Adagrasib

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Adagrasib (Handelsname: Krazati, Hersteller: Mirati Therapeutics) ist ein Arzneistoff der KRAS-Inhibitoren, der gegen Tumoren mit Mutationen im KRas-Gen eingesetzt wird. In den USA ist er seit Dezember 2022, in der EU seit Januar 2024 zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses (NSCLC) als Krazati zugelassen.[5][6]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Adagrasib
Allgemeines
Freiname Adagrasib[1]
Andere Namen
  • MRTX-849
  • (2S)-4-[7-(8-Chlor-1-naphthyl)-5,6,7,8-tetrahydro-2-[[(2''S'')-1-methyl-2-pyrrolidinyl]methoxy]pyrido[3,4-''d'']pyrimidin-4-yl]-1-(2-fluor-1-oxo-2-propen-1-yl)-2-piperazinacetonitril (IUPAC)
Summenformel C32H35ClFN7O2
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 2326521-71-3
EG-Nummer (Listennummer) 870-640-0
ECHA-InfoCard 100.329.928
PubChem 138611145
ChemSpider 81409342
DrugBank DB15568
Wikidata Q105816120
Arzneistoffangaben
ATC-Code

L01XX77

Eigenschaften
Molare Masse 604,12 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

91,0–117,5 °C[3]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]

Achtung

H- und P-Sätze H: 302315319335
P: 261264270271280301+310302+352304+340305+351+338312321330332+313337+313362+364403+233405501[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Klinische Angaben

Anwendungsgebiete

Adagrasib kann bei Patienten, bei denen ein fortgeschrittenes oder metastasierendes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom vorliegt und die mindestens eine vorherige systemische Behandlung dagegen erfahren haben, eingesetzt werden.[7]

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Die Gabe von starken CYP3A4-Induktoren kann zu einer verringerten Effektivität von Adagrasib führen.[7]

Die Gabe von starken CYP3A4-Hemmern kann zu ungewünscht hohen Konzentrationen von Adagrasib führen, weshalb auf eine Gabe der Hemmer verzichtet werden sollte, bis eine stabile Konzentration von Adagrasib erreicht ist.[7]

Unerwünschte Wirkungen

Zu den Nebenwirkungen gehören gastrointestinale Symptome wie gastrointestinale Blutungen, gastrointestinale Obstruktionen, Darmverschluss oder Stenose. Es kann außerdem zu einer Verlängerung des QT-Intervalls kommen. Außerdem besitzt Adagrasib eine Hepatotoxizität und kann Interstitielle Lungenerkrankungen und Pneumonitis auslösen.[7]

Wirkungsmechanismus

Adagrasib ist ein selektiver Inhibitor, der an das mutierte KRAS-Protein bindet. Dabei geht Adagrasib eine kovalente Bindung mit der Cystein-Einheit C12 ein. Da diese Einheit nur in der Mutante KRASG12C vorhanden ist, kann Adagrasib den Wildtyp und andere Mutanten nicht inhibieren.[8]

Chemie

Strukturell besteht Adagrasib aus einem Tetrahydropyridinopyrimidin, das mit einem N-Methylprolinol, einem Chlornaphthalin und einem substituieren Piperazin substituiert ist. Das Piperazin trägt mit der 2-Fluoracrylamidgruppe den sogenannten warhead, also die Atomgruppe, die mit dem Cystein in KRASG12C eine kovalente Bindung eingehen kann.[2] Verschiedene Substituenten am Naphthalin, sowie am Piperazin wurden hinsichtlich ihrer Aktivität und Bioverfügbarkeit optimiert. Die 2-Fluoracrylamidgruppe ist ebenfalls Resultat eines Optimierungsprozesses. Sie besitzt eine höhere Stabilität gegenüber Glutathion.[3]

Einzelnachweise

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