Wikiwand AI

Zentrum für Qualität in der Pflege

deutsche Non-Profit-Organisation From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts im Gesundheits- und Sozialsektor mit Sitz in Berlin. Die Stiftung agiert bundesweit und verfolgt das Ziel, zur Verbesserung der Pflegequalität in Deutschland beizutragen, indem sie Forschung betreibt, Wissen zu Pflegebedürftigkeit, Pflege und Gesundheit älterer Menschen zur Verfügung stellt und dessen Umsetzung in der Praxis unterstützt.

RechtsformRechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Bestehen2009
StifterVerband der Privaten Krankenversicherung e.V.
SitzBerlin
Schnelle Fakten Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Rechtsform ...
Zentrum für Qualität in der Pflege
(ZQP)
Logo ZQP
Rechtsform Rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Bestehen 2009
Stifter Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.
Sitz Berlin
Zweck Verbesserung der Pflegequalität in Deutschland, Stärkung von Prävention und Gesundheit im Alter[1]
Vorsitz Ralf Suhr (Vorsitzender)[2]
Stiftungsrat Edgar Franke (Vorsitzender)[3]
Mitarbeiterzahl 21 (Stand 2025)[2]
Website www.zqp.de
Schließen

Geschichte

Standort ZQP Berlin

Das Zentrum für Qualität in der Pflege wurde 2009 vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. gegründet.[4] 2010 eröffnete die Stiftung ihre Geschäftsstelle in Berlin.[5]

Stiftungsarbeit

Das ZQP ist eine Fachstiftung und bundesweit operativ tätig, sie sammelt keine Spenden und vergibt keine Förderungen.[6][7] Die Stiftung betreibt eigene Forschung, bereitet Wissen aus dem Arbeitsfeld Gesundheit und Pflege systematisch auf und wirkt darauf hin, dass diese Erkenntnisse Anwendung in der Praxis finden. So sollen bestehende Wissenslücken geschlossen und zugleich durch die Projektergebnisse insbesondere Impulse zur Verbesserung der Pflegequalität sowie der Entlastung pflegender Angehöriger gesetzt werden. Thematische Schwerpunkte der Arbeit sind Prävention und Sicherheit in der Pflege, mit Fokus auf der häuslich-ambulanten Versorgung.[4][1][8] Das Angebot des ZQP richtet sich an in Gesundheitsberufen tätige Personen wie Pflegefachpersonen, an Angehörige sowie zudem an Wissenschaftler und politische Akteure.[9][10]

Forschung und ausgewählte Angebote

Das ZQP führt eigene Forschungsprojekte und Studien durch und beteiligt sich an Forschungsverbünden. Beispiele sind das Projekt SeGEL Sexuelle/Sexualisierte Gewalt in Einrichtungen der stationären Langzeitpflege in Deutschland und das Projekt TRADE TRAnsport und DElir älterer Menschen, zu Möglichkeiten der Delirprävention. Beide Projekte wurden von der öffentlichen Hand gefördert.[11]

Die Stiftung führt zudem Kurzstudien auf Basis von Befragungen durch. Beispiele für Themen sind Gewalt gegen Bewohner von Pflegeheimen,[12][13][14] Suizidalität im Alter,[15][16] die Sicherheit von Klienten in der ambulanten Pflege,[17] Pflege auf Distanz,[18] digitale Hilfe in der Pflege[19] oder barrierefreies Wohnen.[20]

Die Forschungsergebnisse des ZQP werden in verschiedenen Formaten, unter anderem Berichten, Reporten und wissenschaftlichen Publikationen, aufbereitet.[21]

Weitere Angebote des ZQP sind:

  • Pflege-Ratgeberreihe für Angehörige: Die Stiftung bietet unter anderem Ratgeber zum Thema Umgang mit Demenz in der Partnerschaft sowie zur Vorbeugung von Gewalt in der Pflege.[22] Letzterer wurde 2018 vom Netzwerk Patienten- und Familienedukation e. V. und der Universität Witten/Herdecke im Rahmen des Broschüren-Wettbewerbs für besonders gelungene Patienten-Informationsschriften ausgezeichnet.[23]
  • Schulungsmaterial für professionell Pflegende: Unter anderem entwickelte das ZQP gemeinsam mit der Deutschen Hochschule der Polizei Schulungsmaterial zur Prävention sexualisierter Gewalt in Pflegeeinrichtungen.[24] Auf Grundlage des Projekts „TRAnsport und DElir älterer Menschen (TRADE)“ wurde Schulungsmaterial zur Delirprävention erstellt.[11]
  • Instrumente für professionelle Beratung zur Pflege: Das Screening-Instrument „Fragenbogen zur Angehörigenresilienz und -belastung (FARBE)“ des ZQP dient dazu, Resilienz- und Belastungsfaktoren pflegender Angehöriger zu erfassen, ins Verhältnis zueinander zu setzen und präventive Maßnahmen abzuleiten.[25] Das „PIP-Assessment“ des ZQP soll dabei unterstützen, Beratungsbedarfe zu identifizieren und geeignete Präventionsmaßnahmen abzuleiten.[26]
  • Recherchetools: In der Beratungsdatenbank des ZQP mit bundesweit rund 4500 Beratungsangeboten rund um das Thema Pflege können örtliche Angebote gesucht werden.[27] Außerdem gibt es eine Datenbank zur Recherche von pflegerelevanten Forschungsprojekten sowie eine zu pflegerelevanten Leitlinien.[4]
  • Berichts- und Lernsystem: Über das vom ZQP angebotene webbasierte „Pflege-CIRS“ (Critical Incident Reporting System) können professionell Pflegende kritische Ereignisse in der professionellen Langzeitpflege älterer pflegebedürftiger Menschen anonym berichten. ZQP-Mitarbeiter geben anschließend Handlungsempfehlungen hierzu.[28][29]
  • Fachmagazin: Die Stiftung veröffentlicht seit 2020 jährlich das Magazin ZQP Diskurs.[30]

Struktur und Gremien

Eines der beiden Stiftungsorgane ist der Stiftungsrat. Vorsitzender des Stiftungsrates ist Edgar Franke (Stand 2026). Als oberstes Exekutivorgan steht ein dreiköpfiger Vorstand dem Zentrum für Qualität in der Pflege vor, Stand 2025 bestehend aus dem Vorsitzenden Ralf Suhr (hauptamtlich) sowie Stellvertreterin Anne Christina Vieweg und Vorstandsmitglied Ulrich Mitzlaff (beide ehrenamtlich). Der Vorstand wird durch ein Kuratorium aus Vertretern von Verbänden und Praxis sowie durch einen wissenschaftlichen Beirat beraten.[31]

Partnerschaften

Das Zentrum für Qualität in der Pflege arbeitet bundesweit mit verschiedenen Partnern zusammen. Dazu gehören zum Beispiel die Nationale Demenzstrategie,[32] das Nationale Suizidpräventionsprogramm,[33] das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend,[11] das Bundesministerium für Gesundheit, die Berliner Charité,[34] das Aktionsbündnis Patientensicherheit[35], die Bundeszahnärztekammer,[36] die Universität Bremen,[37] und die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.[38]

Publikationen (Auswahl)

Das Zentrum für Qualität in der Pflege veröffentlicht regelmäßig Studien. Darüber hinaus erschienen von wissenschaftlichen Mitarbeitern der Stiftung oder in Kooperation mit anderen Einrichtungen unter anderem folgende Publikationen:

  • D. Sulmann, S. Eggert, A. Kuhlmey, R. Suhr: Qualitätsberichterstattung zur stationären Pflege: Informationsbedürfnisse, Suchstrategien und Informationsquellen von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. In: Bundesgesundheitsblatt. 2019. doi:10.1007/s00103-019-02885-2.
  • R. Suhr, C. Teubner: Gewalt gegen ältere Menschen. In: Gewalt und Alter. 2020. doi:10.1515/9783110650341-001.
  • S. Eggert, D. Sulmann: Gewalt gegen (ältere) pflegebedürftige Menschen in Deutschland – eine quantitative Annäherung. In: R. Suhr, A. Kuhlmey (Hrsg.): Gewalt und Alter. 2020. doi:10.1515/9783110650341.
  • S. Eggert, A. Wenzel, R. Suhr, P. Gellert, D. Dräger: Caregiving adult children’s perceptions of challenges relating to the end of life of their centenarian parents. In: Scandinavian Journal of Caring Sciences. 2020. doi:10.1111/scs.12921
  • F. Moser, L. Schütz, C. Teubner, N. Lahmann, A. Kuhlmey, R. Suhr: Sexueller Missbrauch Pflegebedürftiger: Ergebnisse einer bundesweiten Querschnittsstudie bei Hausärzten/-ärztinnen zu Verantwortung und subjektiven Sicherheit im Verdachtsfall. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie. Januar 2021. doi:10.1007/s00391-021-01841-7.
  • S. Garay, M. Haeger, L. Kühnlein, D. Sulmann, R. Suhr: Interventions to enhance safety culture for nursing professionals in long-term care: a systematic review. In: International Journal of Nursing Studies Advances. 2023. doi:10.1016/j.ijnsa.2023.100119.
  • S. Eggert, C. Teubner: Gewalt und Misshandlung in der häuslichen Pflege: Ein relevantes Phänomen, auch für die hausärztliche Praxis. In: MMW – Fortschritte der Medizin. 2024. doi:10.1007/s15006-024-3562-7.
  • M. Haeger, S. Garay, K. Krieger, S. Eggert: Enhancing Safety Culture for Formal Caregivers in Long-Term Care: A Rapid Review. In: Journal of Nursing Management. 2025. doi:10.1155/jonm/3887187.

Das Zentrum für Qualität in der Pflege beteiligte sich zudem unter anderem an folgenden Publikationen:

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks