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Lohnweiler

Ortsgemeinde im Landkreis Kusel, Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Lohnweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Lohnweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lohnweiler hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 38′ N,  36′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Lauterecken-Wolfstein
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 4,94 km²
Einwohner: 359 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67744
Vorwahl: 06382
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 060
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 6a
67742 Lauterecken
Website: www.vg-lw.de
Ortsbürgermeister: Markus Müller
Lage der Ortsgemeinde Lohnweiler im Landkreis Kusel
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Geographie

Der Ort liegt im Lautertal im Nordpfälzer Bergland. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Lauterecken, Hohenöllen, Heinzenhausen, Wolfstein, Offenbach-Hundheim und Wiesweiler.

Geschichte

Ortsgeschichte

Das heutige Gebiet der Lohnweilerer Gemarkung war bereits in früherer Zeit bewohnt; zahlreiche historische Funde aus der Römer- und Keltenzeit bezeugen dies. 1884 wurden unweit der Gemarkungsgrenze zu Wolfstein vier Keltengräber entdeckt. Unter den Funden waren Hals-, Arm- und Fußringe, die sich mittlerweile im Historischen Museum in Speyer befinden. Ebenso wurden römische Ziegelstücke, Krugreste und Bronzemünzen mit dem Kaiserbildnis ausgegraben.

Die erste urkundliche Ersterwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1326.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Lauterecken eingegliedert. 1815 gehörte Lohnweiler zunächst zu Österreich. Nach dem Wiener Kongress wurde er ein Jahr später dem Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde weiterhin dem Kanton Wolfstein an und war Bestandteil des Landkommissariats Kusel, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde der Ort in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Jettenbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Lohnweiler 1972 Bestandteil der Verbandsgemeinde Lauterecken. Seit 2014 gehört der Ort zur Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein.

Ortsname

Der Ortsname variierte im Laufe der Jahrhunderte wie folgt:[2]

Weitere Informationen Name, Jahr ...
NameJahr
Lonewilre off der Lutern1326
Lonwilre1361
Lonewijlre1364
Lonwiler/Loenwiler1483
NameJahr
Loinwiller1506
Lonwiller1578
Lohweiller1643
Lohnweiler1824
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Der Ursprung des Ortsnamens ist umstritten. Er leitet sich mutmaßlich aus den Flurnamen „Loh(n)“ und der angehängten Siedlungsbezeichnung „Weiler“ ab.

Die Vorsilbe „Lohn“ kann aus dem althochdeutschen bzw. loh in der Bedeutung ‚Wald‘, ‚Hain‘, ‚Holz‘, ‚Gehölz‘, Gebüsch herrühren. Als Lohe werden die zum Gerben verwendete Rinde und auch Blätter bezeichnet. Ein weiterer Ursprung des Namens könnte in dem im Wappen gezeigten Symbol eines Lohns liegen. Die bis in die Gegenwart sehr große Waldfläche der Gemarkung lässt den Wald – die sogenannte Lohhecke – als Namensgeber wahrscheinlicher werden.

Die Beinhaltung eines Flurnamens lässt darauf schließen, dass das heutige Gemarkungsgebiet vermutlich erst ausschließlich forstwirtschaftlich genutzt und mit einem Flurnamen bezeichnet wurde und später eine kleine Siedlung, ein „Weiler“, entstand.

Kulturdenkmäler

Denkmalgeschütztes ehemaliges Schulhaus

In Lohnweiler stehen zwei Objekte unter Denkmalschutz:

Das Gebäude Rathausstraße 3 ist die ehemalige Schule, die inzwischen als Bürgerhaus genutzt wird. Sie ist ein von dem aus Kusel stammenden Architekten Johann Schmeisser entworfener aufgesockelter Putzbau aus dem Jahr 1837. Der Giebelreiter stammt von 1872. Im Turm hängen zwei Glocken; eine – um 1400 – wird Otto von Speyer zugeschrieben, die zweite Glocke – um 1500 – wurde vermutlich im Kloster Disibodenberg gegossen.

Das Objekt Römerweg 2 ist das Fundament einer in Teilen ergrabenen römischen Villa, die auf die Zeit um 79 nach Christus datiert wird. Das Fundament wurde bei Bauarbeiten entdeckt. Entsprechend enthielt das Gebäude einen kleinen römischem Kellerraum mit Treppen, Lichtschächten und Wandnischen sowie eine Hypokaustenheizung.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Lohnweiler besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

Bürgermeister

Markus Müller wurde am 22. August 2024 Ortsbürgermeister von Lohnweiler.[4] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 59,2 % gegen den Amtsinhaber durchgesetzt.[5]

Sein Vorgänger Thomas Knecht hatte das Amt am 9. August 2019 übernommen.[6] Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein Bewerber angetreten war,[7] erfolgte die anstehende Wahl des Bürgermeisters gemäß Gemeindeordnung durch den Rat. Dieser wählte einstimmig Thomas Knecht für das Amt. Sein Vorgänger war Walter Scherer.[6]

Wappen

Wappen von Lohnweiler
Wappen von Lohnweiler
Blasonierung: „Das Wappen ist von schwarz und gold schrägrechts geteilt (von rechts oben nach links unten).

Das vordere Feld (rechts unten) zeigt, in schwarz dargestellt, vermutlich einen Achsnagel (mundartlich Lünse, Lohn, Lunen, veraltet Lonse). Dieser findet sich auch schon auf Grenzsteinen aus dem 18. Jahrhundert.

Das hintere Feld links oben zeigt als Wappentier den Pfälzer Löwen in Gold.“

Wirtschaft und Infrastruktur

PWV-Hütte Lohnweiler

Verkehr

In Lohnweiler befindet sich ein Haltepunkt Lautertalbahn. Er verfügte anfangs über Vorarbeiterwohnungen. Vom 1. November 1917 bis 1. Oktober 1918 musste er wegen Personalmangels während des Ersten Weltkrieges vorübergehend aufgegeben werden. Bereits 1922 gab es Bestrebungen, den Halt für den Personenverkehr mangels Rentabilität erneut zu schließen, was jedoch durch Proteste in der Bevölkerung verhindert wurde.

Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 270.

Tourismus

Touristen bietet sich auf ihrem Weg die PWV-Hütte Lohnweiler an, die sich trotz ihres Namens inzwischen nicht mehr im Besitz des Pfälzerwald-Vereins befindet. Durch die Gemeinde verläuft der Pfälzer Höhenweg.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Literatur über Lohnweiler in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Einzelnachweise

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