Awtomagistrala Hemus

teilweise fertige Autobahn zwischen Sofia und Warna in Bulgarien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Awtomagistrala „Hemus“ oder Awtomagistrala A2 (bulgarisch Автомагистрала Хемус oder Автомагистрала А2, zu deutsch Hemus-Autobahn oder Autobahn A2) ist eine zur Hälfte fertiggestellte Autobahn in Bulgarien. Die endgültige Länge wird knapp 415 km betragen, rund 207 km sind seit Oktober 2025 in Betrieb. Zukünftig soll sie die Hauptstadt Sofia mit Warna an der Schwarzmeerküste verbinden.

Schnelle Fakten
Awtomagistrala A2 in Bulgarien
Awtomagistrala Hemus
  
Positionskarte
Verlauf der A 2
Basisdaten
Betreiber: bulgarischer Staat
Straßenbeginn: Kreuz Sofia-Ost
(42° 42′ 28″ N, 23° 26′ 59″ O)
Straßenende: Warna, Westspange
(43° 13′ 22″ N, 27° 52′ 10″ O)
Gesamtlänge: 414,8 km
  davon in Betrieb: 206,7 km
  davon in Bau: 099,5 km
  davon in Planung: 108,6 km

Oblaste (Verwaltungsbezirke):

Ausbauzustand: 2 × 2 bzw. 2 × 3 Fahrstreifen
A2 bei Botewgrad vor dem Witinja-Tunnel
Straßenverlauf (Karte)
Straßenverlauf (Liste)
Weiter auf A6
Oblast Sofia-Stadt
Vorlage:AB/Wartung/Leer ab hier 7-streifig
(0,0)  Kreuz Sofia-Ost A6 R1 R6 R8 R18
Vorlage:AB/Wartung/Leer ab hier 8-streifig
Raststätte
(1,2)  Symbol: Runter Hemus (Хемус) R1
Vorlage:AB/Wartung/Leer ab hier 4-streifig
(1,4)  Autobahnbeginn
(8,4)  Jana (Яна) R1
Straßen- und Bahnbrücke (475 m)
Oblast Sofia
Symbol: Runter Raststätte
Eleschniza-Viadukt (Виадукт Елешница) (638 / 646 m)
Straßenbrücke (535 m)
(21,7)  Zherkowo (Жерково)
(30,1)  Witinska reka (Витинска река)
Witinja (Витиня) (1195 / 1190 m)
Brücke (275 m)
Brücke (435 m)
Straßenbrücke (365 m)
Straßenbrücke (295 m)
Korenishki Dol-Viadukt über R1 (480 m)
Brücke (200 m)
Brücke (242 m)
Symbol: Runter Denkmal Brückenbau und Gedenkort „Gundi“/Kotkow
Brücke (325 m)
Bebresch-Viadukt über Fluss und R1 (720 m)
Topli Dol (Топли дол) (880 m)
Brücke (110 m)
Brücke (140 m)
Etschemischka (Ечемишка) (765 / 820 m)
Symbol: Runter Raststätte
Symbol: Rauf Raststätte
Symbol: Rauf Raststätte
(47,1)  Botewgrad (Ботевград) R17
Raststätte
Straßenbrücke (270 m)
Raststätte
(52,7)  Prawez (Правец) R3
(54,2)  Autobahnende
Vorlage:AB/Wartung/Leer ab hier verengte Fahrstreifen ohne Standstreifen
Praweschki Chanowe (Правешки ханове) (880 m)
Witomeriza-Viadukt über Fluss und R3 (662 m)
Brücke (420 m)
Vorlage:AB/Wartung/Leer ab hier standardbemessene Fahr- und Standstreifen
(57,4)  Autobahnbeginn
(60,4)  Osikowska Lakawiza (Осиковска Лакавица) R3
Raststätte
Kleiner Iskar (Малък Искър) (Brücke 105 m)
(67,8)  Dschurowo (Джурово)
Oblast Lowetsch
(74,6)  Jablaniza (Ябланица) R3
Raststätte
(78,5)  Symbol: Runter Prelog (Прелог) R3
Parkplatz
(87,6)  Symbol: Rauf Brestniza (Брестница) R4 (nur Einfahrt)
(88,5)  Boasa (Боаза) R4
Wit (Вит) (Brücke 534 m)
Wit (Вит) (Brücke 694 / 731 m)
Wit (Вит) (Brücke 633 m)
Parkplatz
(98,2)  Dermanzi (Дерманци)
Wit (Вит) (Brücke 231 m)
Viadukt (352 m)
Viadukt (351 m)
(102,8)  Ugartschin (Угърчин) (provisorische Anschlussstelle)
Übergang in II/307
Parkplatz
Kameniza (Каменица)
(115,6)  Ugartschin (Угърчин)
Viadukt
Eleschniza (Елешница)
Parkplatz
(121,8)  Kalenik (Каленик)
Toscha (Тоша), Miriowa (Мириова)
Viadukt
Viadukt
Raststätte
Viadukt (439 m)
Viadukt (558 m)
(132,4)  Bahowiza (Баховица)
Viadukt
Oblast Plewen
(138,6)  Plewen (Плевен), Lowetsch (Ловеч) R35
Oblast Lowetsch
Parkplatz
(153,1)  Drenow (Дренов)
(167,6)  Letniza (Летница), Aleksandrowo (Александрово)
Ossam (Осъм)
(171,5)  Kruschuna (Крушуна)
Oblast Weliko Tarnowo
(190,0)  Butowo (Бутово)
(195,3)  Pawlikeni (Павликени)
(204,8)  Daskot (Дъскот)
(214,2)  A7
(222,7)  Kuzina (Куцина) R5 E85
(265,6)  Kowatschewsko Kale (Ковачевско Кале) R51
(270,3)  Popowo (Попово)
(276,2)  Kardam (Кардам)
(293,2)  Dralfa (Дралфа) R51
(298,6)  Losniza (Лозница) R49
Oblast Targowischte
Übergang aus R4
(310,9)  Buchowzi (Буховци) R4
Brücke (110 m)
Brücke (187 m)
Brücke (202 m)
Brücke (220 m)
Brücke (218 m)
Oblast Schumen
Brücke (242 m)
Parkplatz
Pakoscha (Пакоша)
(326,8)  Symbol: Rauf Belokopitowo (Белокопитово) R4
(327,5)  Belokopitowo (Белокопитово) R2
(338,5)  Schumen-Ost (Шумен изток) R2
Raststätte
Straßen- und Bahnbrücke (75 m)
Kameniza (Каменица) (60 m)
(351,6)  Kaspitschan (Каспичан), Nowi Pasar (Нови пазар) R2
Kriwa (Крива) (45 m)
Raststätte Enewo (Енево)
Oblast Warna
(364,7)  Newscha (Невша), Belogradetz (Белоградец)
(370,6)  Symbol: Rauf Mlada Gwardija (Млада гвардия)
Slatina (Златина) (110 m)
Symbol: Runter Parkplatz
(374,8)  Wetrino (Ветрино), Prowadija (Провадия)
Symbol: Rauf Parkplatz
Brücke (110 m)
(381,5)  Neofit Rilski (Неофит Рилски), Prowadija (Провадия)
Straßen- und Bahnbrücke (600 m)
(390,9)  Dewnja (Девня), Suworowo (Суворово),
Waltschi Dol (Вълчи дол) R2
(396,8)  Poweljanowo (Повеляново)
(401,0)  Slantschewo (Слънчево)
A5 E87
(411,0)  Symbol: FlugFlughafen Flughafen Warna (Летище Варна) R29
(412,3)  Symbol: Runter Autobahnende
Symbol: Runter Raststätte
(413,7)  Symbol: Rauf Atanas Moskow (Атанас Москов) R29
(413,7)  Symbol: Runter Atanas Moskow (Атанас Москов) R29 (nur Abfahrt)
Symbol: Rauf Raststätte
(414,2)  Symbol: Rauf Autobahnbeginn
(414,8)  Wladislaw Warnenchik (Владислав Варненчик) R2
Weiter auf R2
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Die Autobahn Hemus ist nach dem antiken Namen für das Balkangebirge benannt.

Geschichte

Einfahrt des Tunnels Etschemischka

Das erste Teilstück der Hemus-Autobahn war ein Vorzeigeprojekt des kommunistischen Führers Todor Schiwkow, das bei Gorni Bogrow östlich Sofias (heute Anschlussstelle Jana) beginnt und in seinem Geburtsort Prawez endet, er persönlich machte den ersten Spatenstich am 4. Oktober 1974.[1] Der gesamte Abschnitt ist aufgrund der Topographie des Balkangebirges bautechnisch sehr aufwändig, er enthält drei Tunnel sowie insgesamt 26 Viadukte. Herausragend ist dabei der 1135 Meter lange Witinja-Tunnel, der die Überquerung des 963 Meter hohen Witinjapasses unnötig macht. Dieser wurde aufgrund der Steilheit der Republikstraße I-1 meist nur in langen Autokolonnen mit 10–15 Kilometern je Stunde befahren und war im Winter oftmals unpassierbar.[2] Und in der Liste der Brücken auffallend ist das 720 Meter lange und 120 Meter hohe Bebresch-Viadukt über den gleichnamigen Fluss, dessen je 60 Meter auseinanderstehende Pfeiler bis zu 18 Meter tief gegründet sind. Dieser insgesamt gut 44 Kilometer lange Streckenteil wurde nach 12 Jahren Bauzeit schließlich zur Eröffnung des 13. Parteitages Anfang April 1986 eröffnet.[3]

Zeitgleich liefen im Osten Bulgariens von Warna ausgehend ebenfalls Bauarbeiten an den ersten Abschnitten der neuen Autobahn, die im nur leicht hügeligen Hinterland der Schwarzmeerküste ingenieurtechnisch deutlich einfacher waren und daher schneller durchgeführt werden konnten. Bereits 1979 wurde die 23,6 Kilometer lange Strecke Warna–Dewnja eröffnet, die in Anbetracht der Eröffnung des Hafens Warna-West dringend war. Und schon 1983 folgte der 20,4 Kilometer lange Abschnitt von Dewnja nach Mlada Gwardija, dessen Bau ebenfalls in den 1970er Jahren begonnen hatte.[4]

Das zweite Teilstück im Westen, Prawez–Jablaniza, wurde offiziell am 5. Dezember 1999 in Betrieb genommen. Die Trasse beginnt als Umfahrung von Prawez, durchquert dabei das Balkangebirge auf einer Länge von 5,47 Kilometern mit einem Tunnel sowie zwei Viadukten. Die erste der beiden Brücken, das 662 Meter lange Witomeriza-Viadukt über das Tal des gleichnamigen Flusses, ist die erste Kragarmbrücke Bulgariens und mit einer Stützweite von 140 Metern heute noch immer die drittgrößte Brücke Bulgariens nach der Donaubrücke 2 bei Widin und der Asparuhowobrücke in Warna. Die Fahrstreifen des Tunnels und der beiden Viadukte sind nur 3,50 Meter breit statt der üblichen 3,75 Meter für Autobahnen und es gibt keine Standstreifen. Da dieser Straßenquerschnitt deshalb nicht den bulgarischen Autobahnstandards entspricht, ist dieser Abschnitt nicht als Autobahn gewidmet und die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt lediglich 80 km/h im Tunnel und 90 km/h auf den Viadukten. Die anschließenden 16 Kilometer Strecke bis Jablaniza sind wieder dem Regelwerk entsprechend und daher als Autobahn ausgewiesen. Der Bau des Abschnitts begann schon 1984, ruhte aber bis in die späten 1980er Jahre aufgrund von Geldmangel.[5]

Am 30. Dezember 2005 eröffnete der bulgarische Ministerpräsident Sergej Stanischew das 12,8 Kilometer lange Teilstück KaspitschanSchumen im Ostteil der Autobahn.[6]

Im August 2013 wurde im Westen der Lückenschluss über 8 Kilometer ab dem Kreuz Sofia-Ost vollzogen, somit war die Autobahn von der Sofioter Ringstraße bis Jablaniza und von Schumen bis Warna befahrbar. Und am 3. August 2015 wurde im Osten der Abschnitt Belokopitowo–Panayot Wolowo zwischen Kilometer 337+302 und Kilometer 342+200 eröffnet.

Am 15. Februar 2016 gab Ministerpräsident Bojko Borissow bekannt, dass die öffentliche Ausschreibung für die Fertigstellung der Autobahn eingestellt wird.[7] Grund dafür waren fehlende EU-Mittel.

Im Frühjahr 2019 wurden im Ostteil weitere 13 Kilometer zwischen Jablaniza und Brestniza/Boasa für den Verkehr freigegeben. Dann folgte im Oktober 2022 das zehnte Baulos des Lückenschlusses von Belokopitowo nach Buchowzi über eine Länge von 16,3 Kilometer. Für diesen Abschnitt wurden 145 Mio. Lewa investiert, die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h[8].

Die vorerst letzte Streckeneröffnung erfolgte ebenfalls im Osten zwischen Brestniza/Boasa und Dermanzi am 5. Oktober 2025. Für den Abschnitt mit einer Länge von 15,26 Kilometern hatten die Bauarbeiten Ende 2021 begonnen.[9] Am 13. Dezember 2025 wurden die verbleibenden 5 Kilometer des ersten Bauloses mit einer provisorischen Anschlussstelle an der Kreuzung mit der Republikstraße III-307 in Betrieb genommen.

Lückenschluss

Für den Weiterbau der Strecke, den Lückenschluss zwischen dem West- und dem Ostteil der Autobahn, war um 2010 noch eine öffentlich-private Partnerschaft im Gespräch.[10]

Die verbleibende Strecke Dermanzi–Schumen/Belokopitowo wurde in insgesamt zehn Baulose unterteilt. Die Bauarbeiten am Baulos Dermanzi–Kalenik mit 19,2 Kilometern Länge und am 17,1 Kilometer langen Abschnitt Kalenik–Plewen begannen im Frühjahr 2022. Nachdem die Bauarbeiten zwei Jahre nur mit mäßiger Geschwindigkeit erfolgten, wurde ab August 2024 mit erhöhtem Tempo gebaut.[11] Am 30. März 2023 wurde der Entwicklungsplan für Baulos 9 mit der Verordnung Nr. RD-02-15-36 offiziell genehmigt.

Für weitere 14 Kilometer im vierten Baulos von Drenov nach Letniza wurde am 4. Februar 2025 die Baufreigabe gewährt.[12] Am 23. Dezember 2025 erteilte das Ministerium für regionale Entwicklung und öffentliche Arbeiten die Baugenehmigung Nr. RS-110 für den Abschnitt der Hemus-Autobahn von Km 167+572 bis Km 190+771 zwischen den Anschlussstellen Letnitsa und Butowo sowie mit Baugenehmigung Nr. RS-111 für den Abschnitt von Km 139+340 bis Km 152+500 von Plewen nach Drenow.

Am 17. Februar 2026 folgte die Baugenehmigung für das Baulos 9 Loznitsa–Buhowtsi (Km 299+000–Km 310+940).

Commons: Awtomagistrala Hemus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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