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Landkreis Emmendingen

Landkreis in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Landkreis Emmendingen ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zum Verband Region Südlicher Oberrhein im Regierungsbezirk Freiburg.

Kandelstraße im Altersbachtal
Weinberg westlich von Waldkirch
Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 48° 7′ N, 7° 51′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Region: Verband Region Südlicher Oberrhein
Verwaltungssitz: Emmendingen
Fläche: 679,81 km²
Einwohner: 170.463 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 251 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: EM
Kreisschlüssel: 08 3 16
Kreisgliederung: 24 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Bahnhofstraße 2–4
79312 Emmendingen
Website: www.landkreis-emmendingen.de
Landrat: Hanno Hurth (parteilos)
Lage des Landkreises Emmendingen in Baden-Württemberg
KarteFrankreichSchweizÖsterreichBodenseeRheinland-PfalzHessenFreistaat BayernAlb-Donau-KreisBaden-BadenLandkreis BiberachLandkreis BöblingenBodenseekreisLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldLandkreis CalwLandkreis EmmendingenEnzkreisLandkreis EsslingenFreiburg im BreisgauLandkreis FreudenstadtLandkreis GöppingenHeidelbergLandkreis HeidenheimLandkreis HeilbronnHeilbronnHohenlohekreisLandkreis KarlsruheKarlsruheLandkreis KonstanzLandkreis LörrachLandkreis LudwigsburgMain-Tauber-KreisMannheimNeckar-Odenwald-KreisOrtenaukreisOstalbkreisPforzheimLandkreis RastattLandkreis RavensburgRems-Murr-KreisLandkreis ReutlingenRhein-Neckar-KreisLandkreis RottweilLandkreis Schwäbisch HallSchwarzwald-Baar-KreisLandkreis SigmaringenStuttgartLandkreis TübingenLandkreis TuttlingenUlmLandkreis WaldshutZollernalbkreis
Karte
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Geographie

Lage

Der Landkreis Emmendingen hat Anteil an der Oberrheinischen Tiefebene und am Schwarzwald. Hier gehört vor allem das Tal der Elz, welche ein rechter Nebenfluss des Rheins ist, zum Kreisgebiet. Die höchste Erhebung ist der Kandel mit 1241,3 m ü. NHN. Von dessen Gipfel sind es über 1000 Meter Höhenunterschied bis zur tiefsten Stelle mit 161,4 m ü. NHN in den Altrheinauen auf der Gemarkung Rheinhausen im Breisgau.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Ortenaukreis, an den Schwarzwald-Baar-Kreis, an den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie an den Stadtkreis Freiburg im Breisgau. Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zu Frankreich mit dem dortigen Arrondissement Sélestat-Erstein innerhalb des Départements Bas-Rhin.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.[2]

Naturschutz

Der Landkreis Emmendingen besitzt folgende 19 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)[3] stehen 3.869,66 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 5,69 Prozent.

  1. Amolterer Heide: 11,2 ha; Stadt Endingen am Kaiserstuhl – Gemarkung Amoltern
  2. Brai: 6,9 ha; Gemeinde Biederbach – Gemarkung Biederbach
  3. Elzwiesen: 410,8 ha (davon 281,5 ha im Landkreis Emmendingen); Gemeinde Rheinhausen im Breisgau und Stadt Kenzingen
  4. Erletal: 2,3 ha; Stadt Endingen am Kaiserstuhl – Gemarkung Endingen
  5. Häuslematt: 7,2 ha (davon 6,9 ha im Landkreis Emmendingen); Gemeinde Simonswald – Gemarkung Obersimonswald
  6. Hochberg: 0,7 ha; Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl – Gemarkung Jechtingen
  7. Johanniterwald: 57,5 ha; Stadt Kenzingen und Gemeinde Rheinhausen im Breisgau – Gemarkung Oberhausen
  8. Kohlersloch: 18,2 ha; Stadt Elzach – Gemarkung Prechtal
  9. Kostgefäll: 447,5 ha; Gemeinde Simonswald – Gemarkung Haslachsimonswald
  10. Kreuzmoos: 5,4 ha; Gemeinden Gutach im Breisgau und Freiamt
  11. Limberg: 29,4 ha; Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl
  12. Prechtaler Schanze-Ecklesberg: 230,2 ha; Stadt Elzach – Gemarkung Prechtal
  13. Rheinniederung Wyhl-Weisweil: 1407,8 ha; Gemeinden Sasbach am Kaiserstuhl, Weisweil, Wyhl, Rheinhausen
  14. Rohrhardsberg-Obere Elz: 558,1 ha (davon 37,8 ha im Landkreis Emmendingen); Stadt Elzach und Gemeinde Simonswald
  15. Steinbruch Ehrleshalden: 6,5 ha; Stadt Herbolzheim
  16. Taubergießen: 1697,0 ha (davon 347,3 ha im Landkreis Emmendingen); Gemeinde Rheinhausen
  17. Teninger Unterwald: 52,8 ha; Gemeinde Teningen
  18. Yacher Zinken: 873,0 ha; Stadt Elzach – Gemarkung Yach
  19. Zweribach: 95,5 ha (davon 49,6 ha im Landkreis Emmendingen); Gemeinde Simonswald – Gemarkungen Obersimonswald und Wildgutach

Geschichte

Bezirksamt Emmendingen

Im 18. Jahrhundert gehörte der Raum Emmendingen zum badischen Oberamt Hochberg. Seit 1806 gehörte das Oberamt zum Großherzogtum Baden und dort seit 1807 zur Provinz des Oberrheins.[4] Im Organisationsrescript vom 26. November 1809 wurde aus einem Teil des Oberamtes Hochberg das neue Amt Emmendingen gebildet, das dem neuen Dreisamkreis zugeordnet wurde.[5] Das Amt Emmendingen wurde 1810 um die Orte Bötzingen, Eichstetten und Oberschaffhausen sowie 1813 um den Ort Bahlingen des Amtes Endingen vergrößert.[6][7] 1819 erhielt das Amt weiteren Zuwachs mit den Orten Denzlingen, Holzhausen und Reute aus dem Landamt Freiburg und dem Ort Heimbach aus dem Amt Kenzingen. Das Bezirksamt Emmendingen gehörte ab 1832 zum Oberrheinkreis und seit 1864 zum Kreis Offenburg im Landeskommissärbezirk Freiburg.[8][9]

Am 1. Mai 1872 wurde das Bezirksamt Emmendingen um die Stadt Endingen sowie Gemeinden Amoltern, Forchheim, Hecklingen, Riegel am Kaiserstuhl, Weisweil und Wyhl am Kaiserstuhl des aufgelösten Bezirksamtes Kenzingen vergrößert.[10] Diese waren zuvor bei der Auflösung des Amtes Endingen 1819 mit Ausnahme von Weisweil zum Bezirksamt Kenzingen gekommen, Weisweil war schon 1813 vom Amt Endingen zum Bezirksamt Kenzingen gewechselt. 1879 wechselten Kenzingen sowie die übirgen ehemaligen Gemeinden des Bezirksamts Kenzingen Bleichheim, Bombach, Broggingen, Herbolzheim, Niederhausen, Nordweil, Oberhausen, Tutschfelden und Wagenstadt, die bei der Auflösung 1872 dem Bezirksamt Ettenheim zugeschlagen worden waren, in das Bezirksamt Emmendingen.[11]

Am 1. April 1924 wechselten die Gemeinden Bischoffingen, Jechtingen, Kiechlinsbergen, Königschaffhausen, Leiselheim und Sasbach des aufgelösten Bezirksamtes Breisach in das Bezirksamt Emmendingen. Am 1. Oktober 1936 wurden auch die meisten Gemeinden des aufgelösten Bezirksamtes Waldkirch eingegliedert; gleichzeitig wechselten die Gemeinden Bischoffingen, Bötzingen, Eichstetten, Holzhausen, Jechtingen, Kiechlinsbergen und Leiselheim aus dem Bezirksamt Emmendingen zum Bezirksamt Freiburg.

Landkreis Emmendingen

Seit dem 1. Januar 1939 hieß das Bezirksamt Emmendingen Landkreis Emmendingen.[12] Am 1. April 1939 wechselte die Gemeinde Prechtal aus dem Landkreis Emmendingen in den Landkreis Wolfach.[13]

Der Landkreis Emmendingen fiel 1945 der Französischen Besatzungszone zu und gehörte somit bis 1952 zum neu umgrenzten südlichen Land Baden. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis Emmendingen zum Regierungsbezirk Südbaden, seit 1973 zum Regierungsbezirk Freiburg.

Bei der Kreisreform erhielt der Landkreis am 1. Januar 1973 die Gemeinde Jechtingen des aufgelösten Landkreises Freiburg.[14] Durch weitere Gemeindereformen erfuhr er am 1. Januar 1974 (Kiechlinsbergen, wurde am selben Tag in die Stadt Endingen am Kaiserstuhl eingegliedert) und am 1. April 1974 (Leiselheim, das in Sasbach aufging) einen geringen Zuwachs am nordwestlichen Kaiserstuhl. Die ursprünglich Absicht, den Landkreis Emmendingen mit dem Landkreis Lahr zu vereinigen, wurde nicht realisiert.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Emmendingen 24 Gemeinden, darunter sechs Städte und hiervon wiederum eine Große Kreisstadt (Emmendingen). Die Stadt Waldkirch hat 2003 die Grenze von 20.000 Einwohnern überschritten und wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2009 die zweite Große Kreisstadt im Landkreis Emmendingen. Größte Stadt ist Emmendingen, kleinste Gemeinde ist Forchheim/Kaiserstuhl.

Einwohnerstatistik

Bevölkerungspyramide für den Kreis Emmendingen (Datenquelle: Zensus 2011[15].)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Weitere Informationen Datum, Einwohner ...
DatumEinwohner
31. Dezember 1973128.241
31. Dezember 1975129.402
31. Dezember 1980131.893
31. Dezember 1985134.793
25. Mai 1987 ¹132.508
31. Dezember 1990139.248
31. Dezember 1995146.418
31. Dezember 2000151.414
31. Dezember 2005156.728
DatumEinwohner
31. Dezember 2010158.342
31. Dezember 2015162.082
31. Dezember 2020166.862
31. Dezember 2022170.996
31. Dezember 2023172.392
31. Dezember 2024169.787
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Landratsamt Emmendingen

Konfessionsstatistik

Gemäß der Volkszählung in Deutschland 2022 waren 37,7 % der Einwohner katholisch, 25,1 % evangelisch, und 37,3 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[16]

Politik

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag

Kreistagswahl 2024
Wahlbeteiligung: 64,93 %
 %
30
20
10
0
27,17 %
26,53 %
14,72 %
14,68 %
8,68 %
3,38 %
2,80 %
1,51 %
0,52 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+7,21 %p
+0,06 %p
−1,23 %p
−4,89 %p
+4,56 %p
−0,96 %p
−5,49 %p
+0,20 %p
+0,52 %p

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu dem in den Diagrammen dargestellten Ergebnis:[17]

Sitzverteilung im Kreistag[18]
1
8
8
2
1
14
14
5
1 8 8 2 1 14 14 5 
Insgesamt 53 Sitze

Ergebnisse der Kreistagswahlen seit 1989

Weitere Informationen % 2024, Sitze 2024 ...
Parteien und Wählergemeinschaften %
2024
Sitze
2024
%
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004[19]
Sitze
2004[20]
%
1999
Sitze
1999
%
1994
Sitze
1994
%
1989
Sitze
1989
FW Freie Wähler e. V. 27,17 14 19,96 11 23,27 12 25,6 13 – – – – – – – –
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,53 14 26,47 14 30,30 16 30,2 15 34,5 19 37,5 19 30,5 15 32,4 16
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,72 8 15,95 9 21,57 11 21,6 10 21,5 11 24,8 12 26,4 13 28,5 14
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,68 8 19,57 10 16,51 9 13,0 6 12,8 6 9,2 4 13,0 6 10,4 5
AfD Alternative für Deutschland 8,68 5 4,12 2 1,94 1 – – – – – – – – – –
UB/ÖDP Unabhängige Bürger/Ökologisch-Demokratische Partei 3,38 2 4,34 2 1,60 1 – – – – – – – – – –
FDP Freie Demokratische Partei 2,80 1 8,29 4 4,80 2 9,6 4 6,0 3 4,6 2 6,5 3 10,1 5
LISA Links-Sozial-Anders 1,51 1 1,31 1 – – – – – – – – – – – –
PARTEI Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative 0,52 – – – – – – – – – – – – – – –
WG* Wählervereinigungen – – – – – – – – 25,2 13 23,9 12 22,9 11 18,7 9
Sonst. Sonstige – – – – – – – – – – – – 0,6 – – –
Gesamt 100 53 100 53 100 52 100 48 100 52 100 49 100 48 100 49
Wahlbeteiligung 64,93 % 62,07 % 51,55 % 53,5 % 54,7 % 55,1 % 68,1 % 64,1 %
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* Wählervereinigungen von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufgeschlüsselt

Landrat

Der Landrat wird vom Kreistag auf fünf Jahre gewählt. Er ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Emmendingen seit 1810
Weitere Informationen Amtszeit, Amtsinhaber ...
Amtszeit Amtsinhaber Bemerkung
1810–1816Friedrich August Roth
1816–1818Karl Ludwig Barck
1819–1823Carl Deimling
1823–1834Karl von Stößer
1834–1842Conrad Ludwig Rettig
1842–1847Philipp Pfeiffer
1847–1849Ignaz Fränzinger
1849–1849Georg Wolfprovisorisch
1850–1874Gustav Adolph Fingado
1874–1884Leopold Otto
1884–1890Ludwig von Theobald
1890–1908Ludwig Salzer
1908–1913Hermann Kiefer
1913–1926Karl Baur
1926–1849Alexander Schaible
1927–1930Ernst Frech
1931–1945Alfred Hagenunger
1945–1849Wolfgang Bechtoldkurzzeitig kommissarisch unter NS-Regime
1945–1946Hubert Schnekenburgeram 23. Mai 1945 durch frz. Militärregierung eingesetzt[21]
1946–1849Ludwig Seiterichkommissarisch
1946–1948Viktor Huber von Gleichenstein
1948–1849Walther FürstAmtsverweser
1949–1953Alfons Oswald
1953–1970Kurt Wehrle
1970–1983Lothar Mayer
1983–2003Volker Watzka
seit 2003Hanno Hurth
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Wappen und Flagge

Das Wappen des Landkreises Emmendingen zeigt in gespaltenem und halb geteiltem Schild vorn in Gold einen roten Schrägbalken; hinten oben in Silber einen schwarzen Sechsberg, unten in Blau einen silbernen Flug. Das Wappen wurde am 5. November 1956 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Das Wappen symbolisiert die Herrschaften, die sich das Kreisgebiet in früheren Jahrhunderten teilten, Baden-Hachberg (Schrägbalken), die Herren von Schwarzenberg („Schwarzer Berg“) und die Herren von Üsenberg (Flug).

Die Flaggenfarben des Landkreises Emmendingen sind Rot-Gelb und wurden am 23. Januar 1989 vom Regierungspräsidium Freiburg verliehen, es werden aber auch Flaggen mit der Farbfolge Gelb-Rot genutzt.

Partnerschaft

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Landkreis Emmendingen ist überwiegend durch den Dienstleistungssektor und das produzierende Gewerbe geprägt, das im vergangenen Jahrzehnt ein großes Beschäftigtenwachstum erfahren hat.[22] Daneben ist die Landwirtschaft, insbesondere der Weinanbau mit den bekannten Weinorten Endingen, Malterdingen, Kenzingen und Sasbach, kulturell und landschaftlich prägend.

Im Zukunftsatlas 2022 belegte der Landkreis Emmendingen Platz 70 von 400 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftschancen“.[23] In der Ausgabe von 2016 lag er noch auf Platz 121 von 402.[24] In der Ausgabe 2025 belegte der Landkreis Emmendingen Platz 77 von 400.[25]

Arbeitgeber

Die größten Arbeitgeber im Landkreis Emmendingen (nach Mitarbeiterzahl [Stand 2009]) sind:[26]

Verkehr

Bahn- und Busverkehr

Der ÖPNV wird durch den Regio-Verkehrsverbund Freiburg gewährleistet.

Der Landkreis Emmendingen wird von der bedeutenden Bahnstrecke Mannheim–Basel durchzogen, die zwischen Offenburg und Freiburg im Jahre 1845 durch die Badische Staatsbahn eröffnet worden ist.

Von ihr zweigen im Kreis zwei Nebenbahnen ab:

Seit 1875 in Denzlingen die Elztalbahn der Stadt Waldkirch, die erst 1901 durch die Badische Staatsbahn von Waldkirch bis Elzach weiter in das Tal hinaufgeführt wurde, und seit 1894 in Riegel die Kaiserstuhlbahn der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft nach Endingen, von der in Riegel Ort ein Zweig am Ostrand des Kaiserstuhls nach Gottenheim abgeht, während der andere von Endingen seit 1895 im Westen des Gebirges nach Breisach führt. Heute betreibt die SWEG mit der Kaiserstuhlbahn und der Breisgau-S-Bahn zwei Drittel des Schienennetzes im Kreis.

Radverkehr

Durch den Landkreis Emmendingen verlaufen die folgenden Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-Württemberg[27]:

Für die Zukunft sollen die entsprechenden Radwege von Emmendingen bzw. Waldkirch zu einem Radschnellweg nach Freiburg, dem sogenannten RS 6, ausgebaut werden.[28] Der Baubeginn für den RS 6 fand im Oktober 2025 im Stadtgebiet Freiburg statt.[29] Weiter ist der Ausbau zu einem Radschnellweg von Emmendingen nach Lahr über Teningen, Kenzingen und Herbolzheim angedacht.[30]

Durch den Landkreis verlaufen die folgenden Landes-Radfernwege:

Seit Februar 2026 bestehen in den Gemeinden Emmendingen, Kenzingen, Elzach, Sexau, Denzlingen, Vörstetten und Reute insgesamt 22 Stationen des Fahrradverleihsystems Frelo.[34] Weitere Gemeinden können ab 2028 beitreten.[35]

Fernstraßen

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 5 Basel–Karlsruhe und mehrere Bundesstraßen, darunter die B 3 Basel–Karlsruhe und die B 294 Freiburg–Haslach im Kinzigtal. Ferner erschließen mehrere Landes- und Kreisstraßen den Landkreis.

Medien

Im Kreisgebiet erscheint die Badische Zeitung mit den Lokalausgaben Emmendingen und Waldkirch.

Kreiseinrichtungen

Der Landkreis Emmendingen ist Träger folgender Beruflichen Schulen: Gewerbliche und Hauswirtschaftlich-sozialpflegerische Schulen Emmendingen, Kaufmännische Schulen Emmendingen und Berufliches Schulzentrum (Gewerbliche und Kaufmännische Schulen) Waldkirch. Gemeinsam mit dem Zentrum für Psychiatrie Emmendingen betreibt er die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Landkreis Emmendingen.

Der Landkreis Emmendingen ist Träger des Kreiskrankenhauses Emmendingen sowie des Kreisseniorenzentrums mit betreuter Seniorenwohnanlage St. Maximilian Kolbe in Kenzingen. Beide Einrichtungen werden als Eigenbetrieb des Landkreises geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Durch den Landkreis führen die Badische Weinstraße und die Deutsche Uhrenstraße. Neben verschiedenen Heimatmuseen sind insbesondere das Jüdische Museum und das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen von Bedeutung. Der Naturpark Südschwarzwald liegt teilweise auf Kreisgebiet.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2025)[36]

Städte

  1. Elzach (7576)
  2. Emmendingen, Große Kreisstadt (29.530)
  3. Endingen am Kaiserstuhl (10.517)
  4. Herbolzheim (10.741)
  5. Kenzingen (10.829)
  6. Waldkirch, Große Kreisstadt (21.725)

Weitere Gemeinden

  1. Bahlingen am Kaiserstuhl (4556)
  2. Biederbach (1728)
  3. Denzlingen (13.734)
  4. Forchheim (1393)
  5. Freiamt (4210)
  6. Gutach im Breisgau (4679)
  7. Malterdingen (3479)
  8. Reute (3005)
  9. Rheinhausen im Breisgau (4347)
  10. Riegel am Kaiserstuhl (3982)
  11. Sasbach am Kaiserstuhl (3485)
  12. Sexau (3593)
  13. Simonswald (2976)
  14. Teningen (12.072)
  15. Vörstetten (3180)
  16. Weisweil (2217)
  17. Winden im Elztal (2858)
  18. Wyhl am Kaiserstuhl (4051)
FrankreichOrtenaukreisLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldFreiburg im BreisgauSchwarzwald-Baar-KreisBahlingen am KaiserstuhlBiederbachBiederbachBiederbachDenzlingenElzachEmmendingenEndingen am KaiserstuhlForchheim (Kaiserstuhl)Freiamt (Schwarzwald)Gutach im BreisgauHerbolzheimKenzingenMalterdingenMalterdingenReute (Breisgau)Rheinhausen im BreisgauRiegel am KaiserstuhlSasbach am KaiserstuhlSexauSimonswaldTeningenVörstettenWaldkirchWeisweilWinden im ElztalWyhl am Kaiserstuhl

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften bzw. Gemeindeverwaltungsverbände

  1. Gemeindeverwaltungsverband Denzlingen-Vörstetten-Reute mit Sitz in Denzlingen; Mitgliedsgemeinden: Denzlingen, Reute und Vörstetten
  2. Gemeindeverwaltungsverband Elzach mit Sitz in Elzach; Mitgliedsgemeinden: Stadt Elzach und Gemeinden Biederbach und Winden im Elztal
  3. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Emmendingen mit den Gemeinden Freiamt, Malterdingen, Sexau und Teningen
  4. Gemeindeverwaltungsverband Kenzingen-Herbolzheim mit Sitz in Kenzingen; Mitgliedsgemeinden: Städte Herbolzheim und Kenzingen sowie Gemeinden Rheinhausen im Breisgau und Weisweil
  5. Gemeindeverwaltungsverband „Nördlicher Kaiserstuhl“ mit Sitz in Endingen; Mitgliedsgemeinden: Stadt Endingen und Gemeinden Bahlingen, Forchheim/Kaiserstuhl, Riegel, Sasbach/Kaiserstuhl und Wyhl am Kaiserstuhl
  6. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Waldkirch mit den Gemeinden Gutach im Breisgau und Simonswald

Gemeinden vor der Kreisreform

Vor der Kreisreform 1973 bzw. vor der Gemeindereform gehörten zum Landkreis Emmendingen seit 1939 zunächst insgesamt 57 Gemeinden, darunter sechs Städte. Am 1. Januar 1964 wurde aus 9 Wohnplätzen der Gemeinde Prechtal die selbständige Gemeinde Oberprechtal gebildet. Somit hatte der Landkreis insgesamt 58 Gemeinden.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Emmendingen machten die Gemeinden Altsimonswald, Haslachsimonswald und Untersimonswald, die sich am 1. April 1970 zur Gemeinde Simonswald vereinigten. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Nach der Kreisreform zum 1. Januar 1973, aus welcher der Landkreis Emmendingen zunächst ohne Grenzänderungen hervorging, kamen infolge von Eingliederungen in Gemeinden des Kreisgebietes noch drei Gemeinden des bisherigen Landkreises Freiburg (Kiechlinsbergen, Jechtingen und Leiselheim) zum Landkreis Emmendingen.

Die größte Gemeinde des Landkreises Emmendingen vor der Gemeindereform war die Kreisstadt Emmendingen. Die kleinste Gemeinde war Wildgutach.

Der alte Landkreis Emmendingen umfasste zuletzt eine Fläche von 666 km² und hatte bei der Volkszählung 1970 insgesamt 118.674 Einwohner.

In der folgenden Tabelle wird die Einwohnerentwicklung des Bezirksamts bzw. des alten Landkreises Emmendingen bis 1970 angegeben. Der Umfang des Bezirksamtes Emmendingen wurde mehrfach, insbesondere 1936, deutlich vergrößert.

Landkreis Emmendingen vor der Kreisreform
Weitere Informationen Datum, Einwohner ...
Datum Einwohner Quelle
181417.066[37]
183424.659[38]
185225.976[39]
187139.459[40]
189046.495[41]
191054.230[42]
DatumEinwohnerQuelle
1925059.785[43]
1933062.678[43]
17. Mai 1939080.938[44]
13. September 1950087.877[44]
6. Juni 1961102.345[44]
27. Mai 1970118.674[44]
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Die folgende Tabelle enthält die Gemeinden des Landkreises Emmendingen vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden gehören auch heute noch zum Landkreis Emmendingen. Aufgenommen sind auch die drei Gemeinden, die durch die Gemeindereform zum Kreis kamen.[14][45]

Weitere Informationen frühere Gemeinde, heutige Gemeinde ...
frühere Gemeindeheutige GemeindeEinwohner
6. Juni 1961
Einwohner
27. Mai 1970
Art der
Änderung ³
Datum der
Änderung
AltsimonswaldSimonswald902 955 Z A 1.4.1970
AmolternEndingen am Kaiserstuhl333 327 E 1.12.1971
BahlingenBahlingen am Kaiserstuhl2.664 2850 U
BiederbachBiederbach1.432 1473 U
BleibachGutach im Breisgau1.203 1436 Z 1.1.1974
BleichheimHerbolzheim666 613 E 1.1.1974
BombachKenzingen417 444 E 1.12.1971
BroggingenHerbolzheim586 599 E 1.1.1975
BuchholzWaldkirch1.279 1726 Z 1.1.1975
DenzlingenDenzlingen4.099 6458 U
Elzach, StadtElzach2.379 2584 A Z 1.1.1975
Emmendingen, StadtEmmendingen13.256 16028 A
Endingen, StadtEndingen am Kaiserstuhl3.700 4008 A
ForchheimForchheim1.094 1079 U
FreiamtFreiamt2.287 2350 Z 1.7.1971
Gutach im BreisgauGutach im Breisgau1.597 1688 Z 1.1.1974
HaslachsimonswaldSimonswald297 304 Z A 1.4.1970
HecklingenKenzingen725 865 E 1.1.1974
HeimbachTeningen808 844 E 1.1.1975
Herbolzheim, StadtHerbolzheim4.715 5048 A
Jechtingen ²Sasbach am Kaiserstuhl862 890 E 1.1.1975
KatzenmoosElzach322 334 E 1.1.1974
Kenzingen, StadtKenzingen4.715 4785 A
Kiechlinsbergen ²Endingen am Kaiserstuhl809 853 E 1.1.1974
KollmarsreuteEmmendingen826 1153 E 1.8.1971
KollnauWaldkirch4.496 4687 Z 1.1.1975
KöndringenTeningen2.017 2153 E 1.1.1975
KönigschaffhausenEndingen am Kaiserstuhl1.050 1028 E 1.1.1975
Leiselheim ²Sasbach am Kaiserstuhl356 330 E 1.4.1974
MaleckEmmendingen246 360 E 1.8.1971
MalterdingenMalterdingen2.006 2195 U
MundingenEmmendingen1.342 1564 E 1.1.1974
NiederhausenRheinhausen im Breisgau989 1119 Z 1.5.1975
NiederwindenWinden im Elztal875 999 Z 1.1.1975
NimburgTeningen1.220 1208 E 1.1.1975
NordweilKenzingen660 727 E 1.12.1971
OberhausenRheinhausen im Breisgau1.791 1993 Z 1.5.1972
Oberprechtal ¹Elzach807 877 Z 1.1.1975
ObersimonswaldSimonswald677 679 E 1.1.1974
OberwindenWinden im Elztal1.268 1462 Z 1.1.1975
OttoschwandenFreiamt1.581 1638 Z 1.7.1971
PrechtalElzach1.310 1574 Z 1.1.1975
ReuteReute1.346 1664 U
RiegelRiegel am Kaiserstuhl2.137 2180 U
SasbachSasbach am Kaiserstuhl1.270 1425 A
SexauSexau1.915 2103 U
SiegelauGutach im Breisgau634 632 Z 1.1.1974
SiensbachWaldkirch461 629 E 1.1.1973
SuggentalWaldkirch281 351 E 1.7.1971
TeningenTeningen3.656 5550 A
TutschfeldenHerbolzheim441 503 E 1.1.1975
UntersimonswaldSimonswald653 695 Z 1.4.1970
VörstettenVörstetten1.160 1396 U
WagenstadtHerbolzheim698 812 E 1.1.1972
Waldkirch, StadtWaldkirch8.630 11172 A Z 1.1.1975
WasserEmmendingen743 1230 E 1.1.1975
WeisweilWeisweil1.504 1492 U
WildgutachSimonswald106 99 E 1.1.1974
WindenreuteEmmendingen876 1051 E 1.8.1971
WyhlWyhl am Kaiserstuhl2.406 2688 U
YachElzach794 830 E 1.7.1974
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¹ am 1. Januar 1964 neu gebildet
² vor der Gemeindereform zum Landkreis Freiburg gehörend
³ A = aufnehmende Gemeinde; E = Eingliederung; U = ungeänderte Gemeinde; Z = Zusammenschluss (Bildung neuer Gemeinde)

Drei Gemeinden gaben sich einen neuen, zuvor nicht verwendeten Gemeindenamen: Rheinhausen, Simonswald, Winden im Elztal. Doppelnamen sind im Kreis Emmendingen nicht in Verwendung, jedoch hatte das Gesetz beim Zusammenschluss von Buchholz, Kollnau und Waldkirch den Namen Waldkirch-Kollnau vorgesehen (per Vereinbarung geändert zu Waldkirch); vom Zusammenschluss am 1. Juli 1971 bis zum 15. August 1972 trug die heutige Gemeinde Freiamt den Namen Ottoschwanden-Freiamt.

Zwölf Gemeinden blieben bei der Gemeindereform in ihren Grenzen unverändert (in Tabelle oben: „U“).

Vor einer Gemeindezusammenlegung war eine Anhörung der betroffenen Einwohner durchzuführen. In der Dokumentation zur Gemeindereform[46] fehlt eine vollständige Darstellung dieser Anhörungen. Einzelne Anhörungsergebnisse sind in der Begründung zum Entwurf der Gesetze zur Gemeindezusammenlegung vom 14./15. Februar 1974 enthalten. Für die Gemeinden im Landkreis Emmendingen sind dies:

Weitere Informationen Gemeinde, Beteiligung ...
Gemeinde Beteiligung Ablehnung
Prechtal 92 % 95 %
Oberprechtal 86 % 95 %
Wasser 91 %
Kollnau 81 % 93 %
Buchholz 84 % 90 %
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Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen EM zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur

  • Landkreis Emmendingen. (= Die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs in Wort und Zahl; Heft 26). Hrsg. vom Innenministerium und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, Bearbeitung und Druck Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 1966.
  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in 8 Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band VI: Regierungsbezirk Freiburg; Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2
  • Der Landkreis Emmendingen – Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg; Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Lkr. Emmendingen; 2 Bände, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 1999 und 2001, ISBN 3-7995-1363-9

Einzelnachweise

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