essay Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils zuerkannt.[17][19]
Das von Volha Hapeyeva gestellte Thema des Förderpreises 2022 lautete: „Wie lassen sich Flucht, Exil und Heimatlosigkeit in Worte fassen?“ Die Jury zum Förderpreis 2022 bestand aus zwei Frauen und drei Männern.[20] Ausgezeichnet mit dem Förderpreis 2022 wurden zu gleichen Teilen Juli Mahid Carly, Irina Nekrasov und Jonë Zhitia.
2023
In die engere Wahl für den Wortmeldungen-Literaturpreis 2023 kamen Lisa Krusche, Olga Martynova, Sasha Marianna Salzmann, Judith Schalansky und Kinga Tóth.[21] Den Preis für 2023 erhielt der Essay Schwankende Kanarien von Judith Schalansky.[22]
„Wenn mangelndes Wissen nicht der Grund für die alarmierenden Zustände der Gegenwart ist, dann womöglich mangelnde Fantasie. Mit welcher Sprache, welchen Erzählungen und Bildern macht ihr kommende Krisen und Kipppunkte erfahrbar?“ lautet das Aufrufthema von Judith Schalansky für den Förderpreis 2023. Ausgezeichnet wurden zu gleichen Teilen Clemens Böckmann, Nicole Collignon und Giorgio Ferretti.
2024
Auf der Shortlist für den Wortmeldungen-Literaturpreis 2024 standen Texte von Nilufar Karkhiran Khozani, Elena Messner, Dragica Rajčić, Konrad H. Roenne und Frank Witzel.[23] Der Preis 2024 wurde Frank Witzel für den Text Die Möglichkeit einer Micky Maus verliehen.[24]
Das von Frank Witzel gestellte Thema für den Förderpreis lautete: „Es sind die nicht vollzogenen Abschiede, die unser Leben wie ein Gitternetz überlagern.“ Was erzählen Abschiede über Gegenwart und Vergangenheit? Der Wortmeldungen-Förderpreis für kritische Kurztexte 2024 wurde in gleichen Teilen an die Nachwuchsautoren Kaija Knauer, Liv Thastum und Mücahit Türk verliehen.[25]
2025
2025 wurden Texte von I.V. Nuss, Josefine Soppa, Dana von Suffrin, Clemens J. Setz und Susanne Gregor für den Wortmeldungen-Literaturpreis nominiert.[26] Josefine Soppa wurde für ihren Text Klick Klack, der Bergfrau erwacht mit dem Literaturpreis ausgezeichnet.
Ihr Thema für den Förderpreis lautete: „Die Sorge um die Sätze“ – Wie schreibt sich Arbeit in Körper und Texte ein und was kommt nach der Erschöpfung? Der Ulrike Crespo Förderpreis für kritische Kurztexte ging 2025 in gleichen Teilen an Fred Heinemann, Berfin Şilen und Hannes Zawodnik.[27]
2026
Marcel Beyer, Petra Nagenkögel, Lara Rüter, Boris Schumatsky und Ivna Žic wurden für den Wortmeldungen-Literaturpreis 2026 nominiert.[28]
Der Preis wurde Ivna Žic für ihren Essay Die Unversehrten zuerkannt.[29]
Publikationen
Der Berliner Verbrecher Verlag veröffentlicht in der Reihe WORTMELDUNGEN seit 2020 jährlich die Gewinner-Texte des Ulrike Crespo Literaturpreis für kritische Kurztexte. Bisher erschienen sind folgende Bände:
- Bauernkriegspanorama von Kathrin Röggla (2020)[30]
- Laubwerk von Marion Poschmann (2021)[31]
- Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils von Volha Hapeyeva (2022)[32]
- Schwankende Kanarien von Judith Schalansky (2023)[33]
- Die Möglichkeit einer Micky Maus von Frank Witzel (2024)[34]
- Klick Klack, der Bergfrau erwacht von Josefine Soppa (2025)[35]