Zweigstelle (Film)
Film von Julius Grimm (2025)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Zweigstelle ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2025 mit Sarah Mahita, Rainer Bock und Nhung Hong. Die Filmkomödie entstand unter der Regie von Julius Grimm, der gemeinsam mit Fabian Krebs das Drehbuch schrieb.[3][4]
| Film | |
| Titel | Zweigstelle |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 98 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen | WennDann Film |
| Stab | |
| Regie | Julius Grimm |
| Drehbuch |
|
| Produktion |
|
| Musik |
|
| Kamera | Lea Dähne |
| Schnitt | Vincent Jost |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Theresa „Resi“ Bauer, auch „Nulli“ genannt, möchte sich von ihrem Freund Michi trennen. Weil er eine Krebsdiagnose erhalten hat, bringt sie es aber nicht übers Herz. Nach seinem Tod entwendet Resi einen Teil der Asche des Verstorbenen aus der Urne. Gemeinsam wollen Resi und ihre Freunde Sophie Böhm, Philipp „Fipsi“ Kammermair und Mel die Asche zerstreuen, wie er es sich gewünscht hatte. Wegen eines Streits zwischen Philipp und Mel wird Sophie am Steuer des Fahrzeuges abgelenkt und sie verursacht einen Autounfall, bei dem zunächst alle vier ums Leben kommen.
Bald darauf befinden sich die vier in der Zweigstelle Süddeutschland III/2 einer bayerischen Behörde im Jenseits wieder, wo sie von Rita und Silvia empfangen werden. Dort soll über das weitere Schicksal entschieden werden, entsprechend dem jeweiligen Glauben. Allerdings fehlt der Gruppe jegliche Überzeugung. Daher stellt sich die Frage, was mit jemandem passieren soll, der zu Lebzeiten an nichts geglaubt hat.
Mel kann wiederbelebt werden und verschwindet aus der Behörde. Resi nimmt eine Stelle als Praktikantin des Hausmeisters an, um nicht ins Nichts verschwinden zu müssen. Philipp ist vor zwei Jahren wegen der Missbrauchsfälle aus der Kirche ausgetreten und gibt an, sich dem Buddhismus zugehörig zu fühlen, um nicht ins Nichts zu müssen. Sophie möchte ins Nichts, allerdings zuvor die Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen. In den AGB steht, dass der einzige Ausweg aus der Zweigstelle ein Wunder in Raum 042 sei. Weil das Nichts kaputt ist, kehrt Sophie in die Räumlichkeiten der Behörde zurück, wo sich Resi und Sophie über das erhoffte Wunder austauschen.
Vom Sachbearbeiter Fridolin erfährt Philipp von einem Fall, der sich aufgrund wiederholter Reinkarnation in die Massentierhaltung selbst ins Nichts eingewiesen hat. Philipp muss für die Einstufung seiner Reinkarnation einen Karma-Test absolvieren. Aufgrund eines niedrigen Karma-Levels wegen des Diebstahls einer Leiche wird er Bob zugeteilt. Der fordert, dass Philipp seine Taten gesteht, und foltert ihn in einer Gefängniszelle mit einem singenden Fisch, der in Endlosschleife Von den blauen Bergen kommen wir zum Besten gibt.
Bald darauf findet sich Resi in einem Brautkleid wieder. Ihr Freund Michi war der Gewinner einer vom Abteilungsleiter erfundenen Lotterie und hatte sich gewünscht, sie zu heiraten und die Ewigkeit mit ihr zu verbringen. Weil Resi aber Michi nicht heiraten möchte, müssten beide ins Nichts. Mit den Schlüsseln des Hausmeisters betreten Resi, Philipp, Sophie und Michi den Raum 042. Michi opfert sich, um das Tor zu öffnen. Bald darauf ist auch Resi mit dem Hausmeister auf dem Weg ins Nichts, während Philipp und Sophie durch das Opfer von Michi und Resi ins Leben zurückkehren können.
Produktion und Hintergrund
Die Dreharbeiten fanden vom 3. bis zum 28. Februar 2025 statt.[3] Gedreht wurde hauptsächlich in den Penzing Studios in der oberbayerischen Gemeinde Penzing.[5]
Produziert wurde der Film von der Münchner WennDann Film, als Produzenten fungierten Felix Mann, Simon Bogocz, Ben Ulrich und Liam Wölfer. Unterstützt wurde die Produktion vom FilmFernsehFonds Bayern. Den Vertrieb übernahm der Weltkino Filmverleih.[3][5][6]
Die Kamera führte Lea Dähne, die Montage verantwortete Vincent Jost, die Musik schrieben Sebastian Borris und Benedikt Krüger. Den Ton gestalteten Attila Makai und Jörg Elsner, das Kostümbild Marlene Jordan, das Maskenbild Lea Reitberger und Luzia Gorr und das Szenenbild Hannah Nonnast und Ruth Grau.[3] Bei den Film handelt es sich um den Debütfilm von Julius Grimm.[5]
Veröffentlichung
Premiere war am 2. Juli 2025 am Filmfest München in der Reihe Neues Deutsches Kino.[3][7] Im September 2025 wurde der Film am Fünf Seen Filmfestival gezeigt.[8]
Der deutsche Kinostart fand am 9. Oktober 2025 statt.[3] Am 27. Februar 2026 erschien der Streifen auf DVD.[4][9]
Rezeption
Dieter Oßwald schrieb im Arthaus-Portal Programmkino.de, das Ensemble aus Altstars und Newcomern habe sichtlich seinen Spaß an süffisanter Situationskomik samt absurden Dialogen – von den Musikeinlagen einer ziemlich gechillten Kapelle ganz zu schweigen! Der berühmte „Münchner im Himmel“ hätte gewiss sein Vergnügen an diesen Nachfolgern bei ihrer Probefahrt ins Paradies.[10]
Corinna Götz bezeichnete die Produktion auf the-spot-mediafilm.com als zeitgeistige Version von Wer früher stirbt, ist länger tot, bemerkenswert entspannt und selbstbewusst inszeniert, mit anarchischem Witz, heftigem Dialekt, grenzenlosem Einfallsreichtum, stilsicherer Bildgestaltung und getragen von einem famosen Cast.[11]
Oliver Armknecht vergab auf film-rezensionen.de sechs von zehn Punkten. Der Film mache sich über eine Behörde lustig, die nach dem Tod festlegt, in welches Jenseits man kommt, und verbinde das mit einer ganzen Reihe weitergehender Themen. Das sei zwar etwas ziellos, aber durchaus amüsant und sympathisch und gebe zudem den einen oder anderen Denkanstoß.[12]
Ulf Lepelmeier bewertete den Film auf filmstarts.de mit 3,5 von 5 Sternen und bezeichnete ihn als amüsante Jenseitskomödie mit absurd-bürokratischem Setting. Nicht alle Späße würden sitzen, die ernsten Untertöne würden sich nicht ganz flüssig in das Geschehen einfügen, aber die originelle Grundidee trage definitiv.[13]
Manfred Riepe (3 von 5 Sternen) urteilte auf epd-film.de: „Eberhofer trifft Kafka im Jenseits: Das Kinodebüt von Julius Grimm hat eine nicht ganz neue, aber brauchbare Grundidee und eine starke Besetzung in den Nebenrollen.“[14]
Lida Bach kritisierte auf riecks-filmkritiken.de die Farbpalette, Kameraaufnahmen und Kostüme als von Wes Anderson abgekupfert und das galgenhumorige Grundkonzept von Tim Burton. Das junge Ensemble gebe den seichten Charakteren immerhin etwas Charme und die Hintergrundmusik von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys bringe ironisches Flair. Der Overkill bayerischer Biederkeit sei aber mehr todlangweilig als zum Totlachen.[15]
Auszeichnungen und Nominierungen
- Auszeichnung mit dem National Audience Award[16]
- Förderpreis Neues Deutsches Kino
- Nominierung in der Kategorie Regie (Julius Grimm)[17]
- Nominierung in der Kategorie Produzentische Leistung (Felix Mann, Ben Ulrich, Simon Bogocz)
- Nominierung in der Kategorie Drehbuch (Julius Grimm, Fabian Krebs)
- Nominierung in der Kategorie Schauspielerische Leistung (Nhung Hong, David Ali Rashed, Beritan Balci, Julian Gutmann)
Günter-Rohrbach-Filmpreis 2025
- Nominierung für den Günter-Rohrbach-Filmpreis (Shortlist)[18]
Gilde Filmpreis 2025
Jupiter-Award 2026
- Nominierung als Beste Darstellerin (Kino) national (Sarah Mahita)[3]
VGF-Nachwuchsproduzentenpreis 2026
- Auszeichnung (Ben Ulrich, Simon Bogocz, Felix Mann)[3]
Weblinks
- Zweigstelle bei IMDb
- Zweigstelle in The Movie Database
- Zweigstelle auf wenndann-film.de