Gosedahl

Wohnplatz der Gemeinde Karstädt in Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Gosedahl ist ein Wohnplatz im Ortsteil Boberow[1] der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Schnelle Fakten Gemeinde Karstädt ...
Gosedahl
Gemeinde Karstädt
Koordinaten: 53° 9′ N, 11° 38′ O
Höhe: 34,8 m ü. NHN
Eingemeindung: 1939
Eingemeindet nach: Boberow
Postleitzahl: 19357
Vorwahl: 038797
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BW

Geografische Lage

Die Siedlung befindet sich in einer dünn besiedelten, überwiegend landwirtschaftlich geprägten Niederungslandschaft. Der Wohnplatz liegt im Westen der Gemarkung und nordöstlich von Boberow. Im Osten schließt sich mit dem Stavenover Wald ein ausgedehntes Waldgebiet an. Die nördlich und südlich gelegenen Flächen werden vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt und über den Boberower Graben in die Löcknitz entwässert. Das Relief weist nur geringe Höhenunterschiede auf. Das Gelände liegt auf einer Höhe von 34,8 m ü. NHN.[2] Das Zeilendorf entstand auf der wüsten Feldmark Gosedahl; nordöstlich befindet sich die Alte Dorfstelle.[3]

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Das Dorf wurde erstmals im Jahr 1441 als Gossedael urkundlich erwähnt. Weitere Nennungen waren Wostedal im Jahr 1472, Goßedall im Jahr 1487 zu Gosedall im Jahr 1502 und Jasedow im Jahr 1554.[3] Der Name bedeutet „Gänsetal“[4].

Besitzgeschichte

Die Feldmark Gosedahl war seit dem 16. Jahrhundert in zahlreiche Besitzanteile unterschiedlichster Grundherren zersplittert. Ein wesentlicher Anteil lag vor 1554 bis 1872 beim Gut Mankmuß, zunächst im Besitz der Familie von Kapelle, seit 1700 der Familie von Bredow. Dieser Anteil umfasste 1554 die Hälfte der Feldmark mit entsprechendem Gut, Holzung und Weide (1598, 1710) und wurde 1749 durch den Erwerb von zwei Ritterhufen des Gutes Bochin erweitert.[3] Ein weiterer Anteil gehörte ursprünglich der Pfarrkirche zu Lenzen, die 1510 die wüste Dorfstätte an die Familien von Quitzow zu Stavenow und Eldenburg veräußerte. In der Folge entstand eine Teilung: Der Anteil der Herrschaft Stavenow (Familien von Quitzow, von Blumenthal, von Kleist, später von Voß) umfasste 1557 fünf Hufen sowie Jagdrechte (1684) und Anteile am Gut (1722, 1749), um 1800 insgesamt etwa zehn Hufen. Der Anteil der Herrschaft Eldenburg bzw. des Amtes Eldenburg-Lenzen umfasste ebenfalls fünf Hufen (1557) mit Anteilen am Gut (1559, 1688, 1749) beziehungsweise später einen halben Gutsteil (um 1800). Weitere Besitzrechte lagen bei der Familie von Muntte zu Garlin und Seetz (bis 1679), die Teile der Feldmark sowie Holzung und Hufenanteile innehatte. Diese gingen über verschiedene Besitzer (von Blumenthal, von Karstedt, von Platen, Sauerland, Grotrian) an die Familie von Klitzing zu Demerthin über, die bis 1872 zwei Hufen und die Holzwärterei besaß. Ein weiterer Anteil lag zunächst bei der Familie von Wenckstern zu Kietz und später beim Gut Bochin (Familien von Knesebeck und von Jagow). 1749 wurde dieser Besitz an die Familie von Bredow zu Mankmuß übertragen. Die Familien von Wagel zu Pinnow und später von Rathenow sowie schließlich Struck zu Meilen besaßen zwei Hufen, die später gemeinsam mit weiteren Flächen (unter anderem einer Ritterhufe aus Nebelin) bewirtschaftet wurden. Die Familie von Wartenberg zu Nebelin hielt zunächst eine Hufe beziehungsweise später eine freie Ritterhufe, die 1788 ebenfalls an Struck zu Meilen überging. Bereits 1441 war zudem die Familie von Retzdorf zu Neuburg mit zwei Hufen in Gosedahl belehnt worden; dieser Besitz wurde später weiterveräußert und ging vermutlich ebenfalls an andere Grundherren über.[5]

15. bis 17. Jahrhundert

Im Jahr 1441 bestand Gosedahl noch als Dorf, fiel jedoch danach wüst. 1472 wird der Ort als wüste Feldmark bezeichnet; 1491 bestand dieser Zustand fort. In der Folge wuchs die Feldmark allmählich mit Hochwald zu. 1510 wurde Gosedahl ausdrücklich als wüste Dorfstätte bezeichnet. 1542 nutzte ein Einwohner aus Boberow eine wüste Hufe auf der Feldmark. 1554 gebrauchten die Bauern aus Mankmuß die Holzung von Gosedahl zur Mast sowie zur Gewinnung von Lagerholz.

In den Jahren 1621/1632 wurden vier Hufen von drei Hufnern aus Boberow bewirtschaftet. 1649 hatten mehrere Einwohner aus Boberow Ackerflächen der Herrschaft Stavenow auf der Feldmark Gosedahl in Pacht. In den Jahren 1696/1697 wurde die Feldmark als Weide genutzt; die Schafhaltung erfolgte durch die Güter Pinnow und Mankmuß sowie durch die Gemeinden Boberow und Mellen.[5]

18. Jahrhundert

Im Jahr 1735 wurde die Hegemeisterwohnung von Reckenzin nach Gosedahl verlegt. 1751 nutzten die Gemeinde in Boberow die Feldmark von Gosedahl zur Vieh- und Pferdehütung. 1753 umfasste die Feldmark insgesamt 20 Hufen. Es wurden sechs Kolonisten angesetzt, die jeweils eine Hufe (= 55 preußische Morgen mit Wald- und Weideanteilen) erhielten. Eine weitere Besiedlung scheiterte jedoch am Widerstand der adligen Grundherren. 1775 bestand eine Kolonie mit einem Forsthaus. 1791 wurde Gosedahl als Kolonie verzeichnet; es lebten dort sechs Büdner und zwei Hausleute, bei insgesamt sieben Feuerstellen.[5]

19. Jahrhundert

1801 wurde Gosedahl als Kolonie mit sechs Büdnern und fünf Einliegern sowie einer Holzwärterei beschrieben; insgesamt bestanden sieben Feuerstellen. Im Zuge der Separation von 1802 wurden die zehn Stavenower Hufen mit einer Gesamtfläche von 515 Morgen aufgeforstet und in die Forst Stavenow eingegliedert. 1846 wurden zehn Wohnhäuser im Ort gezählt.[5] 1852 wurde Gosedahl als Kolonie beschrieben. Der Boden war teilweise höher gelegen und ohne Vorkommen von Mineralien. Die Bewirtschaftung erfolgte in einer Zweifelderwirtschaft; die Wiesen waren einschürig. Die Viehhaltung erfolgte periodisch, eine eigene Waldung war nicht vorhanden. Die Viehzucht umfasste insbesondere Rinder und Pferde; Zuchtschweine wurden nicht gehalten. Geflügelzucht bestand, eine Bienenzucht jedoch nicht; ebenso fehlte eine Fischerei. Die wirtschaftliche Grundlage bildete ausschließlich der Ackerbau, Nebenbeschäftigungen bestanden nicht. 1860 wurden neun Wohngebäude und sieben Wirtschaftsgebäude verzeichnet.[6]

20. Jahrhundert

Im Jahr 1900 wurden in Gosedahl neun Häuser gezählt. 1907 lebten im Ort sechs Kolonisten mit Flächen von 18, 14, 14, 12, 12 und 10 Hektar; daneben bestanden zwei Eigentümer und ein Rentier. 1931 wurden erneut neun Wohnhäuser verzeichnet. Im Jahr 1939 erfolgte der Anschluss an die Gemeinde Boberow.

Im Jahr 1959 wurde eine LPG des Typs I mit dem Namen „Heideland“ gegründet, die neun Mitglieder umfasste und 47,69 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftete. 1960 bestand eine LPG Typ I mit zehn Mitgliedern und 69,80 Hektar Nutzfläche; 1968 wurde sie an die LPG Typ III „Junge Garde“ in Boberow angeschlossen.[6]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
175515
177233
179138
180141
181737
183747
185854
187151
189549
192541
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Literatur

Einzelnachweise

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