Mesekow
Gemeindeteil von Karstädt in Brandenburg
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Mesekow ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Mankmuß der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.[1]
Mesekow Gemeinde Karstädt | |
|---|---|
| Koordinaten: | 53° 8′ N, 11° 41′ O |
| Höhe: | ca. 24 m ü. NHN |
| Eingemeindung: | 1972 |
| Eingemeindet nach: | Mankmuß |
| Postleitzahl: | 19357 |
| Vorwahl: | 038797 |
Geografische Lage
Mesekow liegt südwestlich der Kernstadt Karstädt. Der Ort gehört zur naturräumlichen Einheit der Prignitz. Die Umgebung ist durch flachwellige Ackerflächen mit eingestreuten Wald- und Niederungsbereichen geprägt. Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn von Norden aus Mankmuß im Nordwesten, Stavenow, Kaltenhof im Osten, Nebelin im Südosten, Laaslich im Süden und Birkholz im Südwesten. Durch den Ort führt die Landesstraße 122. Durch den Ort fließt die Löcknitz, die Wasser aus zahlreichen Gräben aus der Umgebung aufnimmt. Dazu zählt der Graben I/5 im Westen sowie der Wassergrundgraben im Osten. Die Höhenlage beträgt 24 m ü. NHN.[2] Rund 500 Meter südlich des Ortes auf einer Anhöhe am Ostufer der Löcknitz befand sich vermutlich eine altslawische Siedlung aus dem 9. bis 10. Jahrhundert.[3]
Geschichte und Etymologie
Etymologie
Das Dorf wurde erstmals durch den Gildemeister Arnold Mescow in Perleberg im Jahr 1356 urkundlich erwähnt. Weitere Nennungen waren Mesekowe im Jahr 1399 und to Mesekowe im Jahr 1438. Der Name des Ortes ist slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Siedlung eines Mannes namens Meschek“.[4]
Besitzgeschichte
Vor 1438 bis 1487 befand sich Mesekow im Besitz der von Mintstedt. Von 1487 bis 1557 hatten die von Quitzow zu Stavenow sowie die von Quitzow zu Rühstädt, Kletzke und Eidenburg jeweils zur Hälfte Anteil an Mesekow. Seit 1557 übten die von Quitzow zu Stavenow allein die Herrschaft über das Dorf aus. In der Folgezeit gehörte das Dorf von 1557 bis 1872 zur Herrschaft Stavenow, die bis 1647 im Besitz der von Quitzow war, von 1647 bis 1719 den von Blumenthal gehörte, von 1719 bis 1809 den von Kleist und seit 1809 den von Voß. Die Herrschaft umfasste das Dorf mit Ober- und Untergericht, dem Kirchenpatronat sowie einer Wassermühle.[5]
13. bis 16. Jahrhundert
Im Jahr 1399 wird Mesekow als Raubschloss erwähnt, das zusammen mit den Anlagen in Wustrow, Mankmuß und Cumlosen von den Herren von Meckl erobert und vollständig zerstört wurde. 1438 wurde Reinicke Mintstedt, wohnhaft in Mesekow, als Raubritter in Mecklenburg angeklagt. 1462 sind die Knappen von Mintstedt im Ort nachweisbar, ebenso nochmals 1465.[5]
1515 bestanden im Dorf acht Kossätenstellen, eine Zahl, die auch 1576 unverändert blieb. 1517 wurde eine Mühle von Stavenow nach Mesekow verlegt. Kirchlich war der Ort seit 1542 nach Mankmuß eingepfarrt, bevor 1576 eine eigene Pfarre gegründet wurde.
17. Jahrhundert
Für 1649 weist das Kataster acht Fischer-Kossäten mit Anteilen an der Löcknitzer Fischerei sowie eine Wassermühle mit zwei Gängen aus, die im selben Jahr wieder aufgebaut wurde, jedoch nur mit einem Gang in Betrieb war. 1652 bestanden drei Kossätenstellen mit insgesamt vier Personen. 1686 gab es keine Hufner, jedoch weiterhin acht Kossäten, die jeweils Land für 10 Scheffel Wintersaat und 4 Scheffel Sommersaat bewirtschafteten. Die Mühle gehörte einem von Blumenthal; zudem war ein Kuhhirte vorhanden. Insgesamt umfasste die Aussaat 4 Wispel und 16 Scheffel. Es wurden drei Felder bewirtschaftet, wobei das dritte Korn gewonnen wurde. Die Wiesen galten als mittelmäßig und erbrachten etwa 5 Fuder Heu je Wirtschaft. Obwohl Weide und Viehzucht an sich günstig waren, reichte die Fläche nicht aus, sodass zusätzliche Weideflächen angemietet werden mussten. Der sandige Acker, das Fehlen von Mastmöglichkeiten, nur geringe Fischerei in der Löcknitz sowie begrenztes Brennholz auf dem Hufschlag führten zu einer Einstufung in die dritte Klasse.[5] Kirchlich bestanden 1600, 1631 und 1649 eine Mutterkirche mit Tochterkirchen Stavenow sowie weiteren Orten; das Kirchenpatronat lag beim Gut Stavenow.[6]
18. Jahrhundert
1719 werden acht Kossäten und ein Hirte ohne Vieh genannt; die Mühle wurde im Erbverkauf an den Müller übertragen. 1734 bestanden weiterhin acht Kossäten, hinzu kamen acht Häusler beziehungsweise Einlieger sowie ein Müller und ein Hirte; die Aussaat betrug unverändert 4 Wispel und 16 Scheffel. 1745 wird Mesekow als Dorf mit acht Kossäten und einer Wassermühle mit zwei Gängen beschrieben. 1760 lebten dort acht Kossäten, ein Paar Einlieger und ein Kuhhirte. 1791 sind acht Kossäten, sechs Hauswirte und ein Müller bei insgesamt 19 Feuerstellen verzeichnet.[5]
19. Jahrhundert
1801 weist die Statistik acht Kossäten, vier Einlieger und eine Wassermühle bei 19 Feuerstellen aus. 1819 bestanden acht Einhufner, ein Kuhhirte und zwei Paare Einlieger; es wurden Abgaben von 4 Groschen pro Hufe erhoben. 1846 zählte der Ort 16 Wohnhäuser. 1852 wird Mesekow als an der Löcknitz gelegenes, hoch und sandig gelegenes Feldmarkgebiet beschrieben, dessen Flächen jährlich besät wurden; die Wiesen waren teils ein-, teils zweischürig. Die Viehhaltung umfasste Rinder, Schweine und Pferde, während Geflügel- und Bienenzucht sowie Fischerei unbedeutend blieben. Neben der Wasser- bestand auch eine Ölmühle; Haupterwerbsquelle war der Ackerbau. 1860 gab es zwei öffentliche Gebäude, 22 Wohn- und 11 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Wassergetreidemühle.[5] Die landwirtschaftliche Nutzfläche betrug 1860 insgesamt 721 Morgen (darunter 545 Morgen Acker, 36 Morgen Wiese und 124 Morgen Weide), 1900 waren es 204 Hektar.[3]
20. Jahrhundert
Um 1900 bestand Mesekow aus 27 Häusern; 1907 werden vier größere Kossätenwirtschaften (25, 25, 22 und 21 Hektar), zwei Halbkossäten sowie ein Bahnwärter, ein Lehrer und ein Altsitzer genannt. 1931 sind ebenfalls 27 Wohnhäuser belegt; der Ort wurde als Wohnplatz geführt. 1939 bestanden land- und forstwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größen (vier mit 20–100 Hektar, acht mit 10–20 Hektar, sechs mit 5–10 Hektar und drei mit 0,5–5 Hektar) mit insgesamt 101 Beschäftigten sowie sechs in Industrie und Handwerk Tätige.
Im Jahr 1946 wurden im Zuge der Bodenreform 88,27 Hektar enteignet und auf zwei Neubauernstellen (24,89 Hektar), 13 Altbauern (38,27 Hektar) und die Gemeinde verteilt. 1960 gründete sich die LPG Typ I Heimaterde mit 41 Mitgliedern und 276,96 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, die 1972 an die LPG Fortschritt in Mankmuß angeschlossen wurde. Kirchlich bestand seit dem 19. Jahrhundert wieder eine Einpfarrung nach Stavenow, später war Mesekow Tochterkirche von Nebelin; die kirchliche Aufsicht lag zuletzt im Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge. 1931 und 1964 gehörte der Ort zur Gemeinde, 1972 wurde er verwaltungsmäßig nach Mankmuß eingegliedert und ist seit 1973 sowie erneut seit 1995 Ortsteil von Mankmuß.[5]
Bevölkerungsentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Mesekow von 1734 bis 1964 | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1734 | 1772 | 1791 | 1801 | 1817 | 1837 | 1858 | 1871 | 1895 | 1925 | 1939 | 1946 | 1964 | |||||
| Einwohner | 87 | 76 | 101 | 87 | 80 | 115 | 141 | 145 | 123 | 115 | 122 | 184 | 109 | |||||
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die Dorfkirche Mesekow ist ein kapellenartiger Backsteinbau aus dem Jahr 1896, die einen Vorgängerbau von 1852 ersetzte. Das Bauwerk besitzt einen gestaffelten Ostgiebel und ein Südportal.
Literatur
- Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – A–M. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-032-6, S. 562 ff.