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Bob Thompson (Maler)

US-amerikanischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Louis „Bob“ Thompson (* 26. Juni 1937 in Louisville, Kentucky; † 30. Mai 1966 in Rom) war ein US-amerikanischer Maler. In seinem Werk setzte er sich intensiv mit der europäischen Kunstgeschichte auseinander und bezog sich auf die zeitgenössische amerikanische Kunst- und Musikszene.[1][2]

Leben

Bob Thompson begann 1955 ein Vorstudium der Medizin an der Boston University. 1956 wechselte er an die University of Louisville, wo er Bildende Kunst bei Carl Crodel und Ulfert Wilke studierte. 1958 hielt er sich in Provincetown, Massachusetts, auf. Dort lernte er Dody Müller sowie das Werk ihres verstorbenen Mannes Jan Müller kennen. In diesem Zusammenhang entstand das Gemälde Funeral of Jan Müller. Im selben Jahr kam er mit Hans Hofmann, Emilio Cruz und Gandy Brodie in Kontakt und zog nach New York.[1]

In New York bewegte er sich im Umfeld von Schriftstellern wie Allen Ginsberg und LeRoi Jones sowie von Künstlerinnen und Künstlern wie Mimi Gross und Marcia Marcus. Er nahm an Happenings von Allan Kaprow und Red Grooms teil. Daneben beschäftigte er sich mit Jazz und war befreundet mit den Jazzmusikern Charlie Haden und Ornette Coleman. 1960 heiratete Thompson Carol Plenda. Ein Stipendium der Walter Gutman Foundation ermöglichte dem Paar 1961 eine Europareise mit Aufenthalten in London und Paris. Während dieser Zeit setzte sich Bob Thompson mit Werken europäischer Künstler wie Piero della Francesca, Nicolas Poussin, Francisco de Goya und Jacopo Tintoretto auseinander. 1962 erhielt er ein Opportunity Fellowship der John Hay Whitney Foundation, das ihm einen Umzug von Paris nach Ibiza ermöglichte. 1963 kehrte er nach New York zurück und stand in Kontakt mit Lester Johnson, Martha Jackson und Beauford Delaney. 1966 reiste Thompson nach Rom, wo er im selben Jahr verstarb.[1][2]

Werk

Bob Thompson griff in seinem Werk wiederholt auf Kompositionen aus der europäischen Kunstgeschichte zurück, insbesondere aus der Renaissance und der Moderne. Bereits früh fertigte er Kopien von Werken alter Meister an und übertrug bekannte Bildvorlagen in eine eigene Bildsprache. Dabei kombinierte er figurative Darstellungen mit Elementen des abstrakten Expressionismus und einer ausgeprägten Farbigkeit. Seine Bildthemen umfassen mythologische und biblische Sujets, darunter St. George and the Dragon (1961), Darstellungen zeitgenössischer Personen wie Leroi Jones and His Family (1964) sowie Bezüge zur Geschichte der Vereinigten Staaten, etwa Tribute to an American Indian (1963). Wiederkehrende Motive in seinem Werk sind Darstellungen von Konflikten sowie das Verhältnis des Menschen zur Natur. Trotz seiner kurzen Schaffenszeit sind mehr als 1000 Werke erhalten. Arbeiten von Bob Thompson befinden sich in mehreren Museumssammlungen in den Vereinigten Staaten.[2][3]

Literatur

  • Samella Lewis: African American Art and Artists. University of California Press, Berkeley u. a., 1994.
  • Theresa Riggs (Hrsg.): St. James Guide to Black Artists. Detroit u. a., 1997.
  • Henry Louis Gates, Evelyn Brooks Higginbotham (Hrsg.): The African American National Biography: 8 Volume Set. Oxford University Press, New York, 2008.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 13: Sommer – Valverane. Paris, 2006.

Einzelnachweise

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