Alys Pearsall Smith
US-amerikanisch-britische Quäkerin, Autorin, Frauenrechtlerin und Wohlfahrtsaktivistin und -organisatorin
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Alyssa Whitall (Alys) Pearsall Smith (* 21. Juli 1867 in Philadelphia, Pennsylvania; † 21. Januar 1951 in London) war eine US-amerikanisch-britische Quäkerin, Autorin, Frauenrechtlerin und Wohlfahrtsaktivistin und -organisatorin. Sie war die erste Ehefrau von Bertrand Russell.


Leben
Pearsall Smith war die Tochter von Robert Pearsall Smith und Hannah Whitall Smith, bedeutenden Figuren der Heiligungsbewegung in den Vereinigten Staaten und der Higher Life Movement in Großbritannien. Sie war die Schwester des Essayisten und Kritikers Logan Pearsall Smith und der Kunsthistorikerin Mary Whitall Smith sowie die Cousine der Pädagogin und Frauenrechtlerin Martha Carey Thomas. Pearsall Smith schloss ihr Studium am Bryn Mawr College in der Nähe von Philadelphia ab.[1]
Die Familie Pearsall Smith lebte von 1873 bis 1875 in England und anschließend erneut ab 1888. Während dieser Zeit kam die Familie in Kontakt mit George Bernard Shaw, Henry James und Bernard Berenson, der ihre Schwester Mary heiratete.
Im Sommer 1889 lernte sie Bertrand Russell kennen.[2] Am 13. Dezember 1894 heiratete Pearsall Smith gegen den Willen seiner Familie im Quäker‑Meetinghouse in der St. Martin’s Lane in London.[3] Die Ehe scheiterte nach Russells Darstellung schon 1902. Das Ehepaar lebte spätestens ab 1911 getrennt voneinander und Russell hatte während dieser Zeit auch mehrere Affären. Russell fürchtete berufliche Nachteile und ließ sich daher erst 1921 scheiden, als seine spätere zweite Frau schwanger wurde.[4] Pearsall Smith heiratete nicht erneut.
Pearsall Smith verfasste diverse Schriften zu sozialen Fragen. 1896 trug sie einen Anhang zu Russels German Social Democracy: Six Lectures unter dem Titel On social democracy and the woman question in Germany bei.[5] 1903 veröffentlichte sie einen Bericht Four Days in a Factory.[6]

Pearsall Smith leitete den Hauptausschuss der St Pancras School for Mothers, allgemein bekannt als Mothers’ and Babies’ Welcome.[7] Die 1907 gegründete Einrichtung hatte zum Ziel, die Säuglingssterblichkeitsrate zu verbessern, die zu jener Zeit in diesem Teil Londons bei etwa 15 Prozent lag, unter anderem durch die Bereitstellung grundlegender medizinischer Beratung und Kochunterricht für Frauen in ihren eigenen Wohnungen. Stellvertretende Vorsitzende war Adele Meyer, die das Projekt weitgehend finanzierte.[8] Die Einrichtung wurde ein Modell für „Säuglingsfürsorgezentren“, die eine Reihe von Dienstleistungen zusammenführten, die auf die Verringerung der Säuglingssterblichkeit ausgerichtet waren.[9][10]
Für das Jahr 1908 ist dokumentiert, dass Pearsall Smith auch in der Frauenwahlrechtsbewegung aktiv war.[11] 1915 wurde sie in das Executive Committee der National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS) gewählt.[12]
Pearsall Smith gehörte zum Netzwerk des von 1925 bis 1934 im Londoner Exil lebenden italienischen Antifaschisten Gaetano Salvemini, den sie schon bei einem Besuch 1922 über ihre Schwester Mary und den Schwager Bernard Berenson kennengelernt hatte. Pearsall Smith verschaffte ihm Kontakt, organisierte Vorträge zu Lage in Italien und beherbergte ihn zeitweilig.[13] Pearsall Smith war Mitgründerin und Leiterin des Italian Refugees’ Relief Committee, das Menschen unterstützte, die aus Benito Mussolinis Italien flohen.[14] im Mai 1934 unterzeichnete sie das Manifesto on Liberty and Democracy, Mitunterzeichnende waren unter anderen Norman Angell, Vera Brittain, St. John Ervine, Winifred Holtby, Harold Macmillan oder Margaret Mackworth.[12][15]
Pearsall Smith starb am 1951 in London.[16]
Nach ihrem Tod geriet sie in Vergessenheit. In einer Forschungsnotiz, in der ihre Bibliografie zusammengestellt wurde, heißt es: Pearsall Smith „war eine frühe Frauenrechtlerin (Libber), die sich nicht nur politisch für Frauenrechte engagierte, sondern auch darum bemüht war, die unmittelbaren sozialen Lebensbedingungen armer Frauen zu verbessern. Sie war tief eingebunden in Bewegungen für Abstinenz, bessere Arbeitsbedingungen in Fabriken und höhere Bildung.“[17]
Weblinks
- Fotografien mit Pearsall Smith in der Sammlung der National Portrait Gallery.