Brücken (Pfalz)

Ortsgemeinde im Landkreis Kusel, Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Brücken (Pfalz) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Oberes Glantal an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Brücken (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Brücken (Pfalz) hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 26′ N,  22′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Oberes Glantal
Höhe: 247 m ü. NHN
Fläche: 8,12 km²
Einwohner: 2058 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 253 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66904
Vorwahl: 06386
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 011
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 8
66901 Schönenberg-Kübelberg
Website: www.bruecken-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Christof Dahl (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Brücken (Pfalz) im Landkreis Kusel
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Landschaftsbild von Brücken

Geographie

Lage

Der Ort liegt im Ohmbachtal in der Westpfalz. Im Norden befindet sich Ohmbach, im Nordosten Steinbach am Glan und Börsborn, im Süden Schönenberg-Kübelberg und westlich liegt Dittweiler. Zu Brücken gehören die Wohnplätze Fuchsgrund, Haseldell, Neumühle und Paulengrund.

Gewässer

Mitten durch den Ort fließt der Ohmbach. Von links nimmt er dort den Habachgraben auf. Durch den Südwesten des Gemeindegebiets verläuft der Kohlbach.

Geschichte

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Brücken in den Kanton Waldmohr eingegliedert. Anschließend wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Homburg an; aus dem zunächst das Bezirksamt Homburg hervorging.

Da ein Teil des Bezirksamts – einschließlich Homburg selbst – 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte der Ort ins Bezirksamt Kusel und wurde bis 1938 von einer in Waldmohr ansässigen Bezirksamtsaußenstelle verwaltet.

Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kusel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Brücken innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz sowie des Regierungsbezirks Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg eingegliedert. Seit 2017 ist Brücken Bestandteil der Verbandsgemeinde Oberes Glantal.

Religion

Die in Brücken lebenden Juden, die von 1833 bis 1927 eine eigene Synagoge besaßen, wurden einst in Gries bestattet.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Brücken besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUFWGWGRGesamt
202439416 Sitze[2]
2019293216 Sitze[3]
2014391316 Sitze
200951116 Sitze
200451116 Sitze
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  • FWG = Freie Wählergruppe Brücken/Pfalz e. V.

Bürgermeister

Christof Dahl (CDU) wurde am 1. September 2025 Ortsbürgermeister von Brücken (Pfalz).[4] Bei der Direktwahl am 29. Juni 2025 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 83,3 % gewählt worden.[5]

Dahls Vorgänger Johannes Huber (CDU) hatte das Amt am 27. August 2024 übernommen.[6] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er ohne Gegenkandidat mit 76,1 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister von Brücken gewählt worden.[7] Huber legte das Amt bereits nach einem Jahr zum 31. August 2025 nieder, da er zwischenzeitlich zum Landrat des Kreises Kusel gewählt worden war.[8]

Vor Johannes Huber war Pius Klein (CDU) seit dem 11. Juli 2014 Ortsbürgermeister von Brücken.[9] Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit 79,29 % in seinem Amt bestätigt worden.[10][11] Toni Guhmann übte als Vorgänger von Pius Klein bis zum Jahr 2014 das Amt aus.[9]

Kultur

Denkmalgeschützte katholische Kirche

Kulturdenkmäler

In Brücken gibt es fünf Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die in den Jahren 1953 bis 1955 gebaute katholische Kirche St. Laurentius. Im Chorraum dieser Kirche ist hinter dem Altar in einem 32 Quadratmeter großen Mosaik aus über 30.000 Steinchen Christus als König des Himmels und der Erde dargestellt. Dieses 1956 von dem Münchener Künstler Wilhelm Braun geschaffene Werk ist das wahrscheinlich größte seiner Art in der Pfalz.[12] Braun schuf auch die 40 Fenster von St. Laurentius; an der Ostseite sind es zwölf mit den Bildern der Apostel mit ihren Symbolen.[13] Im Kirchturm hängt ein fünfstimmiges Geläut mit den Schlagtönen c′, es′, f′, as′ und b′. Alle insgesamt 4,5 Tonnen schweren Glocken wurden von der Gießerei Hermann Hamm in Frankenthal gegossen.[14]

Vereine

Die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung bietet der Fußballverein SV Brücken. Ähnliche Ziele verfolgt der Turnverein 1964 Brücken, der unter anderem Laufwettbewerbe veranstaltet und Bewegungskurse anbietet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ortsbild

Wirtschaft

Brücken war vor dem Zweiten Weltkrieg die wirtschaftliche Zentrale des pfälzischen Diamantschleiferhandwerks. Im Diamantschleifermuseum in Brücken befinden sich Original-Arbeitsplätze aus verschiedenen Zeiten und Nachschliffe der 35 größten und bedeutendsten Diamanten der Welt. Vor dem Museum steht die Statue eines Diamantschleifers, gestaltet von dem Lustadter Bildhauer Peter Brauchle. Zudem ist die Gemeinde Sitz des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik.

Behörden

Die Gemeinde gehört zum Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Landstuhl.

Verkehr

Der Ort ist durch die Bundesstraße 423 (MandelbachtalAltenglan) an den überregionalen Verkehr angeschlossen. Südlich befindet sich die A 6, nordöstlich die A 62. In Glan-Münchweiler ist ein Bahnhof der Glantalbahn.

Tourismus

Im Osten der Gemeindegemarkung befindet sich die Fritz-Claus-Hütte, die sich früher im Besitz des Pfälzerwald-Vereins befunden hatte.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die im Ort gewirkt haben

  • Franz Gillmann (1865–1941), Priester, war in Brücken zeitweilig Pfarrer.
  • Isidor Triefus (1845–1919), Industrieller und der Begründer der Diamantschleiferei-Industrie in der Westpfalz, kaufte 1887 die Neumühle

Literatur

  • Literatur über Brücken in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Einzelnachweise

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