Amtsgericht Laubach

From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Amtsgericht Laubach war von 1879 bis 1968 ein hessisches Gericht mit Sitz in Laubach.

Geschichte

Gründung

Zum 1. Oktober 1879 wurde das Amtsgericht Laubach gegründet.[1] Anlass war das Gerichtsverfassungsgesetz von 1877, das die Gerichtsverfassung im Deutschen Reich vereinheitlichte und nun auch im Großherzogtum Hessen umgesetzt wurde. Funktional ersetzte es das gleichzeitig aufgelöste Landgericht Laubach. Das neue Amtsgericht wurde dem Bezirk des ebenfalls neu errichteten Landgerichtes Gießen zugeordnet.

Weitere Entwicklung

Zum 1. Januar 1882 wurde der Sprengel um den zuvor zum Amtsgericht Hungen zählenden Ort Villingen und die zuvor zum Amtsgericht Lich gehörenden Orte Ettingshausen und Münster erweitert.[2]

Altenhain wurde am 15. Mai 1908 vom Bezirk des Amtsgerichtes Ulrichstein übernommen.[3]

Infolge der Auflösung des Amtsgerichtes Hungen am 1. Juni 1934 wurde von dort Nonnenroth eingegliedert.[4]

Am 1. November 1949 erhielt das Amtsgericht Laubach den Bezirk der amtsgerichtlichen Zweigstelle Ulrichstein.[5]

Ende

Zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts. Die Gemeinde Altenhain wurde dem Amtsgericht Alsfeld, die restlichen Gemeinden des Sprengels dem Amtsgericht Gießen zugeschlagen.[6]

Bezirk

Weitere Informationen Gemeinde, Herkunft ...
GemeindeHerkunftZugangAbgangVerbleib
Altenhain Amtsgericht Ulrichstein 1908 1968 Amtsgericht Alsfeld
Ettingshausen Amtsgericht Lich 1882 1968 Amtsgericht Gießen
Freienseen Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Gonterskirchen Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Klein-Eichen Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Lardenbach Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Laubach Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Münster Amtsgericht Lich 1882 1968 Amtsgericht Gießen
Nonnenroth Amtsgericht Hungen 1934 1968 Amtsgericht Gießen
Röthges Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Ruppertsburg Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Stockhäuserhof[7] Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Villingen Amtsgericht Hungen 1882 1968 Amtsgericht Gießen
Wetterfeld Landgericht Laubach 1879 1968 Amtsgericht Gießen
Schließen

Gerichtsgebäude

Ehemaliges Amtsgericht von Laubach (2012)

Das Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes befindet sich in der Friedrichstraße 19. Es wurde 1907 gebaut. Architekt war Bauinspektor Berth vom Hochbauamt Alsfeld. Heute ist das Gebäude ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen.[8] Nach der Nutzung als Gericht diente es bis 2012 als Alten- und Pflegeheim.[9] Seit Frühjahr 2013 wird das Gebäude als Wohnheim für Flüchtlinge genutzt.[10]

Literatur

  • Karlheinz Lang; Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Friedrichstraße 19, Ehemaliges Amtsgericht, in: Kulturdenkmäler in Hessen. Landkreis Gießen I. Hungen, Laubach, Lich, Reiskirchen (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland). Theiss Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2178-7, S. 231.
Commons: Friedrichstraße 19 (Laubach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI