Birkholz (Karstädt)

Gemeindeteil von Karstädt in Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Birkholz ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Mankmuß der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.[1]

Schnelle Fakten Gemeinde Karstädt ...
Birkholz
Gemeinde Karstädt
Koordinaten: 53° 7′ N, 11° 39′ O
Höhe: ca. 26 m ü. NHN
Eingemeindung: 1928
Eingemeindet nach: Mankmuß
Postleitzahl: 19357
Vorwahl: 038797
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Geografische Lage

Birkholz liegt südwestlich der Kerngemeinde Karstädt und südwestlich von Mankmuß. Nordwestlich liegt der Gemeindeteil Mesekow, östlich liegt der Ortsteil Nebelin und südöstlich der Ortsteil Laaslich. Im Westen und Süden grenzt die Gemeinde Lanz an. Durch den Ort führt die Kreisstraße 7036. Östlich fließt die Elbe von Nordosten kommend in südlicher Richtung am Gemeindeteil vorbei. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund 26 m ü. NHN.[2] Zwischen Birkholz und Nausdorf befand sich das etablierte Gasthaus Neukrug. Das Gebiet gehörte zum sogenannten ehemaligen Damerower Forst und war Teil der Waldfläche von Damerow. Etwa 0,6 Kilometer südwestlich der Neuen Brücke wurden archäologische Spuren einer alt- und jungslawischen Siedlung aus dem 9. bis 12. Jahrhundert nachgewiesen.[3]

Geschichte

Besitzgeschichte

Die Besitzgeschichte von Birkholz beginnt vor 1340 mit den von Mintstedt, die bis 1477 über Birkholz samt Lehnschulzengut verfügten. Von 1477 bis 1496 befanden sich Ort und Gut im Besitz der von Quitzow zu Kletzke. In der Zeit von 1496 bis 1543 gehörte Birkholz den von Quitzow zu Eidenburg und zu Stavenow jeweils zur Hälfte über die Feldmark und das Lehnschulzengut. Von 1543 bis 1719 lag der Besitz allein bei den von Quitzow zu Eidenburg über denselben Umfang, wobei 1543 die von Quitzow zu Rühstädt anteilig beteiligt waren; seit 1565/1584 erstreckte sich ihr Besitz auch auf den Direktbesitz des Lehnschulzengutes. Von 1719 bis 1872 gehörte Birkholz zum Amt Eidenburg beziehungsweise seit 1767 zum Amt Eldenburg-Lenzen, das über Vorwerk und Kolonie verfügte. Daneben bestand nach der Vererbpachtung des Vorwerks im Jahr 1766 ein gesondertes Erbpachtgut, dessen Besitzer ebenfalls Einfluss ausübten; hierzu zählen 1851 die Erben von Kaphengst sowie 1857 und 1862 ein Besitzer namens Buls.[3]

14. und 15. Jahrhundert

Birkholz wurde im Jahr 1340 erstmals urkundlich als tho Berckholte erwähnt. Eine weitere Schreibweise war in Bercholte im Jahr 1398. Das Lehnschulzengut mit drei Hufen sowie (1398: zwei) Kossäten und dem gesamten Schulzenamt wurde durch Kersten Mintstedt an Claus Roleke und dessen Erben zu Mankmuß verliehen, nachdem diese es von Wernekens Kindern in Birkholz erworben hatten. 1398 wurde derselbe Zustand beschrieben; der Lehnschulzengutsbesitzer Ruleke wohnte weiterhin in Mankmuß, während das Dorf Birkholz vermutlich wüst gewesen war. 1477 wurde die wüste Dorfstätte durch die von Mintstedt an die von Quitzow verkauft. 1480 erschien der Lehnschulze Rulcke, wohnhaft zu Mankmuß, nunmehr durch die von Quitzow belehnt.[3]

16. Jahrhundert

1530 bestand derselbe Zustand; der Lehnschulze Jacob Röle zu Mankmuß war zugleich mit der Aufsicht über das Gehölz auf der Feldmark Birkholz betraut. 1544 wurden Feldmark und Dorfstätte genannt; die von Quitzow gestatteten den von Möllendorf zu Gadow die Weide auf Birkholz, 1554 ebenso den von Kapelle zu Mankmuß. 1565 verkauften die Brüder und Vettern Röhle dem Dietrich von Quitzow erblich den vierten Teil des Lehnschulzengutes im Felde Birkholz mit sämtlichem Zubehör, darunter Äcker, Wiesen, Holzflecken und Fischereirechte. 1566 veräußerten Claus und Hans Röhle sowie Claus Rohle zu Seedorf ihren Anteil; von Quitzow besaß damit die Hälfte. 1575 ließ von Quitzow auf seinem Anteil eine Meierei errichten; nach längerem Streit kam es zu einem Vergleich mit den Anteilseignern aus der Familie Rule zu Mankmuß, der in einer Teilung der Hufen und Wiesen einschließlich der beiden Kossätenländereien bestand. Die jeweiligen Schulzen aus der Familie Rule behielten Holzungs- und Fischereirechte. 1579 wurde ein weiteres Viertel, 1582 und 1584 die restlichen Anteile durch die Role zu Mankmuß an von Quitzow verkauft. 1588 bestanden ein Vorwerk und eine Schäferei in Mischwaldlage.[3]

17. Jahrhundert

Um 1621/1632 bestanden Vorwerk und Schäferei sowie das vermutlich wüst gefallene Lehnschulzengut; genannt wurden ferner ein Vogt, ein Häker mit zwei Knechten, ein Schäfer und ein Kuhhirt.[3] 1662 war das Vorwerk wahrscheinlich wieder bewohnt. 1692 erhielt von Quitzow zu Eidenburg die Konzession zur Anlage einer Glashütte auf dem ruinierten und verwachsenen Vorwerk, ohne dass nähere Angaben überliefert wurden. 1695 dienten drei Hufner aus Blüthen dem Vorwerk Birkholz.[4]

18. Jahrhundert

1704 wurden ein Pachtschäfer und ein Schäferknecht genannt, 1719 eine Schäferei mit einem Pachtschäfer. 1734 lebten fünf Häusler, ein Schäfer, ein Hirt und drei Mägde im Ort; 1737 wurde das Vorwerk erwähnt. 1744 bestand ein Vorwerk mit Molkenhaus bei den Kuhkoppeln sowie eine Schäferei; die landwirtschaftliche Nutzung umfasste 75 Morgen Acker, 1340 Morgen ein- und zweischürige Wiesen sowie 3 Morgen Gartenland, mit Schwerpunkt auf Viehzucht. Nach der Teilung der Waldfläche von Damerow wurde das Amtsdrittel dem Vorwerk Birkholz zugeschlagen. 1764 bestand ein Plan zur Ansiedlung von Kolonisten aus der Grafschaft Falkenstein, Nassau, der Kurpfalz und Zweibrücken; zugleich nutzten Gemeinden aus Boberow, Blüthen, Ferbitz und Meilen Pachtwiesen. 1765 waren 13 Bauern- und 6 Büdnerstellen geplant, tatsächlich wurde nur eine angesetzt. Das Vorwerk wurde 1766 vererbpachtet. 1791 bestand ein königliches Vorwerk mit sieben Hausleuten, einem Gutsbesitzer und einem Verwalter bei zwölf Feuerstellen.[4]

19. Jahrhundert

1801 wurde ein Erbpachtvorwerk mit neun Einliegern sowie einem Förster bei zwölf Feuerstellen genannt. 1819 bestand weiterhin das Erbpachtvorwerk mit einem Pachtschäfer. 1846 wurden elf Wohnhäuser verzeichnet, außerdem das Kruggut Neuer Krug, das zu Birkholz gehörte. 1852 wurde die Feldmark als zur Hälfte sandig, zur Hälfte moorig und insgesamt wenig ertragreich beschrieben; betrieben wurden Koppelwirtschaft und Viehzucht bei teils ein- und zweischürigen Wiesen sowie Nadel- und Weichholzbeständen. Die ehemalige Frachtstraße von Berlin nach Hamburg verlief dort in schlechtem Zustand. 1857 erhielt der Gutsbesitzer Buls die Genehmigung zum Bau eines Ziegelofens mit Trockenscheune, 1869 zusätzlich zum Bau eines Drainofens. 1860 bestand das Vorwerk mit dem zugehörigen Anteil der Damerower Waldfläche aus neun Wohn- und zwölf Wirtschaftsgebäuden; nahebei lag das Gasthaus Neuer Krug mit zwei Wohn- und einem Wirtschaftsgebäude.[4]

20. Jahrhundert

1900 wurden zehn Häuser gezählt. 1931 wurden Birkholz und das Forsthaus als Wohnplätze der Gemeinde Mankmuß geführt, ebenso 1939 und 1946. Der Gutsbezirk mit der Försterei Neukrug wurde – nachdem diese 1860 noch ein selbständiges Etablissement gewesen war – 1928 mit der Gemeinde Mankmuß vereinigt; 1931 bestanden Birkholz und das Forsthaus als Wohnplätze.[5]

1953 entstand eine LPG vom Typ I (später Typ III) mit 57 Mitgliedern und 269,40 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. 1960 bestand eine LPG vom Typ III mit 39 Mitgliedern und 407,14 Hektar Nutzfläche. 1971 schloss sich die LPG Morgenrot in Mankmuß an die LPG Mankmuß-Birkholz an; 1972 folgte die LPG Heimaterde in Mesekow. 1979 wurde die LPG Tierproduktion Mankmuß gebildet. 1995 wurde das Gebiet vom Amt für Forstwirtschaft Karstädt mit der Revierförsterei Birkholz betreut. 1964 und erneut 1995 war Birkholz Ortsteil von Mankmuß.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Einwohnerentwicklung in Birkholz von 1734 bis 1981 ...
Einwohnerentwicklung in Birkholz von 1734 bis 1981
Jahr1734177217911801181718371858187118951925
Einwohner496573948096108+11 (Neukrug)104+13 (Neukrug)84120
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Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Das Gutshaus Birkholz wurde 1904 bis 1905 für Freiherr von Maltzahn erbaut und steht unter Denkmalschutz.

Literatur

Einzelnachweise

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